Bella POV
„Tanya… Emilys Mutter… Sie lebt.“
Geschockt und zugleich verwirrt starrte ich ihn an. Sie lebte? Emilys Mutter lebte?
Lebte in dem Sinne, dass sie wirklich und leibhaftig noch auf dieser Erde wandelte?
Aber wie war das möglich?
„Edward, was…?“ Doch ich kam gar nicht erst dazu ihm eine Frage zu stellen, als meine Augen seine verletzte Gestalt erfassten.
Vor mir saß nicht der starke Edward Cullen, der alle Gefühle um sich herum abprasseln ließ.
Dieser Edward Cullen war verletzlich und hatte seine Mauer abgelegt, welche sein ständiger Begleiter geworden war.
Seine Augen wirkten so traurig, doch ich konnte diese Wut, die in ihm lebte, noch allzu deutlich erkennen.
Wut, die nicht auf mich gerichtet war.
Eine Art von Wut, die auch nicht mir galt, als er mich so angebrüllt hatte.
Wieso hatte ich das nicht gleich erkannt? Mir war bewusst, dass seine Reaktionen nicht normal sein konnten, immer wenn Emilys Mutter erwähnt wurde, also wieso hatte ich mir diesbezüglich nicht mehr Gedanken gemacht?
„Was ist damals passiert?“, fragte ich mit meiner sanftesten Stimmlage und streckte meine Hand nach ihm aus.
Er zitterte und ich wollte nichts lieber tun, als ihn zu trösten, aber dafür müsste ich erst einmal wissen, was genau vorgefallen war.
Wenn Emilys Mutter tatsächlich noch lebte, wieso wurde dann ihr Tod vorgetäuscht?
„Nun… Was würdest du schlimmer finden…Die Tatsache, dass deine Eltern bei deiner Geburt gestorben sind und du sie niemals kennen gelernt hättest, oder dass sie nicht tot sind, dich aber niemals wollten. Dass sie dich niemals geliebt haben…“
Diese Worte hallten in meinen Kopf, versuchten das Puzzle mit den wenigen Informationen, welche ich besaß, zu einem Ganzen zusammenzufügen, aber das war mir nicht möglich.
„Du wirst mich hassen, wenn ich dir das sage.“
Er wandte seinen Blick ab und richtete ihn auf seinen Schoß. Seine Stimme klang so traurig und bitter, wie ich es noch nie bei irgendjemandem zuvor gehört hatte.
Was war nur geschehen, dass diesen Edward Cullen so zerbrechlich wirken ließ und wieso sollte ich ihn dafür hassen?
„Ich werde dich nicht hassen“, versprach ich ihm und berührte sanft seinen Unterarm.
„Doch, das wirst du. Ich hasse mich ja selbst dafür und ich könnte es nicht ertragen, wenn du mich auch hassen würdest“, hörte ich ihn sagen, wobei seine Stimme so… fremd klang.
Es bereitete mir seelische Schmerzen ihn so zu sehen. Zu sehen wie er litt, ohne dagegen etwas unternehmen zu können, war für mich eine Höllenqual.
„Ich verspreche dir, dass ich dich dafür nicht hassen werde.“
Und genauso meinte ich es auch. Wie konnte ich ihn für Etwas hassen, was ihn solche Schmerzen erleiden ließ?
Was ihn offensichtlich zu dem Mann gemacht hatte, der er war, als ich ihn kennen gelernt hatte.
Mit meiner anderen Hand griff ich nach seiner Wange, drehte seinen Kopf in meine Richtung und zwang ihn so dazu mich wieder anzusehen.
Ich musste sehen, was wirklich in ihm vorging, musste es in seinen Augen ablesen können, doch das Wichtigste war, dass er mir in die Augen sah und sich selbst davon überzeugte, dass ich, egal was er mir sagen würde, ihn nicht hassen könnte.
Doch mit dem, als seine Augen wieder meine trafen, hatte ich nicht gerechnet.
Sie leuchteten und wirkten so traurig. Tränen sammelten sich in der schönen Form seiner Augen und warteten nur darauf dort hinauszugelangen.
Wie könnte ich diesen Mann für etwas hassen, für dass er sich schon selbst so sehr zu hassen schien?
„Du wirst mich verurteilen“, sprach er wieder, diesmal mit zittriger Stimme und blickte mit seinen Augen nach unten.
Wenn ich ihm doch nur irgendwie seinen Schmerz und sein Leiden nehmen konnte!
Ihn von dem befreien, was ihm so sehr zu schaffen machte.
„Ich werde dich bestimmt nicht verurteilen“, versicherte ich ihm und drückte zur Bestätigung meiner Worte sanft seinen Unterarm.
Er musste mir vertrauen, wenn ich ihm helfen sollte. Und ich wollte ihm helfen.
Leicht schüttelte er seinen Kopf und wirkte regelrecht verzweifelt.
„Edward, hör mir zu“, sprach ich leise, nahm seinen Kopf sanft zwischen meine Hände und wartete, bis seine Augen wieder aufsahen, bevor ich weiter sprach.
„Ich werde dich weder verurteilen, noch werde ich dich hassen. Wir sind Freunde und als Freundin werde ich dir zuhören und für dich da sein. Egal, was du getan oder auch nicht getan hast, du wirst bestimmt einen guten Grund dafür gehabt haben. Erzähl mir, was passiert ist“, bat ich ihn und musste mich dazu zwingen, dass nicht auch mir die Tränen kamen.
Es übermannte mich eine Welle der Traurigkeit ihn so zu sehen und nichts dagegen unternehmen zu können, aber ich musste stark sein.
Für ihn, denn das war das Mindeste, was ich in diesem Moment für ihn tun konnte.
Langsam ließ ich sein Gesicht wieder los und hoffte inständig, dass er sich nicht wieder von mir abwenden würde.
Meine Hände griffen nach seinen, wodurch ich hoffte, ihm so genug Mut zu geben sich mir anzuvertrauen.
„Emily war damals einen Monat alt“, fing er an zu erzählen als ich sah, wie eine seiner Tränen sich ihren Weg in die Freiheit erkämpft hatte.
Seine Stimme zitterte vor lauter Wut und Schmerz, begleitet von einer großen Portion Selbsthass.
Geduldig wartete ich darauf, dass er mit seiner Erzählung fort fuhr, drückte noch ein weiteres Mal leicht seine Hand, was ihn dazu ermutigte weiter zu reden.
„Nach meiner letzten Vorlesung am College ging ich nach Hause und da war dann Tanya… Sie war so wütend und ich… ich wusste nicht wieso. Ich meine, ich hatte eine Frau an meiner Seite, die ich wirklich geliebt habe und mir mit Emily das beste Geschenk auf dieser Welt gemacht hat, aber sie…“
Er stoppte in seiner Erzählung, während eine weitere Träne seine wohlgeformte Wange hinab fuhr.
„Sie war so kühl und… und so distanziert. Tanya… Im Inneren hatte ich das Gefühl, dass sie Emily gar nicht liebte. Weißt du, Emily war damals ein kleiner Schreihals“, fuhr er fort und zum ersten Mal schlich sich ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen, welches jedoch schnell wieder verschwand, als er seiner Erzählung weiter nachging.
„Tanya war wohl überfordert. Sie konnte mit der ganzen Situation nicht umgehen und ich verstehe einfach nicht, warum sie nicht zu mir gekommen ist. Ich hätte doch etwas machen können…“
Er wirkte so verzweifelt und ich wollte ihn so gern in den Arm nehmen, ihm so zeigen, dass ich für ihn da war, aber ich wartete noch.
„In der Nacht war ich durch Emilys lautes Weinen aufgewacht. Tanya lag nicht neben mir, aber ich hatte mir nicht viel dabei gedacht. Und als ich dann runter ging war da dieser Zettel…“
Er ließ meine Hand los, damit er sich die immer mehr kommenden Tränen aus dem Gesicht streichen konnte, bevor er sie wieder auf seinen Schoß fallen ließ und ich wieder danach greifen konnte.
Ich fühlte mich so hilflos einfach nur neben ihm zu sitzen und zuzusehen, wie er wohl die schlimmste Zeit seines Lebens noch einmal Revue passieren ließ.
„Was stand auf diesem Zettel?“, fragte ich ihn leise und strich sanft mit meinem Daumen seinen Handrücken entlang.
