Bella POV
Fröhlich vor mich hin summend stand ich in der Küche und wartete darauf, dass Nessie aus der Schule kam.
Alice hatte mir heute freundlicherweise den halben Tag frei gegeben. Ihre Begründung war, dass ich zuvor schon mehr gearbeitet hatte, als es eigentlich hätte sein müssen und ich mir frei nehmen sollte und wer würde solch ein Angebot schon abschlagen?
Meine nun freie Zeit nutzte ich also damit, Nessie mal wieder nach der Schule eine warme Mahlzeit zu bescheren.
Wie gerufen hörte ich, wie im nächsten Moment die Eingangstüre aufgeschlossen wurde und meine Tochter von der Schule Heim kehrte.
„Hey Mom“, hörte ich sie rufen und konnte im nächsten Moment vernehmen, wie sie die Tür wieder ins Schloss fallen ließ.
„Hey mein Schatz“, trällerte ich von der Küche aus und gab weiterhin auf das Essen, auf meinem Herd, acht.
Leise konnte ich ihre Schritte vernehmen, wie sie in die Richtung der Küche lief und drehte meinen Kopf gerade zur Tür herum, als sie ihren in den Raum hineinsteckte.
„Das riecht gut“, sagte sie, als sie in den kleinen Raum hineinschneite und sich an unserem kleinen Küchentisch hinsetzte.
„Danke, das Essen ist bald fertig. Wie war die Schule?“, fragte ich weiterhin betont fröhlich und lächelte sie an.
„Wie kommt es, dass du so gute Laune hast?“, fragte sie mich und ignorierte dabei meine Frage vollkommen.
Nessie stand auf, ging zum Kühlschrank und holte sich dort etwas zu trinken raus, während sie mich die ganze Zeit komisch musterte.
„Darf man nicht einmal gute Laune haben?“, fragte ich sie, konnte aber nicht aufhören vor mich hin zu lächeln.
Natürlich wusste ich, was - oder wohl besser gesagt, wer für meine überirdisch gute Laune verantwortlich war – Edward Cullen.
Ich war wirklich glücklich, auch wenn wir unsere Beziehung noch geheim hielten, aber so war es eindeutig besser.
Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn ich mein Glück auch mit anderen teilen konnte, aber im Moment war es einfach unmöglich.
Edward und ich mussten erst sehen, wohin unsere Beziehung führen würde und ob es sowohl für Nessie, als auch für Emily, okay wäre.
Denn wenn auch nur eine der beiden nicht damit einverstanden wäre, würde es keine Beziehung geben.
Meine Gefühle für Edward waren wirklich groß und ich wusste, dass es hart für mich werden würde, wenn die beiden Mädels wirklich etwas dagegen hätten.
Ein weiterer Grund, warum ich wollte, dass unsere Beziehung geheim blieb: Ich wollte die Zeit mit ihm einfach genießen.
Und genau das tat ich auch.
Allein schon, wenn ich nur an ihn dachte, überkam mich ein wohliger Schauer.
Edward und ich verbrachten so viel Zeit miteinander, wie es uns möglich war und jedes Mal wünschte ich mir, dass wir noch mehr Zeit haben würden.
Das Lächeln auf meinen Lippen war in erster Linie, weil Edward mich in seiner Mittagspause angerufen hatte.
Seine komplette Mittagspause hatte er damit verbracht, sich mit mir am Telefon zu unterhalten, was mich schon zu einem verdammt glücklichen Menschen machte.
Ich war glücklich.
Und Nessie war nicht dumm. Sie wusste zwar nicht, warum ich so gute Laune hatte, aber dass es einen bestimmten Grund dafür gab, konnte sie sich mit Sicherheit denken, aber ich war mehr als nur erleichtert, dass sie nicht weiter nachfragte.
„Wie auch immer“, sagte sie und fing schon einmal an den Tisch zu decken, ohne dass ich sie darum bitten musste.
Während ich weiter vor mich hin lächelte und dafür sorgte, dass das Essen nicht anbrannte, warf Nessie mir immer wieder mal komische Blicke zu.
Ich versuchte, mir meine überirdisch gute Laune nicht mehr so stark anmerken zu lassen, aber egal was ich tat, es klappte einfach nicht.
Viel zu sehr war ich in meinem Glück gefangen und wollte daraus nicht mehr entfliehen.
Zu lange hatte ich nicht mehr solch ein Hochgefühl verspürt, wie ich es bei Edward tat.
„Du musst für drei decken, Schatz. Dein Dad kommt in seiner Mittagspause auch zum Essen vorbei“, wies ich sie an, als sie aus unserem Schrank nur Geschirr für uns beide herausnehmen wollte.
Eigentlich verbrachte Jake seine Pausen immer mit seinen Arbeitskollegen in irgendeinem Restaurant oder Imbiss, aber wenn ich schon mal die Möglichkeit dazu hatte, in der Woche zu kochen, wollte auch Jake etwas davon haben.
~*~*~
„Ich habe euch etwas zu sagen“, verkündete Jake, sobald wir drei an dem kleinen Esstisch in der Küche saßen und damit anfangen wollten, unser Essen zu uns zu nehmen.
