Kurzbeschreibung

Edward Cullen ist alleinerziehender Vater einer 16 jährigen Tochter. Sein Leben scheint perfekt, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine Wahrheit, die er schon viel zu lange verheimlicht hat.
Und es gibt nur eine Frau, die ihn wieder auf den Boden der Tatsachen bringen kann.
All Human, Pairing ExB

Freitag, 12. November 2010

Kapitel 22 - Vertrauen braucht seine Zeit

Edward POV

Oh ja, ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie ich diesen Abend überleben sollte.
Bella hatte mich heute Mittag gefragt, ob Emily und ich nicht Lust hätten, sie und die Anderen auf den Jahrmarkt zu begleiten.
Mit ‚den Anderen’ waren nicht nur Jake und Vanessa gemeint, nein, auch noch ihre Chefin Alice und ihr - mir bis jetzt unbekannter - Freund würden auch dabei sein.
Für mich hieß das im Klartext, dass ich mich den ganzen Abend quälen konnte.
Nicht, weil es mir nicht Spaß machen würde, sondern weil ich mich stundenlang zurückhalten müsste.
Ich könnte sie nicht berühren, nicht küssen oder all die anderen Dinge tun, die normale Pärchen nun einmal taten, wenn sie zusammen unterwegs waren, doch wie hätte ich meiner Bella auch nur eine Bitte abschlagen können?
Sie hatte mich vollkommen um ihren Finger gewickelt, dabei war sie sich ihrer Wirkung auf mich noch nicht einmal bewusst.
Bella hielt diesen Abend für eine gute Gelegenheit, dass Emily und ich zusammen einen schönen Abend verbringen konnten und da hatte sie auch Recht.
Wir verstanden uns viel besser, aber manchmal war es immer noch ein wenig verkrampft, also war dieser kleine Ausflug doch sicherlich eine gute Gelegenheit und da die Anderen auch noch mit von der Partie sein würden, konnte es auch nicht passieren, dass uns das Thema ausging.
Emily war schon den gesamten Tag über vollkommen aufgekratzt.
Meine Tochter schien sich unheimlich darüber zu freuen, dass wir alle zusammen mal weg gingen und sie zappelte unruhig neben mir auf dem Beifahrersitz herum, während ich den Wagen startete.

„Geht es dir nicht gut?“, fragend zog ich eine Augenbraue hoch und beobachtete sie dabei, wie sie sich an meiner Anlage zu schaffen machte.
„Mir geht’s klasse. Worauf wartest du? Wir kommen sonst noch zu spät.“ Sie lächelte mich strahlend an und ich schüttelte lachend meinen Kopf.
Wenn Emily gute Laune hatte, dann steckte sie einen grundsätzlich immer an und ich war froh, dass es ihr wieder viel besser ging.
Ich hatte ihr immer noch nichts davon erzählt, dass ihre Mutter bereits jetzt schon unzählige Male versucht hatte mich anzurufen.
Es wäre eigentlich ihr gutes Recht gewesen, das zu erfahren, aber sie war meine Tochter und ich wusste nur zu gut, wie sie darauf reagieren würde.
Emily konnte genauso temperamentvoll sein, wie ich es war.
Aber jetzt…
Sie war wirklich glücklich, sah mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen aus dem Fenster und sang leise den Song mit, den sie sich zuvor noch ausgesucht hatte.
Und mir ging es genau so, ich war auch glücklich.
Bella war an meiner Seite, ich vergötterte diese Frau regelrecht und mit Emily lief es derzeit auch klasse, also wieso sollte es mir nicht gut gehen?
Emily schien das Grinsen, welches sich auf meinen Lippen zeigte, zu bemerken und warf mir einen fragenden Blick zu.
„Du hast heute wirklich gute Laune“, bemerkte sie anerkennend und ich zuckte mit den Schultern.
„Woran liegt das?“, wollte sie weiter wissen und ich seufzte leise.
Sie war schon immer so unheimlich neugierig gewesen und musste ihre Nase in alle möglichen Angelegenheiten stecken.
„Erwachsenen Themen“, erwiderte ich schlicht und meine Mundwinkel zuckten.
„Ugh! Verschone mich bitte mit Details…“ Emily schüttelte sich und ich musste laut lachen.
„Du hast ja gefragt.“
„Ja, aber es gibt so einige Dinge, die ich nicht über meinen Vater wissen will. Ist doch bei dir genau so. Du willst ja auch nicht alles wissen, was Grandpa so treibt.“ Sie zuckte mit den Schultern und wenige Sekunden später war sie diejenige, die laut lachte, da ich mein Gesicht verzog.
Ja, sie hatte Recht.
Man musste nicht alles über seine Eltern wissen und das war auch gut so.

„Ich habe Jake schon echt lange nicht mehr gesehen“, sagte sie schließlich nach einer kurzen Stille und ich brummte leise etwas vor mich hin.
„Hey, Jake ist cool. Keine Ahnung, was du gegen ihn hast.“
Ja, Jake war cool, Jake war der beste Vater, Jake war der beste Freund und der beste Ex-Ehemann, den man sich nur wünschen konnte…
Bla Bla!
Okay, ich war noch immer mordseifersüchtig auf diesen Kerl und trotzdem konnte ich ihn einfach nicht hassen.
Das war ein verdammter Teufelskreis und ich ärgerte mich regelmäßig über mich selbst.
„Er ist… nett“, brachte ich zähneknirschend hervor und Emily warf mir einen kritischen Blick zu.
„Oh man. Du bist so eifersüchtig auf den Kerl, das ist ja schon nicht mehr normal!“, brachte sie schließlich kichernd hervor und ich schnaubte leise.
„Ich bin ganz sicherlich nicht eifersüchtig. Wie kommst du denn auf so etwas?“
„Och.. Es gäbe da so einige Theorien, die ich hätte, aber die behalte ich vorerst für mich“, erwiderte sie grinsend und ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf die Straße.
Natürlich sah man mir es aus 100 km Entfernung an, dass ich etwas für Bella empfand.
Sie konnte sich ja immer noch irgendwie zurückhalten, wofür ich sie insgeheim ja bewunderte, aber später am Abend fiel sie dann meistens immer über mich her, also musste es ihr ja auch ziemlich schwer fallen.
Nur sie konnte es besser verbergen, als ich.

