Bella POV
Wenn man jung war, hatte man immer eine ganz bestimme Vorstellung seiner eigenen Zukunft.
Als kleines Mädchen träumte man davon, Prinzessin zu werden.
Kleine Jungs wollten Ritter werden oder Feuerwehrmann.
Im Teenageralter wollte man endlich achtzehn sein und die High School abschließen. Weg von Zuhause und dem Elternhaus entfliehen. Man wollte auf eigenen Füßen stehen.
Doch selbst mit sechzehn stellte man sich ab und zu vor, wie das eigene Leben in zwanzig Jahren aussehen würde und immer, wenn ich mir meine eigene Zukunft ausmalte, hätte ich niemals gedacht, dass mein Leben so verlaufen würde.
Damals, als ich mit siebzehn erfuhr, dass ich schwanger war, wollte ich nichts lieber, als davonzulaufen, der Verantwortung entfliehen.
Dieses Leben wollte ich nicht führen.
Wollte keine Mutter sein. Nicht mit siebzehn.
Ich hatte mir immer gewünscht, zu studieren und auf irgendein College zu gehen, ganz weit weg von Phoenix. Ich wollte feiern, ich wollte neue Menschen kennen lernen und ich wollte die Freiheit genießen, die das College mit sich brachte. Ich wollte Karriere machen und erst dann hätte sich vielleicht irgendwann der Wunsch nach einer Familie bemerkbar gemacht.
Aber all diese Pläne wurden unwiderruflich zerstört.
Mein ganzes Leben, so wie ich es einst vor mir gesehen hatte, verpuffte von einem Moment auf den anderen und die Angst hatte Besitz von meinem Geist ergriffen.
Angst vor dem Ungewissen.
Angst davor, alles falsch zu machen.
Ich war ja selbst noch ein halbes Kind gewesen und hatte andauernd nur Mist gebaut, wie konnte ich dann ein eigenes Kind bekommen und es großziehen?
Doch je weiter die Schwangerschaft voranschritt, desto besser fühlte ich mich und als ich Nessie zum ersten Mal schreien hörte und sie in meinen Armen hielt, wusste ich, dass alles gut gehen würde. Dass ich es schaffen konnte und das einfach nur, weil sie existierte. Ihre Existenz war Grund genug für mich, all meine Zukunftspläne zu vergessen, denn es betraf nicht mehr nur mein Leben. Sie war zu meinem Leben geworden und würde es immer sein.
Niemals hatte ich es bereut, dass meine Tochter zur Welt kam.
Zwar gab es den einen oder anderen Augenblick in meinem Leben, an dem ich mir vorstellte, wie mein Leben ohne diese Schwangerschaft verlaufen wäre, doch ich würde mein Leben niemals gegen eins eintauschen, in dem Nessie nicht existierte.
Und ohne meine Tochter wäre mein Leben mit Sicherheit völlig anders verlaufen.
Ohne sie wäre ich vermutlich niemals nach Chicago gezogen und wahrscheinlich hätte ich es niemals geschafft, eine so gute Freundschaft mit Jake aufrecht zu erhalten.
Wer hätte da schon gewusst, wann ich Edward getroffen hätte?
Ob ich ihm überhaupt jemals über dem Weg gelaufen wäre? Und wenn doch, wie wäre es zwischen uns abgelaufen? Was für ein Mensch wäre ich überhaupt, wenn ich nicht mit siebzehn Jahren Mutter geworden wäre?
Aber all das waren Fragen, auf die ich keine Antwort bekommen würde. Und ich wollte auch keine, denn ich wusste nicht, ob ich mich mit diesen Antworten zufrieden geben würde, denn mein Leben, so wie es war, war für mich perfekt.
Niemals hätte ich gedacht, dass sich mein Leben so verändern würde, als ich mit meiner Familie vor ein paar Jahren nach Chicago zog.
Das erste Jahr in der neuen Stadt verlief ja noch relativ ereignislos.
Nessie hatte in der neuen Schule angefangen und Jake und ich hatten unsere neuen Arbeitsstellen angetreten. Da war es normal, dass man sich noch eingewöhnen musste und besonders für Nessie war es schwer gewesen, sich an der neuen Schule einzugewöhnen.
Besonders dann, als herauskam, dass unsere Familie nicht so viel Geld hatte, fingen die anderen Schüler an, Nessie mit blöden Sprüchen zu konfrontieren.
Doch dann kam Emily und ihr war es egal, wie Nessies Familienverhältnisse waren.
Oft kam Nessie von der Schule und erzählte mir über ihre Freundschaft zu Emily und wie viel Spaß sie doch in der Schule mit ihr hatte und ich konnte diesem Mädchen nicht dankbarer sein, dass sie sich mit Nessie angefreundet hatte.
Damals konnte ich ja noch nicht wissen, wie tief die Freundschaft der beiden wirklich ging.
Schade fand ich, dass ich nie die Gelegenheit dazu bekam, Emily kennen zu lernen, wo Nessie die ganze Zeit doch nur von ihr redete und mir erzählte, wie toll sie war.
Doch an dem Tag, als ich sie kennen lernte, fing mein Leben an eine neue Wendung zu nehmen.
Denn das war der Tag, an dem mir Edward Cullen zum ersten Mal über den Weg lief.
Zugegeben, am Anfang war ich von ihm nicht besonders angetan gewesen, wobei das noch nett ausgedrückt war. Die Bezeichnung ‚Arschloch des Jahres’ wäre zu dieser Zeit sogar äußerst berechtigt gewesen.
Die Art, wie er auf andere Menschen hinab sah und sie nach seinem Äußeren beurteilte, war nicht unbedingt eine charmante Eigenschaft von ihm gewesen.
Und als ich sah, was für einen Ton er bei seiner Tochter einschlug, hätte ich beinahe jeglichen Respekt vor ihm verloren.
Dennoch war alles anders gewesen, als es den Schein hatte.
Sein ganzes Verhalten war einfach nur sein persönlicher Schutzschild gewesen und irgendwann hatte er vergessen, wer er wirklich war.
Und je mehr der wahre Edward zum Vorschein kam, desto mehr verliebte ich mich in ihn.
Und trotz der Schwierigkeiten, die wir am Anfang unserer Beziehung hatten, hatten wir es dennoch geschafft, zueinander zu finden, schließlich hatten wir beide Fehler gemacht.
Edwards Verlustängste und meine kleine Phobie vor einer festen Bindung, hatten uns nur im Weg gestanden.
Doch irgendwie hatten wir es geschafft, diese Ängste zu umgehen.
Bis dahin war es ein langer Weg gewesen und es war nicht immer einfach.
Christopher war derjenige gewesen, der uns wieder zusammengebracht hatte und das, obwohl er zu der Zeit noch gar nicht auf der Welt war.
Wäre er nicht gewesen, hätte ich Edward wahrscheinlich nicht so schnell in meine Nähe gelassen. Und bis heute fragte ich mich noch, ob ich es jemals getan hätte.
Denn eins war klar: Meine Sturheit war nicht die beste Eigenschaft, die ich besaß.
Edward hatte mich verletzt. Mein Herz war in eintausend Teile zersprungen, als ich sah, wie er Tanya geküsst hatte. Vor allem wie er sie geküsst hatte.
Ich gehörte zu den Menschen, die so etwas nicht tolerierten. Sei es auch nur dieser eine Kuss gewesen und ich fragte mich heute noch, was passiert wäre, wenn ich nicht zu ihm gefahren wäre.
