Edward POV
Nein.
Dieses Wort hatte ich schon öfters aus ihrem Mund gehört, aber nie hatte es so eine vernichtende Wirkung gehabt, wie in diesem Moment.
„Edward, nein…“, sagte sie noch einmal und ich fragte mich, wieso sie es denn unbedingt noch einmal wiederholen musste.
War dieses eine Mal etwa nicht schlimm genug gewesen?
Wie angewurzelt kniete ich vor ihr und bewegte mich keinen einzigen Zentimeter vom Fleck.
Sie wollte nicht meine Frau werden?
Sie wollte mich nicht heiraten und den Rest ihres Lebens mit mir verbringen?
Für mich war das wie ein Schlag ins Gesicht.
Als erstes kam mir in den Sinn, dass sie mich nicht mehr wollte.
Jemanden zu heiraten war für mich nun einmal der größte Liebesbeweis überhaupt und dieses Nein von ihr zu hören, tat höllisch weh.
„Edward…?“ Bellas Stimme klang jetzt eine Spur besorgt, da ich mich noch immer nicht bewegt hatte, aber der Schock saß tief.
Ich hatte nicht wirklich mit einem ‚Nein’ gerechnet und das war auch der Grund dafür, warum ich so schockiert war.
Als sich ihre Hand auf meine Schulter legte, wurde ich geradewegs wieder in die Realität katapultiert und ich sprang beinahe wieder vom Boden auf, sodass Bella erschrocken zusammen zuckte.
Sie anzusehen wagte ich nicht, denn ich wollte nicht sehen wie sie mir einen mitleidigen Blick zuwarf, oder wie sie es mir wohlmöglich noch erklären würde, also wandte ich mein Gesicht von ihr ab und verstaute den Ring in meiner Hosentasche.
Natürlich hätte ich ihn genauso gut wegwerfen können, aber das brachte ich einfach nicht übers Herz.
Ich hatte ziemlich lange dafür gebraucht, DEN perfekten Ring für Bella zu finden, also würde ich ihn nicht einfach wegschmeißen, auch wenn ich ihn wahrscheinlich niemals brauchen würde.
Bella schien wirklich nicht heiraten zu wollen, oder lag es einfach nur an der Tatsache, dass sie mich nicht heiraten wollte?
Ich wusste es nicht.
Mir schwirrte der Kopf von den vielen Gedanken und Vorstellungen davon, warum sie nein gesagt hatte und dennoch wollte ich die Wahrheit gar nicht hören.
Nur einen Bruchteil von Sekunden später packte mich die Wut.
Diese Wut war nicht an Bella gerichtet, sie galt ganz alleine Tanya und ich war froh, dass ich es schaffte, meine ganzen Emotionen nicht an Bella auszulassen.
Sie nicht schon wieder anzubrüllen, schließlich war das bestimmt eines ihrer Hauptgründe, warum sie mich nicht ehelichen wollte.
„Edward, lass es mich erklären, bitte…“, hörte ich Bella sagen, doch ich schüttelte nur meinen Kopf.
„Ich habe es schon verstanden“, brachte ich mit zusammengebissenen Zähnen heraus und jetzt war Bella diejenige, die ihren Kopf schüttelte.
„Nein, hast du nicht. Ich denke, du verstehst das vollkommen falsch. Ich weiß doch, was eine Heirat dir bedeutet und... Hey, wo willst du hin?“
Ihre Hand legte sich an meinen Arm, als ich mich gerade umdrehen und gehen wollte, aber sie ließ es nicht zu.
„Es gibt da etwas, was ich klären muss und du weißt ganz genau, was das ist“, erklärte ich ihr kurz und knapp.
Gerade in diesem Moment war mir überhaupt nicht nach Reden zumute.
Je mehr ich redete, desto mehr befürchtete ich, dass ich etwas sagen könnte, was Bella doch nur wieder verletzte und ich ihr nur einen weiteren Grund liefern würde, mich nicht zu heiraten.
„Das kannst du nachher auch noch machen, ich will nicht, dass du jetzt Hals über Kopf einfach verschwindest, Edward lass es mich dir erklären.“
„Nein, Bella. Ich will das jetzt nicht hören. Wir können später reden“, murmelte ich, seufzte dann leise und wandte mich von ihr ab.
