Kurzbeschreibung

Edward Cullen ist alleinerziehender Vater einer 16 jährigen Tochter. Sein Leben scheint perfekt, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine Wahrheit, die er schon viel zu lange verheimlicht hat.
Und es gibt nur eine Frau, die ihn wieder auf den Boden der Tatsachen bringen kann.
All Human, Pairing ExB

Freitag, 24. Juni 2011

Kapitel 54 - Das Wunder des Lebens

Edward POV

„Edward… Meine Fruchtblase ist geplatzt!“

Bellas Worte wiederholten sich unaufhörlich in meinem Kopf.

Wie in einer Endlosschleife hörte ich ihre Stimme und ich war zu geschockt und verwirrt, um mich auch nur einen einzigen Zentimeter vom Fleck zu bewegen.

Es war erstaunlich, wie schnell sich eine Situation von einem Moment auf den anderen verändern konnte.
Noch vor wenigen Sekunden hatten wir uns geküsst.
Nach für mich endlos langer Zeit hatte ich endlich wieder das Glück, ihre weichen und vollkommenen Lippen zu spüren und es war weitaus besser als alles andere zuvor.

Dieser Kuss zeigte die Liebe, die wir füreinander empfanden und mir war sofort klar, dass unsere Liebe durch diese schwierige Zeit nur noch mehr gewachsen war.

Natürlich hatten wir einige Tiefen durchlebt, hatten uns gestritten und für eine gefühlte halbe Ewigkeit nicht mehr miteinander gesprochen, aber das hatte uns auch stark gemacht.
Uns wurde schnell klar, dass ein Leben ohne den jeweils anderen einfach keinen Sinn mehr ergeben würde und endlich hatten wir es eingesehen.
Wir brauchten uns und ich war nicht der Einzige gewesen, der sich so sehr danach gesehnt hatte.

Für mich war es das schönste Gefühl auf der Welt, dass ich die Frau, die ich von ganzem Herzen liebte und vergötterte, wieder in meinen Armen halten konnte.

Bella legte ihre Hand an meinen Arm und krallte sich mit ihren Fingernägeln in mein Jackett, was mich zuerst zusammenzucken ließ, aber noch immer schaffte ich es nicht, irgendetwas Gescheites darauf zu erwidern, geschweige denn mich von der Stelle zu bewegen.
Ich war wie zu einer Salzsäule erstarrt und hätte auch gut als Schaufensterpuppe in einer Boutique durchgehen können.

„Edward… Bring mich ins Krankenhaus“, hörte ich ihre Stimme gequält sagen.

Augenblicklich ruckte mein Kopf in ihre Richtung und ich sah den schmerzvoll verzerrten Ausdruck auf ihrem Gesicht, welcher mich sofort wieder zurück in die Realität beförderte.

Jetzt war es soweit!
Endlich war der Moment gekommen, auf den wir schon so lange gewartet hatten.

Bella hatte sich schon Sorgen gemacht und in den letzten Tagen ununterbrochen geflucht, da unser Baby anscheinend nicht die Absicht hatte, sich irgendwie zu zeigen, denn anscheinend gefiel es dem Kind unheimlich gut, dort wo es sich gerade befand.

Acht Tage waren seit dem eigentlich errechneten Geburtstermin vergangen und daran war nichts besorgniserregendes, aber Bella schien sich deswegen extrem verrückt zu machen und es half auch nicht, dass ich immer wieder versucht hatte, sie zu beruhigen.

Die Ärztin hatte uns versichert, dass es dem Baby gut ging und dass wir uns nicht unnötig Sorgen machen mussten.

Ohne Frage war auch ich nervös, aber ich versuchte es mir nicht allzu sehr anmerken zu lassen, damit ich Bella nicht noch mehr stresste.  

„Krankenhaus.. ja genau…“, murmelte ich und blinzelte einige Male, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Leider war dies nicht so einfach wie ich vermutete, aber ich riss mich zusammen denn Bella brauchte mich jetzt.

Bella ließ meinen Arm los, damit ich schnell ihre Tasche holen und sie sich im Bad umziehen konnte.
Hektisch lief ich durch ihre winzig kleine Wohnung und murmelte einige Wörter, die zusammen keinen Sinn ergaben, aber jetzt konnte ich meine Nervosität und Aufregung einfach nicht mehr verbergen.