Grinsend hatte er seine Hände unter seinem Tisch versteckt und starrte Nessie und mich immer abwechselnd an.
Abwartend sahen wir zu ihm zurück, aber es kam kein weiteres Wort über seine Lippen.
„Hast du im Lotto gewonnen?“, fragte ihn unsere Tochter mit hochgezogenen Augenbrauen und starrte ihn weiterhin an.
„Nein“, antworte Jacob, klärte uns aber noch immer nicht auf.
Sollte das ein „Frage-Antwort“ Spielchen werden?
„Hast du eine Wohnung gefunden?“, riet ich drauf los und ging einfach auf sein neuestes Spielchen ein.
„Auch nein“, gab er wieder nur grinsend von sich und sah weiterhin von einem zum anderen.
Normalerweise wäre ich von seinen üppigen Antworten genervt gewesen, aber heute konnte mich wohl nichts dazu bringen, meine gute Laune zu verlieren.
„Ich habe jemanden kennen gelernt“, verriet er uns endlich und strahlte nur noch mehr.
Nessie und ich sagten nichts.
Gleichzeitig sahen wir uns an, es war eine wortlose Kommunikation zwischen Mutter und Tochter.
Jacob hatte jemanden kennen gelernt? Das konnte nichts Gutes bedeuten.
„Aber du bist doch noch verheiratet. Das ist illegal!“, warf Nessie ein und sah ihn aus großen Augen an.
Ich musste mir auf meine Lippen beißen, damit ich nicht laut anfing zu lachen und wenn ich mir Jakes Gesichtsausdruck ansah, musste ich mich wirklich zusammenreißen.
Der Arme wirkte völlig verwirrt, aber das Grinsen war noch immer nicht aus seinen Lippen gewichen.
„Dad, hier ist es verboten, zwei Frauen auf einmal zu heiraten“, fing Nessie wieder an und ich konnte aus ihrer Stimme heraushören, dass auch sie sich ein Lachen verkneifen musste.
Jake war wirklich unverbesserlich, wenn es um Frauen ging.
Ich verstand sowieso nie so wirklich, warum er sich immer so schnell in eine neue Ehe stürzen musste, kaum dass seine Scheidung schon durch war und in diesem Fall, war er gesetzlich immer noch ein verheirateter Mann.
„Ich habe sie nicht geheiratet“, verteidigte er sich sofort und ließ wieder seine Unterlippe hervorquellen.
„Wir haben uns ja noch nicht einmal geküsst“, murmelte er noch hinterher und ich fragte mich, ob ich mich gerade verhört hatte.
Noch nicht geküsst? Das klang ganz und gar nicht nach Jake.
„Was?“, hakten Nessie und ich zur gleichen Zeit nach, einfach um sicher zu gehen, dass wir uns nicht verhört hatten.
„Sie heißt Leah und ich habe sie auf dem Jahrmarkt neulich kennen gelernt. Wir haben unsere Nummern ausgetauscht und ein paar Mal telefoniert, aber wir haben uns weder getroffen, noch geküsst und schon gar nicht geheiratet.“
Stille…
Keiner von uns brachte auch nur ein Wort heraus, zu sehr waren wir von Jakes gesagtem in eine Art Schockzustand gekommen.
Noch nie hatten wir es erlebt, wie er uns von einer Frau erzählte, die er gerade erst getroffen hatte und noch nicht mit ihr verheiratet war.
Zu sagen, dass Nessie und ich verdutzt wären, war untertrieben.
„Du…“, fing ich an, aber ich kam nicht weiter.
Aus großen Augen sah ich ihn an, wandte meinen Blick kurz zu meiner Tochter, nur um zu erkennen, dass sie denselben Gesichtsausdruck hatte, wie ich ihn haben musste.
„Sie ist wirklich toll und diesmal will ich es wirklich langsam angehen lassen“, gestand uns Jake und ich traute meinen Augen nicht, als ich sah, wie sich eine leichte Röte auf seinem Gesicht ausbreitete.
„Jake, wirst du etwa rot?“, fragte ich ihn in einem neckischen und sehr verwunderten Ton.
Noch nie, wirklich noch nie, hatte ich es erlebt, dass Jake rot wurde.
Achtzehn Jahre kannte ich ihn schon mittlerweile und ich hätte niemals gedacht, dass er wirklich rot werden konnte.
Es war nur schwach zu erkennen, aber er war es tatsächlich.
„Ich bin nicht rot!“, verteidigte er sich sofort und griff nach seinem Besteck.
„Und wie rot du bist“, warf nun auch Nessie ein und fing an zu lachen.
Jake starrte währenddessen auf sein Essen, schnitt sich eine Portion davon ab und versuchte uns zu ignorieren, während ich in Nessies Gelächter mit eingestiegen war.
Irgendwie war es ja süß, wenn Jake beleidigt war, weil wir ihn nicht ernst nahmen, aber diesen Schuh hatte er sich selbst angezogen.
Er konnte nicht von uns erwarten, dass wir ihm glaubten, wenn er schon fünf- oder sechsmal verheiratet gewesen war.