Sie sagte noch etwas, doch ich hörte nicht einmal hin, da mich erneut die Wut packte und wenn ich ihr jetzt antworten würde, dann hätte das sicherlich ein böses Ende, da ich wieder nur brüllen würde und das wollte ich unter allen Umständen vermeiden.
Bella hatte schon genügend Wutausbrüche von mir ertragen müssen und noch einen konnte und wollte ich ihr und unserer Beziehung einfach nicht zumuten.
Als ich ihre winzig kleine Wohnung verließ und die Tür ins Schloss fiel, kramte ich sofort in meiner Jackentasche nach meinem Handy.
Nachdem ich Tanyas Nummer gewählt hatte und das Handy an mein Ohr legte, ging ich mit schnellen Schritten die zahlreichen Treppenstufen in Bellas Haus hinunter.
Erst als ich im Freien angelangt war und die kühle Abendluft meine Lungen belebte, nahm Tanya das Telefongespräch an.
„Edward…“, hörte ich ihre Stimme überrascht sagen und ich atmete tief ein, bevor ich die nächsten Worte sagte.
„Tanya, wir müssen reden und das am besten sofort. Komm in einer Stunde zu mir, okay?“
„Aber wir haben doch schon geredet“, entgegnete sie sogleich und ihre Stimme hatte einen misstrauischen Ton.
Ja, ich hatte mich bereits einmal mit Tanya unterhalten, aber dieses Gespräch hatte zu rein gar nichts geführt und das hatte mich so verzweifeln lassen, dass ich gleich wenige Stunden später zu Bella fuhr und die nächste Dummheit begann.
Ich wusste einfach keinen Ausweg mehr, die ganzen verschiedenen Gefühle, die in mir tobten, hatten mich beinahe erschlagen und ich wollte nichts lieber, als Bella wieder zu sehen.
Letztendlich hatte sich meine Kurzschlussreaktion jedoch als riesengroßer Fehler herausgestellt.
Wie immer hatte ich zu übereilt gehandelt, hatte einfach das getan, was mir mein Herz sagte, ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken, wie Bellas Reaktion darauf sein könnte.
Eigentlich wusste ich doch ganz genau, dass sie nicht heiraten wollte und dennoch konnte ich mir meine Tat einfach nicht so recht erklären, aber nun ließ es sich nicht mehr rückgängig machen.
Irgendwie hatte ich doch gehofft, dass sie sich für mich entscheiden würde, dass sie meinen Namen tragen wollte, doch anscheinend hatte ich mich geirrt.
„Du willst wirklich, dass ich zu dir komme? Woher dieser Sinneswandel?“, wollte sie beinahe schon schnippisch von mir wissen und ich schnaubte leise, während ich mich in meinen Audi setzte und die Tür hinter mir zuschlug.
Tanya hatte keinen verdammten Grund so zu reagieren.
„Sei einfach in einer Stunde bei mir, oder ist das zuviel verlangt?“, blaffte ich schon beinahe in den Hörer.
Bei ihr musste ich mich sicherlich nicht zurückhalten. Sie war diejenige, der diese Wut galt, also konnte ich sie auch an ihr auslassen.
„Okay. Ich bin in einer Stunde bei dir“, hörte ich sie noch sagen, bevor sie das Gespräch beendete.
Unachtsam warf ich mein Handy auf den Beifahrersitz, startete den Wagen und fuhr, so schnell es mir möglich war, nach Hause.
Emily würde erst am späten Abend wieder da sein und selbst wenn sie früher auftauchen sollte – ich hatte ihr die ganze Wahrheit gesagt.
Meine Tochter wusste über alles Bescheid, also konnte Tanya mir dieses Argument nicht wieder an den Kopf werfen.
Es ärgerte mich, dass ich mir nicht doch ein wenig Zeit gelassen hatte, denn nach knapp zwanzig Minuten parkte ich in meiner Einfahrt und wurde fast verrückt bei dem Gedanken, wie ich die nächsten vierzig Minuten noch überstehen sollte.
Ich wollte nicht zu Tanya ins Hotel gehen, hier fühlte ich mich sicherer – auch wenn dieser Grund für viele vielleicht bescheuert klang, aber es war mir wichtig.
