Edward POV
„Wir sollten es ihnen wirklich sagen…“, murmelte ich leise, zog Bella so nah wie möglich an mich heran und gab ihr einen Kuss auf ihr Haar, welcher ihr sogleich ein zufriedenes Seufzen entlockte.
„Was?“ Ihr Kopf lag auf meiner Brust und sie zupfte gedankenverloren an der Bettdecke, mit der ich sie wenige Sekunden zuvor noch zugedeckt hatte.
„Du weißt was ich meine, Liebes.. Ich will das hier…“ Ich legte meine Hände an ihr Kinn, hob es hoch, damit sie mich ansehen musste und drückte ihr einen sanften Kuss auf die Lippen.
„…Immer haben.. Ich will mich nicht mehr verstecken, so tun als wären wir nur Freunde, denn das kann ich bald wirklich nicht mehr. Du stellst meine Selbstbeherrschung wirklich auf eine harte Probe, Isabella.“
Sie sah mich mit ihren tiefbraunen Augen an und ich wusste, dass sie ganz genauso dachte, doch es war nicht so leicht.
Wir hatten beschlossen, die Sache langsam angehen zu lassen, was wir auch irgendwie in einer gewissen Hinsicht taten – zumindest was unsere Familien anging.
Ich wollte nicht daran denken, ich erlaubte es meinen Gedanken nicht mir vorzustellen, wie die Welt von nun an ohne sie aussehen würde, denn ich war mehr als nur sicher, dass ich das nicht so leicht wegstecken könnte.
Emily hatte schon so einige Andeutungen gemacht und ich glaubte, dass sie mehr wusste, als wir es vermuteten und wenn es Emily wusste, dann wusste es Nessie mit großer Wahrscheinlichkeit auch.
Es gab Nichts, was sich die beiden nicht erzählten und sie waren ja schließlich nicht blind.
Bella schien von uns beiden die größere Selbstbeherrschung zu haben.
Während ich sie in der Gesellschaft der anderen ständig beobachtete und ihre Nähe suchte, schaffte sie es immer noch den nötigen Abstand zu wahren, was aber spätestens am Abend immer zur Folge hatte, dass sie über mich herfiel.
„Ja... Vielleicht sollten wir das“, flüsterte sie während ihre Fingerspitzen an meiner Brust entlang strichen.
Ich liebte ihre Berührungen, liebte das Gefühl ihrer wundervollen Hände auf meiner nackten Haut, und ihre Lippen…
Ich liebte einfach alles an ihr.
Die Gefühle, die in mir tobten, wenn ich mit ihr zusammen war, waren unbeschreiblich.
Noch nie, wirklich noch nie hatte ich so etwas für eine Frau empfunden.
Mein ganzes Leben lang hatte ich immer gedacht zu wissen, was es heißt wirklich zu lieben, aber dann traf ich Bella und mir wurde klar, dass diese ganzen Gefühle aus der Vergangenheit nicht einmal ansatzweise mit dem zu vergleichen war, was ich für sie empfand.
Sie hatte mich wieder zum Leben erweckt und mich aus diesem grässlichen Panzer befreit, den ich mir die ganzen Jahre über geschaffen hatte.
Sie hatte nichts unversucht gelassen, um zu meinem wahren Ich hervorzudringen, sie hatte mich noch nicht einmal in Stich gelassen, als ich sie verletzt hatte.
Nein..
Bella hatte mir verziehen, sie verstand mich sogar und dafür würde ich ihr mein ganzes Leben lang dankbar sein.
Niemand hatte es geschafft, dass ich mich öffnete, außer sie.
Ich war noch immer ein wenig in meinen Gedanken versunken, als Bella ihr Bein langsam über meine Hüfte schwang und sich schließlich aufrichtete.
„Du siehst so nachdenklich aus..“, flüsterte sie mit einem sanften Lächeln auf den Lippen und ich beobachtete sie fasziniert, wie sie vollkommen unschuldig auf mir saß.
Ich war ein wenig abgelenkt und blinzelte einige Male, während meine Hände ungehalten ihren Rücken entlang strichen.
Sie trug nur ihr schwarzes Tank Top und eine passende Hot Pans dazu, was nicht gerade viel zu meiner Konzentration dabei steuerte, aber ich konnte es einfach nicht verhindern.
Wir hatten den gesamten Tag gemeinsam verbracht, denn glücklicherweise hatte ich heute frei und unsere Töchter waren den ganzen Tag unterwegs gewesen.