Doch Betrug blieb für mich Betrug.
Für mich war es selbstverständlich, dass man niemand anderen küsste, wenn man einen Partner hatte, den man von ganzem Herzen liebte. Deswegen konnte ich ihn nicht verstehen, als er versucht hatte, mir alles zu erklären.
Mit der Zeit wurde mir allerdings bewusst, dass er mich wirklich liebte. So wie ich ihn.
Besonders während der Schwangerschaft hatte er mir gefehlt und ich wusste, dass ihm - egal wie sehr ich mich dagegen wehrte - mein Herz gehörte. Unwiderruflich.
Und so fing ich an, auf mein Herz zu hören und meinen Verstand so gut wie möglich zu verdrängen. Denn in der Liebe ging es nicht um die Logik. Liebe war ein Gefühl und dieses Gefühl konnte mir nur Edward geben.
Durch ihn lernte ich erst mich vollständig zu fühlen und durch ihn bekam ich eine weitere Tochter. Und er schenkte mir einen Sohn, der so wunderbar war, dass man es gar nicht in Worte fassen konnte.
Und nun sollte mein Glück vollkommen werden, denn hier stand ich nun in einem weißen Traum aus einem Hochzeitskleid und starrte auf mein Spiegelbild.
Heute war es soweit. In nur wenigen Minuten würde ich Mrs. Cullen werden.
Wir hatten lange gebraucht, bis wir diese Hochzeit arrangiert hatten.
Edward und ich hatten einige Diskussionen gehabt, wann und wo sie stattfinden sollte, bis wir es irgendwann geschafft hatten, uns zu einigen.
Christopher war mittlerweile drei Jahre alt und je mehr Zeit verging, desto mehr ähnelte er seinem Vater. Und besonders heute, in seinem kleinen Anzug, wollte er genauso wie Edward aussehen und obwohl seine Haare etwas kürzer als die seines Daddys waren, so wollte er heute unbedingt dieselbe Frisur haben und was das anging, konnte ich meinem kleinen Schatz diesen Gefallen einfach nicht abschlagen.
Die ganze Zeit betrachtete er sich schon kritisch im Spiegel am anderen Ende des Raumes und zog immer wieder an der Fliege um seinen Hals. „Mommy, ich will dieses blöde Ding nicht tragen“, hatte er sich andauernd beschwert, doch als ich ihm gesagt hatte, dass sein Daddy auch so ein Ding um den Hals trug, war er still.
Seitdem sah er sich die ganze Zeit im Spiegel an und versuchte, den Knoten der Fliege zu lockern, obwohl ich extra darauf geachtet hatte, dass er nicht zu fest war, allerdings sollte sie auch nicht zu locker sein, sodass sie später um seinen kleinen Hals hing.
Er war einer der Gründe gewesen, warum wir so lange gewartet hatten, um zu heiraten.
Wir wollten ihn aktiv in unsere Hochzeit einbeziehen und entschieden uns, dass er unser Ringträger werden würde, schließlich würden auch seine Schwestern ein wichtiger Teil der Hochzeit sein. Als meine Brautjungfern, denn dafür kamen für mich nur meine beiden Töchter in Frage.
„Na, mein Großer? Immer noch nicht zufrieden?“, fragte ich meinen Sohn und drehte mich lächelnd zu ihm herum. Sein Blick war immer noch unbegeistert auf die Fliege gerichtet, doch als er sich davon abwandte und sich zu mir umdrehte, wurden seine Augen groß.
„Duuuu siehst aber schööööön aus“, sagte er und musterte mich mit seinen grünen Augen von oben bis unten.
„Danke, mein Schatz“, antwortete ich ihm strahlend, ging zu ihm herüber und versuchte mich so gut es ging zu bücken, damit ich ihm einen Kuss auf die Wange drücken konnte.
„Iiiiiiiiiiihhhhhh, Mommy du kleeeebst“, rief er angeekelt, riss seinen Kopf zurück und rieb mit seiner kleinen Hand energisch über seine Wange, genau an der Stelle, wo ich ihn geküsst hatte und der Lippenstiftabdruck genau zu erkennen war.
„Oh, tut mir leid“, entschuldigte ich mich, musste aber dennoch über seine Reaktion lachen. Zur Versöhnung half ich ihm dabei, den Lippenstift von seiner Wange wegzuwischen und gerade, als ich damit fertig war, klopfte es an der Tür.
„Mom? Bist du fertig?“, hörte ich Nessie fragen, als sie gerade die Tür öffnete und zusammen mit Emily das Zimmer betrat.
„Wow, du siehst wirklich toll aus“, sprach sie weiter und lächelte mich dabei an.
„Einfach umwerfend“, bestätigte Emily, woraufhin ich mich - nachdem ich wieder aufrecht stand - einmal im Kreis drehte.
„Mimi! Nessie!“, rief Chris und rannte zu seinen Schwestern.
Seit Christopher angefangen hatte zu sprechen, nannte er Emily immer Mimi. Für ihn war es damals schwer gewesen, den Namen Emily auszusprechen und seitdem war das sein Spitzname für sie.
Bevor Chris noch gegen Emilys Bein rannte, bückte sie sich und fing ihn freudestrahlend auf.
„Na, mein Kleiner? Warst du lieb zu Mommy?“, fragte sie ihn und kitzelte ihn - wie immer - am Bauch, was ihn zum Kichern brachte.
„Bin nich klein, ich bin schon groß! Zu Mommy bin ich immer lieb!“, antwortete er ihr und zupfte an Emilys Haaren, welche sie offen über ihre Schulter liegen hatte. Es wäre einfach zu schade drum, ihre Haare nicht in ihrer vollen Pracht zu zeigen. Der einzige Unterschied zu sonst, war der, dass sie heute lockiger waren und eine zartrosa Blume in ihren Haaren steckte, passend zum blassrosa Brautjungfernkleid.
Nessie hingegen hatte sich die Haare hochgesteckt, nur einzelne Strähnen hingen heraus, welche ihr hübsches Gesicht betonten, doch auch in ihren braunen Locken befand sich eine wunderschöne Blume.
„Und was ist mit uns? Bist du zu uns etwa auch immer lieb?“, fragte ihn Nessie und verzog ihre Lippen spielerisch zu einem Schmollmund.
„Jaaaaaaaaaa“, antwortete er enthusiastisch und warf beide Arme in die Luft, was uns alle kichern ließ.
„Hab die beeeesten Schwestern auf der gaaanzen Welt und sie sind genauso hübsch wie Mommy“, fügte er noch hinzu, was uns Frauen ein geschmeicheltes Oooohhhh hervorlockte.
„Und wir haben den besten kleinen Bruder weit und breit“, sagte Emily und beugte sich zu Chris, um ihn auf die Wange zu küssen, doch er drückte ihr Gesicht mit seiner kleinen Hand schnell weg.
„Will nich wieder kleben“, gab er nur von sich und verzog dabei das Gesicht, wie wenige Minuten zuvor, als er noch vor dem Spiegel gestanden hatte und seine Fliege misstrauisch beäugte.
Nachdem auch Nessie versuchte ihn zu küssen, befreite er sich aus Emilys Armen, rannte zu mir herüber und versuchte sich hinter meinem Kleid vor seinen Schwestern zu verstecken, was uns erneut alle zum lachen brachte.
