Kurzbeschreibung

Edward Cullen ist alleinerziehender Vater einer 16 jährigen Tochter. Sein Leben scheint perfekt, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine Wahrheit, die er schon viel zu lange verheimlicht hat.
Und es gibt nur eine Frau, die ihn wieder auf den Boden der Tatsachen bringen kann.
All Human, Pairing ExB

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Kapitel 20 - Nur Freunde!?


Edward POV


Ich war schon einige Male bei ihr gewesen, hatte mich schon unzählige Male mit ihr getroffen und doch war ich immer so nervös, als wäre es das erste Mal.
Dabei hatten wir doch beschlossen, dass wir nur befreundet sein sollten.
Zumindest redeten wir uns das immer und immer wieder ein.
Nun ja, eigentlich war es Bellas Idee gewesen und nicht meine.
Niemand von uns konnte die Gefühle dem anderen gegenüber verbergen und eigentlich wussten wir doch nur zu gut, was dabei herauskam, wenn man seine Gefühle viel zu lange unterdrückte.
Sie hatte diese spezielle Begegnung in dem Buchladen sicherlich genauso wenig vergessen wie ich, das sah man ihr einfach an.
Es ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf, wie ihr wundervoller Körper sich an meinen schmiegte und sie dabei zu beobachten, wie sie ihren Orgasmus erlebte.
Das Gefühl ihrer Lippen an meiner Haut und wie ich es immer wieder schaffte, ihr einige Seufzer zu entlocken, die mich regelmäßig in den Wahnsinn trieben.
In meinen Augen war sie wahrhaftig die schönste Frau auf dieser Welt und ich würde sie auch nie wieder hergeben wollen.
Doch eigentlich waren diese Gedanken vollkommen schwachsinnig.
Ich konnte sie nicht hergeben, wenn ich sie doch gar nicht hatte.
Wie waren kein Paar, wir waren einfach nur… Freunde und doch genoss ich jede Minute, die ich mit ihr verbringen konnte.
Das erste Mal seit so vielen Jahren war ich wieder verliebt und ich fühlte mich wieder, als wäre ich ein 17 Jahre alter Junge und nicht ein 36 jähriger erwachsener Mann.  

Als ich vor ihrer Haustür zum stehen kam, klopfte ich, vergrub schnell die Hände in meinen Hosentaschen und wartete ungeduldig darauf, dass sie mir die Tür öffnete.
Wieso zum Teufel dauerte das denn so lange?
Mein Blick schnellte von dem dunklen und leicht beschädigten Boden im Treppenflur auf, als die Tür sich öffnete und ich sie endlich wieder erblickte.
Sofort veränderte sich mein Gesichtsausdruck.
Die Nervosität wich aus meinen Knochen und stattdessen empfand ich jetzt pure Freude und Glück, sie endlich zu sehen.
„Hey…“, sagte sie lächelnd, strich sich mit einer sanften Bewegung eine Haarsträhne aus dem Gesicht und strahlte mich an.
Ihre schokoladenbraunen Augen funkelten so sehr, dass ich mich sofort für einen kurzen Moment darin verlor.
„Hey Bella..“, erwiderte ich mit einem Lächeln auf den Lippen, streckte meine Arme nach ihr aus und zog sie in eine innige Umarmung.
Es fühlte sich so verdammt gut an, sie in meinen Armen zu halten.
Vor allem aber fühlte es sich richtig an.
Daran war nichts falsches, wir gehörten einfach zusammen, das wusste ich.
Also könnte ich auch sicherlich noch einige Zeit warten…

Ich küsste ihre Wange und versuchte so viel wie möglich von ihrem unbeschreiblichen Duft zu erhaschen, bevor ich mich schnell wieder von ihr löste.
Ihr so nah zu sein, löste nur wieder erneut die Erinnerungen an den Abend im Buchladen aus und das musste jetzt gerade nicht sein.
Nicht in diesem Moment, denn wenn ich mich einmal meinen Gedanken hingab, dann konnte ich für nichts mehr garantieren.
„Komm doch rein.. Ich äh… muss nur noch etwas aus der Küche holen…“, erklärte sie mir, noch immer lächelnd und ich lief an ihr vorbei, um ihre kleine Wohnung zu betreten.
Noch immer war es für mich nicht verständlich, was Bella eigentlich an ihrer Wohnung so sehr liebte und ich hatte es auch aufgegeben danach zu fragen, denn wenn es um das Thema Geld ging, waren wir nie einer Meinung und ich wollte alles, aber ich wollte mich nicht mit ihr streiten.
Bis zum heutigen Tag, war ich bereits einige Male bei ihr gewesen und wir hatten einfach nur Dinge getan, die Freunde nun einmal so machten…
Wir hatten uns zusammen Filme angesehen, obwohl Bella gegen Ende grundsätzlich immer in meinen Armen einschlief, aber ich hatte nichts dagegen, ganz im Gegenteil.
Und immer wieder aufs Neue nahm sie sich vor, nicht einzuschlafen und am Ende war es immer ich, der sie einfach ein wenig schlafen ließ und sie beobachtete, bevor ich sie letztendlich doch in ihr Bett brachte.
Es war also alles ganz harmlos zwischen uns derzeit und doch konnte ich die Gefühle, die in mir tobten einfach nicht ignorieren.


„Was hast du dir heute für einen Film ausgesucht?“, fragte ich sie neugierig, während sie ein paar Chips in eine Schüssel schüttete und mir einen kurzen Blick über ihre Schulter herüber warf.
Hier in ihrer kleinen Wohnung war es nicht schwierig, sich zu unterhalten, auch wenn sich jemand in einem anderen Zimmer befand.
„Ähm.. Naja, ich dachte mir, wir probieren es einfach mal mit einem Horrorfilm… Ich wette, dann werde ich nicht einschlafen. Ich werde dann wohl nie wieder einschlafen können…“, murmelte sie und klang ernsthaft besorgt.
„Wenn es sein muss, bleibe ich bei dir. Vielleicht verschwinden ja die Albträume..“, entgegnete ich lächelnd und ich sah, wie sie in der Küche stand, lächelte und ihre Wangen sich rot färbten.
Es dauerte einen Moment, bis sie sich schließlich umdrehte und zu mir lief, mit den Chips und etwas zu trinken in ihren Händen.
Sie stellte es vor uns auf dem Tisch ab und ließ sich dann neben mir auf dem Sofa nieder.

