Edward POV
„Mitkommen“, zischte ich meiner Tochter zu und nur widerwillig lief sie den langen Flur der Schule entlang.
Natürlich hatte ich gesehen, dass sie demonstrativ ihre Augen verdreht hatte, aber es brachte jetzt auch nichts, sie deswegen anzubrüllen.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie das nur noch mehr zu irgendwelchem Unfug anstiften würde.
Zusammen mit ihr und Carol-Ann verließ ich die Schule und wir liefen zu meinem Audi herüber.
Meine Tochter öffnete die hintere Tür, stieg ein und knallte sie mit aller Kraft hinter sich wieder zu.
Nachdem Carol-Ann auf dem Beifahrersitz Platz genommen hatte, lief ich zur Fahrerseite herüber und stieg ein.
Wütend startete ich den Motor und trat das Gaspedal voll durch.
„Du hast Hausarrest, Fräulein“, murmelte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen und warf einen Blick in den Rückspiegel.
Emily schnaubte leise, während sie einen Blick aus dem Fenster warf und ein sarkastisches Lächeln sich auf ihrem Gesicht zeigte.
„Wie willst du das überprüfen? Du bist ja eh nie da!“, entgegnete sie und ihre grünen Augen starrten mich direkt an.
„Carol-Ann wird dafür sorgen, dass du zu Hause bleibst“, blaffte ich ihr entgegen und Emily lachte leise.
„Sie ist nicht meine Mutter!“ Emily betonte jedes einzelne Wort und starrte mich wütend an.
„Außerdem hat sie schon genug zu tun, wenn du weg bist, aber selbst das merkst du ja nicht.“
„Was soll das wieder bedeuten?“, bellte ich und als ich an einer roten Ampel anhielt, wandte ich mein Gesicht zu meiner Tochter.
„Bist du eigentlich so blöd, oder tust du nur so?“, fragte sie mich allen ernstes und ich schnaubte.
„Denkst du etwa, deine ach so tolle Verlobte sitzt brav zu Hause und wartet darauf, dass du nach Hause kommst? Du weißt gar nicht, wie viel Besuch wir immer zu Hause haben!“
Meine Hände krallten sich an das Lenkrad und ich war so kurz davor, einen richtigen Wutausbruch zu erleiden.
Carol-Ann wandte sich nach hinten und lächelte meine Tochter liebevoll an.
„Ach, Schätzchen. Ich weiß du bist aufgewühlt und wütend, aber es ist wirklich nicht sehr nett zu lügen.“
„Leck mich!“, entgegnete Emily und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
Carol-Ann schien das nicht wütend zu machen.
„Ich weiß, dass das Leben wirklich sehr schwer sein kann, als Teenager“, sagte sie weiter und lächelte verständnisvoll.
„Ist ja nicht lange her, seitdem du selbst einer warst“, murmelte Emily und verdrehte die Augen.
Natürlich hatte Emily einerseits Recht.
Carol-Ann war gerade erst 22 Jahre alt geworden, aber was spielte das Alter schon für eine Rolle?
Was waren denn schon 14 Jahre Altersunterschied?
„Mit solch einer wie der da, hab ich früher gespielt!“, fügte meine Tochter ungläubig hinzu und schüttelte ihren Kopf.
„Was?“, fauchte ich und verstand nicht, was sie mir damit schon wieder sagen wollte.
„Sie besteht doch nur noch aus Plastik! Nicht mehr lange und du bezahlst ihr die neuen Brüste!“
„Hüte deine Zunge“, warnte ich meine Tochter und hielt den Blick starr geradeaus gerichtet.
Ich musste mir wirklich etwas überlegen, denn so konnte es nicht weitergehen.
Emily wurde bereits jetzt vom Unterricht suspendiert.
Nicht mehr lange und sie könnte nie wieder auf diese Schule gehen.
„Wenn das so weiter geht“, fing ich an und versuchte meine Stimme zu beherrschen.
