Kurzbeschreibung

Edward Cullen ist alleinerziehender Vater einer 16 jährigen Tochter. Sein Leben scheint perfekt, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine Wahrheit, die er schon viel zu lange verheimlicht hat.
Und es gibt nur eine Frau, die ihn wieder auf den Boden der Tatsachen bringen kann.
All Human, Pairing ExB

Freitag, 17. Juni 2011

Kapitel 53 - Ersehnte Momente


Bella POV

Ungeduldig saß ich auf meiner Couch im Wohnzimmer und starrte auf den Fernseher, der nur irgendwelchen Müll von sich gab.

Nicht sehr oft hatte ich die Möglichkeit dazu gehabt, mittags Zuhause zu sein und nichts zu tun zu haben, oder wohl eher, dass ich in meinem Zustand verdammt noch mal nichts tun konnte.
So gut es ging versuchte ich den Haushalt zu erledigen, doch die Erschöpfung übermannte mich immer viel zu schnell, weshalb ich nichts weiter tun konnte, als auf der Couch herumzugammeln.
Im Fernsehen lief nur Mist und ich fragte mich, wie solche Sendungen die Einschaltquoten aufrechterhalten konnten und warum sie nicht einfach abgesetzt wurden.

Seitdem ich durch die Schwangerschaft nicht mehr bei Alice arbeiten konnte, wusste ich nichts mehr mit mir anzufangen und langweilte mich ständig.

Nessie war lange in der Schule und ging danach noch in die Bibliothek, um dort etwas zu lernen.
Es war ihr letztes High School Jahr und da wollte sie einfach noch mehr dafür tun und wenn sie mit der Lernerei fertig war, traf sie sich abends noch mit Jackson.

Sie war völlig außer sich gewesen, als Jackson ihr gesagt hatte, er würde noch ein Jahr in Chicago bleiben, irgendwo arbeiten und nebenbei einige Kurse besuchen, damit er dann zusammen mit Nessie auf ein College gehen konnte.
Bis dahin war mir gar nicht bewusst gewesen, wie sehr sich die zwei liebten und, um ehrlich zu sein, erschreckte es mich, dass meine Tochter schon so früh solch tiefe Empfindungen für einen Jungen hatte, doch irgendwie beruhigte es mich auch, dass Jackson dieselben starken Gefühle für Nessie zu empfinden schien.

Jacob schien von dieser Neuigkeit allerdings nicht so begeistert zu sein. Auch wenn er sich Mühe gegeben hatte, Jackson zu akzeptieren, so hatte er anscheinend gehofft, dass er bald auf ein College gehen würde und er somit außer Nessies Reichweite wäre.

Daran zu denken, dass Nessie in einem Jahr nicht mehr bei mir leben und auf ein College gehen würde, brach mir das Herz.
Wieso mussten nur all die Eliteuniversitäten wie Harvard, Princeton und Yale so weit von Chicago entfernt sein?
Sie fehlte mir schon jetzt, wo sie doch nur zur Schule ging, lernte und sich dann mit Jackson oder Emily traf.

Besonders traurig wurde ich dann, wenn ich daran dachte, dass Nessie gar nicht miterleben würde, wie ihr kleiner Bruder oder ihre kleine Schwester heranwachsen würde, denn ich wusste, dass sie sich unglaublich auf das Baby freute.

Jeden Moment könnten bei mir die Wehen einsetzten, doch nichts geschah.

Der errechnete Geburtstermin war schon vor einer Woche und die Sorgen, welche ich mir um das Baby machte, waren immens. Auch wenn meine Ärztin gemeint hatte, dass es momentan keinen Grund gab, sich zu sorgen, so konnte ich doch nicht anders als eben dies zu tun.

Nessie war damals zwei Wochen früher zur Welt gekommen und ich hatte mich zu der Zeit auch nicht so aufgeblasen gefühlt, wie bei dieser Schwangerschaft.
Mein Rücken belastete mich sehr und meine Füße waren so angeschwollen, dass ich in normalen Straßenschuhen keine zehn Schritte laufen konnte, ohne dass es beinahe unerträglich wurde und alle paar Minuten musste ich auf die Toilette, weil das Baby auf meine Blase drückte, doch ich hielt es aus, auch wenn meine Geduld an ihre Grenzen stieß.

Ich hatte das Gefühl, als ob ich mit jedem Tag, der verging, immer weiter zunahm und mein Bauch dadurch noch runder wurde und ich wünschte mir meinen flachen Bauch zurück.