„Ich habe diese DVD von Nessie ausgeliehen. Sicherlich hatte sie tagelang Albträume davon, aber das kommt davon, wenn sie sich so etwas ansieht.“
„Erlaubt ist es zumindest, der Film ist ab 16“, bemerkte ich grinsend und wedelte mit der DVD Hülle vor ihren Augen herum.
„Ja, aber Nessie kriegt eigentlich recht schnell Angst. Schau doch mal, wie sie auf dich reagiert…“ Bella grinste spöttisch und ich zog einen Schmollmund.
Ich wusste von Bella, dass Vanessa in ihrem Zimmer war.
Wahrscheinlich telefonierte sie gerade mit meiner Tochter, was nicht wirklich ungewöhnlich war, aber vor mir hatte sie irgendwie immer noch ein wenig Angst oder Respekt, was auch immer.
„Aber…Das wird sich sicherlich schnell ändern, wenn sie dich erst einmal richtig kennt“, fügte Bella schnell hinzu und drückte auf der Fernbedienung die Play-Taste.
Den Film selbst kannte ich nicht, aber ich war auch nicht der Typ, der sich vor so etwas fürchtete.
Bella schien es da schon ganz anders zu ergehen.
„Komm her…“, sagte ich lächelnd zu ihr und breitete meine Arme für sie aus.
Freunde taten so etwas ja schließlich auch und außerdem liebte ich es, sie so nah bei mir zu haben.

Bella zögerte nicht einmal, sondern rückte sofort ein Stück näher zu mir und lehnte ihren Kopf an meine Schulter, während ich die Arme um sie legte.
Ich bekam nicht einmal sehr viel von dem Film mit, da ich mich in ihrer Gegenwart gar nicht konzentrieren konnte.
Nicht, wenn sie mir so nah war wie in diesem Moment.
Es dauerte auch nicht lange, bis ich spürte, wie sie leicht zu zittern begann, also strich ich mit sanften Bewegungen über ihre Arme, um sie ein wenig zu wärmen.
Sie fror immer sehr schnell, aber das war sicherlich normal, da sie doch vorher in Phoenix gewohnt hatte.
Mir war das nur recht, so gab es immer einige Gelegenheiten, sie in meinen Armen zu halten und ich kostete das, so gut es ging, aus.
Ich schnappte mir die Decke, die in greifbarer Nähe auf dem Sessel lag und deckte sie damit zu.
Bella lächelte zufrieden, kuschelte sich enger an mich und sah dann wieder zu ihrem Fernseher herüber.
„Kein Wunder, dass Nessie Albträume hatte…“, hörte ich sie nach langer Zeit wieder sprechen und sie richtete ängstlich den Blick zu mir auf.
„Du brauchst keine Angst zu haben. Es ist nur ein Film“, versicherte ich ihr und strich ganz vorsichtig und sanft mit einem Finger an ihrer Wange entlang.
Ihre schokoladenbraunen Augen musterten mich aufmerksam und ihre Lippen waren leicht geöffnet.

„Was haben wir uns nur dabei gedacht?“, fragte ich sie und strich ihr eine Haarsträhne zur Seite, die ihr ins Gesicht gefallen war.
„Wobei?“ Sie sah mich mit großen Augen an und schien ein wenig verwirrt zu sein.
„Diese Freundschaft kann doch einfach nicht klappen…“, murmelte ich und schaffte es einfach nicht mehr, meinen Blick von ihren wunderschönen Lippen abzuwenden.
Natürlich hatte ich sie schon einmal geküsst, aber es war kein richtiger Kuss gewesen und in diesem Moment wollte ich nichts mehr, als das.
Sie küssen.
Meine Hand verweilte an ihrer Wange und ich wartete einen Moment, bevor ich mich schließlich zu ihr herunter beugte.
Ihre Lippen waren leicht geöffnet, ihr Atem beschleunigte sich und sie sah mich mit großen Augen an.
Ich war mir nicht sicher, ob dafür jetzt der richtige Zeitpunkt war, aber wer konnte schon sagen, wann dieser ‚richtige Augenblick‘ da sein würde?
Ob es ihn jemals geben würde.
Meine Lippen berührten ihre nur ganz sanft, es war wie ein leichter Hauch und doch war es noch kein Kuss.
Ich wollte gerade endlich meine Lippen auf ihre legen, als es mehrere Male an der Tür klingelte.

Bella zuckte augenblicklich erschrocken zusammen und sah mich mit einem erschrockenen Blick an.
Ich schloss meine Augen und verfluchte diese Türklingel innerlich.
Hätte es nicht erst ein wenig später klingeln können?
Und wieso hörte dieses verdammte Klingeln nicht endlich auf?
„Ähm… Ich sollte vielleicht…“, sagte Bella noch immer ein wenig durch den Wind und deutete mit ihren Zeigefinger zur Tür.
Ihre Wangen hatten einen leichten rosa Farbton angenommen und sie blinzelte, während sie mich unentwegt ansah.
„Ja…Das solltest du vielleicht“, murmelte ich, immer noch enttäuscht darüber, dass uns dieser Moment zerstört worden war und rutschte vorsichtshalber ein kleines Stück von ihr weg.
Ich beobachtete Bella dabei, wie sie sich von dem Sofa erhob und noch einen kurzen Blick über ihre Schulter zu mir herüber warf, bevor sie schließlich zur Tür ging und diese öffnete.