„Wir sind da“, sagte ich nach einigen Minuten Fahrt und es war beinahe schon das achte Weltwunder, dass ich einen Parkplatz fast direkt vor Bellas Haustür bekam.
Mir war es immer noch zuwider, dass sie in solch einer Gegend wohnte, denn ich sah von weitem schon wieder diese zwielichtigen Typen, die an einer Häuserwand lehnten und laut lachend ihr Bier tranken.
Ich machte mir Sorgen um Bella, denn schließlich ging sie ja auch nicht nur tagsüber hier entlang und wer wusste schon, was diese Kerle alles so im Sinn hatten, schließlich war Bella eine unheimlich attraktive Frau.
Dass Emily öfters alleine hier war, gefiel mir auch nicht so Recht, aber ich konnte, was das anging, nicht mit Bella diskutieren.
Sie liebte diese Wohnung, hatte sich alles von ihrem eigenen und hart verdienten Geld gekauft und schon wenn ich das Thema nur anschnitt, blockte sie gleich ab.
Es war einfach vergeblich und ich seufzte leise.
„Willst du hier Wurzeln schlagen?“, fragte meine Tochter mich mit einem kritischen Blick.
Ich hatte nicht einmal bemerkt, dass sie bereits aus meinem Wagen ausgestiegen war und jetzt darauf wartete, dass ich es ihr gleich tat.
Ich schüttelte kurz lächelnd meinen Kopf, stieg aus meinem Auto aus und schloss den Wagen ab.
Ich versicherte mich drei Mal, dass die Türen meines Audis auch verschlossen waren und Emily verdrehte die Augen.
„Denkst du, wenn jemand wirklich dein Auto klauen will, hält ihn eine geschlossene Tür davon ab?“
„Wirklich sehr beruhigend, Schatz“, entgegnete ich trocken und zwang mich dazu, mein Auto in Frieden zu lassen.
„Jetzt komm schon!“, drängelte Emily mich und ich ging mit ihr zusammen zur Tür.
Meine Tochter betätigte mehr als nur einmal die Klingel und bewegte sich noch immer unruhig neben mir von einem Fleck auf den anderen.
Sie riss die Tür beinahe auf, als sie sich öffnete und stürmte vor mir die Treppen hinauf in den dritten Stock.

Ich beschränkte mich darauf, die Treppenstufen in einer normalen Geschwindigkeit zu erklingen und als ich wenige Zeit später ebenfalls vor der geöffneten Tür stand, lächelte ich zufrieden, als ich Bellas wunderschönes Lächeln entdeckte.
Emilys Stimme und die der Anderen hörte ich in der Nähe des Wohnzimmers, also waren wir vorerst vielleicht für einige Sekunden ungestört und ich würde diese paar Sekunden mit ihr sicherlich nicht verschwenden.

Ich streckte meine Hand nach ihr aus, welche sie sofort ergriff und ich sie zu mir heran zog.
Mir entwich ein zufriedenes Seufzen, als meine Finger an ihrer Wange entlang strichen und sich eine sanfte Röte auf ihren Wangen ausbreitete.
Seit diesem einen Abend, unserem richtigen Date, war zwischen uns alles anders.
Bella hatte es aufgegeben so zu tun, als wollte sie nur mit mir befreundet sein und ich wusste das wirklich sehr zu schätzen.
Alles andere hätte mich nur noch in den Wahnsinn getrieben.
„Hey…“, hauchte sie mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen und sah mir in die Augen.
„Hey…“, erwiderte ich froh darüber, dass sie jetzt endlich bei mir war.
Langsam beugte ich mich näher zu ihr, bis ihr Atem mein Gesicht streifte und ich sah auf ihre leicht geöffneten Lippen.
Meine Fingerspitzen wanderten von ihren Wangen bis zu ihrem Hals, bis meine Hand schließlich in ihrem Nacken verweilte und ich endlich die letzten wenigen Zentimeter zwischen uns überbrückte.
Bella seufzte zufrieden, als meine Lippen auf ihre trafen und sofort schlang sie ihre Arme um mich, als drohte sie noch umzufallen.
Schützend legte ich meinen freien Arm an ihre Taille und verlor mich beinahe vollkommen in diesem zärtlichen und sanften Kuss.
Erst als Bella sich von mir löste, schien mein Gehirn seinen Dienst wieder aufzunehmen und ich öffnete meine Augen.
Noch immer lag dieses wunderschöne und glückliche Lächeln auf ihren Lippen, welches mich sofort ansteckte.
„Wir sollten zu den Anderen gehen“, sagte sie leise und ich seufzte schwer, auch wenn ich ihr nickend zustimmte und sie mich in ihre winzige Wohnung eintreten ließ.
Meine Hand lag kurz an ihrer Taille, bevor ich sie schweren Herzens zurück zog und in meiner Hosentasche vergrub.
In ihrem winzig kleinen Wohnzimmer waren wirklich alle versammelt.
Ich sah meine Tochter zusammen mit Nessie auf der Couch sitzen und sie schienen sich gerade ziemlich angeregt über irgendein Thema zu unterhalten.
Jake unterhielt sich gerade mit Alice und neben ihr stand ein blonder Mann, Jasper wie ich vermutete.
Fast alle drehten ihren Kopf in unsere Richtung, als sie uns bemerkten und auf Alice Gesicht schlich sich ein breites Grinsen und ehe ich mich versah stand sie schon bei uns und reichte mir ihre kleine Hand.

Ich erwiderte diese Geste und schüttelte lächelnd ihre Hand, auch wenn mich ihr breites Grinsen doch ein wenig unsicher machte.
Irgendwie hatte ich die Vermutung, dass sie mehr wusste, als ich es vielleicht vermuten würde.
„Hallo Edward“, sagte sie, noch immer dieses wissende Lächeln auf ihren Lippen.
„Hallo Alice. Schön dich mal wieder zu sehen“, antwortete ich ihr wahrheitsgemäß und sie ließ meine Hand wieder los.
„Naja, man bekommt dich ja nicht so oft zu sehen. Die meiste Zeit hältst du dich ja bei uns im Lager auf.“ Alice kicherte und mir wurde schlagartig bewusst, dass sie es wusste.
Bella neben mir verkrampfte sich augenblicklich und ich blinzelte verwirrt, was Alice nur noch mehr zum Lachen brachte.
Sie zwinkerte uns beiden zu, sagte aber nichts weiter dazu und stellte mir stattdessen ihren Freund Jasper vor.
Er schien ein wirklich netter Kerl zu sein, auch wenn er im Gegensatz zu seiner Freundin ziemlich still wirkte, aber wahrscheinlich war das für beide ein willkommener Ausgleich.
Ich war noch immer ein wenig verwirrt von Alice’ Aussage über das Lager und die geheime Botschaft, die in ihrer Aussage heraus zu hören war, also stand ich ziemlich nutzlos neben Bella, die sich anscheinend genauso wie ich, noch immer nicht gefangen hatte.
„Wir sollten vielleicht einfach losfahren“, hörte ich Jake neben Bella sagen und mein Blick schnellte sofort in die Richtung der Beiden.  
Innerlich zwang ich mich dazu, jetzt nicht auszuflippen, als er ihr zwinkernd mit dem Ellbogen in die Seite stieß.
Mir gefiel das immer noch nicht, wie Bella und Jake miteinander umgingen, aber ich konnte nichts dagegen tun und außerdem würde Jacob immer irgendwie ein Teil von Bellas Leben sein.
Ich musste einfach lernen, damit zu leben, auch wenn das ziemlich schwierig war.
„Ja, du hast Recht“, stimmte Bella ihrem Ex-Mann zu und innerhalb weniger Sekunden, hatten sie schon die Plätze in den Autos aufgeteilt.
Alice und Jasper würden zusammen fahren, da sie mit ihrem Porsche da war und der Rest der Bande durfte bei mir in meinem Audi mitfahren.