Allerdings war es schon seltsam, dass er uns von seiner neuen Bekanntschaft so schnell erzählt hatte und es war merkwürdig, dass Jake so beleidigt darauf reagierte.
„Du benimmst dich wie ein kleiner Junge“, sprach Nessie meine Gedanken aus und griff selber zur Gabel.
„Eher wie ein kleines Mädchen“, warf ich noch belustigt ein und fing erneut an zu lachen.
Jake sah aus schmalen Augen von seinem Essen auf, doch schon im nächsten Moment fiel er in unser Gelächter mit ein.
Ich wusste, wir benahmen uns nicht wie die typische Familie, aber es war meine Familie und dafür liebte ich sie.
~*~*~
Nachdem Jake wieder zur Arbeit gefahren war und Nessie sich an ihre Hausaufgaben machte, tätigte ich den Abwasch und überlegte mir, was für eine Ausrede ich benutzen könnte, um zu verschwinden.
Am sinnvollsten erschien mir die Ausrede, einkaufen zu gehen, was ich dann auch wirklich tun musste, wenn ich nicht auffliegen wollte.
Also griff ich sowohl nach meinem Autoschlüssel, als auch Portmonee und rief Nessie zu, dass ich zum Supermarkt fahren würde.
Sobald ich in meinem Auto saß und das Handschuhfach öffnete, wo ich mir den genauen Weg zu Edwards Arbeit ausgedruckt hatte, versuchte ich mir den Weg dorthin noch ein letztes Mal genauestens einzuprägen.
Die meiste Zeit müsste ich nur geradeaus fahren und die paar Male, die ich abbiegen musste, versuchte ich mir durch eine Eselsbrücke zu merken.
Edward und ich hatten nicht so viele Möglichkeiten uns zu sehen, weshalb er mich darum gebeten hatte, ihn mal auf der Arbeit zu besuchen.
So oft war er schon bei mir im Buchladen aufgetaucht, da fand ich es nur fair, wenn auch ich ihn mal besuchen kommen würde und wie könnte ich diesem Mann jemals etwas abschlagen, wenn er mich aus seinen smaragdgrünen Augen so treuherzig ansah?
Einmal war ich falsch abgebogen, weshalb ich, unerlaubterweise, wenden musste, damit ich wieder auf dem richtigen Weg war.
Wie Edward mir gesagt hatte, konnte man das Gebäude nicht übersehen, sobald man in die Straße einbog und ich musste mich wirklich dazu zwingen von diesem großen Gebäude wegzusehen, damit ich mich auf die Suche nach einem Parkplatz machen konnte.
Ich musste etwas abseits parken, da alles entweder belegt war, oder die Parkplätze reserviert waren.
Das war also der Vorteil, wenn man in solch einer großen Firma arbeitete: Man hatte einen festen Parkplatz und in solch einer großen Stadt wie Chicago, kam so etwas schon beinahe einem Lottogewinn gleich.
Ehrfürchtig lief ich die Straße entlang, kam den Gebäude immer näher, welches bei jedem meiner Schritte stetig wuchs.
Erhobenen Hauptes, ohne mich von dem äußeren Eindruck der Firma unterkriegen zu lassen, öffnete ich die glasige Eingangstür, direkt zu den Aufzügen, da Edward mir gesagt hatte, er arbeite im obersten Stockwerk.
Wieso nur bekamen die richtig hohen Tiere ihren Arbeitsplatz ganz oben?
Sobald ich die höchste Etage erreicht hatte und durch die offenen Aufzugtüren geglitten war, kam ich nicht drum herum, wieder einmal zu staunen.
Alles bestand entweder aus einem hellen Holz, oder aus Glas.
Die Büros hatten alle eine Glaswand, bei der man nur von einer Jalousine daran gehindert wurde hineinzusehen.
Unmittelbar in der Nähe des Eingangs, befand sich eine gemütliche, kleine Sitzecke, die beinahe wie ein Wohnzimmer aussah.
Das war dann wohl der Warteraum für die reichen Kunden, die Edward hatte.
Der Empfang befand sich auf der linken Seite, auf den ich mit vorsichtigen Schritten - auf dem marmornen Fußboden - zulief.
Eine blonde Frau, wahrscheinlich in der Mitte der zwanziger Jahre, war gerade dabei etwas in ihren Computer abzutippen, bevor sie sich freundlich mir zuwendete.
„Was kann ich für Sie tun?“, fragte sie mich mit einem Lächeln auf ihren Lippen, welches ich nur zu gut kannte.
Auch ich musste dieses Lächeln immer auf der Arbeit aufsetzten und manchmal, besonders in letzter Zeit, war es sogar ein ehrliches Lächeln.
„Ich würde gerne zu Mr. Cullen“, antworte ich ihr genauso höflich, woraufhin sich ein echtes Lächeln auf meinen Lippen bildete, so wie den ganzen Tag schon.
Die Frau erhob für einen kleinen Augenblick ihre Augenbrauen, wirklich nur für einen kurzen Moment, bevor sie ihre Gesichtsmimik wieder in den Griff bekam.
„Einen Moment, da müsste ich kurz nachfragen“, sagte sie und griff nach dem Hörer ihres Telefons, welches direkt neben dem Computer stand.