Diese Wohnung besaß nicht wirklich einen Flur, zumindest war es für mich kein richtiger und von dem Platz vom Sofa aus, konnte ich einen ausgezeichneten Blick auf die Tür werfen.
Seufzend fuhr ich mir durch die Haare und entdeckte eine etwas ältere Frau, die ungefähr genauso groß wie Bella war und einen älteren Mann direkt an ihrer Seite.
Stirnrunzelnd beobachtete ich die beiden und fragte mich, warum sie zu so später Stunde noch hier bei Bella auftauchten.

„Hallo Schatz!“, sagte die Frau überglücklich und schloss Bella in ihre Arme.
Bella schien ein wenig verwirrt zu sein und tätschelte ihren Arm.
„Mom…Dad…Was macht ihr denn hier?“, fragte sie verwundert und ich warf einen verwunderten Blick zur Tür.
Das waren ihre Eltern?
Wenn ich es mir recht überlegte, dann hatten die beiden wirklich sehr viel Ähnlichkeit mit Bella.
Ich seufzte und rieb einmal mit meiner Hand über mein Gesicht.
Die meisten Eltern konnten mich aus irgendeinem Grund nicht leiden.
Ich wusste nicht einmal, warum das so war, aber ich konnte ja auch nichts dagegen tun.

„Oh…“ Das war eindeutig die Stimme der älteren Frau und als ich wieder aufsah bemerkte ich, dass sie mich ansah.
Jetzt hatten mich die beiden auch noch bemerkt, das konnte ja noch ziemlich heiter werden!
„Sieh mal, Schatz. Bella hat Männerbesuch…“ Sie kicherte und schien sich über diese Feststellung ziemlich zu freuen.
„Stören wir dich etwa?“, fragte sie an Bella gewandt, die mir einen kurzen Blick zuwarf, bevor sie schnell den Kopf schüttelte.
„Wie gut er aussieht“, hörte ich sie erneut sagen und Bella warf ihr einen warnenden Blick zu.
„Möchtest du uns nicht deinen Freund vorstellen?“ Ihre Mutter warf Bella einen bittenden Blick zu und ich erhob mich langsam von der Couch.
Schließlich wollte ich nicht unhöflich sein.

„Mom.. Er ist nicht mein…Freund“, hörte ich Bella leise murmeln.
Ihr Freund war ich vielleicht schon, aber nicht in dem Sinne, in dem es sich ihre Mutter vielleicht wünschte.
„Na dann stell mir eben deinen Bekannten vor!“, entgegnete ihre Mutter ein wenig enttäuscht, lächelte aber freundlich in meine Richtung.
Ich beschloss, Bella einfach diese Arbeit abzunehmen, denn irgendwie schien sie gerade ein wenig überfordert zu sein.
Ich war es auch, schließlich waren wir nicht einmal ein Paar und doch lernte ich schon jetzt ihre Eltern kennen.
„Hallo… Wenn ich mich vorstellen dürfte. Ich heiße Edward Cullen, Mrs. … ähm…“ Ich streckte ihr die Hand entgegen, als mir einfiel, dass ich nicht wusste, wie Bellas Mädchenname eigentlich lautete.
„Mrs. Swan“, erklärte sie mir strahlend und reichte mir ihre Hand.
„Aber bitte, nennen Sie mich doch Renée, sonst komme ich mir nur noch älter vor.“
Sie kicherte, während sie noch immer dabei war meine Hand zu schütteln.

„Mom…“ Bella seufzte genervt und hatte ihren Zeigefinger und Daumen an ihren Naserücken gelegt.
Anscheinend war ihr diese Situation ein wenig peinlich, doch ich fand ihre Mutter sehr nett und liebenswürdig.
Immerhin schien sie mich zu mögen und das war ja bekanntlich bei Eltern nicht so oft der Fall.
Bellas Vater, der sich erst einmal im Hintergrund gehalten hatte, trat hervor und reichte mir ebenfalls seine Hand, nachdem Renée meine wieder losgelassen hatte.
Er stellte sich bei mir als Charlie vor und ich fand ihn direkt auf Anhieb sympathisch, auch wenn er mir gegenüber etwas still war, aber wahrscheinlich war er einfach nur ein wenig misstrauisch.
In gewissen Maßen konnte ich das verstehen, schließlich war ich auch Vater und es war egal, wie alt die Kinder waren, so etwas änderte sich nie.

„Da hast du dir aber einen netten, jungen Mann geangelt, Schätzchen“, sagte Renée an Bella gewandt und tätschelte sanft ihre Schulter.
Auf ihren Lippen lag ein zufriedenes und stolzes Lächeln.
„Da werden mal ziemlich stramme Burschen bei raus kommen“, hörte ich nun auch Charlie sagen und meine Mundwinkel zuckten.
„Oh mein Gott…“
„Schatz, dass muss dir nicht peinlich sein. Wir denken nur, dass du noch jung bist und es ist noch nicht zu spät, um…“
Doch weiter ließ Bella ihre Mutter nicht kommen und sie schob die beiden in Richtung Wohnzimmer.
„Habt ihr euch gerade einen Film angeschaut?“ Renée warf einen neugierigen Blick zu dem Fernseher herüber.
„Mom, setz dich einfach…“

Bella lief mit schnellen Schritten in meine Richtung und schob mich in ihr Schlafzimmer.
Ich warf ihr einen verwirrten Blick zu und sah mich um.
„Was wollen wir hier?“
„Ich wollte nur nicht, dass sie alles mitbekommen“, erklärte sie mir hastig.
„Ja…Hier gibt es wohl keinen anderen Ort als dein Schlafzimmer, wo man ungestört sein kann“, erwiderte ich grinsend und sie warf mir einen bösen Blick zu.
„Mach meine Wohnung nicht schlecht!“, warnte sie mich und ich zwang mich dazu, mich zu benehmen.
„Hey.. Tut mir leid, aber ich wusste nicht, dass sie hier auftauchen… Schließlich wohnen sie ja in Phoenix, aber jetzt sind sie nun einmal da und ich möchte sie nur ungern wieder raus schmeißen…“, erklärte Bella mir und ihre schokoladenbraunen Augen sahen mich abwartend an.
„Das heißt, du schmeißt jetzt mich heraus?“ Ich könnte das schon verstehen, wenn sie mich jetzt nicht hier haben wollte, aber wenn sie wollte, dass ich blieb, dann würde ich das nur zu gerne tun.“
Früher oder später hätte ich ihre Eltern ja so oder so kennen gelernt.
„Nein…Ich denke nur, du hast jetzt sicherlich keine große Lust, dich mit meinen Eltern zu unterhalten, also kannst du ruhig verschwinden, wenn du das möchtest… Meine Eltern sind ein wenig… eigen…“, murmelte sie und seufzte dann leise.