Ich saß auf dem Fahrersitz, während Bella neben mir auf dem Beifahrersitz Platz nahm und wir beide mit einem kritischen Blick beobachteten, wie Jake unsere Töchter fast erdrückte.
„Du solltest nach vorne gehen, alter Mann sonst leide ich hier gleich unter Atemnot. Du machst dich fett!“, bemerkte Emily und Jake warf ihr einen gespielt bösen Blick zu.
„Ich gehe ja schon freiwillig nach hinten“, hörte ich Bella neben mir leise seufzen und sie öffnete die Beifahrertür, bevor sie aus dem Wagen ausstieg.
Der Platzwechsel war schnell vollzogen und ich versuchte Jacob einfach nicht zu beachten.
Ein Blick in den Rückspiegel sagte mir, dass es wirklich eine bessere Idee war, denn jetzt hatten die drei dort hinten viel mehr Platz und Emily ließ es sich nicht nehmen, sich noch einmal demonstrativ zu strecken.
„Was heißt denn hier alter Mann, hm? Ich bin nur ein Jahr älter als Jake“, bemerkte ich und warf einen Blick in den Rückspiegel, weil ich eigentlich vorgehabt hatte, Emily anzusehen, aber ein Paar schokoladenbraune Augen hielt mich sofort gefangen.
„Du bist auch alt, Dad“, entgegnete sie schlicht und ich seufzte leise, bevor ich den Motor startete, den Blick noch immer auf Bellas wunderschöne Augen gerichtet.
„Was soll das heißen Süße? Bin ich in deinen Augen etwa auch alt?“, wollte Bella von ihr wissen und schweren Herzens wandte ich meinen Blick von ihren Augen ab, um auf die Straße zu achten.
„Nein, du bist noch jung und knackig.“
Da musste ich meiner Tochter uneingeschränkt zustimmen, behielt es aber erst einmal für mich.
Auf den hinteren Plätzen startete eine Diskussion darüber, ob wir jetzt nun alt oder doch irgendwie noch jung waren, wobei ich mich im Hintergrund hielt und eher auf den Verkehr achtete.
Nur ab und zu mal warf ich einen Blick in den Rückspiegel.
Entweder Bella schenkte mir ein Lächeln, weil sie mich selbst beobachtete hatte, oder sie drehte ihren Kopf sofort in meine Richtung, was mich ungemein freute.
Aufmerksam lauschte ich ihrer Stimme und ich merkte nicht einmal, wie sich ein Lächeln auf meine Lippen schlich.
Erst als ich Jakes prüfenden Blick spürte, zwang ich mich dazu dieses Grinsen aus meinem Gesicht zu wischen.
Ich würde es einfach für Bella aufheben.

Die Fahrt dauerte nicht lange, einen geeigneten Parkplatz zu finden gestaltete sich da schon um einiges schwieriger und ich musste drei Mal über den riesigen Parkplatz fahren, bis ich endlich eine Parklücke entdeckte.
„Da seid ihr ja endlich!“, hörte ich Alice zufrieden grinsend sagen.
Jasper legte seine Hand um ihre Taille und kam mit ihr auf uns zu.
Ich wollte gar nicht erst wissen, wie sie so schnell einen Parkplatz gefunden hatte, also ließ ich es bleiben.

Es dauerte nicht lange, bis die Anderen wieder in eine hitzige Diskussion verwickelt waren, an deren hauptsächlich Alice und Jake Schuld hatten.
Bella und ich hielten uns weitgehend zurück, ich konnte mir schon denken, warum sie schwieg.
Wir warteten einen Moment und ließen die Anderen voraus gehen, die es anscheinend nicht einmal mitbekamen, dass wir zwei uns ein wenig abgekapselt hatten.
Erst als sie außer Hörweite waren, setzten auch wir uns in Bewegung und liefen einige Sekunden lang schweigend nebeneinander her.
„Oh…“, sagte Bella im nächsten Augenblick und warf mir einen entschuldigenden Blick zu.
„Ich habe dir gar nicht gesagt, dass du deinen Bruder und seine Frau auch hättest einladen können!“
Bella wirkte in diesem Moment wirklich schuldbewusst und ich lächelte über ihre Art, schüttelte aber dann beruhigend den Kopf.
„Ist schon okay, Bella. Die beiden haben gerade genug mit den Zwillingen am Hut und verbringen sicherlich lieber einen gemütlichen Abend zu Hause, nachdem sie diese beiden Schreihälse ins Bett gebracht haben“, erklärte ich ihr amüsiert und auf Bellas Lippen schlich sich ein Lächeln.
„Oh, stimmt ja... Die Zwillinge.“ Sie seufzte leise und schien für einen Moment vollkommen in ihren Gedanken versunken zu sein.
„Irgendwann würde ich sie gerne einmal sehen“, gestand sie schließlich und sah mich prüfend an.
„Natürlich. Gerne. Emmett fragt ständig nach dir und ich denke auch, dass Rosalie dich sicherlich gerne kennen lernen würde.“
„Emmett redet von mir?“ Bella zog fragend eine Augenbraue hoch und musterte mich skeptisch, während sie ihren Mantel enger zog und sich fröstelnd über ihre Arme strich.
Es war Herbst und sie fror bereits jetzt, ich wollte mir gar nicht erst ausmalen, wie es ihr wohl im Winter ergehen würde.
Ich streckte meinen Arm aus, legte ihn um ihre Schultern und zog sie ein Stück näher zu mir heran.
Behutsam streichelte ich mit meiner Hand an ihrem Oberarm auf und ab und hoffte, dass ich sie so doch noch ein wenig wärmen konnte.
Sie schien nichts dagegen zu haben und ich war mir sicher, dass die Anderen es auch nicht als komisch empfinden würden.

„Jaa, er fragt ständig nach dir, denn er würde nur zu gerne die Frau kennen lernen, die mich praktisch wieder zum Leben erweckt hat“, erklärte ich ihr grinsend und sie versuchte mich ein Stück von sich wegzuschubsen, aber ich lachte nur und hielt sie weiter fest.
„Jetzt übertreibst du aber, Edward…“, murmelte sie mit leiser Stimme und sah zu mir auf.
„Nein, ich übertreibe nicht. Es ist nur die Wahrheit…“
Und genau so meinte ich es auch.
Sie hatte mir wieder gezeigt, was in meinem Leben wirklich wichtig war, dass es nicht alleine nur um die Arbeit oder um das verdammte Geld ging.
Bella war wirklich meine Retterin und dafür würde ich ihr auf Ewig dankbar sein.

„Du freust dich richtig, dass du jetzt Onkel geworden bist, oder?“ Ich merkte gleich, dass ihr das vorherige Thema unangenehm war und weil ich es ihr nicht schwer machen wollte, ließ ich mich auf diesen Themenwechsel ein.
„Oh ja, die beiden sind wirklich fantastisch. Dass sie ständig schreien, haben sie wohl von ihrem Vater geerbt.“
„Oder von ihrem Onkel“, fügte Bella frech hinzu und ich verdrehte grinsend die Augen.
„Da könntest du natürlich Recht haben.“
„Ich habe immer Recht. Merk dir das!“, sagte sie mit besonders viel Nachdruck in der Stimme und warf mir einen ernsten Blick zu.
„Oh ja, gegen dich komme selbst ich nicht an“, bemerkte ich trocken und sie lachte vergnügt.
„Schön, du lernst dazu. Ich bin wirklich stolz auf dich.“
Ich lächelte über ihre Worte und küsste sanft ihre Stirn, bevor ich meinen Blick wieder von ihr abwandte und zu den Anderen herüber sah.
Sie schienen immer noch zu diskutieren und beachteten uns nicht, aber ich wollte diesen Moment zwischen Bella und mir nicht zerstören.