Und waren es immer noch, aber Emily wollte so oder so bei Vanessa schlafen, was aber leider bedeutete, dass Bella in ein paar Stunden wieder verschwinden musste, doch daran wollte ich jetzt noch nicht denken.
„Ja…Wir sollten es ihnen sagen“, wiederholte ich noch einmal meine Worte, legte meine Hände an ihre Wangen und zog ihr Gesicht zu meinem.
Dieser Kuss unterschied sich deutlich, von dem vor wenigen Minuten.
Er war leidenschaftlicher, wilder und es trieb mich beinahe in den Wahnsinn, als sie sich mit ihren Fingern in meine Haare festkrallte und sie noch mehr durcheinander brachte, als sie es eh schon waren.
„Okay…“, hauchte sie zwischen zwei Küssen und meine Hand bahnte sich den Weg unter ihr Top.
Mir entwich ein leises, gequältes Stöhnen als ich ihre nackte Haut unter meinen Fingerspitzen fühlte.
Jedes Mal war es eine vollkommen neue Empfindung, doch sie war genauso intensiv.
Wir waren fast schon wie zwei verliebte Teenager und konnten die Finger einfach nicht mehr voneinander lassen.
Vielleicht würden wir nicht ständig übereinander herfallen, wenn wir uns öfters sehen würden, aber ich wollte mich nicht auf diese wage Vermutung festlegen.
„Ich will dich…“ Zur Verdeutlichung ihrer Worte rieb sie ihre Hüften an den meinen, und wie immer biss sie sich verführerisch auf ihre Unterlippe.
Sie keuchte erschrocken auf, als ich uns beide umdrehte und jetzt der Jenige war, der sich über sie gebeugt hatte.
Meine Hände stützte ich neben ihr auf dem Bett ab, damit nicht mein ganzes Gewicht auf ihr lastete, doch ich schien ihrer Meinung nach, viel zu weit von ihr entfernt zu sein.
Ihre Hände umfassten meinen Nacken und unsere Lippen krachten aufeinander.
Ich vergötterte sie, ihre Reaktionen, die sie mir in diesem Moment zeigte, trieben mich in den Wahnsinn und als ihre Hüften an meiner Erregung rieben, stöhnte ich in ihren Mund.
Das Einzige, was uns jetzt noch trennte waren unsere lästigen Klamotten und meine Hände griffen nach ihrem Top, um es ihr über den Kopf zu ziehen.
Schnell hatte ich sie von ihrem Oberteil befreit und ließ meinen Blick über ihre Brüste wandern.
Sie trug keinen BH und alleine diese Tatsache ließ mich grinsen.
Mit meinen Fingerspitzen fuhr ich die Ansätze ihrer Brüste entlang und genoss die Reaktion, die meine Berührung bei ihr auslöste.
Sie stöhnte leise und genussvoll, wand sich unter meinen Bewegungen und machte mir mit ihrem Blick klar, dass sie mehr von mir wollte, doch ich würde diesen gemeinsamen Moment mit uns beiden vollkommen auskosten.
Mein Mund senkte sich hinab auf ihre Brüste, liebkoste die zarte Haut unter meinen Lippen, und umkreiste ihren Nippel sanft mit meiner Zunge.
„Was machst du nur mit mir…?“, hörte ich sie leise und gequält sagen, während ihre Finger in meinen Haaren herumwühlten und sie mich näher zu sich heran zog.
„Mhmm…“ Ich war nicht in der Lage irgendetwas Sinnvolles zu sagen, ich wollte es auch gar nicht, sondern wollte ihr einfach nur zeigen, wie sehr ich sie begehrte.
Während ich ihre Brüste weiter verwöhnte, wanderten meine Fingerspitzen an ihrer Taille abwärts, strichen an dem Bund ihrer Hot Pans entlang und sie machte es mir gleich einfacher, in dem sie ihren Hintern anhob und ich sie von diesem störenden Kleidungsstück befreien konnte.
Meine Lippen bahnten sich ihren Weg bis zu ihrem Bauch, verteilten sanfte Küsse an jeder Stelle ihres Körpers und meine Hände drückten behutsam ihre Beine auseinander.
Kurz richtete ich meinen Blick auf und sah in ihre Augen, die mich mit einer Mischung aus Verlangen und Leidenschaft ansahen.