„Dass sie es nicht konnte“, sagte er leise und schniefte einmal kurz.
„Sie konnte dieses Leben nicht führen und wäre nicht bereit dazu ihr restliches Leben dafür zu opfern, also ist sie gegangen. Sie ist einfach abgehauen, hat Emily und mich im Stich gelassen…“
Dies war der Moment, als seine Mauer und all die Versuche sie aufrecht zu erhalten ihr Ende fanden.
Edward zerbrach vor mir gerade in tausend Stücke und es tat mir weh ihn so zu sehen.
Ich spürte die Tränen, die sich in meinen Augen sammelten, schaffte es aber noch sie zurückzuhalten.
Emilys Mutter war einfach so abgehauen. Wie konnte eine Mutter nur so handeln?!
Wusste sie denn nicht, was sie Edward damit antun würde?
Hatte sie nicht einmal an Emily gedacht? Wie es für sie gewesen sein musste, ohne ihre Mutter aufzuwachsen?
War diese Frau wirklich so egoistisch, dass es sie nicht im Geringsten interessierte was für Folgen ihr Verschwinden haben würde?
Für mich war es damals auch eine harte Zeit gewesen und ich war gerade einmal 17 Jahre alt als ich Mutter wurde, dennoch hatte ich nicht einmal daran gedacht meine Tochter zu verlassen. Ich würde lieber sterben als mich von meiner Tochter fernzuhalten.
Wie konnte ein Mensch, eine Frau und besonders eine Mutter, egal in welchem Alter sie ihr Kind bekommen hatte, so skrupellos sein und ohne ein Wort einfach verschwinden?
Edward so zu sehen, brachte mich dazu diese Frau aus vollem Herzen zu hassen.
„Nun… Was würdest du schlimmer finden…Die Tatsache, dass deine Eltern bei deiner Geburt gestorben sind und du sie niemals kennen gelernt hättest, oder dass sie nicht tot sind, dich aber niemals wollten. Dass sie dich niemals geliebt haben…“
Seine Worte hallten wieder in meinen Kopf und ergaben für mich endlich einen Sinn.
„Nun ja… Es ist etwas anderes, wenn man seine Eltern niemals kennen gelernt hat. Man würde sie schon vermissen, aber trotzdem… Ich wüsste nicht, ob ich mit der Gewissheit leben könnte, dass meine Eltern mich niemals geliebt hätten. Nicht geliebt zu werden von den Menschen, die man am meisten in seinem Leben braucht ist grausam… Also würde ich sagen, ich fände es schlimmer… Aber was willst du mir damit sagen?“
Er hatte Emily in dem Glauben gelassen, dass ihre Mutter bei ihrer Geburt verstorben sei… der Selbsthass, den ich in seinen Augen gesehen hatte, war alleine darauf bezogen.
Wie konnte er sich dafür selbst so sehr hassen, wenn es die richtige Entscheidung war und ich an seiner Stelle genauso gehandelt hätte?
Sanft streichelte ich Edwards Rücken, nachdem er seinen Kopf an meine Schulter gelehnt hatte, vor sich hin weinte und dem Schmerz, den er schon seit Jahren mit sich herumschleppen musste, endlich freien Lauf ließ.
„Sie hat letztens angerufen“, schniefte er und hob seinen Kopf wieder an, sodass er in meine Augen blicken konnte.
Fragend sah ich ihn an und legte meinen Kopf schief, doch als ich die Wut in seinen Augen ablesen konnte, gemischt mit all den Tränen des Schmerzes, die er vergossen hatte, war es mir sofort klar.
„Was wollte sie?“, fragte ich ihn und sah ihn sanft an.
Ich hasste diese Frau jetzt schon abgrundtief, aber das war nicht der richtige Zeitpunkt um es zu zeigen.
Er sollte sehen, dass ich ihn für nichts verurteilte oder hasste, so wie er es anfangs noch befürchtet hatte.
„Reden…aber ich habe sie nicht reden lassen. Ich will nichts mehr von ihr hören…“
Diese Kälte, die nun in seiner Stimme mitschwang, war nicht zu überhören.
Was wollte diese Frau nur nach all den Jahren? Wieso rief sie an und zerstörte alles, was Edward sich 16 Jahre lang aufgebaut hatte?
„Das war auch der Grund, warum ich mich wie das größte Arschloch der Welt benommen hatte und ich weiß, dass man mein Verhalten nicht entschuldigen kann, aber vielleicht…vielleicht kannst du es nachvollziehen“, sprach er leise und blickte tief in meine Augen.
Sein Grün nahm mich gefangen und ich konnte die Reue sehen, die sich in dieser Farbe abzeichnete.
Es war unglaublich, wie ausdrucksstark seine Augen waren. Sie sagten so viel aus, gaben so viel von sich preis, dass einem dadurch beinahe schwindelig werden konnte.
„Ich kann dich verstehen“, sagte ich ihm und nahm eine seine Hände in meine, spielte mit seinen Fingern.
„Wenn ich an deiner Stelle gewesen wäre… Ich denke, ich hätte genauso gehandelt.“
Ich versuchte mir, trotz der schrecklichen Dinge, die Edward mir gerade mitgeteilt hatte, ein Lächeln aufzuzwingen und hoffte, dass es nicht allzu gezwungen aussah.
„Du… Verzeihst du mir? Es tut mir wirklich so leid, was passiert ist und ich wünschte, ich könnte das wieder rückgängig machen. Der Mann, der dir die Tür geöffnet hat, das war nicht wirklich ich. Es war, als hätte all meine Wut auf Tanya meinen Körper gelenkt und…“
Ich ließ ihn nicht weiterreden, legte ihm meinen Zeigefinger auf seine Lippen, die sich unglaublich weich anfühlten und brachte ihn dazu seinen Redeschwall zu stoppen.
„Es ist okay, Edward“, sagte ich ihm und legte meine Arme um ihn, damit ich ihn umarmen konnte.
„Ich verzeihe dir“, sprach ich leise in sein Ohr und drückte ihn etwas fester an mich.
Es dauerte eine Weile, bis auch er seine Arme um mich legte und mich so etwas näher zu sich heranzog.
„Danke“, flüsterte er und bettete seinen Kopf auf meiner Schulter, woraufhin ich nur meinen Griff um ihn herum verstärkte.
Ich konnte nicht sagen, wie lange wir so auf der Couch saßen und uns in den Armen hielten, aber irgendwann lockerte ich meinen Griff um ihn herum und lehnte mich soweit nach hinten, sodass ich in sein Gesicht blicken konnte.
„Geht es dir jetzt besser?“, fragte ich ihn in einen leisen Ton und musterte ihn ganz genau.
Seine Augen waren gerötet, seine Haut war blass und seine Gesichtszüge wirkten so unglaublich traurig, dass ich dagegen am liebsten etwas unternommen hätte.
„Ja“, flüsterte er zurück, lockerte ebenfalls den Druck seiner Arme um mich herum und lehnte sich ein Stück zurück.
„Dank dir. Ich danke dir für alles“, sprach er weiter und sah, wie seine Blick zwischen meine Augen und meinen Lippen hin und her wanderte.
Sobald ich registrierte, dass er sich weiter nach vorne gebeugt hatte und seine Augen auf meinen Lippen heften geblieben waren, stoppte ich ihn, indem ich ihm meine Hand auf seinen Mund legte.
So sehr ich es mir auch wünschen würde seine Lippen auf meinen zu spüren, so sehr wusste ich auch, dass dieser Moment der denkbar schlechteste Zeitpunkt dafür war.
Wahrscheinlich wollte er sich so nur ablenken und das war etwas, was ich meinem armen Herzen nicht zumuten wollte.
„Tut mir leid“, hörte ich ihn gegen meine Finger sagen, welche ich immer noch gegen seine weichen Lippen gepresst hatte.
„Ist schon gut“, erwiderte ich und zog meine Hand wieder zurück, bevor ich ihn wieder in eine Umarmung zog.
Die ganze Nacht über blieb ich noch bei Edward.
Ich wollte ihn einfach nicht allein lassen. Wollte für ihn da sein, wenn er mich brauchen sollte.
Irgendwann bemerkte ich seinen ruhigen und gleichmäßigen Atem. Es war nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sein Körper so erschöpft war und durch den Schlaf wieder zu neuen Kräften kommen musste.
