Kurzbeschreibung

Edward Cullen ist alleinerziehender Vater einer 16 jährigen Tochter. Sein Leben scheint perfekt, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine Wahrheit, die er schon viel zu lange verheimlicht hat.
Und es gibt nur eine Frau, die ihn wieder auf den Boden der Tatsachen bringen kann.
All Human, Pairing ExB

Donnerstag, 2. September 2010

Kapitel 12 - Böse Überraschungen

Edward POV

Ich hatte fast die gesamte Nacht und den ganzen Morgen bei Rose und Emmett im Krankenhaus verbracht.
Mein Bruder hatte mich irgendwann gegen Mitternacht angerufen und mir mitgeteilt, dass ich meinen Arsch schnell ins Krankenhaus bewegen sollte, da die ersten Wehen bei Rose eingesetzt hatten.
Natürlich wollte ich meinem Bruder und meiner Schwägerin beistehen, also war es für mich keine Frage, dass ich sofort ins Auto stieg und ins Krankenhaus fuhr.
Die Zwillinge ließen ziemlich lange auf sich warten und ich war unheimlich froh, als ich meine Tochter ebenfalls in dem Wartezimmer entdeckte.
Wir unterhielten uns sogar eine Zeit lang und das in einer normalen Lautstärke, ohne dass wir uns wieder einmal stritten.
Für eine außenstehende Person mochten die Themen vielleicht belanglos klingen, aber ich war schon froh genug, dass sie sich überhaupt freiwillig mit mir unterhielt.
Das war doch schon einmal in Schritt in die richtige Richtung.

Letztendlich kamen nach zahlreichen Stunden zwei wunderschöne kleine Jungs zur Welt, die nebenbei bemerkt noch immer keinen Namen hatten.
Rose und Emmett waren sich in dieser Hinsicht einfach nicht einig und ich hoffte für die Kleinen, dass sie zumindest noch vor ihrem High School Abschluss einen Namen tragen würden.
Ich war vollkommen fertig, aber auch überglücklich, als ich meinen Wagen in meiner Auffahrt parkte.
Stirnrunzelnd warf ich einen Blick auf den mir unbekannten Wagen, der in der Auffahrt stand.
Ich hatte nicht den blassesten Schimmer, wer das sein konnte und wem dieses Auto gehörte.
Wahrscheinlich war es wieder einmal eine von Carol-Anns Freundinnen und sie veranstalteten gerade irgendeine Party, auf die ich ehrlich gesagt überhaupt keine Lust hatte.
Jetzt wollte ich einfach nur noch meine Ruhe haben.
Ich stieg aus meinem Wagen aus, schloss die Tür hinter mir und schlenderte seelenruhig zur Haustür herüber.
Das Haus war immer noch ohne Emily so riesengroß und ich wollte so gerne, dass sie wieder bei mir blieb, aber ich wollte sie wirklich zu nichts drängen und was diese Sache anging, hörte ich lieber auf Bellas Rat.

Als ich den langen Flur meines Hauses betrat, hörte ich Stimmen aus der Küche oder aus dem Wohnzimmer, ich konnte es nicht genau einordnen.
Eine der Stimmen gehörte eindeutig Carol-Ann und die Andere…
Ich war sonst nicht der Typ, der irgendwelchen Gesprächen lauschte, aber die andere Stimme gehörte zu einhundert Prozent einem Mann.
Mit jedem weiteren Schritt, den ich in Richtung Wohnzimmer ging, wurden die Stimmen lauter und deutlicher, bis mir schließlich klar wurde, dass Carol-Ann sich keinesfalls mit diesem Mann unterhielt.
Ich hörte ihr Stöhnen, ihr Keuchen und das war sicherlich nicht so, weil sie gerade ihre neusten Fitnessübungen ausprobierte.
Ich ahnte bereits, was genau ich vorfinden würde, wenn ich das Wohnzimmer betrat und wie ich wenige Sekunden später feststellen musste, hatte ich mich auch nicht geirrt.
Carol-Ann, meine Verlobte trieb es gerade mit irgendeinem Typen, den ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen hatte, auf meiner weißen Ledercouch.
In meinem Wohnzimmer.
In meinem Haus.