Ich achtete nicht darauf, wo ich hintrat und stolperte geradewegs über eine Ansammlung von Büchern auf dem Boden, was ich sogleich mit einem lauten Fluchen kommentierte.
Was zum Henker hatten diese Bücher auf dem Boden verloren??
Die Vorstellung, dass es Bella hätte sein können, die über diese Dinger stolpern könnte, machte mich noch wütender.

„Zum Teufel damit!“, wetterte ich weiter und kickte eines der Bücher unters Bett.

Hektisch suchend sah ich mich nach der Tasche um, die Bella bereits für das Krankenhaus gepackt hatte, doch ich konnte dieses Ding nirgendwo entdecken.
Ihre Wohnung war winzig, also wo hatte sie die Tasche hingestellt?
Ich hatte sie doch noch heute irgendwo stehen sehen!

Während ich weiterhin meiner Suche nachging, brummte ich einige Flüche vor mich hin und bekam so langsam Panik, denn schließlich konnte ich nicht stundenlang nach dieser verdammten Tasche suchen.

Als ich sie schließlich in der Nähe des Bettes - wo ich meiner Meinung nach bereits fünf Mal nachgesehen hatte- entdeckte, betitelte ich mich selbst als ‚Idiot’ und als ‚dummer Esel’ bevor ich mir die Tasche schnappte und wieder ins Wohnzimmer rannte.

„Möchtest du noch eine Tasse Kaffee und Kuchen dazu?“, neckte Bella mich und besorgt sah ich, wie ihr Gesichtsausdruck noch immer vor Schmerz verzogen war, aber sie zwang sich ein Lächeln auf.

„Nein, entschuldige… Ich habe die Tasche gefunden, wir können los“, ratterte ich schnell herunter und fischte den Autoschlüssel aus meiner Hosentasche.
Behutsam legte ich eine Hand an Bellas Rücken und half ihr die Treppen runter nach draußen. Einmal mussten wir eine Pause machen, weil wieder eine heftige Wehe kam und Bella sie weg atmen musste.

„Oh mein Gott… Ich hatte gedacht, dass ich diese Schmerzen niemals vergessen würde, aber meine Erinnerungen sind wohl mit der Zeit verblasst, denn das ist alles andere als ein Kindergeburtstag“, murmelte sie mit zusammengepressten Zähnen und hielt mit beiden Händen ihren Bauch, während ich ihr die Beifahrertür meines Wagens öffnete und ihr beim Einsteigen half.  

„Beschwer dich nicht, wenn ich deinen Wagen vollsaue und ich unser Kind in deinem Wagen bekomme“, scherzte sie, doch ich lachte nicht.
Ich war verdammt noch mal viel zu nervös, um zu lachen und hetzte zur Fahrertür herüber, damit ich endlich einsteigen und losfahren konnte.

Auf der Fahrt zum Krankenhaus missachtete ich wahrscheinlich so gut wie alle Verkehrsregeln, die es gab und es war mir auch wert, dass Bella mich deswegen später wahrscheinlich fertig machen würde, denn jetzt hatte sie gerade weitaus andere Probleme.

Meinen Wagen parkte ich einfach in der Nähe des Krankenhauses, nicht weit entfernt vom Eingang und mir war klar, dass parken hier nicht erlaubt war, aber mir war es einfach egal, ob mein Wagen abgeschleppt werden würde oder nicht, denn darüber konnte ich mir später immer noch Gedanken machen.
Es war schließlich nur ein Auto.

Ich sagte Bella, dass sie noch einen Moment im Wagen sitzen bleiben sollte, damit ich jemanden holen konnte, der uns einen Rollstuhl brachte.
Bella nickte nur und ich verließ schnell mein Auto, bevor ich zum Eingang des Krankenhauses rannte.

Gott sei Dank wurde ich nicht ignoriert und wenige Sekunden später war ein Pfleger mit einem Rollstuhl an meiner Seite.
Ich dankte ihm mehrere Male und begleitete ihn schnell zu meinem Wagen, damit wir Bella in den Rollstuhl befördern konnten.
Sie fluchte, als wir ihr beim Aufstehen halfen und sie wetterte bereits jetzt darüber, dass sie das alles mir zu verdanken hatte.