„Mr. Cullen, tut mir leid, dass ich Sie stören muss, aber hier ist jemand, der Sie sehen möchte“, sprach sie in den Hörer und sah kurz zu mir herüber, als sie der Stimme am anderen Ende lauschte.
Edwards Stimme.
„Entschuldigen Sie, Miss! Wie war noch mal Ihr Name?“, richtete sie sich an mich, als Edward wohl wissen wollte, wer zu ihm wollte.
Erstaunt, ob er unsere Verabredung schon vergessen hatte, antwortete ich ihr.
„Sie können zu ihm, er erwartet Sie schon“, hörte ich sie sagen, nachdem sie aufgelegt hatte.
Ich dankte ihr und erkundigte mich noch, durch welche Tür ich musste, bevor ich mich von ihr verabschiedete.
Leise klopfte ich an die hölzerne Tür, welche mir angewiesen wurde.
Meine rechte Hand hatte ich zu einer kleinen Faust geballt und erhoben, damit ich drei Mal hintereinander leicht auf das helle Holz klopfte.
Nachdem ich den Klang seiner Stimme gedämpft wahrnehmen konnte, wie es ein „Herein“ gerufen hatte, griff ich nach der Türklinke, drückte sie langsam nach unten und betrat den großen Raum, in dem Edward Cullen arbeitete.
Dort saß er, an einem riesigen Schreibtisch, welcher vermutlich denselben Radius meiner Küche hatte, und lächelte mich an, sobald ich sein Büro betrat und die Tür hinter mir schloss.
Eigentlich hätte ich darauf gefasst sein müssen, wie faszinierend er aussah, aber immer wieder regte mich sein Anblick zum sabbern an.
Sein Anzug war schwarz, darunter trug er ein weißes Hemd, dessen Kragen von einer grünen Krawatte, passend zu seinen Augen, umgeben war.
Die Umgebung verlieh ihm zusätzlich noch mehr Sexappeal, als er sowieso schon besaß, was mich nur noch mehr ins Staunen versetzte.
„Hi“, flüsterte ich in den großen Raum und lief langsam auf ihn zu, ließ ihn dabei nicht einen einzigen Moment aus meinen Augen.
Edward erhob sich elegant von seinem Stuhl, welcher eher einem Thron auf Rädern glich, und lief mir, ebenso langsam, entgegen.
Sobald wir uns gegenüberstanden, versanken wir in den Augen des anderen, während Edwards Arme sich um meinen Körper schlossen und mich so fest an sich drückten, dass mir beinahe die Luft wegblieb.
„Hey mein Engel“, flüsterte er und neigte seinen Kopf zu mir herunter.
Ich stellte mich auf meine Zehenspitzen, griff haltsuchend nach dem Stoff seines Jacketts und konnte schon bald darauf fühlen, wie seine Lippen meine umschlossen.
Sanft bewegten sie sich aufeinander, doch kurz darauf fing Edward an, mit seiner Zunge über meiner Unterlippe zu streichen.
Das leise Stöhnen, welches mir entwich, wurde von seinen Lippen aufgefangen und er nutzte den Moment, damit seine Zunge in meinen Mund gleiten konnte.
Wir spielten ein sanftes und doch so zärtliches Spiel, dass einem dadurch nur schwindelig werden konnte und ich war mehr als nur glücklich, dass Edward mich festhielt.
Trotzdem erlaubte ich meinen Fingern, mich fester in seinen Anzug zu krallen, damit ich diesen Moment nicht durch einen plötzlichen Ohnmachtsanfall ruinieren konnte.
Doch bevor es überhaupt soweit kommen konnte, lösten sich Edwards Lippen wieder von mir und es dauerte eine ganze Weile, bis ich meine Augen wieder dazu bringen konnte sich zu öffnen.
„Ich habe dich vermisst“, hauchte er und sah mich durchdringend an.
Ein Blick, den ich ganz automatisch erwiderte.
„Hab dich auch vermisst“, flüsterte ich zurück und er hielt mich immer noch, sowohl mit seinen Armen, als auch mit seinen Augen, gefangen.
Und von ihm ließ ich mich gerne gefangen halten.
„Wie war dein Tag?“, fragte er mich, als er uns zu seinem Schreibtisch führte.
„Wie üblich“, antwortete ich ihm darauf, ohne auf die genauen Ereignisse einzugehen.
Die Stimmung zwischen uns war zu sehr geladen, als dass ich sie mit meinem sinnlosen Geplapper zerstören wollte.
Sobald wir seinen Arbeitsplatz erreicht hatten, machte er mir auf der glatten Oberfläche seines Schreibtisches platz, sodass er mich dort absetzen konnte.
Seine Hände hatten sich an meinen Hüften gelegt, hoben mich hoch, damit ich genau dort, wo vorher sein Papierkram war, sitzen konnte.
Meine Beine hatte er auseinander geschoben und positionierte sich genau dazwischen.
„Wolltest du nur eine schnelle Nummer schieben?“, neckte ich ihn und versuchte dabei so empört zu klingen, wie es eben ging.