„Sollten wir vielleicht darüber nachdenken, welches Internat für dich in Frage kommt.“
„Ja, klar. Schieb mich ab, dann hast du endlich deine Ruhe vor mir“, hörte ich Emily leise murmeln und augenblicklich trat ich auf die Bremse.
Das laute Hupkonzert, welches sofort hinter mir zu hören war, ignorierte ich einfach.
Ich schnallte mich ab, stieg aus dem Auto aus und öffnete die hintere Tür.
„Emily, was verdammt noch mal ist dein Problem? Wie kannst du dich in einem Jahr nur so verändern? Ich kann dir nicht helfen, wenn du nicht mit mir redest!“, sagte ich mit lauter Stimme und musterte aufmerksam ihr Gesicht.
Sie war noch immer wütend, dass konnte man ihr ansehen, doch in ihrem Blick lag auch eine gewisse Enttäuschung, die ich jedoch nicht so recht verstehen konnte.
„Fahr weiter du Arschloch!“, brüllte mir ein Fahrer entgegen und drohte mir mit seiner Faust.
Ich ignorierte ihn und darüber konnte er weitaus mehr als nur froh sein.
„Warum redest du nicht mehr mit mir? Was soll das Ganze?“ Meine Wut war noch nicht verraucht, aber so langsam drohte ich wirklich zu verzweifeln.
„Wieso sollte ich mit dir reden, wenn du mir nicht die Wahrheit sagst?“, sagte sie wütend und ich sah, dass ein paar Tränen in ihren Augenwinkeln glitzerten.
„Wahrheit? Emily, wovon sprichst du?“
„Vergiss es einfach. Ich möchte nach Hause…“, sagte Emily und wandte ihr Gesicht von mir ab.
Ich seufzte leise und senkte meinen Kopf.
Es war zwecklos. Sie wollte nicht mit mir reden und ich konnte sie nicht dazu zwingen.
Bald war ich wirklich am Ende meiner Kräfte.
„Bitte, Dad“, sagte sie und ich meinte sie leise schluchzen zu hören, doch sie hatte ihr Gesicht immer noch von mir abgewandt.
„Na gut, Kleines…“, sagte ich und schloss die hintere Tür wieder.
Ich konnte es nicht ertragen, wenn sie traurig war oder Sorgen hatte, aber wie sollte ich ihr helfen?
Ohne ein weiteres Wort startete ich den Wagen und fuhr stillschweigend nach Hause.
Die Stimmung war noch immer getrübt, als ich den Wagen in der riesigen Auffahrt parkte und den Motor abstellte.
„Geh doch schon einmal vor. Ich werde deine Einkäufe gleich herein tragen“, sagte ich
an Carol-Ann gewandt und deutete mit meinem Kopf in Richtung Haus.
„Okay..“ Sie wandte ihren Blick nach draußen und erst jetzt sah ich den schwarzen
Mercedes meines Vaters.
„Deine Eltern sind zu Besuch?“, fragte Carol-Ann ein wenig verwirrt und warf mir einen ratlosen Blick zu.
Ich zuckte mit den Schultern und warf ihr einen eindringlichen Blick zu.
Sie gehorchte, küsste noch einmal meine Wange und stieg dann aus dem Auto aus.
Ich atmete einmal tief ein, bevor ich mich zu meiner Tochter umdrehte.
Scheiße verdammt. Ich war nie gut in solchen Dingen gewesen, schon gar nicht, wenn es um Gefühle ging.
„Liebes, wieso willst du nicht mit mir reden?“ Die Wut aus meiner Stimme war vollkommen verschwunden und das brachte Emily schließlich dazu ihren Blick auf mich zu richten.
Sie antwortete mir nicht, hielt meinem Blick aber stand.
Jeden Tag aufs Neue wurde mir bewusst, dass sie ihrer Mutter immer ähnlicher wurde.
Emily hatte das gleiche lange, gelockte rotblonde Haar und auch ihre Gesichtzüge glichen der ihrer Mutter.
Doch sie hatte meine Augen und das war derzeit leider die einzige Sache, die uns miteinander verband.
Früher war das einmal anders gewesen.