Doch selbst, als er schlief, ging ich nicht weg. Es war schon spät und wenn er mitten in der Nacht aufwachen würde, dann wollte ich, dass jemand für ihn da war.
Ich wollte diejenige sein, die ihm seine Stärke wieder zurückgab.
Nachdem ich ihn mit der Decke zugedeckt hatte, welche direkt über der Couchlehne gelegen hatte, suchte auch ich mir in den vielen Schränken dieses Hauses eine Decke, welche mir in dieser Nacht genügend Trost spenden konnte.
Sobald ich in einem der Schränke im Flur fündig wurde, ging ich zu Edward zurück und legte mich neben der Couch, auf dem Boden, zu ihm.
Meine Hand streckte ich nach seiner aus und auch, wenn es etwas ungemütlich war, blieb ich so liegen.
Sein Unterbewusstsein würde bestimmt merken, dass ich noch bei ihm war und für ihn da sein würde, wenn er mich brauchte.
Durch die Sonnenstrahlen, welche durch die großen Fenster des Hauses in Edwards Wohnzimmer schienen, erwachte ich aus einem traumlosen Schlaf.
Verschlafen wollte ich mich aufrichten als ich bemerkte, dass meine Hand noch immer in der von Edward lag.
Ein Lächeln schlich sich auf mein Gesicht, als mir bewusst wurde, dass wir die ganze Nacht so geschlafen haben mussten und der Druck seiner Hand sich sogar verfestigte, als ich ihm diese entziehen wollte.
Als mein Blick auf die einzige Uhr im Raum fiel wusste ich, dass ich mich auf den Weg nach Hause machen musste.
Es war acht Uhr am Morgen und ich hatte Jake gestern noch eine Nachricht geschickt, dass ich die Nacht über nicht mehr nach Hause kommen würde.
Ich konnte nicht warten, bis Edward wieder das Land der Träume verließ, aber ich wollte ihn auch nicht wecken, nur damit ich mich von ihm verabschieden konnte.
Sobald ich ihn dazu brachte meine Hand loszulassen, was er mit einem Grummeln quittierte und mich zum Lächeln brachte, machte ich mich erstmal auf die Suche nach dem Badezimmer, damit ich meinen morgendlichen Erledigungen nachgehen konnte.
Jedenfalls so, wie man es in einem fremden Haushalt tun konnte.
Spontan entschloss ich mich dazu, dass ich Edward noch ein kleines Frühstück zubereiten wollte.
Ich wollte nicht einfach so gehen und ein Frühstück war das Mindeste, was ich für ihn tun konnte.
Er hatte mir gestern so viel gesagt, hatte sich mir anvertraut und sich geöffnet.
Edward hatte mir gezeigt, wer wirklich hinter seiner einst so aufrecht aufgebauten Fassade steckte, hatte all seinem Schmerz mit mir geteilt und dafür war ich ihm dankbar.
Es musste wirklich hart für ihn gewesen sein mir alles zu erzählen und diese schlimme Zeit noch einmal zu durchleben.
Bis ich die Küche in diesem großen Haus gefunden hatte, dauerte es eine ganze Weile.
Schon von außen war dieses Gebäude beeindruckend gewesen und man konnte sich ausmalen, wie es erst im Inneren sein musste, aber es dann wirklich zu sehen, war etwas ganz anderes.
Alles war so groß und beeindruckend, was den Nachteil hatte, dass wenn man sich im Haus nicht auskannte, man sich durchaus verlaufen konnte.
Edwards Küche war ein Traum. So wie alle anderen Räume des Hauses, welche ich bis jetzt gesehen hatte, war sie groß und geräumig.
Sie bot eine Menge Platz zum kochen an und ich hoffte nur, dass ich nichts kaputt machen würde, wenn ich Edward sein Frühstück zubereitete.
Nachdem ich mich durch die verschiedenen Schränke gewühlt und ich alle entsprechenden Zutaten beisammen hatte, machte ich ihm Pancakes.
Ich wusste, dass ich damit nichts falsch machen konnte, schließlich hatte er sie ja schon einmal gegessen und köstlich gefunden.
Es dauerte eine Weile, bis das Essen letztendlich fertig war und da ich nirgendwo ein Frühstückstablett finden konnte, bereitete ich alles, was für ein gutes Frühstück nötig war, auf seinen riesigen Küchentisch vor.
Doch bevor ich ging, wollte ich ihm noch eine Nachricht hinterlassen.
Er sollte nicht denken, dass ich ohne ein Wort zu sagen einfach ging und da ich nicht wusste, wie oft am Tag er in die Küche ging, wollte ich ihn auch auf das Essen, welches ich für ihn zubereitet hatte, aufmerksam machen.
Guten Morgen :)
Es tut mir leid, aber ich musste nach Hause.
Habe dir ein kleines Frühstück vorbereitet und hoffe, dass es dir schmecken wird.
Wenn du etwas brauchst, egal was, dann ruf mich bitte an.
Ich bin für dich da.
Bella
Ich riss den Zettel von dem kleinen Notizblock, welcher noch auf dem Küchentresen zu finden war und legte ihn auf den Tisch im Wohnzimmer, direkt in der Nähe der Couch, auf der Edward lag und hoffte, dass er ihn auch bemerken würde.
Eine Weile stand ich noch da und beobachtete seinen ruhigen Schlaf.
Er sah so friedlich aus, wenn er schlief. Als ob er von all seinen Sorgen befreit werden würde.
Das Lächeln auf seinen Lippen verriet mir, dass er von etwas Schönem träumen musste.
Dass er wenigstens in seinen Träumen seinen Sorgen entkommen konnte, besonders nach dem gestrigen Abend.
Ich konnte es nicht kontrollieren, wollte es auch gar nicht verhindern, als ich mich zu ihm herunter beugte, ihm mit meiner Hand die Haare aus dem Gesicht strich und ich einen Kuss auf seine Wange platzierte.
Ein Kribbeln durchfuhr meinen ganzen Körper, sobald meine Lippen mit seiner Haut in Berührung kamen. Es war ein schönes Kribbeln, welches mir jedoch auch Angst einjagte.
Ich mochte diesen Mann schon zu sehr und besonders nach letzter Nacht waren meine Gefühle für ihn schon gewachsen.
Ihm zu sagen, dass wir nicht mehr als Freunde sein sollten, war mir schwer gefallen, aber ich sah keinen anderen Ausweg.
Nicht, wenn ich mein Herz davor schützen wollte verletzt zu werden.
Noch ein letztes Mal sah ich ihn an, versuchte mir seine schlafende Gestalt genau einzuprägen, bevor ich mich auf den Weg nach Hause machen würde.
Seit diesem Tag waren nun ein paar Wochen vergangen.
Wochen, in denen viel passiert war.
Das Verhältnis zwischen Edward und mir wurde immer besser. Wir telefonierten oft und sprachen meistens über eher belanglose Sachen.
Wir lernten uns besser kennen und trafen uns sogar immer öfter und jedes Mal war da diese gewisse Art von Spannung zwischen uns.
Die Art von Spannung, die es zwischen Freunden eigentlich nicht geben sollte.
Wie war ich nur auf diese idiotische Idee gekommen ihm eine Freundschaft anzubieten? Nur Freundschaft.
Jedes Mal wenn wir uns sahen, egal ob wir zusammen Essen gingen oder uns zusammen einen Film ansahen, musste ich mich zusammenreißen, ihn nicht unentwegt anzustarren.
Er besaß eine gewisse Macht über mich. Eine Macht, welche es mir beinahe unmöglich machte ihr zu entfliehen.
Immer wenn er in meiner Nähe war, wir uns zufällig berührten und besonders dann, wenn er mich zum Abschied in die Arme nahm und mir einen Kuss auf die Wange gab musste ich mich zusammenreißen um nicht über ihn herzufallen.
Es war wirklich schön mit Edward Zeit zu verbringen.
Mit einem Edward, der gelernt hatte wieder aus vollem Herzen zu lachen und Spaß zu haben, mit dem man aber auch sehr gut ernste Gespräche führen konnte.
Doch mit jeder weiteren Sekunde, die ich in seiner Nähe verbrachte, wurden meine Gefühle für ihn größer und mein Verlangen nach ihm stärker.
Am Anfang war es noch etwas verkrampft zwischen uns.
Anscheinend konnte Edward mit der Tatsache, dass er sich vor mir so hatte gehen lassen nicht richtig umgehen, auch wenn ich ihm immer wieder aufs Neue versicherte, dass ich damit durchaus kein Problem hatte.