Sogar meine Schwangerschaftshosen wurden nach und nach immer ungemütlicher, weshalb ich mich vor nicht allzu langer Zeit dazu entschlossen hatte nur noch sehr weite Kleider zu tragen.

Als es an der Tür klingelte, versuchte ich mich so gut es eben ging von der Couch zu erheben, allerdings war es leichter gesagt, als getan.
Es wunderte mich, dass ich durch das zusätzliche Gewicht überhaupt noch gerade stehen konnte, ohne die Balance zu verlieren.

Im wahrsten Sinne des Wortes watschelte ich durch die Wohnung, betätigte den Türsummer und versuchte am Eingang geduldig auf meinen Besucher zu warten.
Ich konnte das Ziehen in meinem Bauch spüren und mein schmerzender Rücken, der das gemütliche Polster der Couch vermisste, machte sich ebenfalls bemerkbar.

Es nervte mich, dass ich nicht einmal mehr fünf Minuten stehen konnte, ohne dass mir irgendetwas weh tat und ich schwor mir, wenn das Baby in den nächsten vierundzwanzig Stunden nicht von allein auf die Welt kam, würde ich es persönlich aus meinem Bauch holen.

Auf Empfehlung hatte ich versucht mich genügend zu bewegen, spazierte ständig durch die Wohnung und manchmal ging ich sogar die Treppenstufen im Hausflur auf und ab, in der Hoffnung, dass so die Wehen einsetzen würden, aber keine Chance.
Nichts tat sich und obwohl es mich nervte, hatte ich eine schreckliche Angst.
Jeden dritten Tag musste ich zur Kontrollvisite, doch bisher war keine Veränderung zu erkennen und bis sie mir die wehenfördernden Mittel verabreichen könnten, würde es noch eine Weile dauern.
Ich hoffte nur, dass ich das Baby auf natürliche Weise kriegen würde.



Während ich im Flur auf und ab lief, einerseits aus Ungeduld, andererseits weil ich hoffte, so die Wehen zu fördern, wartete ich immer noch darauf, dass Edward endlich auftauchte.

Jeden Tag kam er zu mir.

Nach der Arbeit machte er sich gar nicht erst die Mühe, erst nach Hause zu gehen und sich umzuziehen und an den Wochenenden war er sogar schon so früh hier, dass wir alle zusammen zu Mittag aßen.

Es war, als wären wir eine richtige Familie.
Nur Edward, Emily, Nessie und ich. Und der kleine Zwerg in meinen Bauch, dem es dort anscheinend so gemütlich war, sodass es gar nicht erst rauskommen wollte.

In letzter Zeit kam es sogar immer häufiger vor, dass Edward sich den halben Tag frei nahm und erst kürzlich hatte er sich sogar Urlaub genommen.

Ganz von alleine!

Edward hatte gesagt, dass er sich ohnehin nicht auf die Arbeit konzentrieren könnte, wenn das Baby doch jeden Moment kommen sollte, also hatte er alle dringenden Sachen erledigt und jemand anderem die vorläufige Verantwortung übertragen.

Ich war verwundert darüber, wie sehr Edward sich in den letzten Wochen und Monaten verändert hatte. Als wäre er ein ganz anderer Mensch.

Die Arbeit war für ihn nur noch zweitrangig und ich merkte immer mehr, wie sehr er sich auf unser Baby freute.

Vor wenigen Wochen hatten wir schon die ersten Einkäufe getätigt.

Eine Wiege, Schnuller, Windeln und Strampler in neutralen Farben, da wir immer noch nicht wussten, ob wir ein Mädchen oder einen Jungen bekommen würden, auch wenn Alice felsenfest davon überzeugt war, dass wir einen Sohn bekamen.  

Sie hatte schon so oft auf mich eingeredet, dass ich ihr diesbezüglich Glauben schenken sollte, sodass ich mich immer öfter dabei erwischte, wie sich dieser Gedanke auch in meinem Kopf festsetzte.
Alice hatte mir sogar ganz viele Sachen in blau gekauft um ihre Aussage zu unterstreichen. Blaue Strampler, blaue Socken, blaue Decken und sogar ein kleiner blauer Teddybär war dabei.
Die Frau war eindeutig verrückt, aber immerhin auf eine liebenswerte Art und Weise.

Immer öfter fragte ich mich, wie Edward alles unter einen Hut bekam.
Die Arbeit hatte schon immer viel von Edwards Aufmerksamkeit gefordert, dann war da noch Emily, denn auch wenn sie mittlerweile schon siebzehn Jahre alt war, wollte er sie dennoch nicht vernachlässigen.
Nicht so, wie es ein Jahr zuvor noch der Fall gewesen war und das machte mich stolz.