Ich starrte die beiden an und rührte mich keinen einzigen Zentimeter vom Fleck.
Sie schien mich nicht einmal zu bemerken und ich beobachtete meine Verlobte, oder besser gesagt in wenigen Minuten bereits Ex-Verlobte, wie sie ihren Kopf in ihren Nacken warf.
Einige ihrer langen blonden Haare fielen ihr ins Gesicht und als sie sich diese wieder aus ihrem Gesicht strich, öffneten sich für einen kurzen Moment ihre Augen.
Sie erstarrte augenblicklich, als sie mich an der Tür entdeckte.
„Scheiße…“, murmelte sie und der Typ warf ihr einen fragenden Blick zu.
Scheiße war nicht mal Ansatzweise der richtige Begriff dafür.
Als dieser Kerl sich schließlich auch umdrehte, wäre er beinahe vom Sofa gefallen und unter normalen Umständen hätte ich diese Situation vielleicht sogar als komisch empfunden, aber nicht jetzt.
Ganz und gar nicht.
Immer noch leicht geschockt beobachtete ich, wie Carol-Ann von dem Typen herunter stieg und versuchte ihr Kleid zu richten, während sie mich dabei unentwegt ansah.
Aber wenn ich genauer darüber nachdachte…
War es wirklich Schock, oder hatte ich es unterbewusst nicht schon längst geahnt, was sie hier für Spielchen trieb?
So viele Menschen hatten mir versucht die Augen zu öffnen, aber ich hatte es einfach nicht wahr haben wollen.
„Edward…“ Ihre Stimme klang leise, piepsig und mich würde es nicht wundern, wenn ich davon noch irgendwann Kopfschmerzen bekommen würde.
Aber ein ‚irgendwann’ würde es mit ihr in Zukunft nicht mehr geben.

Der Kerl, den Carol-Ann gerade noch auf meinem Sofa gefickt hatte, nahm sofort Reißaus und wenige Sekunden später hörte ich bereits den startenden Motor draußen in der Auffahrt.
„Hat es dir Spaß gemacht?“, fragte ich Carol-Ann und sie zuckte zusammen.
Ich schrie sie nicht an, naja zumindest noch nicht, aber jetzt klang meine Stimme um einiges bedrohlicher.
„Es war nicht das, wonach es aussah, Edward“, entgegnete sie und ging einen Schritt auf mich.
Oh ja, immer dieselben hirnlosen Ausreden.
Sie hätte sich wirklich etwas Besseres einfallen lassen können…
„Ich bitte dich!“, blaffte ich sie auch schon im nächsten Moment wütend an.
Ich war auf 180 und lief mit schnellen Schritten die Treppe zu meinem Schlafzimmer entlang.
„Was hast du vor?“, hörte ich Carol-Ann fragen.
Anscheinend folgte sie mir und ihre Stimme klang ängstlich, wenn nicht sogar schuldig.
Das fiel ihr ja wirklich früh ein, aber sie konnte mir nicht erzählen, dass sie das zum ersten Mal getan hatte.
Ich hätte vielleicht meiner Tochter wirklich besser zuhören müssen.
Emily hatte doch bereits so etwas erwähnt und ich wollte es natürlich nicht wahrhaben.
Ich ärgerte mich über mich selbst und über das, was geschehen war.
„Was ich vorhabe? Das wirst du schon noch früh genug sehen“, zischte ich ihr wütend über meine Schulter zu und schlug die Tür zum Schlafzimmer auf.
„Edward!“ Ihre Stimme klang bittend, doch was verlangte sie denn von mir?
Sollte ich etwa Mitleid haben?