Er sagte immer, es wäre ihm peinlich, dass er wie ein Mädchen geheult hatte und jedes Mal, wenn er das sagte hätte ich ihn dafür am liebsten geschlagen.
Schließlich war es nicht so, dass er wegen eines verlorenen Baseballspiels so geweint hatte.
Edward hatte all seine Gefühle, all seinen Schmerz und Kummer in den letzten Jahren gut in Schach gehalten, hatte sie nur durch seine Wut zum Ausdruck bringen können, da war es nicht verwunderlich, dass seine wahren Gefühle irgendwann ihren Weg an die Oberfläche gesucht hatten.
„Und für dich ist es wirklich okay, wenn ich vorher gehe?“, riss mich Alice aus meinen Gedanken, welche schon ihre Jacke angezogen hatte und nun nach ihrer Tasche griff.
Alice hatte heute Abend ein Date mit Jasper, woraufhin ich ihr angeboten hatte den Laden abzuschließen, damit sie früher nach Hause gehen und sich für ihre Verabredung fertig machen konnte.
Sie hatte schon so viel für mich getan, da war das das Mindeste, was ich für sie tun konnte.
„Habe ich doch gesagt und jetzt verschwinde“, gab ich lachend von mir und griff nach ihren Schultern um sie nach Außen zu befördern, da sie sonst wohl nie von hier wegkommen würde.
Es war ja nicht so, dass ich zum ersten Mal alleine im Laden war und ihn dann abschloss.
Der einzige Unterschied war der, dass ich die heutige Lieferung alleine einräumen musste, was zwar etwas mehr Zeit in Anspruch nahm, ich aber durchaus damit leben konnte.
„Wir können die Lieferung auch morgen früh noch machen, dann musst du das nicht alleine tun“, gab dieses kleine Wesen von sich, drehte ihren Kopf über ihre Schulter, während ich sie weiterhin zum Ausgang schleifte und sah mich aus ihren strahlenden blauen Augen an.
„Alice, ich bekomme das schon hin, wirklich. Und jetzt solltest du gehen, dich ausgehfertig machen und Spaß mit deinem Freund haben.“ Lächelnd sah ich sie an und gab ihr noch einen Kuss auf ihre Wange, bevor ich sie dann aus ihrem eigenen Laden schmiss.
Ich freute mich riesig für Alice’ neu gewonnenes Glück. Jasper schien ihr wirklich gut zu tun und immer, wenn sie von ihm sprach, fingen ihre Augen überirdisch an zu leuchten.
Vor ein paar Tagen hatte mich Alice darauf angesprochen, warum ich es denn nicht mit Edward versuchen wollte.
Sie konnte nicht verstehen, warum ich mich dazu entschlossen hatte nur mit ihm befreundet zu sein und um ehrlich zu sein verstand ich meine eigene Entscheidung mittlerweile selbst nicht mehr.
Alice war nicht blind. Edward kam öfter zu mir in den Buchladen, verbrachte mit mir zusammen die Mittagspause oder holte mich von der Arbeit ab, damit wir zusammen etwas essen gehen konnten.
Die Spannung, die zwischen uns herrschte war nicht zu übersehen, vor allem nicht für meine beste Freundin Alice.
Das Läuten des Windspieles an der Tür riss mich erneut aus meinen Gedanken.
„Wir haben geschlossen“, rief ich und setzte die Kiste, welche ich gerade erst angehoben hatte, wieder ab.
Doch sobald ich mich zum Eingang herum drehte, stockte mir der Atem.
Dort stand er, der Mann für den ich so große Gefühle entwickelt hatte, dass es schon beinahe schmerzte in seiner Nähe zu sein, ohne ihn so anfassen zu können, wie ich es am liebsten gehabt hätte.
Ich wusste ja, dass diese ganze Sache mit der Freundschaft allein meine Idee gewesen war, aber je mehr ich darüber nachdachte und je mehr Zeit verging, desto mehr bereute ich es diese Entscheidung für uns beide getroffen zu haben.
Mir war unklar, wie Edward über die ganze Situation dachte, aber manchmal gab es Momente, in denen ich schwören könnte, dass er für mich dasselbe empfand.
Konnte es wirklich so sein?
Gab es auch nur den Hauch einer Möglichkeit, dass er mich genauso anziehend fand wie ich ihn?
Und wenn ja, wie sollte das möglich sein?
Ich war nichts Besonderes, führte ein durchschnittliches Leben und verdiente mein Geld als Angestellte in einem Buchladen.
Es war nicht viel, aber es war genug um zu leben und sich ab und zu etwas zu gönnen.
Edward dagegen war alles andere als durchschnittlich. Er war ein wundervoller Mann, sowohl von Innen, als auch von Außen.
Solche Männer zeigten niemals Interesse an eine Frau wie mir.
Was Edward benötigte war eine Frau seiner Klasse.
„Hey“, hörte ich ihn sagen und sah, wie er die Türe des Ladens hinter sich wieder schloss.
Seine Augen richteten sich auf meine und glänzten auf eine Art und Weise, die ich nicht genau beurteilen konnte.
„Edward“, war das einzige, was ich von mir geben konnte und starrte ihn weiterhin an.
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er hier aufkreuzen würde, weshalb ich umso überraschter war ihn hier zu sehen.
„Waren wir verabredet?“, fragte ich ihn auch schon und sah ihn fragend an.
Normalerweise vergaß ich es nie, wenn wir verabredet waren und wenn ich mich recht erinnerte, hatten wir für heute nichts ausgemacht.
„Nein, aber ich wollte dich überraschen und na ja… ich wollte dich sehen…“ Sein Grün bohrte sich in mein Braun und jedes Mal wurden meine Knie weich, wenn unsere Augen sich so intensiv trafen.
Wieso nur musste er es mir immer so schwer machen?
Allein schon seine bloße Anwesenheit war für mich schwer zu ertragen, aber wenn er mich dann auch noch so ansah, trieb es mich regelrecht an meine Grenzen.
Warum musste ich mich denn ausgerechnet in ihn verlieben? In einen Mann, der viel zu gut für mich war und viel Besseres als mich verdient hätte?
Ich war verloren und um ehrlich zu sein wusste ich nicht, wie lange ich dieses Freundschaftsding noch durchhalten konnte.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis seine Anwesenheit mir irgendwann zu viel wurde.
Was sollte ich denn machen, wenn er die nächste ‚Carol-Ann’ traf und sich dann ebenfalls mit ihr verlobte? Könnte ich das aushalten?
Mir war bewusst, dass diese Freundschaft wichtig für ihn war.
Er brauchte mich und ich brauchte ihn. Wir brauchten einander und das auf eine unterschiedliche Art und Weise.
Ich wusste nicht, was ich auf den Grund seines Erscheinens erwidern sollte, weshalb ich ihn einfach nur anlächelte und die Kiste, welche ich vorhin abgesetzt hatte, wieder anhob.
„Warte, ich helfe dir“, hörte ich seine schöne Stimme sagen und sah, wie er sich seine Jacke auszog und dabei ein weißes Hemd zum Vorschein kam, bei dem die ersten paar Knöpfe offen waren und so ein Teil seiner muskulösen Brust entblößte.
Dieser Mann wollte mich eindeutig um den Verstand bringen.
Edward krempelte noch seine Ärmel nach oben, bevor er nach der ersten Kiste griff und ich sogar durch den Stoff seines Hemdes sehen konnte, wie sich die Muskeln seines Oberarmes anspannten.
In diesem Moment war es mir egal, ob er sehen würde, wie ich ihn anstarrte und ihn musterte. Bei diesem Anblick geschah es automatisch, dass meine Zunge durch meine Lippen hervorkam und diese damit befeuchtete.
Und um ehrlich zu sein waren diese Lippen nicht die einzigen Sachen an mir, die gerade feucht wurden.
„Wohin damit?“, fragte Edward und riss mich aus meinen Gedanken.
Auf einer gewissen Art und Weise war ich ihm sogar dankbar dafür, dass er das getan hatte. Ich konnte mir schon denken, in welche Richtung meine Tagträume gegangen wären und wer könnte schon sagen, ob ich mich dann noch hätte beherrschen können?
Es war wirklich zum verrückt werden.
Je öfter wir uns sahen, desto intensiver wurden meine Träume, welche nur noch von ihm handelten.