Hinzu kam noch, dass Edward so oft wie möglich Zeit mit mir verbrachte, und trotzdem schaffte er es noch, wöchentlich zu seinen Treffen wegen der Aggressionsbewältigung zu gehen.

Zu sagen, ich wäre stolz, wäre verdammt untertrieben, aber das war ich.

„Hallo schöne Frau“, hörte ich Edwards Stimme aus nächster Nähe sagen und drehte mich blitzschnell in seine Richtung.

Das war auch so eine neue Sache zwischen uns. Wir wurden lockerer und ich konnte das Band, welches einmal zwischen uns war, immer deutlicher spüren.

Wir hatten viel zusammen unternommen.
Er hatte mich zum Essen ausgeführt und einmal waren wir sogar zusammen im Kino, da das Baby allerdings immer auf meine Blase drückte, musste ich viel zu oft auf die Toilette, weshalb der Kinoabend ein einmaliges Erlebnis war.

Oft ging er mit mir einfach nur spazieren und wenn wir wieder nach Hause gingen, kochte er für mich und sein Tomatensalat, den er nebenbei immer für mich machte, war einfach weltklasse.

Allerdings war es so, dass ich mich in letzter Zeit so erschöpft fühlte, dass wir einfach nur hier blieben, etwas aßen und uns danach einen Film ansahen.

Zwischen uns war alles ganz unschuldig, denn außer, dass wir miteinander ab und zu mal kuschelten, war nie etwas anderes passiert, doch ich fand es schön. Es war erfrischend, einfach nur seine Nähe zu spüren und seinen natürlichen Duft, gemischt mit seinem After Shave, einzuatmen und das war das einzige, was momentan zählte.

Langsam näherten wir uns wieder an und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis wir zum nächsten Schritt bereit waren. Das konnte ich fühlen.

„Hey“, begrüßte ich Edward etwas euphorisch und watschelte zu ihm hin.

So gut es bei mir momentan ging, umarmte ich ihn und lehnte meinen Kopf an seine Brust. Ich liebte es, ihn so zu spüren und ihm so nah zu sein, auch wenn mein riesiger Bauch ein Hindernis war.

Edward erwiderte meine Umarmung und hauchte einen Kuss auf meinen Kopf.

Allein schon, wenn seine Lippen meine Haare berührten, fing mein ganzer Körper an zu kribbeln.  

„Geht es dir gut?“, hörte ich ihn flüstern, als ob er diesen für uns intimen Moment nicht stören wollte und ich nickte an seiner Brust, hielt meine Augen geschlossen und wollte ihn am liebsten nie mehr loslassen.

Aus irgendeinem Grund war ich in letzter Zeit sehr anhänglich geworden, besonders dann, wenn Edward in meiner Nähe war.

Leise konnte ich sein Kichern hören und seine Hände, welche meinen Rücken sanft auf und ab streichelten, halfen mir nicht gerade dabei, meine Reaktion auf ihn zu mildern.

„Ich habe dir etwas mitgebracht“, sagte er schließlich irgendwann und ließ mich los, allerdings nicht ohne noch einmal mein Stirn zu küssen und sah mich aus seinen funkelnden grünen Augen an.

Edward bückte sich, nahm eine Tüte in die Hand und lief grinsend damit in meine Küche.

Verwirrt watschelte ich ihm hinterher und hielt meine Hände dabei an meinem Bauch gestemmt. Aus irgendeinem Grund fiel es mir da leichter, einige Schritte zu gehen.

„Du hast eingekauft?“, fragte ich ihn verblüfft und stellte mich neben ihm, um zu sehen, was denn alles in der Tüte war.

„Irgendjemand muss das ja für dich tun“, antwortete er mir mit einem Augenzwinkern und stellte die Sachen an ihren dafür vorhergesehenen Platz ab. Edward kannte sich in meiner Küche mittlerweile genauso gut aus, wie in seiner eigenen, doch so oft wie er bei mir war und etwas für mich einkaufte, war es gar kein Wunder mehr.

„Hast du auch…“, wollte ich ihn fragen, doch noch bevor ich meine Frage zu Ende stellen konnte, nahm er eine Tüte voller Tomaten und stellte sie vor mich hin.

Es fühlte sich an wie Weihnachten! Komisch, was für seltsame Empfindungen man wegen ein paar Tomaten haben konnte, wenn man schwanger war.