Meine Hände legten sich an die Tür zu dem begehbaren Kleiderschrank und nachdem ich ihn betreten hatte, schnappte ich mir alle Sachen, die Carol-Ann gehörten.
Nebenbei bemerkt waren das nicht gerade sehr wenig Sachen, aber den Rest würde ich ihr einfach zuschicken oder was auch immer.
In diesem Moment sah ich einfach nur rot.
„Du willst mich rausschmeißen?“, fragte sie mit noch piepsiger Stimme.
„Wonach sieht’ s denn sonst aus?“
„Aber… Wir können doch darüber reden, Edward. Du weißt, dass ich dich liebe“, versuchte sie es verzweifelt und legte eine Hand an meinen Arm.
Ich warf ihr einen so hasserfüllten Blick zu, dass sie sofort ihre Hand wieder wegzog und ich beobachtete, wie sich die Tränen in ihren Augen ansammelten.
„Klar.. Wenn nichts mehr funktioniert, fängst du an zu heulen.. Gott, worauf hatte ich mich nur da eingelassen?“ Den letzten Satz murmelte ich eher leise zu mir selbst, aber ich war mir sicher, dass auch sie es gehört hatte.
Mit den Sachen in meinen Händen lief ich die Treppe wieder herunter, Carol-Ann war mir immer noch dicht auf den Versen, denn ich hörte sie hinter mir leise schluchzen.
Mit einem Ruck öffnete ich die Tür und warf ihre Sachen nach draußen auf den Rasen.

“Aber wo soll ich denn hin?“, fragte sie mich und sah in diesem Moment wirklich aus wie ein kleines Mädchen, dass man einfach so im Supermarkt vergessen hatte.
Und sie benahm sich auch so.
“Wieso fragst du nicht einfach den Kerl, den du gerade noch in meinem Haus gevögelt hast?“, blaffte ich sie wütend an und schlug ihr die Tür direkt vor der Nase zu.
Ich hätte jetzt auch noch stundenlang diskutieren, mir ihre Erklärungen anhören können, aber was brachte das schon?
Sie hatte mich betrogen. Das war eine Tatsache und es war sicherlich nicht das erste Mal, dass sie es getan hatte.
Ich lehnte meinen Hinterkopf an die geschlossene Haustür, während ich meine Augen schloss und das Klopfen von Carol-Ann draußen zu ignorieren versuchte.
“Du hast doch noch genügend Geld von mir. Such dir ein Hotel, ich schicke dir deine Sachen an die Adresse, die du mir gibst“, sagte ich mit lauter Stimme und wusste, dass sie mich hören konnte.
Das Klopfen auf der anderen Seite verstummte und ich atmete ein paar Mal aus um mich vielleicht doch noch irgendwie zu beruhigen.

Ich ließ mich langsam zu Boden gleiten und vergrub mein Gesicht in meinen Händen.
Wie hatte es alles nur dazu kommen können?
Meine Tochter wohnte bei meinen Eltern, Carol-Ann hatte mich betrogen und nun saß ich hier.
Alleine in einem riesigen Haus.
Vielleicht war es einfach so vorherbestimmt gewesen, dass ich am Ende doch wieder alleine war?
Ich hatte in meinem Leben nicht gerade viel Glück gehabt, wenn man einmal von dem beruflichen Teil absah und jetzt war ich auch noch dabei, dass Wichtigste in meinem Leben zu verlieren.
Emily.
Wie hatte ich sie nur so schlecht behandeln können?
Sie war doch das Einzige, was mir in diesem beschissenen Leben blieb.

Ohne groß darüber nachzudenken, kramte ich in meiner Jeanstasche nach meinem Handy und wählte die Nummer, die ich von allen am Besten auswendig kannte.
Es dauerte ziemlich lange, bis sich die mir so vertraute Stimme am anderen Ende meldete.
“Ja…?“ Emily klang misstrauisch.
Natürlich hatte sie meine Nummer auf dem Display gesehen, aber es war ja auch schon einmal ein Fortschritt, dass sie überhaupt das Gespräch annahm.
“Hey…“ sagte ich leise.
Meine Stimme klang grauenvoll, was ich eigentlich hatte vermeiden wollen, aber jetzt war es zu spät.
Einige Zeit lang war es still am anderen Ende, bis Emily schließlich wieder sprach.
“Was ist passiert?“ Ihre Stimme klang besorgt und ein Lächeln huschte über meine Lippen.
Diese Eigenschaft hatte sie eindeutig von meiner Mutter geerbt, darin bestand kein Zweifel.
Sie wollte immer helfen, egal was auch vorher zwischen ihr und der anderen Person vorgefallen war.
Sie war ein Engel, ganz ohne Zweifel.