Sogar meine Tagträume hatte dieser Mann nur für sich beansprucht, was mich langsam aber sicher in den Wahnsinn trieb.
„Ist die Kiste nicht zu schwer?“
Fragend sah ich zu ihm herüber, wollte somit meinen eigenen Gedanken entfliehen, doch allein schon bei seinem Anblick war es nicht möglich an etwas anderes zu denken.
„Ich habe letztens zwar geheult wie ein Mädchen, aber ich bin immer noch so stark wie ein Mann. Also, wohin damit?“
Ging das schon wieder los!
„Nur weil du, nach 16 Jahren, deinen Gefühlen freien Lauf gelassen hast, heißt es noch lange nicht, dass du ein Weichei bist“, erwiderte ich darauf etwas bissig und machte mich auf dem Weg in den Lagerraum, Edward direkt hinter mir.
Es regte mich auf, dass er immer wieder darauf zurückkam, dass er an jenem Abend wie ein Mädchen geheult haben sollte, aber das war mehr als nur lächerlich.
Ich verstand einfach nicht, warum er immer wieder darauf herumtrampeln musste.
Fürchtete er etwa, ich stellte seine Männlichkeit in frage?
„Es nervt mich schon, dass du diejenige warst, bei der ich mich so habe gehen lassen“, hörte ich ihn sagen, als wir den Lagerraum erreicht hatten und ich meine Kiste auf den Boden abstellte.
Was hatte das wieder zu bedeuten? Er war doch derjenige gewesen, der mich zu sich eingeladen hatte und mir von seiner Vergangenheit erzählen wollte.
Bereute er es etwa, dass er mir alles anvertraut hatte? Dachte er immer noch, dass ich ihn verurteilen würde, weil er das getan hat, was er am Besten für seine Tochter hielt?
Für etwas, was auch ich so getan hätte?
„Wieso willst du dich immer wieder verteidigen?“, fragte ich ihn und sah kurz über meine Schulter hinweg zu ihm herüber, bevor ich anfing die erste Kiste auszupacken.
„Tu ich nicht“, antwortete er in einem normalen Ton, woraufhin wir erst einmal beide still waren.
Mittlerweile kannte ich ihn schon so gut, dass ich wusste, dass es sinnlos war mit ihm noch darüber zu diskutieren, so wie es die letzten drei Wochen der Fall war.
Doch im Moment genoss ich es mit ihm allein in diesem kleinen Raum zu sein.
Keiner von uns sagte etwas, aber seine Anwesenheit konnte ich auch so spüren.
Konnte ich es wirklich aushalten? Nur mit ihm befreundet zu sein? Ihm niemals so nah sein zu können, wie ich es wollen würde?
Ich wusste, ich war verloren. Niemals hätte ich meinem Herzen zulassen sollen sich in ihn zu verlieben. Dass wir mittlerweile Freunde geworden waren und ich ihn so wenigstens oft in meiner Nähe haben konnte, machte es für mich nicht unbedingt leichter.
„Ich denke, es war keine gute Idee“, murmelte ich in die Stille hinein und räumte weiterhin die Sachen in die Regale.
„Wovon redest du?“, fragte Edward, doch als ich nicht darauf antwortete, konnte ich hören, wie er von hinten auf mich zukam.
Wie konnte ich nur denken, dass ich es schaffen würde? Wie sollte ich es schaffen meine Gefühle für ihn loszuwerden, wenn wir uns so oft sahen?
Ich schreckte auf, als ich den Druck einer Hand, seiner Hand, auf meiner Schulter spüren konnte. Allein schon diese unschuldige Berührung brachte mich beinahe um den Verstand.
Sein unwiderstehlicher Duft drang in meine Nase, vernebelte mir die Sinne und machte mir das Denken nur noch schwerer.
„Bella“, sagte er, bevor er mich zu sich herum drehte und mich mit seinen grünen Augen musterte.
Augen, welche solch eine hypnotische Wirkung auf mich hatten, sodass jegliche Funktionen meines Körpers ihren Geist aufgaben.
„Was war keine gute Idee, Bella?“, hörte ich ihn wieder fragen und ich musste mich zusammenreißen, damit ich noch einen vollständigen Satz auf die Reihe bekam.
„Na das hier“, rief ich und versuchte ihn mit meinen Händen auf seiner starken Brust etwas von mir wegzudrücken.
Seine Nähe wurde mir etwas zu viel, überforderte mich, weshalb ich versuchte so viel Abstand wie nötig zwischen uns aufzubringen.
Doch seine bloße Anwesenheit war schon zu viel für mich.
Wann genau hatte ich damit angefangen für diesen Mann etwas zu empfinden?
„Diese Freundschaft, das kann nicht klappen“, erzählte ich weiter und sah ihn von unten herab an, allerdings genau auf die Stelle zwischen seinen Augen, damit ich mich nicht wieder in seinem Grün verlieren konnte.
Doch sogar aus dem Augenwinkel konnte ich erkennen, wie der Ausdruck in seinen Augen wechselte.
Die Verwirrung, die bisher darin zu lesen war, wurde von Wut und… Enttäuschung abgelöst.
„Was willst du eigentlich, Isabella? Erst wolltest du mich nur mit Mr. Cullen anreden, dann warst du mit mir aus, wir haben uns super verstanden und dann scheuerst mir eine, als ich dich küssen will“, fing er an, woraufhin ich sofort dazwischenreden musste.
„Da warst du ja auch noch mit Barbie verlobt!“, rief ich aufgebracht und sah ihn aus schmalen Augen an, was ihn jedoch nicht weiter zu interessieren schien, denn er fuhr einfach fort.
„Dann bietest du mir deine Freundschaft an und jetzt auf einmal sagst du, dass es keine gute Idee ist? Was soll der Mist?“
Am liebsten würde ich ihm den waren Grund dafür sagen, aber ich konnte es nicht.
Er würde mich für verrückt erklären lassen und mich auslachen, wenn er von meinen Gefühlen für ihn wusste.
Dass er mich bei unserem ‚Date’ küssen wollte war für mich kein Beweis dafür, dass er vielleicht mehr wollte, als er mir preis gab.
Er war ein Mann und wenn ich mir seine ehemalige Verlobte ansah, war ich auch gar nicht sein Typ.
Es tat einfach verdammt weh zu wissen, dass ich niemals auch nur den Hauch einer Chance bei ihm haben würde.
„Das ist kein verdammter Mist, Edward! Es… und du…“, rief ich wütend, doch als ich nicht die richtigen Worte dafür finden konnte, hörte ich mittendrin auf.
Dieser Mann würde es irgendwann noch schaffen mich in den Wahnsinn zu treiben.
Es benötigte wirklich nicht viel, aber es machte mich nahezu verrückt, wenn er wegen etwas, was ich normal angesprochen hatte, mich so ankeifte.
Meine Emotionen übermannten mich.
Es war lange her, seitdem ich so gefühlt hatte und besonders jetzt, wenn er hier in meiner Nähe stand und ich seinen unwiderstehlichen Duft einatmete, verließ all meine Vernunft meinen Körper.
Als ich in seine Augen sah, erkannte ich die Wut und die aufkommende Leidenschaft, die auch mich plötzlich ergriffen hatte.
So gerne ich ihn gerade eben für sein Verhalten erwürgen wollte, im Moment war mein Verlangen nach ihm einfach unentbehrlich.
Wie oft hatte ich mir vorgestellt, wie er mich berührte, mich küsste und mich einfach nahm…
Und nun stand ich hier, mit ihm in dem kleinen Lagerraum und wir hatten beschlossen nur Freunde zu sein.
Was zum Teufel hatte ich mir nur dabei gedacht?
Ich wollte mehr, viel mehr als das und im Moment wollte ich ihn und seinen Körper mehr denn je.
„Ach Scheiß drauf“, murmelte ich eher zu mir selbst und zog ihn an seinem Kragen zu mir herunter, nur damit ich im nächsten Moment seine Lippen endlich auf meinen fühlen konnte.
Dieses Gefühl war besser.
Viel besser , als ich es mir jemals ausgemalt hatte.
Für einen kurzen Moment lagen unsere Lippen einfach nur aufeinander.
Keiner von uns bewegte sich und ich persönlich genoss einfach den Moment, ihm endlich so nah sein zu können, wie ich es mir schon so lange ausgemalt hatte.