„Du wirst sicherlich ein fantastischer Onkel sein, genauso wie du ein toller Vater warst und auch bist“, sagte sie in die Stille hinein und ich warf ihr einen verwunderten Blick zu.
Ich sah mich nicht als guten Vater, früher vielleicht einmal in den ersten Jahren, aber jetzt?
Man hatte ja gesehen, wie sich das alles zwischen Emily und mir entwickelt hatte!
Jetzt mussten wir wieder von vorne anfangen und uns erst einmal neu kennen lernen.
Wir mussten die Vergangenheit hinter uns lassen und in die Zukunft blicken.
Bella schien meinen verwirrten Blick zu bemerken und lächelte mich liebevoll an.
„Ja, du hast Fehler gemacht, aber niemand ist perfekt. Dass du ein toller Vater bist zeigt sich doch schon alleine daran, dass du an ihr Wohl gedacht hast. Du wolltest sie damit nur beschützen. Natürlich wird sie es dir sicherlich übel nehmen, aber sie liebt dich von ganzem Herzen und wird dir das verzeihen. Du hast nur dein eigentliches Ziel verloren, aber du bist gerade auf dem besten Weg, wieder alles in die geregelte Bahn zu leiten. Du wirst das schaffen, ich glaube an dich.“
Ihre schokoladenbraunen Augen sahen mich mit einem ernsten Ausdruck an.
Sie meinte diese Worte genau so, wie sie es sagte und ich war erstaunt, dass sie wirklich so gut von mir dachte.
Natürlich hatte sie Recht. Jeder machte einmal Fehler, aber trotzdem fühlte ich mich noch immer schuldig und musste diese Sache bald loswerden, sonst würde ich wohlmöglich noch durchdrehen.
„Danke…“, sagte ich, immer noch sichtlich beeindruckt von ihren ehrlichen Worten.
„Danke wofür?“
„Danke dafür, dass du bei mir bist. Dass du einfach nur du bist und mir sagst, was du denkst. So etwas habe ich wirklich gebraucht“, erklärte ich ihr und musterte ihr Gesicht.
Sie lächelte und kuschelte sich ein wenig enger an mich.
Ich bemerkte schnell, dass sie zitterte und strich ihr grinsend über ihren Arm.

„Du bist so eine verdammte Frostbeule, Bella…“, bemerkte ich leise lachend und sie warf mir einen bösen Blick zu.
„Ich bin heißes Wetter gewöhnt und nicht diese Eiseskälte hier!“, entgegnete sie schon beinahe schnippisch, doch ich wusste, dass sie es nicht wirklich böse meinte.
Sie konnte es nur nicht haben, dass ich sie immer wieder aufs Neue als Frostbeule betitelte.
„Tja, du solltest dich daran gewöhnen, dass es hier vier Jahreszeiten gibt. Graut es dir schon vor dem Winter?“, scherzte ich und als wollte sie es bestätigen, spürte ich, wie sie neben mir erschauderte.
„Hmmm… Ich sollte dir dringend mal meinen Kamin etwas genauer zeigen. Du wirst dich dort sehr wohl fühlen.“
Mir wurde erst im Nachhinein bewusst, dass diese Worte eindeutig einen zweideutigen Klang hatten, denn Bella zog eine Augenbraue hoch und wusste ganz genau, woran ich da gedacht hatte.
Sie stieß mir mit ihrem Ellbogen in die Seite und ich lachte.
Mit ihr fühlte ich mich so richtig wohl, ich musste mich nicht verstellen und konnte ganz ich selbst sein.
„Meinst du, es würde den Anderen auffallen, wenn wir verschwinden?“, fragte ich mit einem breiten Grinsen und fing mir einen weiteren Stoß mit ihrem Ellbogen ein.
„Sicher würde es ihnen auffallen. Wir verbringen den Abend doch alle zusammen. Trotzdem wäre der Gedanke schön, aber das können wir uns ja für später aufheben. Ich sollte dir wirklich mal etwas Geduld beibringen.“ Sie warf mir einen herausfordernden Blick zu und ich wollte gerade etwas erwidern, als ich die Stimme von Jake aus der Ferne vernahm.

„Wo zum Teufel bleibt ihr denn?“, wollte er von uns wissen und ich schnaubte leise.
„Wir kommen ja schon, reg dich nicht auf!“, rief Bella ihm lachend zu und ich seufzte, als sie sich leicht von mir löste und dann voraus lief.
Ich war so in unser Gespräch vertieft gewesen, dass mir erst jetzt auffiel, dass wir uns bereits auf dem Jahrmarkt befanden.
Meine Hände vergruben sich in meinen Hosentaschen und ich folgte Bella zu den Anderen, die schon ungeduldig auf uns zu warten schienen.

Mir entging nicht Alice’ grinsender Gesichtsausdruck, doch ich sagte nichts und sah, wie Emily wenige Sekunden später in meinem Sichtfeld erschien.
„Schau mal da vorne!“, sagte sie ganz aufgeregt und deutete an einen riesigen Stand, zu dem mein Blick herüber wanderte.
„Was ist damit, Schatz?“ Ich runzelte die Stirn und wusste nicht so recht, worauf sie hinaus wollte.
„Nessie und ich wollen gerne diesen riesen Teddy da haben!“ Sie deutete mit ihren Fingern auf dieses überdimensionale Plüsch-Vieh und ich schüttelte seufzend den Kopf.
„Bist du sicher? Vor ein paar Jahren wäre mir das nicht so ungewöhnlich vorgekommen“, scherzte ich und sie verschränkte die Arme vor ihrer Brust.
„Also Jake hat sich schon dazu bereit erklärt, so ein Ding für Nessie zu gewinnen.“ Sie schmollte und ich gab mich schließlich seufzend geschlagen, denn ich wollte ja auch kein Spielverderber sein.
Außerdem war es doch schön, dass ich meiner Tochter eine Freude machen konnte.
Wahrscheinlich ging es ihr nicht einmal genau um dieses Plüschtier, sondern einfach nur darum, dass wir alle zusammen Spaß hatten und wir etwas zusammen unternahmen.
„Überredet“, sagte ich schließlich und begab mich zusammen mit den Anderen zu dem Stand.
Ich hörte, wie Alice auch unbedingt wollte, dass Jasper so einen Plüschteddy für sie gewann und lachend schüttelte ich den Kopf.