„Also, ich finde sie klasse“, erwiderte ich schulterzuckend und versuchte das breite Grinsen in meinem Gesicht zu unterdrücken, scheiterte aber kläglich.
Bella lief planlos von einem Fleck zum anderen.
Anscheinend wusste sie nicht, was sie jetzt als nächstes tun sollte, dabei wusste ich nicht einmal, warum sie sich solche großen Sorgen machte.
„Hey…“ Ich legte meine Hände an ihre Schultern und brachte sie damit wieder zum Stillstand.
„Jetzt komm mal wieder runter… Ich habe keine Ahnung, warum du gerade dabei bist durchzudrehen, aber wenn du das möchtest, dann kann ich gerne hier bleiben. Mir macht es nichts aus.“ Ich nickte lächelnd und beobachtete aufmerksam ihr Gesicht.
Sie zog einen Schmollmund, während sie zur Tür herüber sah, bevor sie sich wieder mir zuwandte.
„Wir wollten doch später so oder so etwas essen, oder nicht?“
„Ja, das wollten wir. Aber du solltest meine Eltern doch noch nicht jetzt kennen lernen…“, murmelte sie und verschränkte die Arme vor ihrer Brust.
Ich seufzte leise und schüttelte dann leise lachend den Kopf.

„Hey…Du sagtest doch letztens noch, dass es besser wäre, wenn wir erst einmal nur… befreundet wären, also ist es doch egal, wann ich deine Eltern kennen lerne, oder?“
Bella richtete ihren Blick auf und schien nicht wirklich mit dem einverstanden zu sein, was ich da sagte.
Ich hätte liebend gerne diesen ganzen Freundeskram beiseite gelassen, aber ich respektierte ihre Meinung und würde warten.
Außerdem gab es da ja auch noch Emily und Nessie.
Wenn die beiden nicht damit einverstanden wären, dann würden wir auch sicherlich keine Beziehung aufbauen können.
Das einzige, was uns dann noch bleiben würde, wäre unsere Freundschaft, aber das war mir ja jetzt schon zu wenig.
„Möchtest du mich jetzt dabei haben oder nicht?“, fragte ich sie lächelnd und mein Blick verweilte viel länger, als es bei Freunden eigentlich üblich war, auf ihren Lippen.
„Na klar…Du bist ja schließlich mein Freund…“, erwiderte sie lächelnd und unwillkürlich musste ich grinsen.
Sie stieß mich mit ihrer Handfläche weg und warf mir einen warnenden Blick zu.
„Lass das, okay? Es ist für mich so schon schwierig genug, dir zu widerstehen…“, murmelte sie leise und ich zog eine Augenbraue hoch, bevor ich meine Hände an ihre legte und sie zu mir herüber zog.
„Wieso tun wir das dann alles? Was soll dieser ganze Zirkus, wenn wir beide doch ganz genau wissen, dass da mehr ist?“, fragte ich sie mit sanfter Stimme und strich mit meinem Daumen über ihren Handrücken, während ich sie unentwegt beobachtete.

„Weil… Na weil…“ Mit jedem weiteren Millimeter, in dem ich mein Gesicht zu ihrem bewegte fiel es ihr schwerer zu sprechen und sie verstummte, als meine Lippen ihre fast berührten.
„Ja…?“, hauchte ich und sah, wie sich ihre Augen schlossen und spürte ihre Fingernägel, die sich an meinem Hemd festkrallten.
„Edward… mach es mir nicht so schwer“, flehte sie mich leise an und ich seufzte, dachte aber nicht daran, mich jetzt von ihr zu entfernen.
In dieser Situation war ich schwach, ich konnte ihr einfach nicht widerstehen und wünschte mir nichts sehnlicher, als sie noch einmal zu küssen.
Als sich meine Lippen auf ihre legten war es noch um so einiges besser, als ich es in Erinnerung hatte und Bellas Hände lagen fast regungslos auf meiner Brust.
Es war ein sanfter Kuss, der eigentlich alles zwischen uns beiden erklärte, doch ich spürte den Druck ihrer Hände auf meiner Brust und löste mich von ihr.
Meine Stirn legte sich an ihre und ich wartete einen Moment, bevor ich meine Augen öffnete und sie ansah.  
Ich konnte es in ihren Augen sehen, dass es ihr auch nicht leicht fiel, mich abzuweisen, also würde ich sie nicht noch einmal küssen, auch wenn ich es gerne wollte.

„Ich meine…“, fing sie nach einer kurzen Zeit der Stille an.
„Du hast gerade wieder soweit mit Emily alles geklärt…Sie wohnt jetzt wieder bei dir und… Ich will halt nicht, dass du alles wieder zerstörst, weil du wieder irgendeine Frau anschleppst!“, plapperte sie nervös los und starrte auf unsere verschränkten Hände.
„Bella…“ Ich beugte mich erneut langsam zu ihr herunter und hielt direkt neben ihrem Ohr inne.
„Du bist nicht ‚irgendeine Frau’ und Emily mag dich. Sie mag dich sogar sehr gerne. Wieso hast du solche Angst davor, irgendetwas zu zerstören?“, flüsterte ich und als ich mich wieder aufrichtete, sah ich, dass sich ihre Wangen leicht rosa gefärbt hatten.