Doch auch jetzt bekam ich mein Grinsen nicht aus meinem Gesicht gewischt, weshalb sich auf seinen markanten Zügen dieses unwiderstehliche, schiefe Lächeln bildete.
„Es kommt mir so vor, als hätte ich dich eine halbe Ewigkeit nicht mehr gespürt“, raunte er und ich konnte deutlich die Erregung aus seiner Stimme heraushören.
In seinen Augen konnte man das Feuer der Leidenschaft lodern sehen.
Grüne Flammen stachen aus seinen Augen und ließen mich nicht mehr los.
„Worauf warten Sie dann noch, Mr. Cullen?“, fragte ich ihn, knöpfte ihm sein Jackett auf und zog ihn an seiner Krawatte zu mir herunter.
Sobald sein Hals in meiner Reichweite war, presste ich meine Lippen gierig auf seine Haut, verteilte lauter Küsse und fuhr mit meiner Zunge eine imaginäre Linie entlang.
Mit seinen Händen zog er mich an meinen Hüften näher zu sich heran, wollte den viel zu großen Raum zwischen uns schließen, während sein Atem nur noch abgehakt kam.
Nur im Hintergrund nahm ich wahr, wie er sich in die Richtung seines Schreibtisches beugte, anscheinend um an sein Telefon heranzukommen.
„Lauren…“, sprach er, musste jedoch inne halten, als ich mit meiner Hand über seine Erregung strich, welche noch von dem Stoff seiner Hose bedeckt war.
Ein lästiges Hindernis, welches man jedoch leicht überwinden konnte.
„Ich möchte ab sofort nicht gestört werden“, fuhr er fort und widmete sich wieder ganz mir, sobald er aufgelegt hatte.
Es war mir egal, ob diese Frau nun wusste, was wir hier taten.
In meinem Kopf war einfach kein Platz mehr, um mir über so etwas Gedanken zu machen.
Edwards Hand griff in meine Haare, zog meinen Kopf weg von seinem Hals, nur damit im nächsten Moment seine Lippen auf meine krachen konnten.
Meinen Lippen entwich ein Stöhnen, welches jedoch von seinem Mund gedämpft wurde.
Schnell zog ich ihm seine bescheuerte Anzugjacke aus und war gerade dabei, den Gürtel seiner Hose aufzumachen, als er mit seinen Händen unter mein Oberteil wanderte und sich sofort den Weg zu meinen Brüsten suchte.
„Edward“, flüsterte ich gegen seine Lippen und drückte ihm mein Becken entgegen.
Er stöhnte, knurrte und zog mir das Oberteil, so schnell er konnte, über meinen Kopf.
Mein Atem beschleunigte sich, als er meinen BH zur Seite schob und sofort einen meiner Nippel in seinem Mund hatte.
Seine Zunge machte feine Kreise, während er mit meinem anderen Nippel die Bewegungen seiner Zunge mit den Fingern nachahmte.
„Edward“, stöhnte ich wieder und ließ mich langsam nach hinten fallen.
Als Antwort biss er in meinen Nippel hinein und drängte seine Erregung gegen mein Unterleib, was mich laut aufstöhnen ließ.
Ich hatte das Gefühl, als ob er überall war. Seine Hände, seine Lippen, sein Atem… ich konnte ihn überall spüren.
Irgendetwas im Raum piepte, doch es war mich egal und auch Edward schien sich nicht daran zu stören.
Mit seiner rechten Hand wanderte er hinab, streichelte meinen Bauch, ehe er den Knopf meiner Hose öffnete und mit seinen Fingern geschickt in mein Höschen glitt.
Ich bäumte mich auf, versuchte ihm so mein Unterleib entgegenzudrücken und ihn näher spüren zu können.
„Verdammt Bella“, murmelte er, als seine Lippen von meinem Körper abließen und sich meiner anderen Brust widmeten.
„So verdammt feucht“, raunte er und stieß mit einem Finger in mich hinein.
Wieder konnte ich es piepen hören, doch Edward ließ sich davon nicht beirren und stieß seine Finger in dem selben Rhythmus des Piepens in mich hinein.
Doch dieses Geräusch wollte einfach nicht aufhören.
Edward hörte auf, seine Finger in mir zu bewegen, ließ sie aber dennoch dort, wo sie sich befanden und griff genervt wieder zu seinem Telefon.
„Was?“, keifte er in den Hörer hinein, ziemlich unglücklich darüber, dass wir gestört wurden.
Ich versuchte, mein Becken gegen seine Finger zu bewegen, wollte so meine Erlösung endlich zu spüren bekommen, doch aus irgendeinem Grund, verweigerte er mir diesen Wunsch und entzog sich mir.
Verbittert stütze ich mich auf meinen Ellbogen ab und warf ihm einen Blick aus schmalen Augen zu.
„Mein Bruder?“, fragte er in den Hörer und sah leicht schockiert aus.
Sein Bruder? War etwas passiert?
Immerhin konnte ich jetzt verstehen, warum er nicht weitergemacht hatte.
Ich fasste an seine Hand, hoffte, dass nichts Schlimmes passiert war und wenn doch, dann würde ich für ihn da sein.
„Sagen sie ihm, er soll noch fünf Minuten warten, bevor er reinkommt“, sprach er noch in den Hörer, bevor er ihn wieder auflegte.