Es war ein ganz normaler Stand für Dosenwerfen und das würde sicherlich kein großes Problem für mich werden, denn früher war ich oft mit Emily auf einem Jahrmarkt gewesen und hatte so einige Sachen für sie gewonnen, auch wenn es damals für mich unheimlich teuer gewesen war, aber schon alleine ihre strahlenden Augen, als ich ihr den Gewinn überreicht hatte, hatten immer gleich alles entschädigt.
„Seid ihr sicher, dass ihr auch trefft?“, wollte Bella mit einem kritischen und leicht amüsierten Blick von uns wissen.
„Ach Bella... Bella.. Du weißt doch... Edward und ich waren schon immer ziemlich treffsicher“, bemerkte Jake mit einem breiten Grinsen und ich konnte einfach nicht anders, als über diese Aussage zu lachen.
Bella wurde rot und warf ihrem Ex-Mann einen warnenden Blick zu.
„Ugh, du bist ekelig!“, hörte ich meine Tochter hinter uns sagen und sah aus den Augenwinkeln, wie sie etwas nach Jake warf und ihm damit am Kopf traf.
„Ich sage nur die Wahrheit!“, entgegnete er schulterzuckend und grinste noch immer, bevor er schließlich ausholte und gleich mit dem Ball alle Dosen vom Tisch abräumte.
Ich schnaubte, griff schnell nach einem Ball und machte es ihm nach.
Für den Hauptgewinn mussten wir noch so einige Dosen umwerfen und innerhalb kürzester Zeit hatte sich ein kleiner Wettbewerb zwischen Jake und mir entwickelt.

„Männer.. Ihr seid doch alle gleich!“, bemerkte Alice kichernd, als ich einer glücklichen Emily den Teddy überreichte.
Sie stellte sich auf Zehenspitzen und küsste meine Wange, was mich gleich noch mehr lächeln ließ.
„Danke Dad“, sagte sie fröhlich, bevor sie sich wieder von mir abwandte und im nächsten Moment schon mit ihrer besten Freundin quatschte.
„Und wo bleibt mein riesen Teddy?“, hörte ich Bellas amüsierte Stimme neben mir und ich legte fragend meinen Kopf schief.
„Ich kann gerne auch für dich einen gewinnen, wenn du magst.“
Sie schüttelte lächelnd den Kopf und deutete auf ihre Tochter.
„Ich denke, zwei der Dinger davon werden die Kapazität unserer Wohnung sprengen.“ Bella zuckte lächelnd mit ihren Schultern und kam ein Stück näher zu mir.
Am liebsten hätte ich jetzt einfach meine Hände an ihre Wangen gelegt und sie geküsst, doch damit musste ich wohl oder übel erst einmal warten, also seufzte ich leise und beschränkte mich darauf zu lächeln.
Anscheinend wusste sie, woran ich gedacht hatte, denn ihrem Blick nach zu urteilen, schien sie gerade genau dasselbe zu denken, aber wir würden schon noch Zeit für uns finden.

Wir liefen jetzt schon fast eine ganze Stunde über den Jahrmarkt, bis wir schließlich an einem Gruselkabinett ankamen, dass vor allem Alice und Jake unbedingt erforschen wollten.
Manchmal fragte ich mich, wer von den Anwesenden hier die Erwachsenen und wer die Kinder waren, aber wir alle hatten unheimlich viel Spaß zusammen und nur das zählte.
„Okay, ich gehe mit Jasper. Emily, Nessie und Jake gehen ebenfalls zusammen. Und Bella, du darfst mit Edward die Tiefen dieses gruseligen Schuppens erkunden“, bemerkte Alice kichernd und innerlich dankte ich ihr dafür, dass sie mich mit Bella da reinschicken wollte.
Bella warf dem Gruselkabinett einen eher kritischen Blick zu und wenn ich mich nicht irrte, konnte ich sogar ein klein wenig Angst in ihrem Gesicht erkennen.
Sie schien zu merken, dass ich sie beobachtete und versuchte ihre Gesichtszüge zu kontrollieren.
Ich strich ihr beruhigend über den Rücken und beugte mich ganz nah zu ihr, bis ich schließlich an ihrem Ohr anhielt.
„Keine Angst, falls dich ein Geist oder ein wildgewordener Zombie entführen will, dann rette ich dich.“ Ich war mir sicher, dass sie das Grinsen in meiner Stimme nicht überhört hatte, denn sie boxte mir spielerisch in die Seite und ging voraus, so als ob sie mir beweisen wollte, dass sie keine Angst hatte.
Kurz vor dem Eingang, blieb sie jedoch stehen und ich lachte leise.

„Du brauchst doch keine Angst zu haben, Bella. Das ist doch alles nicht echt.“
Ich strich ihr beruhigend über den Arm und sie warf mir einen kurzen Blick zu.
„Du weißt doch ganz genau, dass ich alleine schon von diesem Film letztens schlecht schlafen konnte“, gab sie zurück und ich erinnerte mich nur zu gut daran, wie sie die ganze Zeit mit weit aufgerissen Augen den Bildschirm angestarrt und sich bei jeder erschreckenden Szene hinter ihrem Kissen versteckt hatte, aber es war ihre Idee gewesen, diesen Film zu sehen.
Ich lächelte sie beruhigend an und reichte ihr meinen Arm, damit sie sich bei mir einhaken konnte, wenn sie es wollte und es dauerte nicht lange, bis sie das Angebot erleichtert seufzend annahm.
Die Anderen waren schon in ihren Grüppchen voraus gegangen und als wir durch den Eingang trauten, brauchten unsere Augen einen Moment, bis sie sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten.
Bella krallte sich mit ihren Fingernägeln in meinen Arm, aber ich sagte nichts dazu, ich genoss es sogar ein wenig, dass sie mich in diesem Moment brauchte.
„Wieso zum Teufel muss es hier denn so dunkel sein?“, zischte sie und ich versuchte möglichst nicht zu lachen, da ich ihren Zorn nicht heraufbeschwören wollte.
„Wenn das Licht an wäre, dann wäre es doch sicherlich nicht gruselig, denkst du nicht auch?“, fragte ich und es ließ sich nicht vermeiden, dass ich ziemlich amüsiert klang.
„Hmpf… Hätten wir nicht einfach auf die Anderen draußen warten können?“ Ich konnte nur ihre Umrisse erkennen, aber immerhin noch ihre Nähe und ihre Fingernägel in meinem Arm spüren.
„Wieso hast du nur solche Angst?“, fragte ich sie und als wollte jemand diese Theorie noch untermauern, sprang irgendein Kerl, verkleidet als wohlmöglich menschenfressender Zombie aus einer dunklen Ecke hervor und erschreckte Bella beinahe fast zu Tode.
„Argh, du verdammter Mistkerl!! Was fällt dir ein, mich einfach so zu erschrecken!“, brüllte sie ihn wütend an, nachdem sie sich von dem ersten Schreck erholt hatte und ich konnte ein lautes Lachen jetzt einfach nicht mehr zurück halten.
Das war doch schon eher meine Bella, die ich so gut kannte.
Sie murmelte leise etwas vor sich hin, während sie mich an dem Angestellten vorbei zog, der uns beiden einen leicht verdutzten Blick zuwarf.
Anscheinend hatte er mit so einer Reaktion letztendlich nicht gerechnet.
„Unmöglich!“, wetterte sie einfach weiter, während sie mich an einem wackelnden Skelett vorbei zog und ich meinen Lachkrampf noch immer nicht unter Kontrolle hatte.
„Wo sind die Anderen?“, fragte Bella einen Moment später, während sie mich immer noch durch die Räume zerrte und anscheinend akribisch nach dem Ausgang suchte.
„Entweder sie sind noch hier irgendwo, oder sie haben den Ausgang bereits gefunden“, bemerkte ich schulterzuckend und lachte erneut, als sie wieder leise vor sich hin fluchte.
Sie war einfach wunderbar und am liebsten würde ich jede freie Minute mit ihr verbringen.