„Danke!“ Strahlend lächelte ich ihn an und stützte mich mit beiden Händen auf dem Küchentresen ab, damit ich mich ungehindert auf Zehenspitzen stellen und ihm einen Kuss auf die Wange geben konnte.

Seit Wochen hatte ich es schon aufgegeben, Edward zu widersprechen, wenn er für mich einkaufen ging und besonders wenn er auch noch Tomaten mitbrachte, brachte ich es nicht zustande mich darüber aufzuregen, dass er Geld für mich ausgab.

„Für dich nur das Beste“, erwiderte er nur darauf und sah mich mit einem Blick an, den ich nicht genau definieren konnte.

Diese Augen hatten auf mich immer eine ganz besondere Wirkung.

Meine Beine wurden zu Wackelpudding, mein Herz raste wie bei einem Marathon und ein Kribbeln durchfuhr meinen ganzen Körper, als ob zehntausende Ameisen darauf herumkrabbeln würden.

Es war ein vertrautes Gefühl, wenn ich in Edwards Nähe war.
Diese Momente, wenn wir einfach nur in die Augen des anderen sahen, kamen immer häufiger vor, doch jedes Mal fühlte es sich für mich einfach nur magisch an.

Doch viel wichtiger war: Es fühlte sich richtig an! Noch vor ein paar Monaten hätte ich es nicht erwartet, bei Edward noch einmal so zu fühlen, aber so war es.
Mein Vertrauen zu ihm hatte sich nur langsam wieder aufgebaut, aber das wichtigste war, dass er mich zu nichts drängte.

„Hast du Hunger?“, unterbracht Edward viel zu schnell diesen Moment und widmete sich den Lebensmitteln zu.  

Verwirrt sah ich ihn an, schüttelte jedoch im nächsten Augenblick meinen Kopf.
An Essen dachte ich gerade wirklich nicht, auch wenn ich gegen eine saftige Tomate nichts auszusetzen hätte.

„Wir könnten uns einen Film ansehen. Ich habe ein paar DVDs mitgebracht, die du mögen könntest“, schlug Edward als nächstes vor. Wenn ich ehrlich war, hatte ich nicht unbedingt große Lust, mir einen Film anzusehen, aber so könnte ich wenigstens noch etwas Zeit mit Edward verbringen und ganz nah bei ihm sein, weshalb ich sein Angebot gerne annahm.

Zusammen machten wir uns auf den Weg ins Wohnzimmer und ich fand es unheimlich süß von Edward, dass er nicht einfach schon vorauseilte, sondern im selben Tempo lief, wie ich. Es würde nur noch fehlen, wenn er ebenfalls anfangen würde zu watscheln und allein bei dem Gedanken, wie Edward aussehen würde, wenn er genauso laufen würde wie ich, musste ich anfangen zu kichern.

„Was ist denn so lustig?“, hörte ich Edward fragen und sah ihn an, allerdings verwandelte sich so mein Kichern schnell in ein Lachen.

Bei seinem Anblick, wie er verwirrt die Stirn runzelte und dabei lächelte, als ob er durch meine Reaktion bald selbst anfangen würde zu lachen, konnte ich einfach nicht mehr an mich halten.

Mit einer Hand krallte ich mich an seinem Arm fest, während ich die andere an meine Seite legte, da diese schon zu stechen begann.

Dieses Bild, wie Edward neben mir herwatscheln würde, ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf und seine Reaktion machte es mir auch nicht leichter, meinen Lachkrampf zu beruhigen. Es war vielleicht idiotisch, aber ich konnte einfach nicht anders.

Ich konnte nicht genau sagen, wie lange ich so ausgelassen lachte, es schien eine halbe Ewigkeit zu vergehen, doch irgendwann merkte ich wie ich mich wieder beruhigte und wieder zu Atem kam.

„Tut mir leid“, brachte ich noch etwas außer Atem hervor und sah hinüber zu Edward.

Seine Augen waren auf mich gerichtet, so durchdringend und voller Gefühl, dass mir beinahe das Herz stehen blieb.

Meine Stimmung hatte sich augenblicklich in etwas ganz anderes verwandelt.
Etwas, was schon seit Monaten in mir schlummerte und nur darauf wartete, endlich zu erwachen.

Die Zeit schien still zu stehen. Allein schon die Bedeutung dieses Wortes schien in Vergessenheit zu geraten.

Unsere Augen, das Tor zu unseren Seelen, verschmolzen einander.

Nichts war mehr wichtig. Nichts hatte noch eine Bedeutung.