Aus großen Augen sah ich ihn an, musste zuerst noch verdauen, was ich gerade eben gehört hatte.
Sein Bruder war hier. Hier in diesem Gebäude, auf dieser Etage, während Edward und ich… oh mein Gott!
So hatte ich mir das erste Treffen mit seinem Bruder nicht vorgestellt.
Halbnackt, in Edwards Büro, wie er kurz davor war, mich mit seinem Finger zu befriedigen…
Schnell sprang ich von seinem Schreibtisch auf, richtete mir meinen BH, welchen Edward weg geschoben hatte, damit er meine Brüste besser verwöhnen konnte, und knöpfte mir schnell meine Hose zu.
Edward reichte mir mein Oberteil, welches ich dankend annahm und es mir schnell überzog, natürlich nicht ohne vorher noch darauf zu achten, es richtig herum anzuziehen.
Irgendetwas vor sich hinmurmelnd, was sich in meinen Ohren stark nach Fluchen anhörte, zog sich Edward wieder sein Jackett an.
„Ich hatte keine Ahnung, dass er heute vorbeikommt“, bemerkte er, legte seine Hand an meinem Arm und die andere an meinem Kinn, zwang mich so dazu, ihn anzusehen.
„Ist schon gut. Vielleicht ist es besser, wenn ich gehe“, schlug ich vor, allerdings schien er von dieser Idee nicht sonderlich beeindruckt zu sein.
Seine Stirn hatte sich in kleine Falten gelegt und seine Augen weißten einen fragenden Ausdruck auf.
„Wieso?“, wollte er von mir wissen, doch noch ehe ich darauf antworten konnte, wurde die Tür zu seinem Büro schon aufgerissen.
Automatisch wich ich einen Schritt zurück und widmete meine Aufmerksamkeit dem Mann, der gerade hineingeschneit gekommen war – Edwards Bruder.
Mit einem breiten Grinsen hatte er das Büro betreten und zog langsam einen Buggy durch den Eingang, in dem sich wohl Edwards kleine Neffen befanden.
„Hey kleiner Bruder“, rief er, immer noch mit diesem riesigen Grinsen im Gesicht, welches mich so sehr an Jake erinnerte, doch das war nicht die einzige Gemeinsamkeit, die ich zu meinem Ex-Mann entdeckte.
Sowohl von der Größe, als auch von der Masse der Muskeln, waren sie sich recht ähnlich.
Seine Haut war genauso hell, wie es die von Edward war und auf seinem Kopf konnte ich, von meiner niedrigen Position aus, dunkle kleine Locken erkennen.
Das Blau seiner Augen strahlte durch den Raum und man konnte sofort erkennen, dass dieser Mann, genau wie Jake, eine reine Frohnatur war.
Doch in seinen Augen konnte ich etwas erkennen, was vorhin noch nicht zu sehen war.
Ein fragender Ausdruck hatte sich darin gebildet, als er wohl die Situation begriffen haben musste und eine seiner Augenbrauen sich leicht nach oben gezogen hatte.
Ich wusste zwar, was in Edwards Büro beinahe geschehen wäre, aber ich wollte nicht unbedingt, dass auch sein Bruder es ahnte.
Immerhin hatten Edward und ich uns wieder richtig angezogen, auch wenn das einzige Kleidungsstück, welches Edward abgelegt hatte, sein Jackett war.
Unauffällig versuchte ich noch einen kurzen Blick nach unten auf meine Kleidung zu werfen, doch es schien alles in Ordnung zu sein.
Das Einzige, was uns vielleicht verraten könnte, waren Edwards Haare, welche in einem wilden Durcheinander von seinem Kopf abstanden. Zwar war es bei Edwards Frisur nichts Neues, aber ich hoffte, dass Emmett nicht zu genau hinsah und es erkannte.
Mit meinen Fingern versuchte ich mir, so natürlich wie möglich, die Haare zu kämmen und sah den älteren der Cullen Brüder mit einem vorsichtigen Lächeln an.
„Emmett!“, erwiderte Edward auf seine Begrüßung, lief auf ihn zu und deutete mir leicht mit seinem Kopf an, ihm zu folgen.
Zu sagen, dass ich nervös war, wäre untertrieben.
Mir war bewusst, dass ich irgendwann einmal den Rest von Edwards Familie kennen lernen würde und so oft, wie Edward mir von seinem Bruder und seinen kleinen Neffen erzählt hatte, wurde ich natürlich auch neugierig ihn irgendwann einmal zu treffen.
Dass dies allerdings geschehen würde, wenn ich Edward auf seiner Arbeit besuchte und er kurz davor gewesen war, mich zu meinem Orgasmus zu bringen, hätte ich niemals gedacht.
„Was tust du hier?“, fragte er und ich konnte erkennen, dass Edward sich zwar über seinen Besuch freute, der Zeitpunkt dafür aber miserabel gewählt worden war.
„Dürfen meine Jungs und ich dich etwa nicht mehr besuchen?“, stellte er die Gegenfrage und sah hinab auf seinen Buggy.