Meine Lippen waren die ersten, die sich auf seinen bewegten, daran knabberten und nach einer gefühlten Ewigkeit, regte auch er sich endlich.
Seine Hände fanden ihren Weg an meinen Hüften und zogen mich näher zu sich heran.
So nah, dass ich seine Erregung deutlich an meinen Hüften spüren konnte, was mich dazu brachte leise aufzustöhnen.
Und seine Lippen, wie sie sich mit meinen bewegten und sie sich im Einklang küssten… es war ein unbeschreibliches Gefühl.
Ein Gefühl, welches ich noch nie erlebt hatte und etwas, was ich nie wieder verlieren wollte.
Ein Gefühl, welches ich noch nie erlebt hatte und etwas, was ich nie wieder verlieren wollte.
Sobald ich seine Zungenspitze an meiner Unterlippe spüren konnte, wie sie diese entlang strich, verlor ich vollkommen meine Beherrschung.
Meine linke Hand wanderte hinauf in seine Haare, während ich mit meiner rechten versuchte die Knöpfe seines Hemdes aufzukriegen.
Unsere Zungen tanzen ein wildes Spiel und keiner von uns wollte dieses Spiel verlieren, auch wenn ich mich ihm zu gern hingeben wollte.
Er schmecke so verdammt gut und ich wollte jede einzelne Note seines Duftes in mich aufnehmen und sie nie wieder entweichen lassen.
„Was machst du nur mit mir?“, murmelte Edward an meinen Lippen, als er kurz von mir abließ, seine Lippen aber wieder sofort auf meine senkte, nachdem er zu Ende gesprochen hatte.
Ich hatte es gerade mal geschafft, nur die ersten Knöpfe seines Hemdes aufzubekommen, da mir meine eigene Erregung im Weg war und meine Hand dadurch zu Zittern begann.
Mich übermannte eine Vorfreude, die ich so noch nicht erleben durfte.
Vorfreude auf das, was gleich geschehen würde und vor allem, mit wem es gleich geschehen würde.
Auch er fing an, mit seinen Händen auf Erkundungstour zu gehen.
Während die eine Hand hinab auf meinen Hintern wanderte, suchte seine andere Hand ihren Weg unter meinen Oberteil, was mich sofort wieder laut aufstöhnen ließ.
Eine Gänsehaut der Erregung überkam mich, sobald ich seine Finger auf meiner nackten Haut spüren konnte.
Wie lange war es her, dass ich so gefühlt hatte?
Es kam mir vor, als ob all meine Lust der letzten elf Jahre mich auf einmal übermannen würde und sich in diesem Moment aufstaute.
Ich war ein Idiot zu glauben, dass meine Selbstbefriedigung genügen würde um meine Lust zu stillen.
Nein, dafür war ein Mann nötig und so schön diese eine Nacht mit Jacob auch gewesen war, in Edward hatte ich genau den richtigen Mann gefunden.
Mein Innerstes schrie nach ihm, verlangte nach ihm und endlich bekam es das, was es haben wollte und ich war viel zu müde, um es noch länger zu leugnen.
So sehr ich es auch mochte Edward in Hemden zu sehen, umso mehr verfluchte ich es in diesem Augenblick.
Meine zittrigen Finger schafften es nicht, diese verdammten Knöpfe zu öffnen, weshalb ich kurz von ihm abließ und ihm dieses Hemd einfach über den Kopf zog.
Mir blieb keine Zeit, die Nacktheit seines Oberkörpers zu betrachten.
Zu groß war das Verlangen, seine perfekten Lippen wieder auf meinen zu spüren, wie sie das leidenschaftlichste Spiel spielten, was sie jemals erlebt hatten.
Also ließ ich meine Hände in seinen Nacken wandern, zog seinen Kopf zu mir herunter, damit ich meinen Lippen diesen Wunsch gewähren lassen konnte.
„Ich will dich“, nuschelte er, als sein Mund auf Wanderschaft ging und meinen Hals mit seinen Küssen übersäte, ihn mit seinen Lippen verwöhnte.
„Dann nimm mich“, erwiderte ich und meinte es genauso, wie ich es gesagt hatte.
Keine Faser meines Körpers wollte sich wehren.
Ich hatte mich schon lang genug gegen dieses Verlangen gesträubt und es war endlich an der Zeit, dass ich genau dieses Verlangen jetzt auslebte… mit Edward und sonst keinem anderen.
„Jetzt und hier“, fügte ich noch atemlos hinzu, als seine Lippen meinen Hals hinab wanderten und Gefallen an meinem Schlüsselbein gefunden hatten.
Meine Gesagtes war für ihn wohl Aufforderung genug, denn schon im nächsten Moment fing auch er an mich endlich auszuziehen.
Ich war etwas nervös, da ich nicht viel Erfahrung mit anderen Männern hatte.
Um ehrlich zu sein, war Jacob der einzige Mann gewesen, mit dem ich jemals geschlafen hatte, danach hatte ich mich nur voll und ganz auf Nessies Erziehung konzentriert und meine Bedürfnisse hinten angestellt.
Was würde Edward denken, wenn er meinen nackten Körper zu Gesicht bekommen würde?
Wenn ich daran dachte, mit wem er verlobt gewesen war, konnte ich mir durchaus vorstellen, wie enttäuscht er von meinem nackten Anblick sein würde.
Meine Gedanken fanden ein jähes Ende, sobald er mir mein Oberteil ausgezogen hatte und in irgendeine Ecke schmiss.
Es interessierte mich noch nicht einmal, wohin er es geworfen hatte.
Das einzig Interessante waren seine Lippen, die leidenschaftlich wieder auf meinen krachten und mich alles vergessen ließen.
Es gab nur ihn und mich, weiteres war nicht relevant.
Seine Hände, wie sie meinen nun beinahe nackten Oberkörper entlang streichelten, während wir unseren Kuss immer mehr vertieften.
Meine Hände, wie sie ihn am Nacken kraulten, nur um im nächsten Moment auf seine Schultern hinab zu wandern und mich dort leicht festzukrallen.
„Bella“, murmelte er zwischen unseren Küssen, als seine Hände nach hinten wanderten, damit er meinen BH öffnen konnte.
Seine Fingerspitzen streichelten sanft die nackte Haut entlang, an der er gerade meinen BH geöffnet hatte.
Noch bevor ich irgendwie reagieren konnte, verließen seine Lippen meine, was mich dazu brachte, meine Augen wieder zu öffnen, nur damit ich direkt in seine funkelnden grünen Augen blicken konnte.
Keinen einzigen Moment verließ mein Braun sein Grün und das Gefühl, als er mir währenddessen meinen BH langsam abstreifte, war mehr als nur intensiv und gleichzeitig so berauschend.
Ich konnte die Erregung zwischen meinen Beinen bereits fühlen, wie sie den Stoff meines Höschens befeuchte und verlangte, mehr Beachtung geschenkt zu bekommen.
Also wagte ich mich an den nächsten Schritt und griff nach dem Bund seiner Hose, damit mein Verlangen seiner Erlösung wieder einen Schritt näher kam.
„Hast du was dabei?“, fragte ich ihn noch, bevor mein Verstand vollkommen nachgeben würde.
Meine Lippen küssten sich seinen Hals entlang, wanderten hinab zu seiner Brust, der ich meine Aufmerksamkeit am meisten schenkte.
„Was meinst du?“, hörte ich ihn sagen, doch die Bewegung seiner Hände stockte dabei nicht eine Sekunde.
Es war beinahe so, als würden unsere Körper alles automatisch tun, sich von selbst verständigen und wissen, was der Andere wollte.
Doch unser Verstand, das logische Denken, hatte mittlerweile stark nachgelassen.
„Kondom… Hast du eins?“, sprach ich ihn noch mal darauf an und ließ meine Hände in seine Hosentaschen gleiten in der Hoffnung vielleicht eins zu finden.
Meine Hoffnung war nicht umsonst, denn als ich in der hinteren Hosentasche sein Portmonee fand, konnte ich darin ein Kondom ausfindig machen.
Die Kondompackung ließ ich zwischen meine Lippen wandern, während ich sein Geldbeutel einfach irgendwohin schmiss und ich wieder versuchte seine verfluchte Hose zu öffnen.
Himmel, ich wollte ihn.