„Was ist da nur zwischen uns passiert? Wir kamen früher doch einmal so gut miteinander aus…“, sagte ich und hörte selbst den traurigen Unterton in meiner Stimme.
„Dad, wenn du das selber nicht weißt, dann kann ich dir auch nicht helfen“, antwortete Emily mit einem enttäuschten Blick und stieg aus dem Wagen aus.
Ich lehnte mein Gesicht an das Lenkrad und fluchte laut.
Was konnte ich denn noch tun?
Warum wollte sie einfach nicht mit mir reden?
Ich war verzweifelt und wütend, dabei projizierte sich meine Wut eher auf mich selbst, als auf meine Tochter.
Jedoch ließ ich sie an ihr aus.
Leise vor mich hin murmelnd zog ich den Schlüssel aus dem Zündschloss und stieg aus meinem Wagen aus.
Immerhin war Emily so nett gewesen und hatte die Haustür offen gelassen, denn es hätte mich nicht verwundert, wenn sie mir diese einfach so vor der Nase zugeschlagen hätte.
Als ich die Tür hinter mir schloss, hörte ich bereits die Stimmen meiner Eltern und die von Carol-Ann aus dem Wohnzimmer.
„Hey“, sagte ich, noch immer niedergeschlagen und frustriert über die ganze Situation.
Meine Mutter wandte sofort den Blick in meine Richtung, kam auf mich zu und begrüßte mich mit einem Kuss auf die Wange.
„Wie geht es dir, Schatz?“, wollte sie von mir wissen und ich zuckte nur mit den Schultern.
Esme seufzte leise und warf einen kurzen Blick zu meinem Vater herüber.
Emily war wohl schon in ihr Zimmer gegangen, denn anscheinend hatte sie keine Lust noch mehr Zeit mir Carol-Ann zu verbringen.
Obwohl sie meine Eltern sehr mochte und das zeigte sie ihnen auch immer wieder offen.
„Wir würden uns gerne mit dir unterhalten“, sagte mein Vater ernst, nachdem er sich geräuspert hatte.
Auf seinen Lippen lag ein zurückhaltendes Lächeln und genau das sagte mir, dass sie sicherlich keine guten Nachrichten für uns hatten.
„Würdest du uns bitte einen Moment alleine lassen?“, sagte ich an meine Verlobte gewandt.
Für einen kurzen Moment schien sie enttäuscht darüber zu sein, dass ich sie von diesem Gespräch fern hielt, aber dann nickte sie und verschwand die große Wendeltreppe hinauf in das obere Stockwerk.
„Wir sollten uns vielleicht setzen“, murmelte meine Mutter und ich konnte deutlich sehen, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte.
„Was gibt es?“, fragte ich, während wir in mein riesiges Wohnzimmer herüber liefen und uns auf die Couch setzten.
„Edward, wir wissen, dass es für dich gerade nicht sehr leicht ist.. und für Emily natürlich auch nicht. Es war nie leicht…“ Meine Mutter lächelte zaghaft und ich konnte einfach nicht anders, als ihr Lächeln zu erwidern.
Sie war so gutmütig und konnte einfach keiner Fliege etwas zu Leide tun.
Meine Mutter seufzte leise und nahm ihre Augen von meinem Gesicht.
„Es wäre vielleicht das Beste…“, fing mein Vater an und ich wandte meinen Blick zu ihm herüber.
„Wenn Emily eine Zeit lang bei uns bleibt.“
„Ihr wollt sie mir wegnehmen?“, fragte ich vollkommen verdutzt und geschockt zugleich.
Das war der erste Gedanke, der mir in den Sinn gekommen war und alleine der Gedanke daran, dass mir jemand meine Tochter wegnehmen wollte, machte mich schon wieder rasend.
„Nein, Edward“, sagte meine Mutter hastig.
„Nur für ein paar Wochen… Es ist doch in letzter Zeit so, dass ihr euch nur noch streitet. Da wäre ein wenig Abstand vielleicht sogar gut.. Du weißt, dass wir uns um sie kümmern werden.“
„Natürlich weiß ich das“, entgegnete ich fast schon viel zu laut und schnell warf ich meiner Mutter einen entschuldigenden Blick zu.