„Weil du Arschloch mir wichtig bist, deswegen! Außerdem will ich mich nicht zwischen euch stellen. Es läuft doch gerade wieder so gut bei euch… Du hast viel mehr Zeit für Emily und wenn ich da bin dann… Dann wirst du vielleicht wieder weniger Zeit für sie haben und das will ich nicht.“
Bella klang wirklich eine Spur verzweifelt, aber dennoch konnte ich heraus hören, dass sie es genauso sehr wollte wie ich.
Ich selbst konnte nicht sagen, wie lange ich noch so tun konnte, als wären wir nur befreundet.
Irgendwann würden wir ja doch nur wieder übereinander herfallen, also wieso es nicht einfach probieren?
„Die beiden würden das schon verstehen. Sieh mal… Emily mag dich. Sie vergöttert dich ja regelrecht und Nessie… Nun ja… Deine Tochter hat immer noch ein wenig Angst vor mir, aber wenn ihr erst einmal klar wird, dass ich gar nicht so ein schlechter Kerl bin, wie sie erst dachte… Denkst du etwa, sie hätte etwas dagegen?“ Ich musterte aufmerksam ihr Gesicht.
Versuchte mir jede noch so kleinste Regung in ihrem Gesicht einzuprägen, weil ich Angst hatte, dass sie sich irgendwann doch noch ganz von mir abwenden würde.
Ich hatte schon vieles erlebt und auch wenn meist alles glücklich schien, dann konnte dieses Glück auch von einer Sekunde zur anderen enden.

Tanya war das beste Beispiel dafür und genau aus diesem Grund hatte ich solche Angst, Bella vielleicht eines Tages zu verlieren.
Das sie mich nicht mehr wollte und es würde mir wirklich das Herz brechen.
Ich wollte gar nicht an solch eine Situation denken, doch es hatte sich einfach so in meinem Gehirn eingenistet.
„Mag sein… Aber was ist, wenn es nicht klappt? Wenn wir uns trennen? Was ist dann mit Nessie und Emily? Die beiden würden sicherlich darunter leiden…“
„Wir sind nicht einmal ein Paar und du denkst schon über unsere Trennung nach?“ Mein Blick wurde traurig und besorgt.
„Wie soll es denn funktionieren, wenn du nicht einmal daran glaubst? Wenn du insgeheim nicht willst, dass es nicht funktioniert?“
Ich ließ ihre Hände wieder los, doch ich hatte nicht mit Bella gerechnet.
„So ist es doch nicht!“ Sie ergriff meine Hände wieder und dachte nicht einmal daran, diese wieder frei zu geben.
„Ich denke nun einmal… realistisch… Es tut mir leid, wenn das so herzlos rüber kommt… Ich will dich… Aber…“
„Immer dieses beschissene aber…“, murmelte ich und fing mir gleich einen bösen Blick von ihr ein, der mich sofort verstummen ließ.

Ich wollte sie nicht verärgern, aber so dachte ich nun einmal.
Irgendwie wollte es nicht so wirklich in meinen Kopf hinein, dass sie es einfach nicht probieren wollte.
Was hatte sie denn schon zu verlieren?
„Ich träume ständig von uns beiden… Nur noch davon wie es sein könnte, mit dir zusammen zu sein. Aber da sind immer diese Zweifel, die mich einfach nicht los lassen wollen und dennoch… Ich halte es einfach nicht mehr lange aus.. Auch mit der Gefahr hin, dass du mir eines Tages das Herz brechen könntest…“ Sie starrte noch immer auf unsere in der Zwischenzeit wieder, verschränkten Hände.
Ihr Gesichtsausdruck wirkte angestrengt, fast so als ob sie versuchen würde, diese negativen Gedanken in ihrem Kopf zu verbannen, doch es schien ihr einfach nicht zu gelingen.
Ich wollte ihr widersprechen und ihr sagen, dass ich ihr niemals das Herz brechen würde, doch sie bat mich mit ihrem Blick jetzt nichts zu sagen und ich gehorchte.
„Außerdem will ich… Naja… Das wir es langsam angehen… Zumindest sollten die anderen vielleicht erst einmal nichts davon wissen…“, fügte sie hinzu und endlich sah sie mich wieder an.
Ihre braunen Augen blickten mich vorsichtig und abschätzend an, während sie unwillkürlich auf ihrer Unterlippe herum kaute.

„Okay…“, sagte ich und lächelte, um sie zumindest ein bisschen zu beruhigen.
„Okay?“ Anscheinend hatte Bella mit irgendeinem Protest meinerseits gerechnet, doch mir war alles recht, solange sie es nur mit mir probieren würde.
„Ja okay… Alles was du willst…“, versicherte ich ihr und küsste ihre Wange.
Sie atmete einmal tief ein und schloss ihre Augen, wobei es einige Sekunden dauerte, bis sie diese endlich wieder öffnete.
„Das ist schön… Danke…“ Bella schenkte mir ein wunderschönes Lächeln und ich atmete erleichtert aus.

„Was hältst du von einem Date? Am Samstag?“
Sie zog misstrauisch eine Augenbraue hoch und musterte mich aufmerksam, aber immerhin blieb das Lächeln auf ihren Lippen.
„Ein Date? Edward, wenn du mich wieder in so einen Nobelschuppen ausführst, dann streike ich… Ich mag so etwas nicht, das habe ich dir doch schon einmal gesagt…“, flüsterte sie leise.
So wie es aussah wusste sie nicht, ob sie mich mit dieser Aussage verletzte, aber das tat sie nicht.
Ich hatte da auch schon so einen Plan, was ihr vielleicht gefallen würde…
„Ich lade dich zu mir nach Hause ein.. Ein Essen. Ich werde kochen und so gut wie kein Geld für dich ausgeben!“, versprach ich hoch und heilig, doch Bella schien immer noch nicht so wirklich überzeugt von meinem Vorschlag zu sein.
„Was heißt denn bitte ‚so gut wie kein Geld’?“
„Naja, wenn ich für dich koche, muss ich ja schließlich auch die Zutaten kaufen oder etwa nicht? Also gebe ich doch ein wenig Geld aus, aber immer noch viel weniger, als wenn ich dich ausführen würde. Was sagst du dazu?“
Ich wartete mehr oder weniger geduldig auf eine Antwort von ihr und ließ sie dabei keinen einzigen Augenblick aus den Augen.
„Na gut, okay… Ich will dir mal vertrauen…“
„Danke Bella… Du wirst es nicht bereuen…“, versprach ich ihr, doch bevor sie zu einer Antwort ansetzen konnte, hörten wir beide laute Stimmen aus dem Wohnzimmer.