„Keine Sorge, Schatz“, versuchte ich Chris zu beruhigen und versuchte ihn aus seinem Versteck hervorzulocken. „Ich werde es nicht zulassen, dass irgendjemand dich wieder kleben lässt.“ Bei diesem Satz konnte ich mir ein Grinsen einfach nicht verkneifen.
„Okiiiii“, hörte ich seine Stimme leise hinter mir sagen und im nächsten Moment kam er auch schon wieder aus seinem Versteck hervor und ging wieder zum Spiegel, diesmal um sicherzugehen, dass kein Lippenstift mehr an seiner Wange zu sehen war.
Einen Moment betrachtete ich meinen kleinen Sohn und dachte wehmütig daran, wie schnell er doch wuchs. In wenigen Wochen würde er schon in den Kindergarten gehen und neue Freunde finden. Die Zeit verging eindeutig viel zu schnell.
Es war schön, Chris aufwachsen zu sehen. Dies war das Beste, was eine Mutter erleben konnte, doch je älter und größer die Kinder wurden, desto nostalgischer wurde man.
Vor etwa einem Jahr hatten Edward und ich uns dazu entschlossen, noch ein gemeinsames Kind zu bekommen. Wir wollten es unbedingt, doch das Schicksal schien es nicht gut mit uns zu meinen, denn all unsere Versuche scheiterten.
Dies war auch der Grund, wieso ich einen Tag vor unserer Hochzeit noch meinen Arzt aufgesucht hatte. Ich hatte das beklemmende Gefühl, dass es meine Schuld war. Dass irgendetwas in meinem Körper nicht stimmte und es deshalb nicht klappte.
Edward hatte ich nichts davon erzählt.
Vielleicht hätte ich es tun sollen, schließlich waren wir seit ein paar Jahren zusammen und die ganze Sache ging auch ihn etwas an, doch wenn tatsächlich etwas mit mir nicht stimmte, wollte ich es als erste wissen. Edward würde ich es sagen, sobald der Arzt mich angerufen hatte.
Ich hatte gar nicht bemerkt, wie sehr ich in Gedanken versunken war, bis das plötzliche Klopfen an der Tür mich wieder in die Gegenwart beförderte.
„Na, seid ihr alle fertig?“, hörte ich die Stimme meines Vaters fragen und sah im nächsten Moment, wie er seinen Kopf durch die Tür steckte.
„Bells“, hauchte mein Vater völlig überwältigt, als sein Blick an mir hängen blieb.
„Du… Du siehst wunderschön aus“, ergänzte er und ich hätte schwören können, dass seine Stimme bei dieser Aussage zitterte.
„Danke, Daddy.“ Geschmeichelt darüber, wie sehr mein Anblick ihn zu verblüffen schien, lächelte ich ihn an und gerade, als ich auf ihn zugehen und ihn zum Dank umarmen wollte, räusperte er sich.
„Seid ihr fertig?“, fragte er erneut und blickte in die Runde.
„Es geht los“, verkündete er, woraufhin Nessie und Emily ein erschrockenes ‚Oh’ von sich gaben, sich Christopher schnappten und an meinem Vater vorbei hinausgingen, jedoch nicht ohne mich vorher noch einmal anzulächeln.
Meine Nervosität machte sich langsam aber sicher bemerkbar.
Bald war es also soweit. In wenigen Augenblicken würde ich verheiratet sein.
„Geht es dir gut, Bells?“, erkundigte sich mein Dad und ich versuchte, ihm nichts von meiner Nervosität zu zeigen, doch er war mein Vater. Er kannte mich schon mein Leben lang und wusste, wann ich mich wie fühlte.
„Es geht mir gut“, beruhigte ich ihn und atmete einmal tief durch.
„Ich hatte nur nicht gedacht, dass ich so nervös werden würde“, erklärte ich ihm. Schließlich hatte ich schon einmal geheiratet und selbst, wenn es damals nur eine standesamtliche Trauung war hatte ich gedacht, dass ich rein instinktiv wissen müsste, was auf mich zukommt.
Ich hätte Jake darum bitten sollen, vor der Trauung noch bei mir vorbei zu sehen, schließlich hatte er darin, bevor er Leah kennen gelernt hatte, die meiste Erfahrung wenn es ums Heiraten ging.
„Glaub mir, du wirst dich besser fühlen, sobald du den Gang entlangläufst und Edward da vorne stehen siehst“, zwinkerte er mir zu, was mir ein kleines Lächeln entlockte.
„Und apropos Edward, er wartet schon auf dich. Die Musik hat schon angefangen zu spielen“, teilte er mir mit und erst jetzt nahm auch ich diese wunderschönen Klänge wahr.
„Oh“, gab ich erschrocken von mir und sah mich hektisch nach meinem Brautstrauß um.
Auf keinen Fall wollte ich Edward warten lassen. Nie wieder.
Doch als ich mein Handy klingeln hörte, stockte ich. Wer sollte mich denn jetzt anrufen?
Schließlich saßen alle, die ich kannte draußen und jeder einzelne von ihnen wartete darauf, dass Edward und ich uns vermählen würden.
Meine Neugier siegte. Ich gab die Suche nach meinem Brautstrauß vorerst auf und folgte dem Klang meines klingelnden Telefons. Als ich es fand und ich einen Blick auf die Nummer warf, stockte mir der Atem und ich spürte, wie das Herz in meiner Brust zu stocken begann.
„Hallo“, nahm ich den Anruf entgegen und wartete darauf, dass die Person am anderen Ende der Leitung zu sprechen begann.
Edward POV
Monatelang hatten wir diesen Tag bis ins genauste Detail geplant und dennoch befürchtete ich, dass alles schief gehen würde.
Normalerweise war es immer die Braut, die sich unheimliche Sorgen machte, aber während Bella gestern Abend noch relativ ruhig gewesen war, drehte ich gerade am Rad.
Meinen Smoking, welchen ich zusammen mit Emmett und Alice gekauft hatte, war dutzende Male angepasst und umgeschneidert worden, bis Alice der Meinung gewesen war, dass er perfekt saß und auch ja zu Bellas Kleid passte.
Bella hatte ich das letzte Mal gestern Morgen gesehen, da Alice, Rose, Emily und Nessie sie zu ihrem ‚Junggesellinnen Tag’ entführt hatten.
Erfolglos hatte meine Verlobte versucht sich dagegen zu wehren, doch ihre Argumente, dass sie ja bereits verheiratet gewesen war, zählten für die Anderen absolut nicht, also musste Bella sich wohl oder übel darauf einlassen.
Jedoch wurde auch ich nicht verschont, denn wenn man einen Bruder wie Emmett hatte, konnte man nur mit einem monströsen Junggesellenabschied rechnen und mit meiner Vermutung lag ich noch nicht einmal falsch.
Emmett ließ es sich nicht nehmen, mich in einen Stripclub zu schleifen, auch wenn ich mich erst dagegen gewehrt hatte, aber ihn interessierte meine Meinung anscheinend recht wenig.
Er erklärte mir, dass es meine Pflicht sei, an diesem Abend noch einmal richtig die Sau raus zu lassen, aber ich hielt mich zurück, da ich meiner Meinung nach in den letzten Jahren schon genug gefeiert und mich mit anderen Frauen vergnügt hatte.
Außerdem interessierte mich jetzt nur noch Bella und den ganzen Abend lang konnte ich an nichts anderes denken, als an den nächsten Tag.