„Ich finde, dass wäre eine sehr gute Idee…“, hörte ich die leise Stimme meiner Tochter hinter uns.
Sie saß auf einer der zahlreichen Treppenstufen und warf mir einen nachdenklichen Blick zu.
Wütend sah sie nicht aus und sie machte auch keine sarkastischen Bemerkungen, wie es sonst immer der Fall war.
Hatten sich denn jetzt alle gegen mich verschworen?
Zumindest fühlte es sich so für mich an.
„Gut…“ ich erhob mich von der Couch und meine Eltern warfen mir einen verwirrten Blick zu.
Ich wollte nicht noch mehr herumbrüllen, ich hatte heute schon genug gebrüllt.
„Dad…?“ Emily warf mir einen undefinierbaren Blick zu.
Als wollte sie mich still um Erlaubnis bitten und ich seufzte leise.
Vielleicht war es ja wirklich das Beste, auch wenn es wehtat.
Natürlich würde ich es niemals zugeben, aber ich konnte an meinen Gefühlen nun einmal nichts ändern.
Immerhin wohnten meine Eltern nicht weit von hier entfernt, also konnte ich sie immer noch sehen, falls sie das denn wollte.
„Vergiss deine Schulsachen nicht..“, murmelte ich und fuhr mir mit einer Hand durch meine Haare, während ich immer noch recht ratlos an einem Fleck stehen blieb.
Aus den Augenwinkeln sah ich, wie sich Emily von der Treppe erhob und mit leisen Schritten die Treppe emporstieg.
Es sah so aus, als wollte meine Mutter mir noch etwas sagen, doch ich warf ihr einen kurzen Blick zu, dass sie jetzt am Besten lieber nichts sagen sollte.
Ich bat sie regelrecht darum.
In diesem Moment kam ich mir ziemlich nutzlos vor und nach einigen Minuten lief ich schließlich die Treppe herauf und klopfte vorsichtig an Emilys Tür, obwohl diese offen stand.
Einen kurzen Moment lang richtete sie ihren Blick auf, während sie einige ihrer Sachen in eine Reisetasche packte.
„Was gibt’s?“, fragte sie und ihre Stimme klang relativ normal.
Einerseits musste diese Sache doch etwas Gutes haben, denn immer, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, stritten wir nur noch und das schien irgendwie kein Ende zu nehmen.
Jetzt jedoch war es irgendwie anders.
Ein bisschen Abstand würde uns sicherlich gut tun, auch wenn es unheimlich schwierig für mich war.
„Ähm.. nichts..“, log ich und lehnte mich an den Türrahmen.
Wie immer konnte ich nicht einfach das sagen, was ich fühlte sondern behielt es einfach für mich.
„Okay…“ Emily zuckte mit den Schultern und zog den Reißverschluss der Tasche zu, bevor sie sich die Tasche schließlich über die Schulter legte.
„Wie lange wirst du wegbleiben?“, fragte ich vorsichtig und runzelte die Stirn.
„Ich weiß nicht. Ich werde mich aber mal melden“, sagte sie schließlich, als sie neben mir stehen blieb und zu mir aufsah.
„Pass auf dich auf“, murmelte ich und seufzte leise.
„Klar, du auch.“ Das war nicht gerade etwas, was ich mir unter einer Verabschiedung vorstellte, aber ich hatte auch nicht die geringste Ahnung, wie ich mich am Besten von ihr verabschieden sollte.
„Bis dann.“ Emily warf mir noch einen kurzen Blick zu, bevor sie dann schließlich an mir vorbeilief und mich einfach an ihrer Zimmertür stehen ließ.
„Ja.. Bis dann..“, murmelte ich, doch sie hatte es mit großer Sicherheit nicht mehr gehört.
Ich zuckte zusammen, als die Hautür ins Schloss fiel und schloss für einen kurzen Moment meine Augen.