Also tigerte ich dreißig Minuten lang durchs ganze Haus, räumte sogar auf und versuchte meine Gedanken irgendwie zu ordnen, damit ich Tanya klar machen konnte, was ich wirklich fühlte und vor allem, wem diese Gefühle wirklich galten.
Die Türklingel ließ mich zusammenzucken und ich holte Luft, bevor ich zur Haustür ging und diese öffnete.
Tanya war zu früh, aber es störte mich nicht im Geringsten.
Ich wurde ja jetzt schon verrückt!
Mit einem mulmigen Gefühl und doch festentschlossen, atmete ich tief durch und öffnete dann die Tür.
„Hallo Edward…“, sagte sie mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen, welches ich nicht erwidern konnte.
„Komm rein…“
Langsam ließ ich die Tür noch weiter aufschwingen, damit sie eintreten konnte.
Als ich die Tür schloss hörte ich, wie ihre Schritte sich von mir entfernten und ein leises ‚Oh’ ihre Lippen verließ.
„Weißt du, ich bin ja leider noch nie dazu gekommen, aber ich muss dir wirklich sagen, dass dieses Haus wunderschön ist. Du hast es selbst entworfen, richtig?“
Sie blieb stehen, wandte ihren Kopf in meine Richtung und legte fragend ihren Kopf schief.
„Ja, das habe ich, aber du weißt, dass wir nicht hier sind, um über mein Haus zu reden“, erwiderte ich trocken und krempelte die Ärmel meines Hemdes hoch.
Ich fühlte mich erdrückt, wollte diese Situation am liebsten so schnell wie möglich hinter mich bringen, aber wie sollte das funktionieren?
Wir hatten eine gemeinsame Tochter, eine gemeinsame Vergangenheit und so etwas klärte sich nicht in fünf Minuten, doch ich würde versuchen, meine Gedanken und Gefühle ganz klar zu übermitteln.
Was ich dafür brauchte, war ein klarer Kopf und für einen kurzen Moment schloss ich meine Augen.
Ich wollte das durchziehen und ich würde es auch schaffen, wenn ich daran glaubte.
Das dachte ich zumindest.
Meine Hände zitterten und ich wollte mich am liebsten in Luft auflösen, wollte so tun als ob das alles niemals geschehen war, aber ich wollte nicht davonlaufen.
„Gut, wenn du den Small Talk einfach beiseite lassen und direkt zum eigentlichen Thema kommen willst, bitte.“ Tanya verschränkte ihre Arme vor der Brust und sah mich mit einem durchdringenden Blick an.
„Also? Wieso hast du mich hierher bestellt?“
„Du weißt, weswegen ich mit dir reden muss. Tanya… Du bist einfach... Du gehörst nicht mehr in meine Welt. Wir hatten mal eine schöne Zeit miteinander, das ist richtig, und jetzt haben wir eine schöne Tochter, aber du hast dich nie… wirklich nie um sie gekümmert und ich verstehe den Grund einfach nicht, weswegen du jetzt so plötzlich Kontakt mit uns haben willst. Bella ist die Frau, die ich liebe. Ich werde sie immer lieben, das weiß ich, egal was passiert“, erklärte ich ihr und Tanyas Miene blieb bei jedem einzelnen Wort unberührt.
Erst als ich eine kurze Pause machte, veränderten sich ihre Gesichtszüge und wurden weicher.
„Edward… Ich weiß, dass ich dich damals verletzt habe. Sehr sogar. Ich hätte niemals einfach so verschwinden dürfen, aber ich war noch so verdammt jung und hatte doch noch überhaupt keine Erfahrung. Damals dachte ich wirklich, dass dies die richtige Entscheidung wäre, aber glaub mir doch, dass ich einfach nur Angst hatte in den letzten Jahren…“
Sie warf mir einen flehenden Blick zu, während sie langsam einen Schritt in meine Richtung machte.
Je mehr sich der Abstand zwischen uns verringerte, desto mehr verkrampfte ich mich.
„Angst…? Was meinst du damit?“, fragte ich sie und runzelte die Stirn.
Ich verstand absolut nicht, was sie mir damit sagen wollte.