Ich beschloss, dass sich alles in diesem Moment nur um sie drehen würde, dass ich diese Frau verwöhnen wollte und ohne ein weiteres Wort, senkte ich meinen Kopf und küsste mich an der Innenseite ihrer Oberschenkel entlang.
Bella wurde immer ungeduldiger, dass spürte ich schnell an ihren Bewegungen und ihre Atmung beschleunigte sich um ein Vielfaches.
„Hör auf mich zu quälen…“, jammerte sie leise und drückte mir ihre Hüften entgegen.
Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen und hielt sie nur wenige Sekunden später mit meinem Blick gefangen, während meine Finger über ihre feuchte Mitte strichen.
Angestrengt hielt ich die Luft an, während sie genussvoll ihre Augen schloss und ihren Kopf zurück ins Kissen fallen ließ.
„So feucht…“, murmelte ich erregt und neigte meinen Kopf, bis mein Mund schließlich auf ihre Weiblichkeit traf.
„Oh Gott…!“ Bellas Reaktion nach zu urteilen, hatte sie nicht damit gerechnet und ihre Hände vergruben sich in meinen Haaren, während ich sie mit meiner Zunge verwöhnte.
Sie drängte sich mir entgegen und ich entlockte ihr ein lautes Stöhnen, als ich mit einem Finger in sie eindrang.
Ich beschleunigte meine Bewegungen, versuchte sie mehr und mehr zu ihrem Orgasmus zu treiben und ich genoss die Wirkung, die ich auf sie hatte.
„Oh Edward…“
Ich stöhnte, als ich spürte, wie ihr ganzer Körper erbebte und sie ihrer Lust einfach freien Lauf ließ.
Ihr Orgasmus war auch für mich wie ein Rausch und ich liebkoste sie weiter, bis sie schließlich schwer atmend und erschöpft in das Kissen zurück sank.
„So wunderschön…“, hauchte ich, nachdem ich mich langsam von ihr gelöst hatte und meinen Finger aus ihr zurückzog.
„Ich will dich, Edward…“, wisperte sie, nachdem sich ihr Atem wieder nach einiger Zeit beruhigt hatte, während ich wieder mit meinen Händen auf Erkundungstour ging.
Bella zupfte ungeduldig an meinen Boxershorts, die ich immer noch trug und ohne Aufforderung befreite sie mich von dem Kleidungsstück und warf es achtlos in irgendeine Ecke des Raumes.
Mir war es auch vollkommen egal, wo sie letztendlich landeten, über solche Dinge konnte ich mir später immer noch Gedanken machen.
Ihre Hände legten sich an meine Wangen und sie zog mich zu sich, sodass ich wieder über ihr lag, und ihre wundervollen und zarten Lippen trafen auf die meinen.
Ich stöhnte gequält auf, als sie ihre Hüften meiner Erregung entgegen drängte und wollte gerade in sie eindringen, als eine Tür, mit einem unglaublichen Krach, zugeschlagen wurde und wir augenblicklich inne hielten.
Ich war noch immer über sie gebeugt und wandte meinen Blick für einen kurzen Moment zur Tür, bevor ich wieder zu Bella sah, die mir einen verwirrten Blick zuwarf.
„Was zum Teufel…?“, zischte ich, als ich aus dem Wohnzimmer ein lautes Klirren vernahm.
Irgendetwas war zu Bruch gegangen und jemand kicherte.
Dieser jemand hörte sich verdammt noch mal genau wie meine Tochter an.
Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Bella mir einen schockierten Blick zuwarf und mich zur Seite drückte, damit sie aufstehen und sich wieder anziehen konnte.
Frustriert fluchte ich über diese Unterbrechung und erhob mich langsam aus dem Bett, um meine Sachen wieder einzusammeln.
Einen noch unpassenderen Zeitpunkt konnte es doch wirklich nicht geben oder?
„DAAAD!!?“
Warum musste sie so herumbrüllen und vor allem, was tat sie überhaupt hier?
„Ooops…“, hörte ich sie wieder laut kichern und etwas anderes ging zu Bruch.
Warum war meine Tochter gerade dabei meine gesamte Einrichtung zu schrotten?
„Wir sollten leise sein.“ Die Stimme gehörte nicht zu meiner Tochter und als ich Bellas Blick sah wusste ich, dass es sich eindeutig nur um Vanessa handeln konnte.
In der Zwischenzeit hatte sie sich bereits wieder komplett angezogen, während ich immer noch dabei war, meine Boxershorts zu suchen, die sie mir aber wenige Sekunden später zuwarf.