Aus dem Flur hörte ich Schritte und es konnte niemand anderes sein außer Carol-Ann.
Wenn ich ehrlich war, dann wollte ich in diesem Moment aber lieber alleine sein.
Ich wollte mit niemanden reden und so verhielt ich mich eigentlich immer.
Lieber zog ich mich alleine zurück und grübelte über das Geschehene nach.
Ich schloss die Tür zu Emilys Zimmer und lief die lange Wendeltreppe hinab in unser Esszimmer.
Carol-Ann schien mir zu folgen, doch ich ignorierte sie.
Ich öffnete den Schrank und griff nach einer Whisky-Flasche von der ich gleich einen großen Schluck trank.
Ein Glas war in diesem Fall vollkommen überflüssig.
Zwei Hände schlangen sich von hinten um meinen Bauch.
Carol-Anns Fingernägel strichen mit sanften Bewegungen meinen Bauch entlang und ich starrte ausdruckslos die Tapete an.
„Wann wollen wir los?“, schnurrte sie und ich spürte ihren Atem an meinem Hals.
„Wohin?“, fragte ich mit monotoner Stimme und machte mir nicht die Mühe sie anzusehen.
„Oder willst du lieber hier bleiben? Wir haben das ganze Haus für uns.“ Sie kicherte vergnügt und ich löste ihre Hände von meinem Bauch.
War sie denn eigentlich noch ganz klar im Kopf?
Sah ich etwa so aus, als würde ich jetzt noch ausgehen wollen?
„Was ist? Schatz, hast du etwa schon vergessen, dass wir heute Abend weggehen wollten?“ Sie verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust und warf mir einen eindringlichen Blick zu.
„Denkst du etwa, ich habe jetzt noch Lust irgendwo hinzugehen?“ Ich schnaubte und fuhr mir verzweifelt mit einer Hand durch meine Haare, während ich einen weiteren großen Schluck von dem Whisky trank.
„Du hast es versprochen!“, beharrte sie weiter und benahm sich in diesem Augenblick wie ein kleines Kind.
„Verdammt noch mal Carol-Ann, ich habe jetzt keine Lust!“, blaffte ich sie wütend an.
Außerdem machte es mich sauer, dass sie es anscheinend nicht einmal störte, dass meine Tochter jetzt einige Zeit bei meinen Eltern wohnen würde.
Wahrscheinlich empfand sie es auch noch als Befreiung.
Tränen sammelten sich in ihren Augenwinkeln.
Das war ja wieder einmal typisch!
Alleine wenn ich sie nur schief ansah, fing sie direkt an zu weinen und diese Tatsache störte mich in diesem Moment ungemein.
In solchen Momenten wurde mir immer wieder der Altersunterschied bewusst.
Ich wusste nicht warum, aber mir kam augenblicklich Miss Black in den Sinn.
Bella hieß sie, wie ich es bei einem Gespräch mit diesem Riesen erfahren hatte.
Sie würde nicht bei dem kleinsten Bisschen zu weinen anfangen.
Sie war eine starke Frau und ließ sich nicht einmal von mir einschüchtern oder unterkriegen und das wollte schon etwas Heißen.
Ich fluchte laut, da ich meinen plötzlichen Gedankengang überhaupt nicht nachvollziehen konnte und warf Carol-Ann einen kurzen Blick zu.
Sie hatte bereits ihren weißen Mantel in der Hand und warf mir einen wütenden Blick zu.
„Wo zum Teufel willst du hin?“, fragte ich sie und sie streckte ihr Kinn in die Höhe, als wollte sie mich nur noch mehr reizen.
„Ich werde ausgehen. Warte nicht auf mich.“ Mit diesen Worten wandte sie sich von mir ab und ließ mich verdutzt in unserem Esszimmer zurück.
Mit der Whiskyflasche in der Hand lief ich ins Wohnzimmer und ließ mich seufzend auf dem riesigen Sofa nieder.
Jetzt war ich wieder genau da, wo ich eigentlich nie wieder hinkommen wollte.
Ich war allein.
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