“Du hattest Recht, Kleines“, murmelte ich und strich seufzend mit meiner Hand über mein Gesicht.
“Recht? Wobei?“, fragte sie mich.
“Sie ist weg… Ich habe sie rausgeschmissen…“, murmelte ich leise als Antwort.
Eigentlich hätte ich ja irgendwie erwartet, dass Emily Luftsprünge machen würde, aber sie tat es nicht.
Ich hätte ihr das jetzt sicherlich nicht übel genommen.
“Du hast Barbie rausgeschmissen?“, fragte sie mich noch einmal und mit ungläubiger Stimme.
“Ja… Hab sie mit einem Kerl im Wohnzimmer erwischt…“, erklärte ich ihr und starrte auf den Boden.
Ich schien einfach kein Glück mit Frauen zu haben.
Oder ich war einfach so unausstehlich, dass ich sie mit der Zeit doch wieder vergraulte.
Ich atmete einmal tief ein und schüttelte den Kopf.
Wie viel musste ich denn noch aushalten?
“Das… tut mir leid…“ Emilys Stimme klang ehrlich und ich runzelte die Stirn.
“Wie geht es dir?“, fragte sie weiter und ich zuckte mit den Schultern, bis mir einfiel, dass sie es ja gar nicht sehen konnte.
“Es geht mir so, wie es einem in diesen Momenten nun einmal geht“, murmelte ich leise und Emily seufzte.
“Okay, ich komme vorbei.“
“Wieso?“ Ich verstand nicht, warum sie sich jetzt freiwillig mit mir abgeben wollte.
“Dad…“ Mein Herz machte einen kleinen Sprung, als ich dieses eine Wort von ihr hörte.
“Du hörst dich ziemlich scheiße an und ich will nicht, dass du zu Hause alleine irgendwelchen Unfug anstellst, kapiert? Deswegen komme ich jetzt vorbei und wir reden!“
Ich musste lachen.
In machen Momenten war sie so viel erwachsener, als ich es war.
“Okay… Danke…“
“Bis gleich“, sagte sie noch und beendete das Gespräch.

Während ich darauf wartete, dass meine Tochter zumindest für einige Stunden wieder zu mir kommen würde, hatte ich ziemlich viel Zeit zum Nachdenken.
Sie war fantastisch, eine wunderbare Tochter und ich machte mir selbst Vorwürfe, dass ich mich in den vergangenen Jahren nicht genug um sie gekümmert hatte.
Bis zu ihrer Einschulung war unser Verhältnis eigentlich immer gut gewesen, doch dann hatte ich mich zu sehr mit meinem Job beschäftigt.
Ich hätte Emily gerne eine wundervolle und intakte Familie gewünscht, ich hätte sogar ihre Mutter geheiratet, denn ich hatte sie wirklich geliebt, doch es kam alles anders, als ich es vielleicht geplant hatte.
Doch ich hätte Emily niemals weggeben, dass kam für mich überhaupt nicht in Frage.
Sie war meine Tochter. Mein eigenes Fleisch und Blut.
Vielleicht würde sie mir ja wirklich noch eine zweite Chance geben und wir könnten wieder eine kleine Familie sein.
Ich richtete meinen Blick zum Fenster, als ich die Scheinwerfer eines Wagens sah, den ich nach einem genaueren Blick als Emilys Porsche identifizierte und ich seufzte zufrieden.
Geduldig wartete ich auf dem Sofa auf sie, bis ich den Schlüssel in der Haustür hörte und als ich aufsah, erblickte ich in das besorgte Gesicht meiner Tochter.