Frustriert fuhr ich mir mit beiden Händen durch meine Haare und zog mir meine Sachen an, bevor die zwei noch auf die Idee kamen, nach oben zu kommen.
„Was geht da unten vor sich?“, hörte ich Bella leise fragen und sah in ihr fragendes Gesicht.
„Wir werden es gleich herausfinden“, entgegnete ich und verließ das Schlafzimmer, um nach unten zu gehen.
Bella folgte mir und als ich die letzten Treppenstufen hinter mir hatte, sah ich meine Tochter, die eindeutig an Gleichgewichtsproblemen litt und gerade versuchte, die teure Vase in unserem Wohnzimmer davor zu retten, dass sie auf den Boden fiel und in tausend Teile zersprang.
Dass sie dabei die ganze Zeit kicherte, war nicht zu überhören und als ich auch noch Vanessa sah, die unheimliche Schwierigkeiten hatte, gerade stehen zu bleiben, wusste ich ganz genau was hier los war.
„Emily, kannst du mir bitte erklären, was das hier soll?“, fragte ich in einem ernsten Ton und sah, wie meine Tochter augenblicklich zusammen zuckte und ihr die Vase aus den Händen glitt.
„Heilige Scheiße, hast du mich erschreckt!“ Sie wirbelte herum und anscheinend konnte sie sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Oh ja, meine Tochter war eindeutig betrunken, das sah man ihr an.
Hastig versuchte sie die Scherben der Vase mit ihrem Fuß wegzuschieben und ich knetete schnaubend meinen Nasenrücken.
Das durfte doch jetzt nicht alles wahr sein…
„Bellaaa, was machst du denn hier??“, fragte Emily vergnügt, als sie Bella entdeckte und erneut kicherte.
„Mom… wieso bist du hier??“ Nessie sah eindeutig nicht gut aus und ich befürchtete schon das Schlimmste, aber es schien so, als könnte sie sich noch beherrschen.
„Ich…? Ach… Ich.. habe mir nur mit Edward zusammen einen Film angesehen…“, stotterte Bella drauf los und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als sie im nächsten Augenblick rot wurde.
„Nen Film? Aber der Fernseher ist doch aus!“, bemerkte Emily und deutete auf den riesengroßen Plasma Fernseher an unserer Wohnzimmerwand.
„Der Film war ja auch schon vorbei, aber das tut jetzt nichts zur Sache. Würdet ihr beiden mir mal bitte erklären, wieso ihr verdammt noch mal vollkommen betrunken seid und fast gar nicht mehr gerade stehen könnt??“
Meine Stimme wurde eine Spur lauter, doch Emily schien das nicht wirklich zu beeindrucken.
„Entschuldigen Sie Sir… aber… aber…“ Nessie sah in meine Richtung und ich warf ihr einen fragenden Blick zu.
Sie sprach nicht weiter und ich runzelte die Stirn, bis mir schließlich im nächsten Moment klar wurde, warum sie nicht mehr sprach.
Nur wenige Sekunden später übergab sie sich einfach so fast vor meine Füße - auf meinen Teppich.
„Ach du meine Güte…!“, sagte Bella mit einer Mischung aus Schock, Ärgernis und Besorgnis, während sie zu ihrer Tochter herüber lief.
„Großartig…“, murmelte ich seufzend.
„Das hat mir jetzt auch noch gefehlt…“
Ich beobachtete, wie Bella sich um ihre Tochter kümmerte und mir war klar, dass es jetzt in diesem Moment keinen Sinn hatte, mit den beiden zu schimpfen, sie würden es ja wahrscheinlich eh am nächsten Morgen wieder vergessen haben, also wandte ich mich meiner Tochter zu um nachzusehen, ob es ihr den Umständen entsprechend gut ging, oder ob sie bereits Bekanntschaft mit dem Boden gemacht hatte.
Im Gegensatz zu Vanessa schien sie jedoch mal abgesehen von einigen Gleichgewichtsproblemen super drauf zu sein.
„Will ich wissen, wie viel Alkohol ihr getrunken habt?“, wollte ich mit hochgezogener Augenbraue von meiner Tochter wissen, die gleich wieder zu kichern begann und dann in meine Richtung stolperte.
„Ich werde sie mal ins Bett bringen, okay?“, hörte ich Bella hinter mir sagen und sie deutete auf ihre Tochter, die eindeutig viel zu viel getrunken hatte.