Nur am Rande nahm ich wahr, wie Edward immer näher an mich trat und ich merkte erst gar nicht, dass ich es ihm gleich tat.

Ich wollte ihn ganz nah. Wollte ihn spüren, ihn riechen und seine Nähe einfach nur genießen.

Nicht ein einiges Mal verloren wir unseren Augenkontakt. Es war, als hätte man uns in einen Bann gezogen und ein Entrinnen war unmöglich.  

Mit jeder Sekunde kamen wir uns näher und mein Herzschlag erhöhte sich rapide.
Edwards Duft drang in meine Nase, ein Duft, der alle möglichen Reaktionen bei mir verursachte. Sehnsucht. Liebe. Leidenschaft.

Für den Bruchteil einer Sekunde bemerkte ich, wie er auf meine Lippen blickte, doch dieser Moment war genauso schnell verschwunden, wie er gekommen war.

Mein Herz schlug immer lauter und ich war mir sicher, dass er es hören konnte und als er dann auch noch seinen Kopf langsam zu mir hinunterbeugte, war es, als ob ich auf einer Achterbahn wäre und mein Herz in dem Moment des Höhepunktes aussetzte, nur um dann in Rekordgeschwindigkeit weiter zu schlagen, sobald der höchste Punkt hinter einem lag.

Dem Drang, ihm mit meinem Kopf entgegenzukommen, konnte ich nicht widerstehen.
Zu groß war mein Wunsch, ihm wieder so nahe zu sein. Seine Lippen wieder auf meinen zu spüren war ein viel größeres Verlangen, als ich es gedacht hatte, besonders in diesem Moment.

Über ein halbes Jahr war es nun her, seitdem ich ihn zum letzten Mal so gespürt hatte und die Sehnsucht danach, ihn wieder so zu spüren, übermannte mich in diesem Moment vollkommen.

Es reichte nicht mehr, ihm einfach nur nahe zu sein. Es war einfach nicht mehr genug.

Meine Augenlider flatterten erwartungsvoll auf und ab. Je näher sich unsere Köpfe kamen, desto unkontrollierter wurden sie.

Ich wollte meine Augen nicht schließen. Ich wollte Edward ansehen. Seine Augen, seine Lippen… doch ich konnte nicht anders.  

Trotz geschlossener Augen bewegte ich mich immer weiter auf ihn zu. Es schienen nur Millimeter zu sein, denn je näher ich ihm kam, desto mehr spürte ich seinen heißen Atem auf meinem Gesicht und dann… nach schier unendlicher Zeit konnte ich seine Lippen auf meinen spüren.

Diese Berührung war so unschuldig und rein… so kostbar, dass keiner von uns es wagte, sich zu bewegen.

Wir kosteten diesen Moment voll und ganz aus, bis ich es irgendwann nicht mehr aushalten konnte und anfing, meine Lippen zu bewegen. Nur ganz leicht und zaghaft, aus Angst, diesen Moment zu zerstören und ich war erleichtert, als Edward den Kuss erwiderte.

Meine Hände wanderten hinauf in seinen Nacken und spielten an seinen feinen Härchen.
Edward hingegen hatte seine Hände so gut es ging an meine Taille gelegt und liebkoste meinen Körper mit seinen Fingern.

Es war ein Gefühl, als ob die Welt sich drehen würde.
Ein Gefühl der Vollkommenheit. Des Glücks.

Unsere Lippen bewegten sich im Einklang, als ob es das Natürlichste der Welt wäre.
Es fühlte sich normal an, als ob wir nie damit aufgehört hätten.

Unsere Gefühle schienen mit diesem Kuss zum Ausdruck zu kommen.
Die Liebe, die wir füreinander empfanden.
Der Schmerz, der in den letzten Monaten unser ständiger Begleiter war.
Die Sehnsucht, die wir nacheinander hatten.

Niemals hätte ich gedacht, dass ein unschuldiger Kuss so viel ausdrücken konnte und es war so viel mehr wert, als irgendwelche Worte.

Viel zu schnell wurde dieser besondere Moment wieder zerstört.

Abrupt hielt ich inne, als ich diesen Schmerz verspürte.
Es war ein Ziehen, welches bis zu meinen Rücken reichte, viel schlimmer, als ich es in Erinnerung hatte und noch ehe ich einen Laut von mir geben konnte, spürte ich die Flüssigkeit zwischen meinen Beinen.

„Edward… Meine Fruchtblase ist geplatzt!“

1 Kommentar:

  1. boaaaaa endlichhhh...der kuss...und dann platzt die fruchtblase......
    :-)

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