„Wir sollten vielleicht wieder zurückgehen… Lass uns später noch darüber reden…“
Bella ließ meine Hände wieder los und ich gab mich leise seufzend geschlagen und folgte ihr ins Wohnzimmer.
Nur wenige Sekunden später entdeckte ich Nessie, die ihren beiden Großeltern um den Hals fiel.
Anscheinend hatten sie sich alle schon wirklich lange nicht mehr gesehen, aber Phoenix lag ja auch nicht gerade um die Ecke.
„Grandma! Grandpa! Was macht ihr denn hier?“
„Sind wir hier unerwünscht, oder warum fragen uns das alle?“, murmelte Charlie und umarmte seine Enkelin, die freudig auf und ab hüpfte.
„Du bist genauso hyperaktiv wie deine Mutter es manchmal auch ist…“, hörte ich ihn noch leise sagen und ich unterdrückte ein Grinsen.
„Gar nicht“, erwiderte sie leicht schmollend und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust.
Noch so eine Eigenschaft, die sie eindeutig von ihrer Mutter hatte.

Nachdem ich die Tür zu Bellas Schlafzimmer geschlossen hatte, wandte sich Nessie in unsere Richtung und erstarrte augenblicklich zu einer Statue, als sie mich entdeckte.
„Hallo Vanessa“, sagte ich mit möglichst sanfter Stimme, weil ich sie nicht verschrecken wollte.
„Ähm… Hallo Mr. Cullen“, antwortete sie hastig und wirkte sofort viel schüchterner, als es noch vor wenigen Sekunden der Fall gewesen war.
„Ich werde dann mal eben eine Kleinigkeit für euch zaubern… Ihr seid doch bestimmt hungrig.. Ihr könnt euch ja alle solange unterhalten… Edward wird hier bleiben, wenn ihr nichts dagegen habt…“, bemerkte Bella und warf einen fragenden Blick zu ihren Eltern, die beide den Kopf schüttelten.
Nessie warf mir einen unsicheren Blick zu und sah dann hastig zu ihrer Mutter herüber.
„Mom? Kann ich dir nicht ein wenig helfen?“, fragte sie hoffnungsvoll, doch Bella schüttelte nur lächelnd mit dem Kopf.
„Nein, geht schon Schatz. Es dauert ja auch nicht lange. Du kannst dich ja so lange mit deinen Großeltern und Edward unterhalten“, schlug sie lächelnd vor und warf mir noch einen kurzen Blick zu, bevor sie dann in der Küche verschwand.

Auch ich sah ihr noch einen Moment hinterher, wandte mich dann aber schließlich von ihrem wundervollen Anblick ab und lief zu einem Sessel herüber, der fast direkt neben dem Sofa platziert worden war.
Es wäre ziemlich komisch gewesen, wenn ich mich noch auf das Sofa neben Vanessa gequetscht hätte, denn es war wirklich nicht gerade groß und außerdem wollte ich sie nicht noch mehr verunsichern.
Mir jedoch gefiel dieser Sessel sehr gut, denn hier hatte ich einen perfekten Ausblick auf Bellas kleine Küche, in der sie gerade ziemlich unbeholfen umher lief und etwas vor sich hin murmelte.
Ich lächelte, während ich sie dabei beobachtete, wie sie gerade den Kühlschrank nach etwas Essbarem durchsuchte, aber immerhin wollte sie erst morgen wieder einkaufen, also blieb die Suche fürs erste erfolglos.

„Ähm…Mom…Dad?“, rief Bella, während sie ihr Gesicht noch immer dem Kühlschrank zugewandt hatte.
„Möchtet ihr unbedingt jetzt etwas essen oder hat das noch Zeit bis später? Ich könnte noch etwas bestellen… oder etwas im Supermarkt kaufen“, fügte sie hinzu.
„Hast du wieder einen leeren Kühlschrank, Bells?“, fragte ihr Vater in Richtung Küche und unterdrückte ein Grinsen.
„Ich wollte so oder so etwas für … Edward und mich bestellen. Nessie geht heute noch aus“, hörte ich Bella sagen und Nessie war die plötzliche Aufmerksamkeit, die ihr zuteil wurde sichtlich unangenehm.
„Nein Schatz. Wir können auch später noch etwas essen!“, rief Renée in die Küche und Bella beschloss uns allen einfach noch einen Kaffee zu machen.
Den konnte ich jetzt sicherlich auch noch gut vertragen.

„Aber erzähl mal, Kleines. Wo gehst du heute Abend hin? Gehst du mit einem Jungen aus??“ Renée war sichtlich begeistert von solchen Details und ich sah, wie Vanessas Wangen sich knallrot färbten.
„Grandma!“
„Was denn?“
„Ich gehe zusammen mit Emily ins Kino!“, entgegnete sie und ich meinte zu sehen, wie ihr Gesicht nur noch mehr die Farbe einer Tomate annahm.
Eindeutig eine Eigenschaft, die sie von ihrer Mutter geerbt hatte.
„Oh.. ja! Von Emily hast du uns ja schon erzählt. Ein wirklich tolles Mädchen!“, sagte Renée begeistert und unwillkürlich musste ich lächeln.
Ja, Emily war ein tolles Mädchen und ich war froh, dass unsere Beziehung so langsam aber sicher immer besser wurde.
„Ja… Sie ist.. die Tochter von… Mr….“ Sie warf mir einen kurzen Blick zu, den sie nur eine knappe Sekunde lang hielt, bevor sie wieder auf den Tisch starrte.
„Von Mr. Cullen“, fügte sie hinzu.
„Emily ist ihre Tochter?“, fragte Charlie mich und ich nickte bestätigend.
Die beiden waren unheimlich neugierig und ich beantwortete ihnen die vielen Fragen, die sie mir stellten.  
Immerhin war keine der Fragen zu persönlich, denn ich wollte die beiden nicht beleidigen, da sie mir wirklich sehr sympathisch waren.
Bella mühte sich währenddessen noch in der Küche mit dem Kaffee ab und war gerade auf der Suche nach Milch.