Mein Gefummel an seiner Hose schien auch Edward zu lange zu dauern, denn während er meinen Hals mit seinen sinnlichen Lippen liebkoste, Griff er selbst nach unten und öffnete sich diese verflixte Hose.
Ich griff noch nach der Kondompackung in meinen Mund, hielt sie in meiner linken Hand fest und krallte mich mit der anderen an Edwards Haaren fest, dirigierte sein Gesicht noch näher an meine nackte Haut.
Niemals hätte ich mir dieses Gefühl, wenn seine Lippen meine Haut trafen, so intensiv vorgestellt.
Es war, als würde ein Feuerwerk in meinem Inneren angezündet werden, welches nur darauf wartete endlich zu explodieren.
Nachdem er sich diese verdammte Hose endlich ausgezogen und sie mit seinen Füßen irgendwohin geschmissen hatte, konnte ich seine starke Hand an meiner linken Brust fühlen.
Oh! Mein! Gott!
Ich fühlte mich berauscht, als wäre ich in einer anderen Welt, in einer anderen Atmosphäre und wollte nichts mehr, als ihn intensiver zu spüren.
„Edward“, stöhnte ich leicht und ließ meinen Kopf nach hinten, gegen eins der Regalbretter fallen.
Aber es war mir egal. Mir war alles egal, solange er nicht damit aufhörte mich so zu berühren und mir das Gefühl zu geben, als wäre es auch für ihn etwas Besonderes.
Unter seinen Berührungen wölbte ich meinen Rücken, streckte ihm meine Brüste entgegen und keuchte im nächsten Moment erschrocken auf, als ich seine Zungenspitze um einen meiner Nippel spüren konnte.
Dieser Mann wusste, was er mit mir anstellen musste, damit ich mich ihm voll und ganz hingab.
Mein Innerstes brannte, doch es war ein angenehmes brennen.
Seine Erregung drückte sich an meinen Unterleib und ich wollte nichts sehnlicher, als ihn genau dort zu spüren, wo ich ihn am dringendsten brauchte.
„Du schmeckst so gut“, nuschelte Edward an meine Brust, bevor er sich auch der anderen widmete.
Das Atmen fiel mir immer schwerer, wandelte sich in ein Keuchen und Stöhnen, während ich meine Hände noch immer in seinen Haaren festkrallte.
Ich konnte es kaum noch erwarten das Kondom, welches ich noch immer festhielt, aus seiner Verpackung herauszuholen, damit ich es ihm überstreifen konnte.
„Zieh mich aus“, bat ich ihn, während ich ihm meinen Unterleib zur Verdeutlichung entgegendrückte.
Ohne jegliche Vorwarnung wanderte er mit seinem Kopf tiefer, küsste sich den Weg nach unten zu meinem Bauchnabel hinab und ging auf die Knie.
Meine Empfindungen schäumten über, als Edward sanfte Küsse um meinen Bauchnabel herum verteilte, während seine Hände sich an den Knöpfen meiner Hose befanden und sie langsam öffneten.
Ich konnte nichts weiter tun, als ihn von oben hinab anzusehen und beobachten, wie er mich langsam auszog.
Wie er den Reißverschluss langsam und qualvoll hinunterzog und mich aufstöhnen ließ, als er die Haut oberhalb meines Höschens küsste, diese Stelle mit seiner Zunge anstupste und er endlichen begann den lästigen Jeansstoff an mir herunterzuziehen.
Bereitwillig hob ich erst mein linkes Bein an, damit er mir die Hose ganz ausziehen konnte.
Seine Hände strichen den Weg meiner Beine entlang, sanft und doch so voller Leidenschaft und Verlangen, sodass das Brennen in mir nur noch mehr wurde und als er auch noch ein Kuss an meinem Innenschenkel platzierte, überkam mich ein weiteres Stöhnen.
Diese neuen Empfindungen waren heftig und das Einzige, was ich tun konnte, war diese aufkeimenden Gefühle zu genießen.
Das Kondom in meiner Hand ließ ich fallen, damit ich meine beiden Hände in seinen wunderschönen Haaren vergraben konnte, welche dafür gemacht waren sich darin festzukrallen.
Sobald diese blöde Hose sich endlich nicht mehr an meinem Körper befand, zog ich Edward wieder zu mir nach oben.
Ich wollte endlich wieder seine Lippen auf meinen spüren, mit seiner Zunge spielen und seine nackte Haut an meiner fühlen.
Die Zündschnur des Feuerwerks in mir wurde immer kürzer.
Meine Gefühle kochten über, sobald sein nackter Oberkörper gegen meinen krachte und seine Lippen wieder ihren Weg zu meinen gefunden hatten.
Es entstand wieder dieser Machtkampf, welcher die ganze Situation nur noch aufregender und heißer machte. Unsere Zungen spielten wieder ihr Spiel, wollten den Mund des jeweils anderen erkunden, doch sie kamen nie dazu.
Wir waren gierig, hungrig und wollten mehr.
Meine Hände ließ ich an seine Schultern wandern, zu seinem Rücken, während Edward mit einer Hand meine Brust umfasste und mich mit der anderen an meinen Hüften näher zu sich heranzog.
Ich stöhnte in seinen Mund und krallte mich in seinen Rücken fest, sobald ich seine Erregung vor meinem Eingang spüren konnte.
So hart… so verdammt hart und ich konnte es nicht mehr erwarten ihn endlich in mir zu spüren, wie er sich bewegte und an mich schmiegte.
„Bitte“, stöhnte ich gegen seine Lippen und presste ihm mein Unterleib entgegen, direkt gegen seine Erregung, was uns beide zum aufstöhnen brachte.
Der Klang seines Stöhnens war atemberaubend. Noch nie in meinem Leben hatte ich etwas gehört, was so gottähnlich klang wie dieses erregende Geräusch, wenn es seine Lippen verließ.
Mein Geduldsfaden wurde immer schmaler, sodass ich seinen Rücken hinabstreichelte, bis ich den Bund seiner Boxershorts erreicht hatte.
Die Versuchung war zu groß, als dass ich ihr widerstehen könnte, weshalb ich meine rechte Hand tiefer wandern ließ, damit ich einmal fest in seinen Hintern kniff und ihn somit näher an mich herandrückte.
Sein heißer Atem streichelte die feuchte Haut meines Halses, sobald er sich von meinen Lippen entfernt hatte.
Edwards Hände wanderten tiefer, stoppten an dem Bund meines Höschens, während ich mit meinen Lippen seinen Hals und Schultern verwöhnte.
Wie schaffte er es nur mich so fühlen zu lassen? Noch nie hatte ich dieses Feuer in mir so intensiv gespürt, wie es bei ihm der Fall war.
Gerade, als ich mit meinen Händen in seine Boxershorts griff, damit ich auch dort seine Nacktheit spüren konnte, spürte ich wie der Stoff an meinem Unterleib entfernt wurde.
Ein starkes Kribbeln durchfuhr meinen erregten Körper, als der dünne Stoff den Boden erreichte und ich nun vollkommen nackt vor ihm stand und das einzige Hindernis nur noch seine Boxershorts waren.
Doch auch dieses Stück Stoff würde bald kein Problem mehr sein.
Ich saugte an seinem Hals, ließ meine linke Hand nach vorne wandern, damit ich durch den Stoff hindurch seine Länge entlang streicheln konnte, ehe ich diesen verdammten Stoff mit meinen beiden Händen von seinem Körper zog.
Edward beugte sich hinab, nahm die Kondompackung, welche ich vorhin auf den Boden hatte fallen lassen, zerriss diese und streifte es sich über.
Kein einziges Mal verließen seine Augen meine, doch als ich es wagte seinem Grün zu entkommen, damit ich einem Blick nach unten riskieren konnte, kam mein Atmen nur noch abgehackt.
Was ich sah war… groß… und hart… sehr hart. Himmel, ich wollte ihn!
Wie gebannt starrte ich auf seine Erregung und sah ihm dabei zu, wie er sich das Kondom überstreifte.
Ich griff nach seinen Nacken, zog ihn zu mir herunter und ließ unsere Lippen wieder aufeinander krachen.
Edward drückte mich gegen das Regal und seine Erregung an meinem Eingang war deutlicher zu spüren als vorher.
Seine Hände griffen feste nach meinen Hüften und hoben mich hoch, woraufhin ich schon beinahe automatisch meine Beine um seine Hüften schlang und ich somit seinem Schwanz näher war, als jemals zuvor.