Als wir schließlich um die Ecke kamen, stieß Bella mit einem riesigen Typen zusammen, wobei ich sie gerade noch vor einem Sturz bewahren konnte.
Schnell stellte sich heraus, dass Bella beinahe Jacob über den Haufen gerannt hatte, der in meinen Augen ein bisschen verwirrt zu sein schien.
„Oh…Hallo ihr beiden“, murmelte er und sah sich suchend um.
„Hast du Nessie und Emily aus den Augen verloren?“, fragte Bella ihn mit hochgezogener Augenbraue und ließ ihren Blick durch die dunklen Gänge schweifen.
„Ähm.. Nein.. Sie sind nur schon voraus gegangen…“, stotterte er vor sich herum und als ich zu Bella herüber sah merkte ich schnell, dass sie den gleichen verwunderten Gesichtsausdruck wie ich hatte.

Ich wurde einfach nicht schlau aus Jacobs Stimmung und wollte gerade nachhaken, als sich sein Gesichtsausdruck schlagartig veränderte.
Bella folgte seinem Blick und stöhnte gequält.
„Jake, nicht schon wieder! Das hatten wir doch schon einmal!“ Ich merkte schnell, dass Bella eindeutig versuchte, auf ihn einzureden um ihn ein wenig zu beruhigen.
Mit hochgezogener Augenbraue drehte ich mich um und sah in die Richtung, in die Jake noch immer starrte.
Als erstes entdeckte ich Vanessa, die sich mit einem großen braunhaarigen Jungen unterhielt. Sie wirkte ihm gegenüber ein wenig schüchtern, also konnte es gut sein, dass dieser Junge Jackson war, denn Bella hatte mir bereits von dem Vorfall mit Jake und den beiden erzählt.
Ich wusste damals nicht, wie ich in der gleichen Situation reagiert hätte, aber nur wenige Sekunden später, würde ich es wissen.
Meine Tochter stand direkt neben Vanessa und ich sah, wie ihr ein anderer Typ, den ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen hatte, etwas ins Ohr flüsterte.
Ich war nicht blöd, also konnte ich mir schon denken, wie die zwei zueinander standen und das wurde mir erst recht bestätigt, als dieser Junge nach Emilys Hand griff.
Im ersten Moment war ich verwundert.
Ich kannte diesen Jungen nicht und ich war mir sicher, dass Emily noch nie etwas von ihm erzählt oder ihn auch nur irgendwie erwähnt hatte.
Das Gefühl, welches mich im nächsten Moment überrollte, war Wut.
Wut darüber, dass dieser Kerl einfach so meine Tochter anfasste, doch was sollte ich dagegen unternehmen?
Sie war nicht mehr mein kleines Mädchen, ich merkte immer mehr und mehr wie sie erwachsen wurde und so schnell wie ich gerade eben noch wütend gewesen war, so schnell verschwand dieses Gefühl auch wieder und machte der Enttäuschung platz.
Ich spürte eine Hand an meinem Arm und schaffte es schließlich, den Blick von den Beiden abzuwenden und ich sah sofort in Bellas verwundertes Gesicht.
„Ist alles okay bei dir?“, fragte sie und strich mit ihrer Hand meinem Oberarm entlang.
Wir waren noch nicht lange zusammen, aber dennoch verstand sie durchaus wie ich mich fühlte, das konnte ich deutlich an ihrem Blick erkennen.

„Na klar, wieso sollte es mir nicht gut gehen?“
Selbst in meinen Ohren hörten sich diese Worte weitaus mehr als nur falsch an.
Die Lüge konnte man deutlich heraus hören, doch ich zwang mir ein Lächeln auf und hoffte, dass mir Bella diese Aussage abnehmen würde.
Doch sie tat es nicht.
Sie runzelte ihre schöne Stirn und beobachtete mich ganz genau, sodass ich schnell wieder meinen Blick von ihr abwandte, damit sie mich nicht doch noch entlarven konnte.
Ich merkte schnell, dass Emily mich bemerkt hatte, denn sie zog ihre Hand zurück und warf mir einen erschrockenen Blick zu.
Mir wurde klar, was ich die Jahre über für ein verdammter Idiot gewesen war.
Es war ja anscheinend so schlimm gewesen, dass sie diese Beziehung, die sie mit großer Sicherheit mit diesem Jungen hatte, vor mir verheimlichte und ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hatte sie sogar Angst vor meiner Reaktion auf ihn.
Ich seufzte und fuhr mir durch meine Haare, während die beiden mich immer noch ein wenig erschrocken ansahen und sich keinen einzigen Millimeter vom Fleck bewegten.
Auch Jackson hatte einen gehörigen Sicherheitsabstand zu Nessie eingenommen und nur im Hintergrund hörte ich, wie Bella auf Jake einredete.

Natürlich hätte ich jetzt auch gut wütend sein können um alle anderen Gefühle, die in mir tobten, damit zu überdecken, aber einerseits wollte ich das nicht und andererseits konnte ich es nicht.
Also beschloss ich, zu ihnen herüber zu gehen, um meiner Tochter vielleicht klar zu machen, dass ich ihren Freund nicht in winzig kleine Einzelteile zerreißen würde.
Nun ja, er würde unversehrt bleiben, doch wenn ich erfahren sollte, dass er meiner Kleinen wehtun würde, dann konnte er mich richtig kennen lernen.
„Dad…“, hörte ich die Stimme meiner Tochter und ich lächelte leicht, was sie nur noch mehr zu verwirren schien.
„Hey“, sagte ich und sah mir den Jungen an Emilys Seite genauer an.
Er schien eher um meine Tochter besorgt zu sein, als um sein eigenes Wohl, denn er warf ihr immer wieder einen prüfenden Blick zu und wenn ich ehrlich zu mir selbst war, dann fand ich das gar nicht so schlecht.
Ich hoffte für ihn, dass er sich immer gut um sie kümmerte, denn Emily hatte nur das Beste verdient.
Keiner von uns sagte auch nur ein Wort.
Jackson und Nessie hatten sich wohl schon vor Jacob in Sicherheit gebracht und mit einem kurzen Blick sah ich, dass Bella noch immer damit beschäftigt war, Jake davon abzuhalten irgendetwas Unüberlegtes zu tun.

„Oh.. also… Mr. Cullen.. Ich.. Mein Name ist Daniel. Es freut mich, Sie kennen zu lernen“, sagte der Junge und streckte mir seine Hand entgegen.
Er war fast genauso groß wie ich und ich schätzte ihn vielleicht auf Emilys Alter.
Vielleicht war er aber auch ein oder zwei Jahre älter, das konnte ich nicht genau sagen.
Emily beobachtete die folgende Situation ganz genau.
Wahrscheinlich befürchtete sie, dass ich wieder jeden Moment ausflippen könnte und hier alles kurz und klein schlagen würde, aber da hatte sie Unrecht.
Ich wollte sie nicht verärgern und ich selbst war noch nicht einmal wütend.
Es war nur ein kurzer Moment gewesen, in dem die Wut die Kontrolle über mich erlangt hatte.