Charlie und Renée hatten sich in der Zwischenzeit wieder Vanessa gewidmet und versuchten so gut es ging alle möglichen Details aus ihr heraus zu kitzeln, ob sie nicht vielleicht einen Freund hatte oder nicht.
Ich wollte Nessie nicht noch mehr verunsichern, also versuchte ich so gut es ging nicht zuzuhören und konzentrierte mich stattdessen lieber darauf, Bella zu beobachten.
Lächelnd beobachtete ich sie, wie sie etwas Milch auf der kleinen Theke in der Küche verschüttete und über sich selbst fluchte.
Es dauerte nur wenige Sekunden bis sie schließlich bemerkte, dass ich sie beobachtete und sie mir einen gespielt bösen Blick zuwarf, bevor sie mir die Zunge heraus streckte.
Ich musste lachen, aber es schien soweit keinem aufzufallen und ich zwinkerte ihr zu, worauf sie nur lächelnd die Augen verdrehte.
Aber ich hatte mich getäuscht, dass es niemand, der hier Anwesenden, gesehen hatte.
Eine Person hatte es sehr wohl gesehen, wie ich in diesem Augenblick feststellen musste.
Vanessa ließ ihren Blick kurz zwischen ihrer Mutter und mir hin und herwandern, bevor sich schließlich ein kleines Lächeln auf ihren Lippen abzeichnete.
Sie lächelte?
Ich räusperte mich leise und tat so, als hätte ich nichts bemerkt, auch wenn Vanessa sehr wohl wusste, dass ich ihre Reaktion mitbekommen hatte.

Bella kam schließlich wieder aus der Küche zusammen mit den Kaffeetassen auf einem Tablett.
Nachdem sie alle Tassen an den richtigen Platz gestellt hatte, quetschte sie sich neben ihre Tochter auf das Sofa und sah zu ihren Eltern herüber, die uns beide aufmerksam mustern.
„Bells, wie lange seid ihr beiden denn schon ein Paar und warum wissen wir nichts davon?“, fragte Renée uns und Bella schnaubte leise.
„Edward und ich sind kein Paar…!“, erwiderte sie und ich fragte mich, ob ich der Einzige war, der dieses Zittern in ihrer Stimme bemerkte.
Es war nur ganz leicht, aber wenn man genauer darauf achtete, dann konnte man es heraus hören.
„Seid ihr nicht? Hm…“ Renée sah enttäuscht aus, während sie einen Schluck von ihrem Kaffee trank und dann leise seufzte.
Nein, wir waren kein Paar.
Zumindest waren wir das noch nicht, auch wenn ich das sehr wohl gerne ändern würde.
„Und warum nicht?“, wollte ihr Vater von ihr wissen und musterte sie skeptisch.
„Weil wir einfach nur Freunde sind. Mehr nicht…“, entgegnete sie und verschränkte die Arme vor ihrer Brust.
Nessie hustete und ich fragte mich, ob sie das gerade extra gemacht hatte oder nicht.
„Freunde also? Aha…“ Renée schien alles andere als überzeugt von dieser Antwort zu sein und sie hakte noch ziemlich lange weiter nach, doch so wie ich Bella kannte, würde sie auch nicht nachgeben, denn immerhin war sie unheimlich stur.
Ich konnte davon ein Lied singen.

Nachdem Bella darauf bestanden hatte, dass ihre Eltern keine weiteren Fragen über ihr Liebesleben mehr stellten, verlief das Gespräch schon ein wenig normaler.
Wir redeten über die verschiedensten Dinge.
Meistens ging es dabei aber um mich und ich fragte mich, ob das nicht vielleicht irgendwie eine Taktik von Renée war.
Vielleicht hoffte sie ja insgeheim doch noch irgendetwas aus mir heraus zu kitzeln.
Vanessa verschwand nach einer knappen Stunde, um sich mit Emily zu treffen.
Wahrscheinlich war sie froh, dass sie jetzt nicht mehr mit mir in einem Raum sein müsste.
Zumindest fühlte sie sich dann wohler.

„Ähm…“, sagte Bella nach einiger Zeit und erhob sich von der Couch.
„Dann werde ich jetzt mal einige Sachen einkaufen gehen, okay?“
„Du willst jetzt noch einkaufen gehen? Alleine?“ Renée warf ihr einen leicht geschockten Blick zu.
„Nein… Ich habe mir überlegt, dass ich noch einige Sachen im Supermarkt einkaufen sollte, schließlich wollt ihr morgen früh ja auch etwas Vernünftiges essen, oder? Naja.. und Edward begleitet mich… Schließlich muss ja jemand auch noch die ganzen Tüten tragen…“, murmelte sie und ich musste lächeln, verkniff es mir aber noch im letzten Moment.
„Achso na klar.. Die Tüten.. Und sicherlich auch damit ihr noch so ein paar ‚Freundessachen’ bereden könnt….!“ Die Ironie in Renées Stimme war sichtlich nicht zu überhören und ich erhob mich ebenfalls von meinem Platz.
Sie versprach ihren Eltern, dass wir nicht allzu lange weg bleiben würden, aber sie sagten uns, wir könnten uns ruhig ein wenig Zeit lassen.