Alice hatte wirklich alles perfekt geplant und auch jetzt, wo wir uns bereits in dem Hinterzimmer der Villa, direkt an der wunderschönen Parkanlage befanden, war bereits alles für die Hochzeit aufgebaut worden und auch wenn Alice in diesem Moment nicht hier war, lief alles nach Plan.
Insgeheim fragte ich mich, warum sie nicht eine Hochzeitsplanerin geworden war, aber sicherlich war ihr die Buchhandlung um einiges wichtiger, denn man konnte sehen, dass Alice ihren Job liebte.
Emmett ließ es sich nicht nehmen, sich über mich lustig zu machen indem er mir lauthals lachend verkündete, dass ich noch ein Loch in den Boden laufen würde, wenn ich weiter so in dem Zimmer herumrannte, doch ich ignorierte diese Aussage von ihm.
Trotz seiner ganzen Späße und Neckereien war Emmett mir doch eine große Hilfe, denn er brachte mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.
Ich musste einen kühlen Kopf bewahren und durfte nicht durchdrehen, auch wenn ich das in diesem Moment am liebsten getan hätte.
„Wird schon schief gehen“, versicherte Emmett mir mit einem kräftigen Schulterklopfen und grinste mich mit seinem Typischen unbeschwertem Gesichtsausdruck an.
„Ähm…ja…“, murmelte ich angespannt und zupfte an meinem Smoking.
Ich zuckte erschrocken zusammen, als die Tür mit einem lauten Knall aufgestoßen wurde.
Emily war die Erste, die mit einem breiten Grinsen den Raum betrat, gefolgt von Nessie, die mich strahlend anlächelte.
Die beiden sahen in ihren blassrosa Brautjungfernkleidern wirklich unheimlich schön aus und ich war stolz auf die beiden, wie erwachsen sie in den letzten Jahren geworden waren.
„Daddy“, rief Emily, ihr breites Grinsen noch immer auf den Lippen und sie fiel mir in die Arme.
Nachdem ich auch Nessie mit einem Kuss auf die Wange begrüßt hatte, wandte sich Emily wieder an mich.
„Naaa, schon nervös?“, fragte sie mich und stach mit ihrem Ellbogen mehrmals in meine Seite.
„Das ist nicht gerade sehr hilfreich, Emily…“, bemerkte ich seufzend und bestätigte ihr damit schon meine Nervosität.
„Hast du etwa Angst, dass Bella nicht auftauchen wird?“, fragte sie mich und ihr Blick wurde sogar ernsthaft besorgt, was mir sogleich einen Schrecken einjagte und ich sie mit großen Augen ansah.
Theoretisch gesehen, musste Bella bereits hier in einem der Räume sein, aber was würde ich tun, wenn dem nicht so war?
„Ist Bella etwa noch nicht da?“, fragte ich und in meiner Stimme lag eine Spur Panik.
„Emily, hör auf ihn zu ärgern… Keine Sorge, Mom ist bereits da. Alice hat sie gerade in ihrer Gewalt“, versicherte Nessie mir und Emily murmelte etwas, was verdächtig nach ‚Spielverderber’ klang, doch ich konnte nichts anderes tun, als tief durchzuatmen.
Als ich Vanessas beruhigendes Lächeln sah und wie sie mir dann zuzwinkerte, musste ich sofort wieder an den Moment denken, in dem sie mir um den Hals gefallen war, als ich ihr erklärt hatte, dass sie gerne meine Firma übernehmen konnte, wenn sie es wollte.
Vanessa war bereits abfahrbereit und wir hatten uns bereits alle voneinander verabschiedet.
Bella fiel es immer noch sichtlich schwer, Vanessa so weit weggehen zu lassen und inzwischen hatte sie es aufgegeben, ihre Tränen zu bekämpfen.
Beruhigend küsste ich ihre Wange und lief zu Nessie herüber, die sich gerade von ihrer besten Freundin verabschiedet hatte.
„Kann ich mal kurz mir dir sprechen?“, fragte ich mit einem Lächeln, worauf Nessie sofort zu mir herüber sah und augenblicklich nickte.
Ich lief mit ihr ein Stückchen in Richtung Straße und blieb einige Meter von den anderen entfernt am Anfang der Auffahrt stehen.
„Alles okay?“, fragte Nessie mich besorgt und legte fragend ihren Kopf schief.
„Klar“, versicherte ich ihr sofort und überlegte angestrengt, wie ich am besten mit diesem Gespräch anfangen sollte.
Natürlich war es nichts Schlimmes, aber ich wollte ja auch nicht einfach so mit der Tür ins Haus fallen.
„Ich habe lange darüber nachgedacht und ich denke, dass es die richtige Entscheidung ist… Nun ja, wenn du das auch möchtest“, fing ich mit meiner Erklärung an und Nessie sah mich so ratlos an, dass ich mir ein Grinsen verkneifen musste, da sie in diesem Moment Bella wie aus dem Gesicht geschnitten war.
„Was ist die richtige Entscheidung?“, fragte sie und wartete auf meine Antwort.
„Ich dachte mir, dass du ab und zu in den Semesterferien einmal bei mir aushelfen könntest, wenn du das möchtest. Natürlich nicht in der gesamten Zeit, denn du sollst deine freie Zeit ja auch genießen, aber so könntest du sicherlich auch noch extra etwas Praxiserfahrung sammeln und… na ja irgendwann werde ich auch einmal in Rente gehen und…“
Nessie kicherte und ich warf ihr einen fragenden Blick zu.
„Bis du in Rente gehst, dauert es aber noch ein wenig, findest du nicht?“
„Natürlich, aber ich dachte mir, dass du dann… Also… Früher habe ich immer gedacht, dass Emily vielleicht einmal mein Büro übernehmen würde, aber sie schlägt jetzt einen vollkommen anderen Weg ein und das gönne ich ihr auch. Sie soll das tun, was sie glücklich macht und ich werde sie nicht aufhalten… Aber du studierst Architektur und sicherlich möchtest du vielleicht auch einmal ein eigenes Büro haben… und es wäre mir wirklich eine Ehre, wenn du einmal meinen Posten übernehmen würdest“, beendete ich meine Erklärung und Nessies Kichern verstummte.
Mit großen Augen musterte sie mich, ihr Mund stand offen und sie blinzelte einige Male, sodass ich mich fragte, ob sie einfach nur geschockt war, oder ob sie mich nicht richtig verstanden hatte.
„Du… Du willst… Ich meine… Du willst wirklich einmal… deine Firma… an MICH weitergeben?“, fragte Vanessa mich ungläubig und blieb immer noch so starr wie eine Statue.
„Ja, genau. Das wäre eine wirklich große Ehre für mich“, wiederholte ich meine Worte und lächelte sie an.
Es dauerte einige Sekunden, bis Nessie sich rührte und mich dann vollkommen überrumpelte, als sie mir in die Arme sprang und ich beinahe mit ihr hinfiel, weil sie so stürmisch war.
„Oh mein Gott! Oh mein Gott!! Das ist klasse! Natürlich möchte ich das! Deine Firma... Oh Himmel… Danke, danke, danke!“, rief sie und küsste meine Wange.
Ich lachte über ihren Enthusiasmus und freute mich, dass sie sich so sehr darüber freute, denn sie war ein gutes Mädchen und würde meine Firma eines Tages sicherlich noch weiter bringen, als ich es schon getan hatte.
Wenn sie das Ruder übernahm, brauchte ich mir keine Sorgen mehr um meine Firma machen.