Nur zu gerne hätte ich sie beruhigt, doch mir fehlten die Worte und ich wusste nicht, was ich als nächstes tun sollte, als zwei Krankenschwestern um sie herum wuselten und ich ihnen in den Kreißsaal folgte.

Auch wenn ich bereits einmal Vater geworden war, so war das noch alles neu für mich, denn damals hatte Tanya mich rausgeschmissen.
Ihren Worten nach wollte sie mich nicht dabei haben.
Sie wollte den Mann nicht sehen, der ihr das angetan hatte und da Bella gerade solch ähnliche Worte gesagt hatte, war ich ein wenig verunsichert.

Wollte sie mich etwa auch nicht dabei haben?

Schon damals hatte es mir das Herz gebrochen, nicht bei der Geburt meiner Tochter dabei sein zu können, aber jetzt wäre dies sicherlich noch schlimmer für mich.

Verwirrt, geschockt und unfähig mich zu bewegen stand ich dort und beobachtete, wie die Krankenschwestern sich um meine Bella kümmerten.
Ich sah die Ärztin, die an mir vorbei lief und einige Dinge sagte, doch ich verstand kein einziges Wort davon.
Anscheinend untersuchte sie Bella gerade und ich blinzelte aufgeregt, als ich Bellas Stimme hörte.

„Edward…?“

Sofort war ich neben ihr an dem Bett und griff nach ihrer Hand, die sie mir entgegen streckte.

„Tut… mir leid wegen vorhin“, sagte sie und ich konnte sehen, wie sie versuchte den Schmerz nicht zu sehr zu zeigen und ich lächelte beruhigend.

„Du brauchst dich nicht zu entschuldigen…“, erklärte ich ihr schulterzuckend und irgendetwas sagte mir, dass sie ahnte, warum ich gerade so nachdenklich und geschockt gewesen war.

Natürlich hatte ich ihr von Emilys Geburt erzählt und sie wusste, dass ich gerne dabei gewesen wäre.

„Doch… ich… du solltest einfach nicht alles, was ich in der nächsten Zeit sage… ernst nehmen… okay?“ Sie warf mir einen fragenden Blick zu und ich streichelte beruhigend über ihren Handrücken.

„Okay…“, erwiderte ich und nickte bestätigend.

„Ist nicht meine erste Geburt, ich werd’s schon überleben“, murmelte Bella leise, doch ich machte mir dennoch Sorgen um sie und um das Baby.

„Aber… Kannst du mir einen Gefallen tun?“, fragte sie mich als nächstes.

„Alles was du willst“, versicherte ich ihr und küsste ihren Handrücken, was ihr ein echtes Lächeln ins Gesicht zauberte, jedoch wurde dieses wenige Sekunden später durch eine weitere Wehe zunichte gemacht und ich fluchte, als sie meine Hand so fest drückte, wie sie nur konnte.

Bella war klein und zierlich, aber jetzt wurde mir bewusst, dass in ihr Bärenkräfte schlummern mussten.

„Du musst… den anderen Bescheid sagen“, erklärte sie mir schwer atmend.

Sie hatte recht.

Ich hätte die anderen jetzt vollkommen vergessen, denn was mich jetzt nur interessierte war Bella und nichts anderes.

„Stimmt… Nun... also… Ich bin nur ein paar Minuten weg, okay? Ich werde eben Emily anrufen und ihr Bescheid sagen. Sie wird die anderen dann schon informieren, okay?“, fragte ich ein wenig zögerlich, denn es war mir zuwider, sie jetzt hier alleine zu lassen.

„Ja… ich werde schon nicht… weg laufen und ich denke nicht, dass unser Baby innerhalb der nächsten fünf Minuten das Licht der Welt erblicken wird…“ Sie schnaubte und schloss für einen kurzen Moment ihre Augen.

Ich erlaubte es mir, sie noch einen Augenblick lang zu beobachten, bevor ich mich schließlich zu ihr beugte und sanft ihre Stirn küsste.
Bellas Augen waren noch geschlossen, aber ein Lächeln zeichnete sich auf ihren schönen Gesichtszügen ab und ich versprach ihr, dass ich gleich wieder bei ihr sein würde.

Mit schnellen Schritten verließ ich das Zimmer und schnappte mir mein Handy.
Es dauerte Gott sei Dank nicht lange, bis die Stimme meiner Tochter am anderen Ende der Leitung zu hören war.