Erst jetzt warf ich einen Blick auf die zwei bezaubernden kleinen Wesen, die dort lagen.
Mit geschlossenen Augen und leicht geöffneten Mündern sahen sie aus wie zwei süße, kleine Engel in hellblauen Stramplern, jedoch mit verschiedenen Motiven bemustert.
„Sei nicht albern“, gab Edward von sich und legte seine Hand leicht auf meinen Rücken.
Ich durfte nicht daran denken, wie eben diese Hand vor noch wenigen Minuten an mein Unterleib gedrückt worden war und seine Finger sich in mir bewegt hatten.
Nicht jetzt, in Gegenwart seines Bruders und zwei Babys.
„Emmett, darf ich vorstellen, das ist Bella Black“, richtete sich Edward an seinen Bruder und ich konnte den Stolz in seiner Stimme hören, als er mich vorstellte.
Ich wusste, dass Edward mich am liebsten als seine Freundin vorgestellt hätte, als seine Partnerin, doch auch so konnte man aus ihm heraus hören, dass wir mehr als nur Freunde waren.
Auf Emmetts Gesicht hatte sich ein wissender Ausdruck ausgebreitet, was dazu führte, dass das Grinsen auf seinen Lippen nur noch breiter wurde und es in seinen Augen anfing zu leuchten.
Dieses Mal war es an mir, die Stirn zu runzeln. Hatte Edward ihm irgendwas erzählt? Wusste er, dass Edward und ich eine Beziehung führten, die wir eigentlich noch geheim halten wollten?
„Freut mich, dich endlich kennen zu lernen, Bella“, wandte er sich zu mir und streckte mir seine riesige Hand entgegen und ich tat es ihm gleich.
„Freut mich auch sehr, Emmett. Hab schon viel von dir gehört“, fügte ich noch hinzu und lächelte ihn wissend an.
Edward hatte mich durch all seine Erzählungen wirklich sehr neugierig auf seine Familie gemacht und besonders die Geschichten über seinen älteren Bruder waren einfach nur amüsant gewesen.
„Ich hoffe doch nur Gutes“, erwiderte er darauf und sah seinen Bruder gespielt warnend an.
Auch ich sah herüber zu Edward, allerdings musste ich mir ein Lachen verkneifen, wenn ich daran dachte, wie Edward mir von Emmett erzählt hatte.
Von ihren Erlebnissen und Albernheiten in der Kindheit, die Verrücktheiten auf der High School, bis hin zum heutigen Tag und ich war mir sicher, dass ich noch längst nicht alles gehört hatte, was es da zu wissen gab.
Es war angenehm endlich ein Gesicht all diesen Erzählungen zuordnen zu können.
„Natürlich“, log ich, zwinkerte ihm aber noch zusätzlich zu.
Emmett verstand, nickte wissend und sah wieder herüber zu seinem keinen Bruder, der noch immer seine Hand an meinem Rücken liegen hatte.
„Was verschafft mir denn die Ehre, dich heute hier zu sehen?“, fragte Edward wieder, dieses Mal klang es jedoch höflicher, als noch vor wenigen Minuten.
„Da fragst du noch? Die Jungs wollten mal wieder ihren Onkel sehen“, grinste Emmett und schaute hinab auf den kleinen Buggy, in dem die zwei Babys lagen.
So süß und so unschuldig, wie es nur Babys sein konnten.
Edward streichelte noch einmal meinen Rücken, ehe er wieder von mir abließ und sich auf seine Knie begab, damit er sich seine Neffen genauer anschauen konnte.
Die Art und Weise, wie Edward die beiden Jungs ansah, seine linke Hand nach ihnen ausstreckte und mit seinen Fingern jeweils abwechselnd ihre Pauschbacken streichelte, war einfach herzerwärmend.
Ich war froh darüber, dass er seine rechte Hand nicht dazu benutzt hatte, schließlich war sie es gewesen, die ganz andere Regionen von mir gestreichelt und liebkost hatte.
„Oh Bella, ich muss dir meine beiden Jungs ja noch vorstellen“, riss mich Emmett aus meinen schönen Gedanken und ich blickte widerwillig zu Emmett.
„Das sind Andrew und Matthew. Also das ist Andrew… nein Moment… das ist Andrew und das Matthew…?“, sagte Emmett und zeigte von dem einen zu dem anderen Baby, als ob er sich wirklich nicht sicher wäre, welcher der beiden jetzt wer war.
Etwas belustig sah ich ihn an, auch wenn es mir schon etwas Sorgen bereitete, dass er nicht wusste, wer der beiden Jungs nun wer war.
„Rose hat es mir doch extra noch gesagt…“, murmelte er vor sich hin und kratze sich verlegen am Hinterkopf.
Von unten konnte ich ein unterdrücktes Lachen vernehmen und sah wieder hinüber zu Edward, der seinen Bruder genauso belustigt ansah, wie ich ihn ansehen musste.
„Muss ich mir Sorgen machen?“, fragte Edward, sah zu seinem Bruder und war kurz davor, in ein Lachen auszubrechen.
„Hey, es ist gar nicht so einfach, Zwillinge auseinander zu halten“, verteidigte sich Emmett und schob seine Unterlippe hervor, doch in seinen Augen konnte ich erkennen, dass auch er die Situation irgendwie lustig fand.