Wieso hatte sie in den letzten Jahren Angst gehabt?
„Was ich damit meine? Edward… Du warst so unheimlich wütend auf mich, was ich natürlich nachvollziehen kann und ich gebe zu, dass es ziemlich feige war, dass ich mich nicht früher gemeldet habe, aber ich hatte Angst vor deiner Reaktion, wenn du mich wieder siehst. So sehr wie ich dich verletzt habe, konntest du ja nur wütend werden und zu sehen, wie du mich so hasserfüllt ansiehst… Davor habe ich mich immer gefürchtet und leider ist es ja auch dazu gekommen…“, murmelte sie leise und ließ ihren Kopf hängen.
Verwirrt blinzelte ich einige Male und versuchte die Worte, die sie sagte, zu verstehen.
Natürlich war ich wütend auf sie gewesen, aber wäre sie nicht gegangen, dann hätte ich erst gar nicht wütend auf sie sein müssen.
Sie hatte mich alleingelassen, mit unserer Tochter.
War es da etwa verwunderlich, dass man die Person, die einem das angetan hatte, hasste?
„Und was hat dich dazu gebracht, dich doch noch bei mir zu melden und mein Leben wieder aufs Neue zu zerstören?“, fragte ich mit tonloser Stimme und dachte dabei an die ganzen Male, in denen ich Bella so sehr verletzt hatte und das ganz allein nur wegen ihr.
Sie war der Ursprung allen Übels.
Es reichte nur ein Wort aus, um mich für einen kurzen Moment erstarren zu lassen.
„Emily…“, sagte sie und richtete ihren Blick auf.
Emily war einfach das Wichtigste in meinem Leben und nichts und niemand in der Welt könnte das ändern.
Ich hatte alles zusammen mit ihr erlebt und sie bei allen möglichen Stationen des Lebens begleitet.
„Ich habe sie gesehen“, hörte ich Tanya sagen und riss mich damit wieder aus meinen Gedanken.
„Sie ist einfach wundervoll, sie ist wunderschön und du hast deinen Job als Vater und als Ersatzmutter einfach fantastisch gemacht… Jetzt ist sie eine junge Frau und ich hasse mich dafür, dass ich nicht schon Jahre zuvor ihre Entwicklung hatte miterleben können… Es tut mir alles so leid, was ich euch beiden angetan habe und ich will es jetzt anders machen. Ich will Emily kennen lernen, Zeit mit ihr verbringen und sehen, wie sie aufs College geht… Ist das denn zu viel verlangt?“
Einzelne Tränen sammelten sich in ihren Augenwinkeln und sie verdeckte schnell ihr Gesicht mit ihren Händen.
Erst als ich sie leise schluchzen hörte, rührte ich mich.
„Tanya?“
Sie wich einen Schritt zurück als ich auf sie zuging und schüttelte nur ihren Kopf.
„Nein! Ich weiß, dass es alles ein Fehler war, aber die Zeit lässt sich einfach nicht mehr zurückdrehen und ich hasse mich dafür!“, rief sie jetzt etwas lauter und versuchte die Tränen zu trocknen, die an ihren Wangen herabtropften.
Ich hingegen stand einfach nur da wie ein Vollidiot und rührte mich nicht vom Fleck.
Eigentlich hatte ich vorgehabt, einen klaren Kopf zu bewahren, aber jetzt waren meine Gedanken das reinste Durcheinander und ich konnte nicht mehr richtig denken.
Wenn ich Tanya jetzt so vor mir stehen sah, hatte ich schon fast Mitleid mit ihr und überlegte sogar kurz, sie einfach in den Arm zu nehmen, aber ich konnte mich nicht bewegen.
Stattdessen stand ich einfach da und sah zu meiner Ex-Freundin herüber.
„Hey… Ich meine… Was Emily angeht… Das ist ganz alleine ihre Entscheidung, denn schließlich ist sie schon fast erwachsen. Sie muss entscheiden, ob sie dich sehen will oder nicht und auch wenn ich vorher vielleicht anderes behauptet habe, so habe ich keinen Einfluss darauf“, murmelte ich leise und zuckte mit den Schultern.
Das war die Wahrheit, denn wenn Emily Tanya nicht sehen wollte, dann konnte man sie auch nicht dazu zwingen.