„Ja?“

„EMILY!!“, rief ich beinahe schon panisch in den Hörer und sie fluchte laut, weil ich sie anscheinend erschreckt hatte.

„Gott verdammt, Dad! Du hast mir einen riesengroßen Schrecken eingejagt!“, bestätigte sie mir meine Vermutung, doch ich hatte jetzt keine Zeit für Erklärungen.

„Das Baby!! Bella und ich sind im Krankenhaus… Das Baby kommt!“, murmelte ich hastig und hörte Emilys fröhliches Quietschen am anderen Ende der Leitung.

„Oh mein Gott!! Endlich!! Ah, ich muss sofort alle anrufen und dann sind wir schon bald bei euch!!“, rief sie in den Hörer und legte sofort auf, ohne sich von mir zu verabschieden.

Verwirrt, wie ich in diesem Moment war, starrte ich einen Augenblick lang auf mein Handy, schüttelte dann seufzend den Kopf und verstaute das Handy schnell wieder in meiner Hosentasche.

Sofort betrat ich erneut den Kreißsaal und ich hatte schon von draußen hören können, dass es nicht gerade ein Wunschkonzert für meine Bella war.
Sie musste unheimliche Schmerzen haben und ich lief schnell zu ihr herüber, damit ich wieder ihre Hand nehmen konnte, auch wenn das bedeutete, dass sie mir diese wahrscheinlich bald wieder zerdrücken würde, aber ich wollte einfach nur für sie da sein.

„Hast du… hast du Bescheid gesagt?“, fragte sie mich und es tat mir weh, sie so zu sehen.

Wie gerne hätte ich ihr die Schmerzen abgenommen, aber das ging leider nicht.
Bella sah bereits jetzt schon fertig und ein wenig benebelt aus, auch wenn sie versuchte, es nicht allzu offensichtlich zu zeigen, aber sie musste sich sicherlich nicht wegen mir zurückhalten.

Zärtlich strich ich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und versuchte ihr damit zu zeigen, dass ich für sie da war.

„Ja, ich habe Emily angerufen und sie sagt den anderen Bescheid. Sie werden nachher ins Krankenhaus kommen“, erklärte ich ihr und Bella nickte. Es schien sie ein wenig zu beruhigen, aber es dauerte nicht lange an.

Ich wusste nicht, wie viele Stunden ich hier neben ihr saß, ihr Mut zusprach, sie beruhigte und für sie da war, aber als die Hebamme verkündete, dass es nicht mehr lange dauern würde, wurde ich noch aufgeregter, als ich es eh schon war.
Bella hatte die letzten Stunden damit verbracht, mich und die Welt zu verfluchen, aber ich nahm das gerne in Kauf und außerdem hatte sie mir zuvor ja noch gesagt, dass ich es nicht allzu ernst nehmen sollte und schließlich war mir bewusst, dass sie unheimliche Schmerzen hatte.

„Du schaffst es Bella… Nur noch einmal pressen, dann ist unser Baby da“, flüsterte ich ihr zu und küsste ihre Wange in der Hoffnung, dass sie mir glaubte, denn ich konnte deutlich sehen, dass Bella am Ende ihrer Kräfte war.

Ich ließ es zu, dass Bella meine Hand demolierte, als sie mit all ihrer noch verbleibenden Kraft presste und ich flüsterte ihr weiterhin einige Dinge zu, doch als ich den ersten Schrei unseres Babys hörte, verstummte ich augenblicklich.

„Glückwunsch! Sie haben einen gesunden Jungen zur Welt gebracht“, erklärte uns die Hebamme und ich warf meinen Kopf sofort in ihre Richtung.

Bella war sichtlich erschöpft, aber dennoch streckte sie ihre Arme aus und verlangte nach unserem Baby, welches die Hebamme sofort zu uns brachte und zu ihr legte.

Und zum ersten Mal erblickte ich unseren gemeinsamen Sohn.
Dieses Gefühl war einfach überwältigend und mit nichts in der Welt zu vergleichen.

„Er ist so wunderschön…“, hörte ich Bella leise flüstern und sah, dass sie weinte.

Sie sah so unheimlich glücklich aus, aber mir erging es da nicht anders.
Beim Anblick unseres Sohnes machte sich ein warmes, erfüllendes Gefühl in mir breit: Stolz!