„Alles gut, Bro. Reg dich wieder ab. Deine Traumfrau wird schon auftauchen“, versicherte Emmett mir noch einmal, riss mich damit aus meinen Gedanken und scheuchte die Mädels dann nach draußen, da wir gleich schon nach draußen mussten und Alice uns sicherlich eigenhändig umbringen würde, wenn wir alle unseren Einsatz verpassen würden.
Ich war wahrhaftig kurz davor, meine Nerven zu verlieren und nur halb bekam ich mit, wie Emmett seufzte, meinen Arm packte und mit mir nach draußen ging.
Normalerweise schaffte ich es immer, einen kühlen Kopf zu bewahren, selbst in den härtesten Verhandlungen konnte ich klar denken, doch jetzt war ich mir nicht einmal mehr sicher, dass ich überhaupt noch ein funktionierendes Gehirn besaß.
Warum genau ich so nervös war, konnte ich nicht einmal sagen.
Vielleicht lag es daran, dass ein kleiner Teil von mir noch immer dachte, Bella hätte sich doch umentschieden und würde das Ganze abblasen.
Wie ich reagieren würde, falls dies wirklich so sein sollte, wusste ich auch nicht und ich wollte es mir beim besten Willen auch nicht vorstellen.
Emmett lieferte mich wohlbehalten unter dem Rosenbogen ab und klopfte mir auf den Rücken, wahrscheinlich um mir Mut zu machen.
Erst jetzt fiel mir auf, dass sich bereits alle Gäste auf ihren Plätzen versammelt hatten.
Meine Eltern saßen neben Renée und winkten mir aufgeregt zu. Vor allem meine Mutter schien überglücklich zu sein, dass ich jetzt jemanden gefunden hatte, der wirklich zu mir hielt und mich über alles liebte.
Esme war wahrscheinlich in den letzten Jahren die einzige Person gewesen die gewusst hatte, wie sehr Tanyas Verschwinden mir zu schaffen gemacht hatte.
Auch wenn ich nie darüber ein Wort verloren hatte, so wusste ich es doch an dem Blick meiner Mutter, dass sie genau verstand was in meinem Kopf vor sich ging.
Sie nickte mir zu und ich erwiderte ihr Lächeln.
Ich verdankte meinen Eltern so viel und ich wusste nicht, wie ich die Zeit mit Emily als kleines Kind ohne sie gemeistert hätte.
Als die ersten Töne der Musik erklangen, versteifte ich mich, auch wenn ich wusste, dass erst unsere beiden Mädchen nach vorne kommen würden.
Alice hatte wirklich die perfekten Kleider für die beiden ausgesucht.
Nessie war die erste, die ich erblickte und sie sah mit geröteten Wangen und einem schüchternen Blick zu Boden.
So wie es aussah, konzentrierte sie sich sehr, nicht zu stolpern, da Alice den Mädels wirklich verdammt hohe Schuhe aufgebrummt hatte und im Gegensatz zu Emily war Nessie keine Freundin von mörderischen High Heels.
In der Mitte das Ganges richtete sich ihr Blink auf und sie lächelte mich kurz an, bevor sie nach Jackson suchte, den wir ohne Diskussion gleich mit in die Reihe zu unserer Familie gesetzt hatten, da sowohl Daniel und auch Jackson für uns schon zur Familie gehörten.
Er lächelte, als ihr Blick seinen streifte und sie biss sich mit einem leichten Lächeln auf die Unterlippe.
Als sie in meiner Nähe zum Stehen kamen, hörte ich wie sie erleichtert ausatmete.
Wahrscheinlich war sie froh, dass sie nicht gestolpert und hingefallen war, aber Gott sei Dank war alles gut gegangen.
Nur wenige Sekunden später erschien Emily am anderen Ende des Teppichs und sie trug ein breites Grinsen auf den Lippen. Christopher lief gleich neben ihr, hielt die Hand seiner großen Schwester und er schien es – genau wie seine Schwester – zu genießen, dass er jetzt ebenfalls im Mittelpunkt stand.
Ihr bereitete es keine Probleme auf diesen Schuhen zu laufen, wahrscheinlich könnte sie auch locker einen Marathonlauf damit bewältigen und ich seufzte leise.
Meine Tochter war unbeschreiblich schön und sie war wahrhaftig eine junge Frau geworden.
Sie war nicht länger mehr mein kleines Mädchen, obwohl sie das dennoch für mich immer sein würde.
Emily streckte mir leicht die Zunge heraus, als sie meinen Blick sah und zwinkerte mir dann zu, was mir sofort ein leises Lachen entlockte.
Ich war ihr dankbar, dass sie mir ein wenig meine Nervosität nehmen wollte und es auch klappte.
Emily beugte sich zu ihrem kleinen Bruder herunter, flüsterte ihm etwas ins Ohr und er grinste, küsste ihre Wange und rannte dann zu Alice in die erste Reihe, die schon ihre Hand nach ihm ausstreckte.
Die Melodie veränderte sich und mein Herz schlug mir bis zum Hals, als sich die Menge der Gäste von ihren Plätzen erhob und den Blick nach hinten richtete.
Einen kurzen Moment lang schloss ich meine Augen und beruhigte meine Atmung, bevor ich meinen Blick schließlich aufrichtete und die Augen öffnete.
Jeden Moment müsste sie auftauchen und ich würde sie endlich wieder bei mir haben, doch mit jeder weiteren Sekunde die verstrich, wurde ich unruhiger.
Nachdem die Melodie von vorne begann und Bella noch immer nicht zu sehen war, entging ich nur knapp einer Panikattacke.
Ich spürte deutlich, wie mein Puls schneller schlug und meine Atmung sich beschleunigte.
Emmett erschien neben mir und flüsterte mir ins Ohr, dass Bella mich zwar warten ließ, weil ich ‚Arschloch’ es auch verdient hatte, nachdem was ich ihr einst angetan hatte, aber sie würde dennoch hier erscheinen und mich heiraten.
Wie immer verschönerte mein Bruder nicht die Wahrheit und dies war seine Art, mich aufzumuntern, also war ich ihm dankbar, denn er hatte recht.
Ich hatte wirklich verdammt viel Glück, dass diese Frau bereit war, mich zu heiraten.
Als ich Bella schließlich sah, wie sie mit langsamen Schritten in meinem Blickfeld erschien, wurde alles andere für mich plötzlich unwichtig und es gab nur noch sie.
Sie war so unbeschreiblich schön, dass ich blinzelte und für einige Sekunden lang vergaß zu atmen.
Das Hochzeitskleid, welches sie trug, war perfekt für Bella.
Es war schlicht geschnitten, mit einer leichten Schleppe und einigen Verzierungen an ihrem Dekolleté.
Ihre Wangen waren leicht gerötet und sie schenkte mir ihr wunderschönstes Lächeln und ein angedeutetes ‚Entschuldigung’ verließ ihre Lippen, da sie mich hatte warten lassen, aber wie konnte ich ihr deswegen böse sein?
So wie es aussah, war sie genauso nervös wie ich und ihre Fingernägel krallten sich in Charlies Oberarm.
Ich wurde immer ungeduldiger, bewegte mich unruhig von einem Bein zum anderen, da ich endlich in ihre Augen sehen wollte.
Als Bella ihren Blick aufrichtete und sie mich ansah, strahlte ihr ganzes Gesicht so viel Glück und Freude aus, dass es mich fast umhaute.