„Ich weiß...“, schluchzte Tanya und atmete einmal tief durch.
„Denkst du denn, dass sie es vielleicht zulassen würde? Nur ein Treffen?“
In ihren Augen lag ein Funke Hoffnung und ich seufzte leise, denn viel Hoffnung konnte ich ihr in dieser Beziehung sicherlich nicht geben.
„Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht… So wie ich Emily kenne, würde ich eher zu einem Nein tendieren. Sie vertraut dir einfach nicht“, erklärte ich ihr und sagte ihr die Wahrheit.
Emily war ziemlich stur und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann würde sie ihre Meinung auch nicht so schnell ändern.
In dieser Hinsicht waren wir uns wirklich sehr ähnlich.
„Ist es denn so schwer zu glauben, dass ich einfach nur will, dass wir wieder eine ganz normale Familie sind?“, flüsterte sie leise und kam einen Schritt auf mich zu.
„Du hast gesagt, dass du oft darüber nachgedacht hast wie es wäre, wenn ich deine Frau wäre, oder?“
Ich antwortete ihr nicht, da ich an den Heiratsantrag an Bella denken musste, der leider vollkommen nach hinten losgegangen war.
„Wieso hattest du es vorhin so eilig mit mir zu sprechen, Edward?“
Tanyas Stimme klang ganz sanft, wenn nicht sogar eine Spur beruhigend und ich sah, wie sie eine Hand nach mir ausstreckte und sie dann auf meine legte.
„Weil ich... nun weil ich die Sache mit uns einfach klären wollte…“, murmelte ich leise und starrte auf ihre Hand, die noch immer auf meiner lag.
„Hat sie dir ein Ultimatum gestellt?“, wollte sie von mir wissen und ich sah sofort in ihre Augen.
„Nein, wie kommst du darauf?“
Tanya zuckte mit den Schultern und ihre meeresblauen Augen musterten mich aufmerksam, bevor sie wieder zu sprechen begann.
„Was war es dann? Hast du ihr etwa einen Antrag gemacht und sie wollte nicht?“
Ruckartig richtete ich meinen Blick auf und warf ihr einen verwunderten Blick zu.
Woher wusste sie das?
Das konnte doch kein Zufall sein, oder?
„Du fragst dich sicherlich, woher ich das weiß, oder? Naja… Du hast dir vorhin diese kleine Schatulle angesehen und ich kann mir schon denken, was sich darin befindet.“
Mir war nicht einmal bewusst, dass ich mir die Schachtel mit dem Ring angesehen hatte.
Sicherlich war es nur ein kurzer Moment gewesen, aber das hatte schon gereicht, um mich zu verraten.
Schnell senkte ich meinen Kopf und versuchte nicht noch einmal an diesen Moment zu denken.
Der Moment in dem die Frau, die ich von ganzem Herzen liebte, Nein gesagt hatte.
„Ich verstehe nicht, wieso du so sehr in diese Frau vernarrt bist… Du scheinst sie wirklich zu begehren, aber was soll das denn bitte für eine Liebe sein, wenn sie dich nicht heiraten will? Wenn sie einfach so ‚Nein’ zu dir sagt? Ich kenne dich sehr gut, Edward… Für dich war eine Hochzeit schon immer der Liebebeweis schlechthin. Du wolltest auch mich heiraten.“
„Was tut das denn jetzt noch zur Sache? Außerdem geht es dich nichts an, was zwischen mir und Bella ist.“
„Ich denke schon, dass es mich in einer gewissen Art und Weise etwas angeht, denn du liebst mich noch… Ist es nicht so?“
Schnell zog ich meine Hand von ihrer weg und ging einen Schritt zurück.
„Nein, ich liebe dich nicht mehr. Ich liebe Bella“, erklärte ich ihr und versuchte meine Stimme fest klingen zu lassen.
„Edward, du hast nie aufgehört mich zu lieben, du klammerst dich an alles, was du kriegen kannst, nur um zu vergessen… um das Ganze zu verdrängen, aber das wird dich auf Dauer nicht glücklich machen. Ich würde sicherlich nicht ‚Nein’ sagen, weil auch ich dich noch immer liebe…“, sagte sie mit sanfter Stimme und ein leichtes Lächeln zeigte sich auf ihren Lippen.