„Er sieht genauso aus wie du…“, flüsterte Bella mit leiser Stimme und sah die ganze Zeit unentwegt unseren Sohn an.

Ich hatte es noch nicht fertig gebracht, auch nur einen einzigen Laut von mir zu geben, viel zu sehr war ich immer noch erstaunt und gefasst von diesem einzigartigen Moment.

Für Bella war es sichtlich schwer, den Kleinen noch einmal aus der Hand zu geben, damit er untersucht werden konnte, aber sie wusste, dass es wichtig war, also gab sie ihn der Hebamme, die ihr mit einem Lächeln versprach, dass er gleich wieder zu seinen Eltern kommen würde.

Als Bella mich ansah, strahlte sie über ihr ganzes Gesicht.
Natürlich war sie müde und erschöpft, doch man konnte ihr ansehen, dass sie überglücklich war.

„Er ist wundervoll“, sagte ich und meine Stimme klang sichtlich gerührt.

So kannte ich mich selbst schon lange nicht mehr, aber jetzt war es auch etwas anderes.
Ich war erneut Vater geworden und hätte nicht glücklicher sein können.

„Ja, das ist er“, flüsterte Bella und lächelte mich strahlend an.

Langsam beugte ich mich zu ihr und küsste sie, ganz sanft und zärtlich.

„Ich liebe dich…“, sagte ich so leise, dass ich mich fragte, ob Bella es überhaupt gehört hatte, aber als ich ihren Blick sah, war mir bewusst, dass sie alles ganz genau verstanden hatte.

„Ich liebe dich auch, Edward“, flüsterte sie mit leiser Stimme.

Diesen Augenblick genossen wir beide gemeinsam.
Wir freuten uns darüber, dass wir beide Eltern eines gesunden und kräftigen Jungen geworden waren und wir hatten uns beide nach so langer Zeit wieder unsere Liebe geschworen.
Konnte es etwas Schöneres geben?

Unsere Aufmerksamkeit wurde durch ein leises Quengeln unterbrochen, was uns sofort aufblicken ließ.

„Da ist er ja wieder“, hörte ich Bella überglücklich neben mir sagen und sie nahm unseren Sohn, der in eine kleine Decke eingewickelt worden war, wieder zu sich.

Ganz vorsichtig streckte ich meine Hand aus und strich über die Wange meines Kindes.  

„Willkommen in der großen weiten Welt, mein Sohn.“

Die Hebamme machte noch schnell das erste Foto von dem neuen Erdenbürger und reichte mir die Polaroidaufnahme, bevor sie das Zimmer wieder verließ und uns unser Glück genießen ließ.

Unser Baby gab einen leisen, quengeligen Laut von sich und wir mussten beide darüber lachen.
Er schien nicht so glücklich über diese neue Umgebung zu sein, aber man konnte deutlich sehen, dass er sich bei seiner Mom wohl fühlte.

Während Bella und ich unseren Sohn beobachteten, wie er gierig seine erste Mahlzeit zu sich nahm, vergaßen wir vollkommen die Zeit.
Wir sprachen mit ihm und lächelten beide, als der Kleine energisch gähnte und seine müden Augen schloss.

„Bleiben wir jetzt eigentlich bei Christopher?“, wollte Bella von mir wissen.

„Äähhm… ja, wenn du den Namen auch immer noch passend findest“, gab ich etwas unsicher zurück.

„Sehr passend, schau ihn dir an… das ist unser Sohn und Christopher passt perfekt!“, sagte sie mit leuchtenden Augen.

Zur Bestätigung, dass ich mit der Wahl des Namens absolut einverstanden war, küsste ich sie zärtlich und versank dann wieder in dem Anblick meines Sohnes.

„Oh…“ Bella sah zu mir herüber und ich legte fragend meinen Kopf schief.
Es war schwer, den Blick von Chris abzuwenden, aber ich schaffte es schließlich dennoch.

„Wir haben die anderen ganz vergessen“, erklärte Bella mir mit einem amüsierten Gesichtsausdruck und ich lachte leise.

„Stimmt, aber dieser Moment hat ganz alleine uns gehört. Wenn du nichts dagegen hast, gehe ich jetzt kurz raus und sage den anderen Bescheid, dann hast du auch einmal einen Moment mit unserem Sohn alleine“, schlug ich vor und Bella strahlte sofort wieder, als ich unseren Sohn erwähnte.