Ihre Augen leuchteten und zeigten mir all die Liebe, die sie für mich empfand und automatisch zeigte sich dasselbe, überglückliche Lächeln auf meinen Lippen.
Endlich war der Moment gekommen, in dem ich Bella zu meiner Frau nehmen würde.
Lächelnd streckte ich meine Hand nach ihr aus und wartete geduldig, bis sie bei mir angekommen war und Charlie ihre Hand in meine legte.
Bella POV
Mein ganzer Körper kribbelte, als ich den Gang zum Altar entlang schritt.
Edward dort stehen zu sehen war einfach ein unbeschreibliches Gefühl.
Ich fühlte mich glücklich und in mir keimte dir Frage auf, warum ich mich so lange gegen eine Heirat gewehrt hatte.
Mit jedem Schritt den ich ging, fing mein Herz schneller an zu schlagen.
Er sah einfach nur vollkommen aus. Er sah immer unbeschreiblich gut aus, doch heute ganz besonders, wie er so da stand in seinem Smoking und mich ansah, als wäre ich der einzige Mensch in diesem Raum. Als wäre ich alles, was er bräuchte um zu überleben.
Unsere Blicke waren den ganzen Weg über miteinander verkettet, wir konnten uns einfach nicht voneinander lösen und ich war froh darüber, dass mein Vater an meiner Seite war, mich festhielt und mich den ganzen Weg zu meinem zukünftigen Ehemann begleitete.
Als mein Vater meine Hand in die von Edward legte, schlug mein Magen Purzelbäume.
Nun war es soweit. Hier stand ich nun und hielt die Hand der Liebe meines Lebens und in nur wenigen Augenblicken würde ich Mrs. Cullen werden.
Die Zeremonie begann, doch Edward und ich schafften es einfach nicht, unsere Augen voneinander zu lösen. Es war magisch.
All die Liebe, die ich für ihn fühlte und all das Glück, was er mich spüren ließ, erwiderte er mit seinem Blick. Er war der Mann, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen wollte. Der Mann, mit dem ich alt werden wollte.
Die Worte des Pfarrers bekam ich nur am Rande mit, bis zu dem Moment, als wir dazu aufgefordert wurden, unsere Ehegelübde zu sprechen.
Edward und ich hatten uns dazu entschieden, unsere eigenen Versprechen zu schreiben.
Tagelang hatte ich vor einem leeren Stück Papier gesessen, hatte mir den Kopf darüber zerbrochen, was ich ihm sagen wollte, doch mir wollten beim besten Willen nicht die richtigen Worte einfallen. Jedenfalls nicht bis zu einem bestimmten Abend.
Tagelang hatte ich vor einem leeren Stück Papier gesessen, hatte mir den Kopf darüber zerbrochen, was ich ihm sagen wollte, doch mir wollten beim besten Willen nicht die richtigen Worte einfallen. Jedenfalls nicht bis zu einem bestimmten Abend.
Als ich gesehen hatte, wie Edward und Christopher aneinandergekuschelt auf der Couch eingeschlafen waren und ich sie eine Weile betrachtet hatte, wusste ich auf einmal, was ich schreiben sollte.
Doch noch war es nicht an mir, meine Worte zu sagen. Worte, die von Herzen kamen.
„Bella“, begann Edward und ich konnte das Zittern in seiner Stimme heraushören.
„Als wir uns vor fast fünf Jahren kennen lernten, war ich verloren. Ich war ein zerbrochener Mann. Ein Mann, der das wichtigste auf der ganzen Welt aus den Augen verloren hatte: Die Liebe. Ich hatte vergessen, wie es sich anfühlt, jemanden zu lieben. Ich hatte Angst, verletzt zu werden und hatte mich in meine Arbeit gestürzt. Doch dann kamst du. Du warst die Person, die mir wieder beigebracht hat, wie man lebt. Dein Temperament, deine Ehrlichkeit, deine Warmherzigkeit und deine Hilfsbereitschaft waren die Eigenschaften, weswegen ich mich in dich verliebte. Doch mit der Zeit hab ich gemerkt, dass da noch so viel mehr war. So viel mehr, Bella. Wir haben viele Höhen und Tiefen erlebt und dass wir es geschafft haben, diese Tiefen zu überwinden zeigt mir, dass wir zueinander gehören. Ich kann es spüren. Du bist die Frau meines Lebens und ich werde dich lieben, dich achten und dich ehren, bis mein Herz aufhört zu schlagen.“
Die Tränen, die sich während seiner Rede in meinen Augen versammelt hatten, konnte ich nicht unterdrücken. Seine Worte waren so unglaublich schön und so… wahr.
Ich konnte es spüren. Die Liebe, die uns verband, war zum Greifen nahe.
Auch während seines Gelübdes hatte Edward mich keine einzige Sekunde aus den Augen gelassen und sogar er hatte die eine oder andere Träne über seine Wange kullern lassen.
Tränen des Glücks. Der Liebe.
Bevor ich meine Ehegelübde aufsagen konnte, räusperte ich mich, schließlich wollte ich während meiner kleinen Ansprache nicht plötzlich meine Stimme verlieren.
Die Tränen ließ ich jedoch wo sie waren, denn ich wusste, es würden ohnehin weitere folgen.
„Edward“, begann ich und konnte schon jetzt den Kloß in meinem Hals spüren.
„Niemals hätte ich gedacht, dass ich in meinem Leben das Glück finden würde, einen Mann so sehr zu lieben, wie ich dich liebe. Als wir uns damals kennen lernten, hatte ich schon längst vergessen, wie es sich anfühlte jemanden zu lieben. Über zehn Jahre war ich allein und nur für meine Tochter da, was ich auch nicht bereue, doch dabei hatte ich einen ganz entscheidenden Faktor vergessen: Mich selbst. Als du in mein Leben getreten bist, stand meine ganze Welt auf dem Kopf und mit der Zeit habe ich die guten Seiten an dir entdeckt und ich konnte es nicht mehr leugnen, mich in dich verliebt zu haben. Und ich sehe und spüre jeden Tag, wie sehr du mich liebst. Mit all meinen Ecken und Kanten. Meine Sturheit und dass ich immer zu viel nachdenke hat uns öfter mal im Weg gestanden und trotzdem akzeptierst du mich so, wie ich bin. Du versuchst mich nicht zu ändern, versuchst nicht, aus mir einen anderen Menschen zu machen und dafür liebe ich dich nur umso mehr, Edward. Mein Herz gehört ganz allein dir, bis in alle Ewigkeit.“
Ich konnte meine Tränen einfach nicht unterdrücken, doch Edward erging es da nicht anders und mit einem Lächeln auf den Lippen formte er ein ‚Ich liebe dich’, was ich sofort erwiderte.
Der Pfarrer sagte noch einige Worte und bat dann Chris, der neben Alice in der ersten Reihe saß, um die Ringe.
Alice half ihm von der Bank herunter und drückte ihm noch einen Kuss auf die Wange, was ihn aufjaulen ließ.
„Nein! Manno ich will doch jetzt nicht wieder kleben“, beschwerte er sich und rieb sich erneut seine Wange, was nicht nur Edward und mich, sondern auch all unsere Gäste zum Lachen brachte. Die Gelegenheit nutzte ich, um die Spuren der Tränen auf meiner Wange mit einer Hand wegzuwischen.