“Hey…“, sagte ich, erleichtert darüber, dass sie wirklich gekommen war und lächelte.
Es war ein wirkliches Lächeln, welches von ganzem Herzen kam, denn ich freute mich unglaublich darüber, dass sie hier bei mir war.
“Hey..“, erwiderte sie lächelnd und schloss die Haustür hinter sich.
Sie kam mit schnellen Schritten zu mir herüber, warf ihre Tasche und den Autoschlüssel achtlos auf einen Sessel und setzte sich dann zu mir auf die Couch.
Einige Zeit lang schwiegen wir einfach nur, doch es war keinesfalls unangenehm.
Ich war froh, dass ich in diesem Moment nicht alleine war.
„Du hast nicht getrunken“, bemerkte Emily nach einiger Zeit und warf mir einen prüfenden Blick zu.
Ich schüttelte mit dem Kopf und seufzte dann leise.
“Nein…“, murmelte ich leise.
“Das ist gut.. Du scheinst ja einige Fortschritte zu machen…“
Ich musste leise über Emilys Kommentar lachen und sie zuckte mit den Schultern.
“Hey.. Bei den anderen Beziehungen, gab es danach immer ein großes Besäufnis..“, erwiderte sie und ich fühlte mich schlecht.
Ich hatte es meiner Tochter in den letzten Jahren wirklich nicht leicht gemacht.
“Du bist manchmal so viel erwachsener als ich…“, sprach ich meine Gedanken laut aus und jetzt war es Emily, die leise kicherte.
“Irgendjemand muss ja schließlich auf dich aufpassen.“ Sie seufzte und strich sich ihre Haare aus dem Gesicht.

“Ich meine… Du kannst mich gerne so viel anbrüllen wie du willst, mich anlügen und sonst etwas tun.. Natürlich bin ich auch jetzt noch immer ziemlich sauer auf dich, aber… Du bist und bleibst mein Vater… Auch wenn ich dich manchmal vielleicht spüren lasse, dass ich es anders sehe.“ Die letzten Worte flüsterte sie nur, doch ich wusste ganz genau, was sie meinte.
Und von ihr zu hören, dass sie mich auch trotz der Streitereien und den ganzem Mist, der zwischen uns vorgefallen war, immer noch als Vater sah, machte mich wirklich glücklich.
„Meinst du… Du könntest mir noch einmal eine Chance geben? Ich meine… na ja irgendwann? Ich möchte es gerne wieder gut machen, auch wenn das, was ich getan habe eigentlich nicht entschuldbar ist….“
Ich warf meiner Tochter einen vorsichtigen Blick zu.
Ihre smaragdgrünen Augen musterten mich aufmerksam und sie schien wirklich ein wenig überrascht über meine Worte zu sein.
Geduldig wartete ich darauf, dass sie mir antwortete.
“Ja… Aber das braucht nun einmal alles seine Zeit… Das, was passiert ist, kann man nicht einfach so ausradieren, als wäre es niemals geschehen“, erklärte sie mir noch einmal und ich nickte ein wenig bedrückt.
“Ich weiß… Und es tut mir auch wirklich leid. Du weißt, dass ich dich über alles liebe, oder?“ Emily richtete bei den letzten Worten ihren Blick auf.
“Ich weiß nicht, wann ich das das letzte Mal von dir gehört habe, aber es ist wirklich schön, das zu hören“, murmelte sie leise und ich konnte den Ansatz eines wirklich zufriedenen Lächeln auf ihren Lippen sehen.
“Danke Dad… Ich liebe dich auch“, entgegnete sie nach einer kürzeren Stille und ich atmete leise aus.
Der erste Schritt in die richtige Richtung war doch schon einmal getan, jetzt mussten wir nur noch den Rest schaffen.
Mir wurde klar, dass dies sicherlich nicht über Nacht geschehen würde, aber es war schön zu hören, dass sie mir eine zweite Chance geben würde.
Sie war viel zu gut für diese Welt, ohne Zweifel.