„Okay…“, erwiderte sie leise und beugte sich ein kleines Stück vor, um mich zu küssen.
Sie war noch immer unheimlich erschöpft und ich wollte ihr gerne ein wenig Ruhe gönnen und etwas Zeit mit Chris alleine.

Langsam kam ich ihr ein Stück entgegen und unsere Lippen berührten sich zwar nur relativ kurz, aber dennoch löste dieser Kuss unheimlich viele Emotionen in mir aus.
Die Geburt unseres Sohnes hatte unsere Beziehung wieder ein ganzes Stück voran gebracht.

Sicherlich würden wir in Ruhe noch einmal über alles reden, aber jetzt, genau in diesem Moment war die Welt in Ordnung und nichts und niemand konnte diese Stimmung trüben.

„Bis gleich“, hauchte ich, bevor ich mich möglichst langsam und leise von dem Bett erhob und das Zimmer verließ.

Gerade als ich die Tür hinter mir geschlossen hatte, sprang mir meine Tochter um den Hals und ich bekam einen riesengroßen Schrecken, weil ich verdammt noch mal nicht damit gerechnet hatte.

„Daaaaaaad!!! Ist das Baby da? Ist es da??? Habe ich ein Brüderchen oder ein Schwesterchen bekommen?? Sag schon!!“, forderte sie aufgeregt hüpfend von mir und sah mich mit strahlenden Augen an.

Ich lachte über ihre Ungeduldigkeit und versuchte mich aus ihrem Klammergriff zu befreien, aber sie ließ nicht locker.

„Nun…“, fing ich an und sah zu den anderen herüber, die mir alle einen aufgeregten Blick zu warfen.

„Es ist ein gesunder Junge!“, erklärte ich voller Stolz und das Lächeln in meinem Gesicht wurde breiter.

„HAAA! ICH HABS EUCH DOCH GESAGT!“, hörte ich Alice laut rufen und lachte als ich sah, wie sie einen kleinen Freudentanz vollzog.

„Oh, wie wundervoll“, sagte meine Mutter und griff sofort nach der Hand meines Vaters.

„Können wir zu ihm und ihn sehen?“ Nessie warf mir einen bittenden Blick zu und ich seufzte leise.

„Wir sollten den beiden noch ein wenig Zeit geben. Sie sind ziemlich erschöpft“, erklärte ich und sie sah enttäuscht aus, schien aber zu verstehen, dass dies wohl besser war.

„Aber was wäre ich für ein Vater, wenn ich nicht ein Bild von meinem Sohn hätte?“, sagte ich mit einem verschmitzten Lächeln und reichte den neugierigen Damen das Foto von Christopher.

Zwischen den Oh´s und Ah´s hörte ich immer wieder „Oh, ist er niedlich“ und alle rissen sich förmlich um das Foto.

Nachdem jeder ausgiebig meinen Sohn begutachtet hatte, schaffte ich es irgendwie die anderen in die Cafeteria zu schleppen und sie somit ein wenig zu beschäftigen, sodass Bella und unser Baby die nötige Ruhe hatten.

Jedoch schienen Emily und Alice sich nach einiger Zeit so sehr angeheizt zu haben, dass sie beinahe vor Neugier platzten und ich beschloss, dass es jetzt an der Zeit war ihnen meinen Sohn live vorzustellen.

Während vor allem Emily und Alice den Kleinen begutachteten und voller Freude mit ihm sprachen, warf ich einen Blick zu Bella herüber.

Sie war unheimlich müde und ihre Augen fielen ihr fast zu, aber als sie bemerkte, dass ich sie ansah, erwiderte sie meinen Blick.

Ihre Augen strahlten das pure Glück aus und auch mir erging es nicht anders.

Wir beide waren glücklich und in diesem Moment konnte man sehen, dass wir beide wussten, dass wir es schaffen würden eine gemeinsame Zukunft zu haben, denn die hatte gerade eben begonnen.

Unsere gemeinsame Zukunft…

1 Kommentar:

  1. jaaa alice hatte recht...ich freu mich für bella das sie nun die geburt hintersich gebracht hat und die beiden haben sich gesagt das sie sich lieben schönnnn

    du hast es schön geschrieben
    :-=

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