Daniel war gut erzogen, das war doch schon einmal ein Pluspunkt und ich ergriff seine Hand um ihn zu begrüßen.
„Meinen Namen kennst du ja bereits. Obwohl ich denke, dass du so einiges schon von mir gehört hast.“ Ich seufzte und warf einen Blick zu Emily herüber, die irgendwie schuldbewusst wirkte und sich unsicher von einem Fleck auf den anderen bewegte.
„Liege ich richtig in der Annahme, dass ihr beide miteinander ausgeht?“, wollte ich von ihnen wissen und beide nickten, ohne zu zögern, mit dem Kopf.
„Ah.. Okay, ja das habe ich mir schon so gedacht. Und wie lange schon?“
Das waren nur einige Fragen, die ich wissen wollte.
Es gab tausende, die gerade in meinem Kopf herum spukten, aber ich wollte die beiden auch nicht nerven, also begrenzte ich mich einfach auf diese Fragen.
„Seit ein paar Monaten…“, murmelte Emily schulterzuckend und sah mich mit einem vorsichtigen Blick an.
„Verstehe… Naja, dann… Ich werde mal wieder gehen. Ich will euch nicht weiter stören und euch mit irgendwelchen Fragen löchern.“
„Dad… Du störst doch nicht“, sagte Emily schnell. Anscheinend hatte sie meinen bedrückten Gesichtsausdruck bemerkt und ich versuchte ihn schnell wieder verschwinden zu lassen.
„Ja, Emily hat Recht, Sir. Sie stören wirklich nicht“, hörte ich nun auch Daniel sagen, doch ich schüttelte nur lächelnd den Kopf.
„Ist schon in Ordnung. Ich muss sowieso einfach mal raus“, erwiderte ich und deutete zum Ausgang, der sich Gott sei Dank in der Nähe befand.
Ich brauchte dringend frische Luft und vor allem einen klaren Kopf, doch ich war mir sicher, dass es mir auch nicht besser gehen würde, wenn ich draußen war.
„Dad…“ Emily warf mir einen bittenden Blick zu, während ich an den Beiden vorbei lief und Daniel noch einmal auf die Schulter klopfte bevor ich mich auf den Weg zum Ausgang machte.

Ich machte einen Bogen um die riesige Menschenmenge, die als nächstes in das Gebäude stürmte und atmete tief ein, als ich die frische und kühle Luft einatmete, die mir ins Gesicht wehte.
Meine Hände vergrub ich in meinen Hosentaschen und schlenderte ein wenig durch die Gegend, bevor ich schließlich eine ruhigere Ecke entdeckte, in der ich in Ruhe nachdenken konnte.
Seufzend ließ ich mich auf den Treppenstufen nieder, die zu einem leerstehenden Haus gehörten und starrte auf den Boden.
Ich war nicht weit entfernt von dem Jahrmarkt, also würden mich die Anderen sicherlich finden, aber erst einmal brauchte ich ein paar Minuten für mich.

Ich ärgerte mich über mich selbst.
Zwischen mir und Emily lief es zwar gerade wieder gut, aber wenn unsere Beziehung vorher auch schon besser gewesen wäre, dann hätte sie mir vielleicht sogar davon erzählt, dass sie jetzt mit jemandem ausging.
Doch sie tat es heimlich und ich hatte nicht die geringste Ahnung davon.
Ehrlich gesagt war ich nicht so sehr begeistert von der Idee, dass meine Tochter mit jemandem ausging, aber sie war 16 Jahre alt und ich war in ihrem Alter noch um einiges schlimmer gewesen und das war wahrscheinlich auch genau der Grund, warum ich mich noch mehr sorgte.
Mein Leichtsinn und mein extravaganter Lebensstil damals hatten doch dazu geführt, dass es Emily gab.
Natürlich bereute ich es nicht einen Moment lang meine Tochter zu haben, aber sie musste mir das doch nicht nachmachen.  
Sie war jung, hatte noch ihr ganzes Leben und eine großartige Zukunft vor sich.
Mir war klar, dass ich ihr es nicht verbieten konnte, mit Jungs auszugehen und ich wollte es ihr auch gar nicht verbieten, denn ich wusste nur noch zu gut, dass man eh nicht auf seine Eltern hört, wenn sie einem etwas verbieten wollten.
Diese ganzen Dinge, die sie einem mit auf dem Weg gaben verstand man erst, wenn man älter war und Emily würde das eines Tages vielleicht auch verstehen.

Alleine schon der Gedanke daran, dass dieser Daniel und meine Tochter wohlmöglich Sex hatten, machte mich beinahe verrückt.
Ich wusste nur noch allzu genau, dass man in diesem Alter das Thema Verhütung auch schon mal vergessen konnte.
Natürlich waren nicht alle so, aber ich machte mir trotzdem große Sorgen.
Ich hatte nicht einmal daran gedacht, hatte mir keine großen Gedanken darüber gemacht und mir wurde klar, was für ein schlechter Vater ich doch war.
Wieso war ich nur so ein verdammter Idiot?
Es war doch kein Wunder, dass Emily sich mir nicht anvertraute, wenn ich die ganzen Jahre über so ein Arschloch gewesen war.

Es tat weh, dass sie sich mir nicht anvertraute, mir nicht einmal erzählt hatte, dass sie diesen Jungen kennen gelernt hatte.
Insgeheim fragte ich mich, wann ich von dem Ganzen erfahren hätte, wenn ich die beiden nicht zufällig zusammen getroffen hätte…

„Hey…Da bist du ja…“, hörte ich die liebste und sanfteste Stimme, die ich so sehr vergötterte und richtete meinen Blick auf.
Bella hatte mich anscheinend gefunden und warf mir einen besorgten Blick zu.
„Darf ich mich setzen?“, fragte sie vorsichtig und deutete auf den freien Platz neben mir.
„Natürlich…“ Ich rückte ein Stück zur Seite, damit sie mehr Platz hatte und beobachtete, wie sie sich neben mich setzte und sofort nach meiner Hand griff.
„Ich weiß, was du denkst, Edward…“, sagte sie sofort und ich seufzte leise.
Natürlich wusste sie es.
Sie hatte es vorhin schon gewusst und das hatte man deutlich an ihrem Blick gesehen.
„Mir gehen gerade so viele Dinge durch den Kopf…“, gestand ich leise und sah nach oben in den Himmel.
Es war bereits spät und nur eine kleine Laterne beleuchtete diese winzige und abgelegene Straßenecke, an der wir uns befanden.
„Möchtest du mir genau erzählen, was in dir vorgeht?“, fragte Bella mich vorsichtig und als ich zu ihr sah, schenkte sie mir ein beruhigendes Lächeln.
Ich brauchte einen Moment, bis ich meine wirren Gedanken ordnen konnte.
„Weißt du, im ersten Augenblick war ich wirklich verwirrt und dann unheimlich wütend. Sie ist meine Tochter und ich will, dass es ihr gut geht und dann taucht da plötzlich dieser Kerl auf und betatscht meine Kleine… Aber dieses Gefühl hat sich ganz schnell wieder verflüchtigt als mir klar wurde, dass sie mir nicht vertraut…“, begann ich zu erklären und Bella schüttelte den Kopf, weil sie anscheinend nicht mit dem, was ich gesagt hatte einverstanden war, aber ich war noch nicht mit meiner Erzählung fertig, also sprach ich weiter.
„Zwischen Emily und mir läuft es doch gerade wieder so gut und dann muss ich es auf diese Art erfahren, dass sie seit einigen Monaten mit einem Jungen ausgeht, den ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen habe! Sie hat ihn nicht ein einziges Mal erwähnt, aber wieso sollte sie mir auch so etwas erzählen? Schließlich war ich in den letzten Jahren das größte Arschloch überhaupt. Ist schon klar, dass sie mir so etwas nicht erzählt.“
Ich merkte schnell, dass ich eine Spur in Selbstmitleid versank und Bella drückte meine Hand, um meine volle Aufmerksamkeit zu erlangen.
Ich warf ihr einen fragenden Blick zu.