„Wie könnte ich dich auch nicht mehr lieben? Das damals… das war ein riesengroßer Fehler von mir, aber das ändert nichts an meinen Gefühlen für dich. Jeder Mensch macht doch einmal Fehler oder?“
Was ihre letzten Worte anging, hatte sie eindeutig Recht.
Jeder macht einmal einen Fehler und auch wenn der, den sie damals gemacht hat, wirklich schwerwiegend war, so war ich in der letzten Zeit doch auch nicht besser gewesen.
Ihre Worte machten mich nachdenklich und brachten mich nur noch mehr durcheinander, sodass ich befürchtete, jeden Moment wirklich durchdrehen zu müssen, aber noch schaffte ich es, ruhig zu bleiben.
„Ja…“, murmelte ich leise und es hörte sich nicht an, als ob es meine Stimme wäre, die da gerade sprach.
„Küss mich und dann sag mir, dass du mich nicht mehr liebst“, hörte ich sie schließlich mit ernster Stimme sagen und ich warf ihr einen verständnislosen Blick zu.
„WAS?“ War sie jetzt vollkommen übergeschnappt?
Wie kam sie nur auf diese Idee?
Was zum Teufel wollte sie damit bezwecken?
„Küss mich und dann werden wir sehen, ob du mich noch immer liebst oder nicht. Du warst dir bei unserem ersten Gespräch so unsicher, was deine Gefühle angeht. Du willst doch die Wahrheit wissen, oder? Und du wirst es nie herausfinden, wenn du das jetzt nicht tust!“, sagte sie und sah mich mit einem ernsten Gesichtsausdruck an.
Meine Verwirrung nahm immer mehr zu.
„Du bist dir deiner Gefühle nicht sicher, Edward! Wieso wärst du sonst hier? Wieso würdest du dann jetzt hier stehen und dich mit mir unterhalten, mir zuhören? Wieso sonst hat Bella wohl ‚Nein’ gesagt? Weil auch sie nicht weiß, ob du wirklich zu ihr stehst! Weil du immer noch an mir hängst, so sieht es doch aus! Du liebst mich noch, Edward!“
Ich wusste ehrlich nicht, was genau mich im nächsten Moment dazu brachte, meine Hände nach ihr auszustrecken und sie zu mir heranzuziehen.
Wusste nicht genau, warum sich meine Lippen auf ihre legten, während meine Hände auf ihren Wangen ruhten.
Das Einzige was ich noch wusste, war, dass mein Gehirn sich fast vollkommen verabschiedete und für einen kurzen, absurden Moment fühlte ich mich tatsächlich gut.
Keiner von uns wagte es, unsere Lippen zu bewegen, bis Tanya schließlich ihre Hände um meinen Nacken schlang und mich noch enger an sich zog.
Ihre Lippen waren die ersten, die sich bewegten und ich wusste nicht warum, aber auch ich küsste sie.
Es war eher eine Verzweiflungstat, weil ich ihr etwas beweisen wollte, bis mir schließlich wenige Sekunden später bewusst wurde, wie schwachsinnig das war, was ich hier gerade tat.
Irgendwie kam es mir so vor, als wäre mein Geist gar nicht in meinem Körper, als wäre ich nur ein stiller Zuschauer dieses kuriosen Augenblicks.
Als ich hörte, wie jemand erschrocken nach Luft schnappte, ließ ich augenblicklich von Tanya ab und wandte meinen Blick erschrocken in die Richtung, aus der dieses Geräusch kam.
oh schei......schreib bloß schnell weiter, das ist ja nicht zum aushalten.
AntwortenLöschenich finde du hast das gefühlschaos und die situationen sehr schön in worte gefasst
:-)
bitte schreib schnell weiter und lass uns nicht so lange warten wir wollen bestimmt alle wissen wie es weiter geht also bitte beeil dich und schreib schnell weiter danke danke danke
AntwortenLöschenliebe grüße ina
du liebes bisschen......!!!!
AntwortenLöschenschreib ganz schnell weiter! ich sage auch:
"bitte, bitte!"
gruß & kuss mari