Nachdem Chris sich sicher war, dass kein Lippenstift mehr auf seine Wange prangte, kam er, das Samtkissen mit unseren Ringen haltend, zu uns herübergelaufen und grinste uns von unten an. Nur eines unserer Kinder konnte es schaffen, dass Edward und ich uns voneinander lösten.
„Edward Anthony Cullen, möchtest du die hier anwesende Isabella Marie Black zu deiner rechtmäßig angetrauten Ehefrau nehmen? Sie lieben und ehren, in Krankheit und Gesundheit, bis dass der Tod euch scheidet? So antworte mit ‚Ja, ich will’.“
„Ja, ich will“, antwortete Edward sofort und lächelte mich an.
Chris bemühte sich, das Kissen mit den Ringen aufrecht zu halten und als Edward nach dem Ring griff, der für mich vorgesehen war, fing mein Herz an schneller zu schlagen.
„Mit diesem Ring nehme ich dich zu meiner Frau“, sagte er und sah tief in meine Augen, während er den Ring an dem dafür vorhergesehenen Finger steckte.
„Isabella Marie Black, möchtest du den hier anwesenden Edward Anthony Cullen zu deinem rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen? Ihn lieben und ehren, in Krankheit und Gesundheit, bis dass der Tod euch scheidet? So antworte mit ‚Ja, ich will’.“
„Ja, ich will“, erwiderte ich sofort und ich war mir sicher, dass mein Grinsen bis hin zu meinen Ohren reichte.
„Mit diesem Ring nehme ich dich zum Mann“, sagte ich, als ich Edwards Ring zwischen meine Finger nahm und ihn an seinem linken Ringfinger platzierte.
„Hiermit erkläre ich euch nun zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut nun küssen“, erklärte der Pfarrer und dies ließ sich Edward nicht zweimal sagen.
Unser erster Kuss als Mann und Frau. Nun war ich offiziell Isabella Marie Cullen und mit Edward Anthony Cullen verheiratet.
Ein schöneres Gefühl konnte es auf der Welt nicht geben.
Edward POV
Nachdem wir zahlreiche Glückwünsche entgegengenommen hatten und die ersten Klänge unseres gemeinsam ausgewählten Liedes erklangen, zog ich Bella mit einem zufriedenen Lächeln auf die Tanzfläche.
Meine linke Hand legte sich an ihre Taille und meine rechte Hand verschränkte sich mit ihrer, während ich uns sanft im Takt der Musik wog.
„Wie fühlen Sie sich, Mrs. Cullen?“, fragte ich mit einem breiten Grinsen und ihr Lächeln verstärkte sich noch mehr.
„Es könnte mir nicht besser gehen, Mr. Cullen“, antwortete sie und küsste mich kurz, aber dennoch leidenschaftlich.
Ich kannte den Ausdruck in ihren Augen und wusste, dass sie mir etwas sagen wollte, doch als ich sie danach fragte erwiderte sie nur, dass sie mir es später sagen würde, wenn wir nicht so unter Beobachtung standen.
Ein leises Seufzen verließ meine Lippen und ich hoffte, dass es nicht Schlimmes war, doch Bellas Gesichtsausdruck nach zu urteilen, schien sie nicht von Sorgen gequält zu werden.
Den Tanz zusammen mit ihr genoss ich in jeder einzelnen Sekunde und unsere Augen wichen nicht einen Moment lang voneinander, bis schließlich Charlie neben mir erschien und meine Frau für einen Tanz entführte.
Während ich mit meiner Mutter tanzte, gesellten sich auch alle anderen auf die Tanzfläche und ich war froh, dass alles so gut verlief.
Wir tanzten alle lange und vor allem ausgiebig, bis sich schließlich Emmetts und Jakes Frage, wann denn der Kuchen angeschnitten wurde, häufte und ich Bellas Hand nahm, damit wir die Torte anschneiden konnten.
Alice hatte sich selbst bei der Tortenauswahl übertroffen und nachdem Bella und ich das erste Stück Kuchen gemeinsam verspeist hatten, stürzten sich Emmett und Jake sowohl auf die Torte, als auch auf das Buffet und wir konnten nicht anders, als über die beiden zu lachen.
Bella und ich ließen uns auf den für uns vorgesehenen Plätzen an dem riesigen Tisch nieder und während der gesamten Zeit über hielt ich ihre Hand.
Lächelnd strich ich eine ihrer wirren Haarsträhnen zur Seite, die sich aus ihrer Frisur gelöst hatte und küsste ihren Handrücken, bevor wir beide ein leises, klirrendes Geräusch hörten.
Schnell bemerkte ich, dass es Emily war, die sich mit einem breiten Grinsen von ihrem Platz erhoben hatte und einen Toast aussprechen wollte.
„Ich möchte gerne etwas sagen“, fing sie an und sah mit einem zufriedenen Lächeln zu uns herüber.
Wir nickten beide und ich küsste Bellas Wange, was ihr sofort ein wunderschönes Lächeln auf die Lippen zauberte.
„Nun… Mein Vater hatte es in den letzten zwanzig Jahren nicht leicht mit mir… Ich war ein ziemlich anstrengendes und nervtötendes Kind. Genauso wie mein kleiner Bruder es manchmal sein kann.“ Sie grinste breit und durchwuschelte Christopher die Haare, was er sofort mit einem ‚Mannoooo!’ kommentierte.
„Jahrelang hatten wir nur uns beide, denn ich hatte leider nicht das Glück, eine Mutter zu haben. Er hat hart gearbeitet um mir so eine tolle Zukunft zu ermöglichen. Es gab eine bestimmte Zeit, in der wir uns auseinander gelebt hatten, aber dann trat Bella in unser Leben. Endlich begann mein Vater wieder zu Leben. Er war wieder der Mann, den ich so sehr bewundert und verehrt hatte und dank Bellas Hilfe, sind wir wieder eine richtige Familie geworden. Durch sie habe ich nicht nur meinen Vater wieder bekommen, nein! Jetzt habe ich auch eine wundervolle und fantastische Mutter, die ich gegen keine andere auf der Welt eintauschen würde! Vielen Dank für alles, Mom und Dad… Ich liebe euch beide!“
Als sie ihr Glas in die Höhe hob, um auf uns anzustoßen, war ich noch immer überwältigt von ihren Worten und Bella erschien es nicht anders zu gehen.
Sie weinte und streckte ihre Arme nach Emily aus, als sie auf uns zukam und uns beide stürmisch umarmte.
„Danke, Kleines… Wir lieben dich auch“, hörte ich Bella an Emilys Schulter schluchzen und Emily küsste noch meine Wange, bevor sie sich wieder auf ihren Platz setzte.
Als ich nach links sah, entdeckte ich Jake, der sich ebenfalls von seinem Platz erhoben hatte und Bella angrinste, worauf sie sogleich lächelnd die Augen verdrehte.
Für mich war es noch immer erstaunlich, dass ein Ex-Ehepaar sich wirklich so gut wie die beiden verstand, denn das war wirklich selten, aber die beiden waren nun einmal die besseren Freunde.
Dass Jake ein paar Worte sagen wollte, war nicht ungewöhnlich, denn er kannte Bella seit so vielen Jahren und hatte unheimlich viele Dinge mit ihr zusammen durchgestanden.
Außerdem verband die beiden noch immer ihr gemeinsames Kind und wenn ich ehrlich war, dann konnte ich verstehen, dass sie nach dieser gemeinsamen Zeit, noch immer so gut befreundet waren.