„Edward… Es ist nicht so, dass sie dir nicht vertraut, aber denk doch einmal nach. Emily ist 16 Jahre alt und ich habe in diesem Alter auch nicht mit meinem Vater über irgendwelche Jungs gesprochen und ihm vertraue ich auch. Das ist einfach meistens so, dass Töchter über diese Dinge mit ihren Müttern oder mit ihren besten Freundinnen reden. Und außerdem wäre dir sicherlich auch nicht ganz wohl bei dem Thema, oder?“, fragte sie mich mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen und ihr Daumen strich beruhigend über meinen Handrücken.
„Ja schon… Aber trotzdem.. Es macht mich einfach ein wenig fertig, verstehst du?“ Ich seufzte und warf einen Blick auf unsere verschränkten Hände.
„Ja, das verstehe ich sogar sehr gut, denn Nessie hat mir zuerst auch nichts über Jackson erzählt und da war ich dann auch enttäuscht, wenn nicht sogar ein wenig traurig, aber ich habe einfach daran gedacht, wie ich früher war. Ich habe meinen Eltern auch eine Zeit lang nichts von Jake erzählt, weil ich einfach nicht wusste, wie sie darauf reagieren würden. Wenn man älter ist, dann ist man immer schlauer, aber wir waren auch einmal jung und haben es doch nicht anders gemacht, richtig?“
Ich schüttelte lachend den Kopf, weil ich wusste, dass sie Recht hatte.
Natürlich waren wir nicht anders gewesen.
Das vertrieb die Sorge aus meinem Kopf zwar nicht, aber ich konnte sie ein ganz kleines bisschen besser verstehen und fühlte mich gleich nicht mehr so grausam.
„Wie lange wusstest du es schon?“, sagte ich nach einiger Zeit der Stille seufzend und Bella bekam einen schuldbewussten Gesichtsausdruck.
„Ich.. na ja.. so seit ein paar Wochen…“ Sie zuckte mit den Schultern und sah mich vorsichtig an.
„Es ist nicht so, dass ich es vor dir verheimlichen wollte, aber Emily hat mich darum gebeten und ich habe mein Wort gehalten… Ich passe auch ein wenig auf... Ich weiß nicht, ob du weißt, dass Emily mir sehr ans Herz gewachsen ist und ich kann dich wirklich beruhigen. Zwischen den Beiden ist noch nichts passiert, also reg dich nicht auf ja?“
„Ich wollte mich auch nicht aufregen und das ist gut zu wissen… Und vor allem ist es schön, dass Emily jemanden hat, dem sie sich anvertrauen kann. Du wärst gleich eine fantastische Mutter für sie gewesen… Wieso habe ich dich nicht schon einige Jahre früher kennen gelernt?“, fragte ich und meine Hand legte sich an ihre Wange, bevor ich sie zu mir herüber zog.
„Hm… Eine wirklich sehr gute Frage, aber wir sind erst vor einem knappen Jahr hierher gezogen. Du kannst dich bei Jake bedanken…“, murmelte sie und ihr Blick verweilte auf meinen Lippen.
Meine Sorgen und Befürchtungen waren noch immer nicht ganz verschwunden, aber mir ging es schon ein wenig besser und das war ganz alleine Bellas Verdienst.
Sie hatte mir so viel geholfen in der letzten Zeit, dass ich gar nicht wusste, wie ich ihr dafür danken sollte.
Gerade, als sich meine Lippen auf ihre legten, hörte ich schon die Stimmen der Anderen und ich wandte mich langsam von ihr ab.
Eins stand fest, lange würde ich dieses Versteckspiel sicherlich nicht mehr aushalten, aber es gab noch so viele Sachen zu klären, bevor wir unsere Beziehung erst einmal öffentlich machen sollten.
„Danke Bella…“, sagte ich ernst und lächelte sie dann an.
„Immer wieder gerne“, versicherte sie mir und beobachtete mich dabei, wie ich mich von dem Platz erhob und ihr dann die Hand reichte, die sie dankend annahm.

„Also… wollen wir zu den Anderen gehen und den Abend noch ein wenig genießen, bevor wir irgendwann gemeinsam verschwinden?“ Ich zwinkerte ihr zu und sie verdrehte grinsend die Augen.
„Manchmal könnte man echt meinen, du bist schwanger, so schnell wie sich deine Launen ändern. Aber ich mag dich so, wie du bist“, murmelte sie und kuschelte sich an meine Seite, bevor wir uns wieder unter die Leute mischten.
Niemandem fiel es auf, dass wir weg gewesen waren, denn alle waren viel zu sehr mit irgendetwas beschäftigt und von weitem sah ich schon Emily, die sich suchend nach uns umsah.
Anscheinend hatten sie und die Anderen bereits wieder das Gruselkabinett verlassen und ich achtete nicht auf die Menschen in meiner Umgebung, was zur Folge hatte, dass ich mit jemandem zusammen stieß.
„Oh.. Entschuldigung! Ich…“, doch weiter kam ich nicht.
Ich erblickte einen Schopf rotblonder Haare und dachte im ersten Moment, es wäre Emily, die mich da gerade umgerannt hatte, doch es war eindeutig eine Frau und nicht meine Tochter.
Ich war nicht mehr in der Lage irgendetwas zu sagen.
16 Jahre lang hatte ich sie nicht gesehen, also konnte ich mich vielleicht auch einfach nur irren.
„Edward, ist alles okay?“ Bellas Stimme beförderte mich sofort wieder in die Gegenwart und ich warf ihr einen verwirrten Blick zu.
„Alles okay?“, wiederholte sie ihre Worte und musterte mich besorgt.
„Ich…ähm ja…“ Als ich mich wieder umdrehte um zu sehen, ob es wirklich sie gewesen war, konnte ich niemanden mehr entdecken.
Oh man, wahrscheinlich litt ich wirklich an Wahnvorstellungen, was das anging.
Mit meiner Vergangenheit hatte ich doch eigentlich abgeschlossen, also wieso spielte mein Verstand mir dann solch einen Streich?
„Ja, ich dachte nur, ich hätte jemanden gesehen“, erklärte ich ihr schulterzuckend und deutete mit meinem Kopf in die Richtung der Anderen.
Bella ging nicht weiter darauf ein und sie nickte, während sie voraus ging.
Noch ein letztes Mal wagte ich es, mich umzudrehen, doch es waren so viele Menschen auf dem Jahrmarkt, dass ich in diesem Durcheinander niemanden wirklich erkennen konnte.
Doch ich hatte ein ziemlich ungutes Gefühl bei der Sache und das ließ mich einfach nicht mehr los. 


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