„Ganz ehrlich? Ich bin froh, dass du das Püppchen endlich los bist, so grausam das vielleicht klingen mag“, murmelte Emily und verzog dabei ihr Gesicht.
Ich konnte einfach nicht anders, als über ihren Gesichtsausdruck zu lachen.
“Ist doch so“, erwiderte sie schulterzuckend und warf dann im nächsten Moment einen prüfenden Blick zu mir.
“Ich habe gehört, dass du letztens Bella zum Essen ausgeführt hast.“
Ich konnte die Mimik in ihrem Gesicht nicht wirklich deuten.
Im ersten Moment fragte ich mich, woher sie das überhaupt wusste, doch natürlich war Vanessa ihre beste Freundin und die beiden erzählten sich sicherlich alles.
“Ähm ja….“ Ich war ein wenig verwirrt über diese Frage, wusste nicht so recht, was ich darauf antworten sollte.
“Sie ist wirklich klasse. Sie könnte dich mal zu recht stutzen“, hörte ich Emily sagen und warf ihr einen verwunderten Blick zu.
Anscheinend schien sie ja nicht wirklich etwas dagegen zu haben, aber da gab es ja immer noch Bella.
Sie wollte, dass die Sache langsam angegangen wird, was ich jetzt, wenn ich darüber genauer nachdachte, sogar verstehen konnte.
Emily lächelte und warf mir einen eindringlichen Blick zu, bevor sie schließlich aufstand und in die Küche ging, um uns beiden einen schönen starken Kaffee zu machen.

Meine Tochter war noch ganze drei Stunden bei mir, bevor sie sich schließlich wieder von mir verabschiedete und zu meinen Eltern fuhr.
Natürlich hätte ich es schöner gefunden, wenn sie bei mir geblieben wäre, aber ich wollte mich bessern, also sagte ich nichts weiter dazu und ließ sie erst einmal gehen.
Sie würde sicherlich wiederkommen, wenn sie bereit dazu war.
Es war wirklich schön zusammen mit ihr gewesen.
So schön wie schon seit Jahren nicht mehr und wir hatten uns sogar ziemlich gut unterhalten, auch wenn die Gespräche manchmal etwas stockten.
Jetzt, eine halbe Stunde und eine schöne entspannende Dusche später kam ich mit einem Handtuch bekleidet aus meinem Badezimmer und rubbelte gerade meine Haare mit einem Handtuch trocken, während ich das Klingeln meines Handys aus dem Wohnzimmer vernahm.

Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wer das sein konnte.
Vielleicht war es ja Emily, die noch etwas bei mir vergessen hatte und wenn es so war, dann würde ich es ihr gleich morgen vorbei bringen.
Schließlich hatte ich ja immer noch ziemlich viele Urlaubstage vor mir.
Als ich einen Blick auf das Display meines Handys warf runzelte ich die Stirn.
Die Nummer kannte ich nicht, hatte sie noch nie zuvor in meinem Leben gesehen, doch ich war auch neugierig und drückte auf die Taste mit dem grünen Hörer, um das Gespräch anzunehmen.

“Cullen?“
Am anderen Ende der Leitung blieb es einen Moment lang still und ich wollte gerade etwas sagen, als ich eine weibliche Stimme hörte.
“Edward?“
Ich kannte diese Stimme, doch mir wollte im ersten Moment nicht einfallen, zu wem sie gehörte.
Wahrscheinlich wollte ich es auch einfach nicht wissen.
“Ja. Wer ist da?“ Meine Stimme hatte einen deutlichen misstrauischen Unterton.
Mich überkam eine schreckliche Vorahnung, die ich lieber nicht wahrhaben wollte.
Das konnte einfach nicht wahr sein.
Nicht jetzt…
Doch dann sagte sie auch schon die Worte, die ich im nächsten Moment bereits befürchtet hatte.
“Edward, hier ist Tanya…“

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