„Nun, dass Bella und ich uns schon seit langem kennen, dürfte allen klar sein“, hörte ich Jake sagen und besann mich darauf, ihm bei seiner Rede zuzuhören.
„Aber wie lange wir uns letztendlich kennen, bleibt unser Geheimnis, sonst wissen ja alle wie alt wir wirklich sind.“
„Wir wissen alle, dass du ein alter Mann bist!“, rief Emily grinsend in die Runde und sorgte damit sofort für einige Lacher bei den Gästen.
Jake streckte ihr die Zunge heraus, was Emily mit einer Grimasse kommentierte, bevor Jake mit seiner kleinen Rede fortfuhr.
„Was ich eigentlich sagen wollte…Bella ist eine wundervolle Frau und sie hat mich schon damals in der Schule umgehauen und ohne sie wäre ich sicherlich nicht derjenige, der ich heute bin. Edward…“ Er wandte seinen Blick in meine Richtung und grinste.
“Da ich sieben Jahre mit Bella zusammen und sogar drei Jahre lang mit ihr verheiratet war, kann ich dir sicherlich einige Tipps mit auf den Weg geben. Nun, du solltest ihr immer recht geben, sonst kann sie unheimlich zickig werden, du solltest auch mal im Haushalt mithelfen und das möglichst von alleine, da sie sonst ziemlich ungemütlich werden kann und das Wichtigste von allem: Hol die Wäsche aus der Wäscherei ab, wenn sie es dir einmal aufträgt.“
Ich lachte und beobachtete gleichzeitig, wie Bella sich einen Teil der Dekoration schnappte und sie in Jakes Richtung warf.
Dieser hob sofort abwehrend die Hände in die Luft, trug aber immer noch ein breites Grinsen auf den Lippen.
„Du weißt, wie ich das meine, Bells. Du bist wundervoll und man liebt dich selbst mit all deinen Macken. DICH kann man einfach nur lieben“, fügte er mit einem warmen Lächeln hinzu und Bella deutete einen Luftkuss in seine Richtung an.
„Jedenfalls bin ich froh, dass sie dich gefunden hat“, fügte er noch an mich gewandt hinzu, warnte mich aber gleichzeitig mit einem Blick, dass er mir alle Knochen brechen würde, wenn ich sie noch einmal verletzen würde.
Nachdem Jake seine Rede beendet hatte und sowohl er, als auch Emmett sich erneut wieder aufs Buffett stürzten, legte Bella ihre Hand an meinem Arm und sie sah mich mit einem überglücklichen Lächeln an.
„Komm mit“, sagte sie, erhob sich langsam von ihrem Platz und reichte mir ihre Hand, welche ich sofort und ohne zu zögern ergriff.
„Wohin gehen wir?“, fragte ich sie trotzdem und ließ mich von ihr in eine ruhigere Ecke entführen.
„Du willst dich doch nicht etwa von deiner eigenen Hochzeit schleichen, oder? Ich bin sicher, dass es den anderen nach kurzer Zeit auffallen wird“, bemerkte ich mit einem breiten Grinsen und sie verdrehte lächelnd die Augen.
„Nein, aber es gibt da etwas Wichtiges, was ich dir gerne hier unter vier Augen sagen würde…“, flüsterte sie und ihr Lächeln verstärkte sich noch mehr.
Gespannt sah ich sie an, da ihre Augen jetzt noch mehr leuchteten, als sie es eh schon taten.
„Ich habe dich ja ein wenig vor dem Altar warten lassen… Tut mir leid, Schatz aber dafür gab es einen Grund“, erklärte sie mir und griff nach meiner Hand.
Lächelnd strich sie über meinen Ehering und ihre Wangen röteten sich leicht.
„Einen Grund?“ Ich runzelte meine Stirn und dachte nicht, dass es etwas Schlechtes war, denn sonst wäre sie in diesem Moment nicht so glücklich.
„Ja… Dr. Collister hat mich angerufen“, erklärte sie mir und ich wurde ein wenig besorgt.
„Dein Frauenarzt hat dich angerufen? Ist alles okay mit dir? Geht es dir gut?“
„Ja, Edward… Alles ist in Ordnung. Alles ist wirklich bestens.“ Das letzte Wort betonte sie besonders und verstärkt wurde dies nur noch mehr durch ihr breites Grinsen.
Die Verwirrung schien mir deutlich ins Gesicht geschrieben zu sein und ich war froh, dass Bella mich hoffentlich bald erlösen würde.
„Ich war vor einigen Tagen bei ihm, weil ich einfach einmal wissen wollte, ob es vielleicht an mir liegt, dass ich nicht schwanger werden konnte…“, bemerkte sie mit einem Seufzen und ich ergriff sofort ihre Hände.
„Bella, du musst dir deswegen doch nicht so viele Gedanken machen… Ich weiß, dass wir es beide gerne wollen und es ist auch irrelevant, an wem es letztendlich liegt, oder?“
„Ja, das ist es, denn darüber müssen wir uns jetzt keine Gedanken mehr machen“, erklärte sie mir sofort und drückte meine Hände.
Einige Zeit lang sagte ich gar nichts, da ich ihre Worte erst einmal auf mich wirken lassen musste, doch dann wurde mir immer mehr der Sinn dahinter bewusst.
„Bist du… Ich meine…. Hat er dir gesagt, dass…“ Ich stotterte und brachte nicht einen gescheiten Satz zusammen, da ich es nicht wirklich glauben konnte.
„Ja… Nach einem verdammt langen Jahr bin ich endlich schwanger“, verkündete sie mir und fiel mir lachend um den Hals.
Automatisch legten sich meine Arme um sie und ich brauchte noch einige Sekunden, ehe ich realisieren konnte, dass ich bald erneut Vater werden würde.
Endlich hatte es geklappt.
Nach einem Jahr und vielen Enttäuschungen, in denen wir beinahe schon ein wenig verzweifelt gewesen waren, waren wir endlich schwanger und konnte es etwas Schöneres geben, als von dieser tollen Nachricht auf der eigenen Hochzeit zu erfahren.
„Oh mein Gott, das ist wundervoll“, sagte ich, nachdem ich endlich aus meiner Starre erwacht war, hob Bella hoch und wirbelte sie einmal im Kreis, was ihr einen kleinen Schrei entlockte und sie sich dann laut lachend an mir festkrallte.
„Mir wird noch schwindelig, Edward“, kicherte sie und ich setzte sie vorsichtig wieder auf dem Boden ab.
„Ich freue mich... Mehr als das sogar… Wir werden wieder Eltern“, flüsterte ich, beugte mich zu ihr und küsste ihre Lippen.
Ja, wir waren erneut schwanger und dieses Mal sogar gewollt. Nicht das wir es bei den anderen bereut hatten, aber es war immer ungeplant passiert, also war es dieses Mal noch schöner von dieser Nachricht zu hören.
„Ich liebe dich“, flüsterte sie leise, nachdem ich mich von ihr gelöst hatte und meine Stirn an ihre lehnte.
„Ich liebe dich auch, Isabella“, schwor ich und lächelte, als sie sich auf ihre Lippen biss und ihre Wangen sich leicht röteten.
Niemals in meinem Leben hätte ich gedacht, dass ich in der Lage war, soviel Glück zu empfinden, doch durch die Frau, die ich gerade in meinen Armen hielt und ihre Lippen küsste, war es die Wirklichkeit geworden.
Das Schöne daran war, dass unsere gemeinsame Zukunft jetzt begann. Als verheiratetes Paar.
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