*~*~

„Also…“ Ich warf Bella einen kurzen Blick zu, als wir zusammen den Supermarkt betraten.
Sie schien schon wieder zu frieren, also bat ich ihr lächelnd meine Jacke an, die sie etwas zögernd, aber dennoch dankend annahm.
„Wieso hast du auch keine Jacke mitgenommen?“, fragte ich sie tadelnd und sie seufzte leise.
„Liegt vielleicht daran, dass mich eine gewisse Person aus der Fassung bringt“, murmelte sie und zog meinen Mantel ein wenig enger um ihre Schultern.
In dem Supermarkt hier war es eigentlich gar nicht kalt, aber Bella fror ja schon bei knappen 20 Grad, also sollte mich das nicht wundern.
„Ich bringe dich also aus der Fassung?“ Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen und absichtlich strich ich mit meinen Fingerspitzen ganz sanft an ihrem Rücken entlang.
„Edward…“ Ihre Stimme zitterte, aber trotzdem warf sie mir einen warnenden Blick zu.
„Schon okay, ich höre auf“, versicherte ich ihr grinsend und sie seufzte leise.
„Es ist nicht so, dass ich es nicht will, aber ich muss mich jetzt auf meine Einkaufsliste konzentrieren…“ Sie wedelte grinsend mit dem selbstgeschriebenen Zettel vor meiner Nase herum und ich schnappte mir das Stück Papier, um einen prüfenden Blick darauf zu werfen.

„Hey…! Gib mir das wieder!“, beschwerte sie sich, doch ich wandte mich mit einem Grinsen von ihr ab und las mir das Erste durch, was sie auf dieser Liste notiert hatte.
„Salat…“, murmelte ich und sah mich suchend um.
Hier in dem Gang, in dem wir uns befanden, gab es nur Süßigkeiten, also musste ich irgendwo anders danach suchen.
„Du weißt doch gar nicht, wo sich alles befindet“, gab sie schmollend von sich und ich spürte, wie sich ihre Hände an meinen Arm legten und sie sich darin festkrallte.
„Gib mir den Zettel wieder, Edward… Bitte…“ Ihre sanfte und bittende Stimme brachte mich aus dem Konzept und ich sah zu ihr herunter.
Sie zwinkerte mir frech zu, schnappte sich den Zettel und war innerhalb weniger Sekunden schon im nächsten Gang verschwunden.
Ich hörte sie noch leise Lachen und ich schüttelte grinsend den Kopf, während ich ihr mit schnellen Schritten folgte.
„Du bist ein Biest, Isabella… Du spielst mit unfairen Mitteln. Du müsstest ganz genau wissen, dass du mich in der Hand hast, wenn du mich um etwas bittest…“
Ich griff nach ihrer Hand und hinderte sie daran, lachend im nächsten Gang zu verschwinden.
Ihr Lachen war wundervoll und in diesem Moment so vollkommen losgelöst, dass ich einfach nur lächelte und das von ganzem Herzen.
Anscheinend hatte sie nicht damit gerechnet, dass ich sie festhalten würde, denn sie stolperte und fiel mir dann direkt in die Arme.

Sie lachte noch immer und vergrub ihr Gesicht an meiner Brust und ich?
Ich wollte sie am liebsten nie wieder los lassen oder sie gehen lassen.
Ja, seit so vielen Jahren war ich endlich wieder einmal wirklich verliebt.
Meine Finger legten sich an ihr Kinn und ich hob es sanft hoch, als ihr Lachen so langsam verstummte.
Ihre Augen glitzerten und sie strahlte regelrecht, und ich war mir sicher, dass mein Gesicht nicht anders aussah.
Langsam beugte ich mich zu ihr herunter und ich hörte sofort, wie sich ihr Atem beschleunigte, doch bevor ich auch nur dazu kam, meine Lippen auf ihre zu legen, traf ich auf ihren Zeigefinger, der sich gegen meinen Mund drückte.
„Salat…“
„Was bitte?“, nuschelte ich gegen ihren Finger und hatte keine Ahnung, was sie mir jetzt damit sagen wollte.
Ich sah das Grinsen in ihrem Gesicht und sie hielt mit der freien Hand den Zettel hoch.
„Wir müssen noch einkaufen, schon vergessen?“
Ich seufzte gequält, als sie sich wieder von mir entfernte.
„Wie lange willst du mich noch quälen?“, jammerte ich und sie lachte wieder.
„Sie sind so ungeduldig, Mr. Cullen…“
„Geht das schon wieder los…“, murmelte ich, konnte mir aber ein Lächeln nicht verkneifen.

„Du solltest dich in Geduld üben, mein Lieber“, entgegnete sie nur schulterzuckend und ich verdrehte die Augen.
„Darin bin ich ja wohl besser als du, oder? Schließlich warst du ja diejenige, die mich einfach so überfallen hat.“
Ihre Augen formten sich zu Schlitzen, doch ihre Körperhaltung verriet, dass sie nicht wirklich sauer auf mich war.
Sie wusste einfach nur, dass ich Recht hatte.
„Samstag, Edward!“, sagte sie eindringlich und ich starrte sie einen Moment lang verwirrt an, beobachtete sie dabei, wie sie über meinen Gesichtsausdruck lachte.
Erst dann wurde mir bewusst, wovon sie sprach.
„Samstag“, wiederholte ich ihre Worte mit einem Lächeln auf den Lippen und sah wie sie sich strahlend von mir abwandte um sich nach den restlichen Zutaten umzusehen.
Ja, ich würde sie am Samstag überraschen und sie davon überzeugen, dass es mit uns beiden klappen könnte, wenn wir nur beide es versuchen würden.
Ich war mir was diese Sache anging so sicher, wie noch nie in meinem Leben zuvor.

1 Kommentar:

  1. Hallöchen,

    habe mich eben gekringelt vor Lachen:

    „Sieh mal, Schatz. Bella hat Männerbesuch…“

    Ich finde den Satz von Renee sehr aussagekräftig... ^^
    Wollte ich nur mal gesagt haben: TOLLE STORY!
    Bin immer um sie herumgetänzelt, weil mich das Thema nicht so interessiert hat, aber ich bin froh, dass ich angefangen habe sie zu lesen. Wenn ich es nicht gemacht hätte, dann hätte ich auf jeden Fall etwas verpasst.
    Ein Danke für die Story und ganz liebe Grüße aus der Hauptstadt - Mari

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