Vorsichtig ließ ich meine Hüften kreisen, während ich mit meiner Zunge seine Lippen entlang strich und meine Hände ihn an seinen Haaren näher zu mir heran zogen.
Ich liebte dieses Gefühl, ihn so nah bei mir zu haben, seine nackte Haut an meiner zu spüren und die Sanftheit seiner Lippen genießen zu können.
„Ich will dich so sehr“, hörte ich Edward abgehackt sagen, aber ich konnte darauf einfach nichts erwidern.
Das Sprechen fiel mir schwer, sogar das Denken war etwas, was für mich eine sehr schwierige Aufgabe darstellte, also musste ich mich mit meinem Körper verständigen.
Ich drückte mich ihm näher, zeigte ihm so, dass ich ihn genauso sehr wollte, ihn brauchte und schon ihm nächsten Moment spürte ich seine Spitze, wie sie quälend langsam in mich eindrang.
Meine Finger krallten sich in seine Haut und ich genoss das Gefühl, wie er seinen Schwanz immer weiter in mich hinein schob.
Dieses Gefühl war nicht zu beschreiben, nicht von dieser Welt. Noch nie in meinem ganzen Leben hatte ich mich so gefühlt, wie jetzt.
Ich wusste nicht, wie lange er in mir war, ohne sich auch nur einen Millimeter zu bewegen, doch als ich anfing meine Hüften langsam auf und ab zu bewegen, fing auch Edward an mir seine entgegen zu drücken.
Stöhnen, Keuchen, Edwards Namen sagen und mich seinen Bewegungen anzupassen waren die einzigen Sachen, die ich in diesem Moment tun konnte und das Einzige, was ich im Moment zu tun brauchte.
Der Klang unserer Haut, wie sie aneinander prallte, wie unser Stöhnen und Keuchen den kleinen Raum füllte, war das Einzige das zählte.
Nur Edward, ich und dieser unglaubliche Moment.
„Sie mich an“, hörte ich seine Stimme in mein Ohr sagen und öffnete meine Augen, welche sofort auf meine trafen.
Unsere Blicke verfingen sich ineinander, ließen den anderen nicht mehr los, während er sich weiterhin in mir bewegte.
Ich stöhnte und kämpfte gegen den Drang an, meine Augen genussvoll zu schließen.
Tief krallte ich mich in die verschwitzte Haut seines Rückens, was ihm wieder ein Stöhnen entlockte.
Seine Stöße wurden härter, wodurch ich ihn so tiefer in mir spüren konnte.
Mein Keuchen wurde schneller und allein schon seine Augen brachten mich dazu, die Welt um mich herum vollkommen zu vergessen.
Wie oft, hatte ich mir genau diesen Moment vorgestellt? Doch die Realität war um so vieles Besser, auch wenn ein Teil von mir befürchtete, dass es wieder nur eins meiner Sexträume war.
Aber wenn es so wäre, wieso fühlte es sich dann so real an?
„Edward….fester“, stöhnte ich, als ich spürte, wie mein Orgasmus immer näher kam.
Meinen Kopf ließ ich leicht nach hinten fallen. Nur so sehr, dass ich ihm so immer noch in die Augen blicken konnte.
Sein Kopf näherte sich meinem Oberkörper, während seine Stöße immer fester wurden.
Ich streckte ihm meine Brüste entgegen, was Edward dazu verleitete wieder eine meiner Brüste mit seiner Zunge zu verwöhnen.
Edwards Griff um meine Hüften wurde fester, leitete mich, wodurch ich ihn durch seine Hilfe tiefer spüren konnte. So tief, wie noch niemals zuvor jemand in mir drin war.
„Edward…“, rief ich zur selben Zeit, in der ich auch ihn meinen Namen rufen hören konnte.
Mein inneres Feuer brannte lichterloh und es benötigte nur noch ein paar feste Stöße, bis mein Orgasmus mich endlich überrollte.
Ein Orgasmus, welcher so stark und intensiv war, wie ich es mir in meinem ganzen Leben niemals erträumt hätte.
Edwards Griff um mich herum wurde fester und nach zwei weiteren harten und tiefen Stößen, übermannte sein Orgasmus auch ihn.
Es sah so schön aus, so unglaublich fesselnd, wie er sein Gesicht genussvoll verzog, seinen Mund öffnete und dabei tief in meine Augen sah.
Für mich war es unmöglich weg zu sehen, zu sehr hielt sein Grün mein Braun gefangen.
Dieser Augenblick war einfach nur göttlich. Es war etwas Besonderes.
Ich konnte nicht sagen, wie lange er noch in mir verweilte und mich weiterhin mit seinem Blick gefangen hielt.
Irgendwann konnte ich von außerhalb dieser Wände ein Hupen vernehmen, welches mich aus meiner Trance hervorholte und ich die Situation verinnerlichte.
Es war etwas geschehen, was niemals hätte geschehen dürfen… Edward Cullen und ich hatten Sex. Unglaublichen Sex.
Edward musste registriert haben, wie sich mein Körper bei dieser Erkenntnis versteifte.
Ich musste hier weg, wieder auf meine eigenen Beine und mich anziehen, denn so, wie er mich noch immer hielt und ich seinen Schwanz noch in mir spüren konnte war es für mich nicht möglich zu Denken.
„Was ist los?“, fragte er mich verwirrt, doch ich antwortete nicht.
Der Griff meiner Beine um seine Hüften löste sich, wodurch auch er gezwungen war sich aus mir herauszuziehen und von mir abzulassen.
Ich versuchte das Gefühl des Verlustes, als er sich aus mir herauszog, so gut es ging zu unterdrücken.
Schnell suchte ich meine Sachen zusammen, konnte dabei jedoch die verwirrten Blicke von Edward auf meinen Körper spüren, welche ich versuchte zu ignorieren.
„Bella“, hörte ich ihn sagen und konnte sowohl Verwirrung, als auch eine Spur Verletzung heraushören.
Aber warum?
Er hatte doch bekommen, was er wollte, oder nicht?
Ich war ihm verfallen, konnte mich nicht mehr zusammenreißen und hatte so etwas gefährdet, was für uns beide wichtig war - eine Freundschaft.
Eine so junge Freundschaft wie unsere konnte so etwas nicht überstehen und ich wusste, dass ich nun zu sehr in dieser Sache verwickelt war.
Zu wissen, wie es sich anfühlte, wenn er in mir drin war, zu wissen, wie berauschend es sich angefühlt hatte, wenn er mich berührte oder mich küsste… das würde ich nicht aushalten.
Es wäre nie genug für mich, aber für Edward… er würde nie mehr als etwas Körperliches wollen und genau davor müsste ich mein Herz nun schützen.
„Bella, bitte! Rede mit mir“, konnte ich ihn leise sagen hören und vernahm seine Schritte, welche sich in meine Richtung bewegten.
Ohne ihn anzusehen hob ich meine Hand um ihm zu verstehen zu geben, dass er nicht näher kommen sollte.
Es war gefährlich, wenn er mir so nahe war, besonders dann, wenn ich noch kein Geräusch vernehmen konnte, welches mir bestätigt hätte, dass er sich etwas angezogen hatte.
Sobald ich mein Oberteil angezogen hatte und nach den Schlüsseln vom Laden griff, welche ich immer bei mir trug, bat ich Edward darum für mich abzuschließen.
Ich konnte jetzt einfach nicht länger hier sein. An dem Ort, wo ich Sex mit ihm gehabt hatte und ich bezweifelte, dass Edward den Laden verlassen würde, ohne eine Erklärung von mir zu verlangen.
Wie sollte ich ihm das denn erklären?
Ich war schließlich diejenige gewesen, die ihre Kontrolle verloren hatte und ihn zu mir gezogen hatte.
Ich war diejenige, die sich einfach hatte gehen lassen, ohne an die Konsequenzen zu denken.
Wie sollte ich ihm sagen, dass ich es nicht konnte?
Dass es sich viel zu schön angefühlt hatte, es für mich aber nicht genug war?
Nein, das konnte ich nicht. Jetzt noch nicht.
Ich brauchte Zeit um darüber nachzudenken, um mir klar zu werden, was ich jetzt machen sollte.
Also lief ich hinaus, während ich versuchte Edwards Rufe hinter mir zu ignorieren, stieg in meinen Wagen und fuhr an einen Ort, an dem ich in Ruhe nachdenken konnte.
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