Und hier stand ich nun, in Edwards Büro, zusammen mit meinem Liebsten, seinem Bruder und dessen zwei Babys, doch während ich der Diskussion der beiden Geschwister nur mit einem Ohr zuhörte, sah ich wieder zu den beiden Jungs.
Es war schon so lange her, seitdem ich ein Baby auf dem Arm hatte.
Ich konnte mich noch ganz genau daran erinnern, wie klein Nessie doch war, so warm und dann noch dieser Duft, den man nur als Neugeborene hatte.
Wie sie mich immer angesehen hatte, als ich sie auf meinen Armen trug oder wie schreckhaft ihre Augen ausgesehen hatten, als ich sie zum ersten Mal badete.
Emmett und seine Frau hatten wirklich eine wunderschöne Zeit vor sich.
„Darf ich?“, fragte ich den Vater der beiden Jungs und hielt meine Hände schon bereit, sodass ich nach einem der Jungs greifen konnte.
„Natürlich. Moment, du kriegst Matthew, der quengelt nicht so viel“, sagte er, ging in die Hocke und sah zwischen den Jungs hin und her, als ob er sicher gehen wollte, wer der beiden denn nun Matthew war.
Emmett reichte mir den kleinen Jungen, dessen blauer Strampler mit lauter Wolken bemustert war, während Edward Andrew, mit seinem Strampler voller Mond und Sternen, aus dem Buggy herausholte.
Gerade, als ich Matthew in meinen Armen hatte, öffnete er die Augen.
Einem Blau, dass so strahlte wie die Augen seines Vaters, aus dem mich der Kleine neugierig ansah.
Er fing nicht an zu weinen oder fing an zu quengeln, weil er mich nicht kannte, sondern sah mich einfach nur an.
Mit meinem rechten Arm hielt ich ihn ganz fest an mich gedrückt, während ich mit meiner linken Hand seine weiche Wange entlang streichelte.
Der kleine Mann griff nach meiner Hand und nahm sich den nächst besten Finger, den er bekommen konnte, und hielt ihn in seinem winzigen Händchen fest.
Ein kleines Lächeln war auf seinen Lippen zu sehen und er sah mich aus großen Augen weiterhin an, während er versuchte, meinen Finger näher an seinen Mund zu ziehen, was wohl für einen Ersatzschnuller gelten sollte.
Auch Nessie hatte es oft getan.
Neugierig sah ich herüber zu Edward und mir blieb beinahe der Atem stehen, als ich ihn erblickte.
Die Art und Weise, wie er seinen Neffen in seinen Armen hielt und ihn ansah, war einfach nur bezaubernd.
Ein Bild schob sich plötzlich vor meinem geistigen Auge, etwas, an das ich vorher nie Gedacht hatte.
Zu sehen waren Edward und ich, mit einem kleinen Bündel auf den Armen, dem unsere ganze Aufmerksamkeit gewidmet war.
Ein kleines Etwas, mit bronzefarbenen Haaren und grünen Augen…
Es war nicht irgendein Kind… es war unser Kind.
Leicht schüttelte ich den Kopf, um diesen Gedanken zu vertreiben.
Edward und ich waren gerade mal am Anfang einer Beziehung, welche zusätzlich noch geheim gehalten wurde, da konnte ich mir solche Gedanken noch nicht erlauben.
Wir waren noch lange nicht bereit für diesen Schritt und selbst, wenn wir in unserer Beziehung soweit sein würden und auch Nessie und Emily uns als Paar akzeptiert hatten, könnte es für mich vielleicht schon zu spät sein, schließlich hatte man als Frau ein bestimmtes Zeitfenster, indem man ein Kind bekommen konnte, also musste ich versuchen diesen Traum, diese Illusion, zu verdrängen und nicht weiter darüber nachzudenken.
Ich konzentrierte mich wieder auf die Gegenwart, auf das Hier und Jetzt, meine Augen ließ ich dennoch auf Edward gerichtet und beobachtete ihn, wie gut er mit seinem Neffen umgehen konnte.
Es sollte mich eigentlich nicht überraschen, wie gut er darin war, schließlich hatte er seine Tochter ganz allein großgezogen, doch dieser Anblick von ihm und einem Baby hatte mich völlig umgehauen.
Irgendwann, ich wusste nicht ob es Sekunden oder Minuten waren, blickte Edward von dem Baby hoch und sah zu mir.
Unsere Augen trafen sich, hielten den Anderen wie immer damit gefangen und vergaßen die Welt um uns herum.
Ich dachte nicht einmal mehr daran, dass Edwards Bruder sich mit uns in diesem Raum befand und uns womöglich komisch musterte.
Immer, wenn ich Edwards Blick begegnete, war ich in meiner eigenen Welt.
Doch wie die Zukunft für uns aussehen würde, konnte nur die Zeit sagen, doch da war etwas in meinem Inneren.
Etwas, was sich in meinem Magen bohrte und mir ein ungutes Gefühl verschaffte.
Und in der Tat war es etwas, was ich niemals hätte vorausahnen können…
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