Ich nickte nur und beschloss, Emily ebenfalls in ihr Zimmer zu schicken und sie ins Bett zu verfrachten.
Normalerweise war sie alt genug, selbst ins Bett zu gehen, aber sie erschien mir immer noch putzmunter und ich glaubte nicht, dass sie sich so einfach dazu überreden lassen würde.
Emily war schon immer etwas eigensinnig gewesen und sie hatte ihren eigenen Kopf.
Ganz genau wie ihr Vater…
Bei dem Gedanken daran zogen sich meine Mundwinkel leicht nach oben, auch wenn ich in dieser Situation versuchte ernst zu bleiben, fiel es mir schwer.
„Du solltest jetzt auch lieber ins Bett gehen, bevor du noch unsere ganze Einrichtung zerstörst“, bemerkte ich nach einiger Zeit leise seufzend, und Emily warf mir einen empörten Blick zu.
„Wieso soll ich denn jetzt schon ins Bett gehen?!“
„Weil du betrunken bist und du solltest lieber hoffen, dass du morgen den ganzen Tag verschläfst, denn wenn du wieder klar im Kopf bist, werden wir beide wohl ein ernstes Gespräch führen müssen“, sagte ich zu meiner Tochter und sie schnaubte, kicherte dann aber wenige Sekunden später wieder.
Ich führte meine Tochter in die Richtung der Treppe und achtete darauf, dass sie nicht hinfiel, was leider Gottes beinahe ständig der Fall gewesen wäre, wenn ich nicht aufgepasst hätte.
Leise vor mich hin fluchend schüttelte ich den Kopf.
„Wieso hat dein Freund nicht darauf geachtet, dass du nicht so viel trinkst?“, wollte ich von ihr wissen, während wir fast vor ihrem Zimmer angelangt waren und ich ihr die Tür öffnete.
„Hä? Achso… Ja hat er ja, aber ich hab doch noch eine Flasche Wodka aus deinem Schrank geschmuggelt und die Jungs wussten davon nichts“, erklärte sie mir kichernd und ich fuhr mir schnaubend mit meiner Hand durch meine Haare.
„Na hoffentlich wirst du dann nicht nur von mir, sondern auch von deinem Freund einen Vortrag hören müssen“, murmelte ich leise vor mich hin und schaltete das Licht in ihrem Zimmer an.
Natürlich waren sie alle gleich alt, aber dennoch hielt ich Daniel ja für einen anständigen jungen Mann, der sich um seine Freundin sorgte.
Spaß haben konnte man immer, dagegen sagte ja niemand etwas, aber man musste es ja nicht gleich so übertreiben.
Es dauerte einige Zeit, bis Emily den Weg zu ihrem Bett überbrückt hatte, da sie auf dem Weg dort hin immer noch irgendetwas hatte, was sie mir unbedingt erzählen musste.
Zwanzig Minuten später, kombiniert mit dem Verlust meiner Nerven hatte ich es endlich geschafft.
Es verwunderte mich nicht, dass meine Tochter fast sofort eingeschlafen war, nachdem sie noch einiges unverständliches Zeugs vor sich hin gebrabbelt hatte und als ich das Licht wieder gelöscht hatte, verließ ich kopfschüttelnd ihr Zimmer.
Ja, meine Tochter wurde erwachsen.
Sie war ein Teenager durch und durch und lieferte mir immer mehr Beweise dafür.
Als ich die Treppe vom oberen Stockwerk herunter lief bemerkte ich sofort, dass der Teppich, auf dem sich Vanessa übergeben hatte, bereits verschwunden war.
Stirnrunzelnd sah ich mich um und hörte einige Geräusche aus der Küche und als ich den großen und hell eingerichteten Raum betrat, entdeckte ich Bella an der Küchenspüle stehen.
Sie hatte eine Tasse in der Hand und sah ein wenig nachdenklich aus dem Fenster.
Erst als ich fast bei ihr war, drehte sie sich um und ihre Mundwinkel formten sich zu einem Lächeln.
„Das mit dem Teppich tut mir leid“, sagte sie und reichte mir eine Tasse Kaffee, die sie anscheinend schon für mich zubereitet hatte.
Ich nahm den Kaffee dankend an und zuckte mit den Schultern.
„Mach dir keinen Kopf, Liebling. Es ist nur ein Teppich, den kann man ersetzen. Außerdem musst du dich nicht entschuldigen“, versicherte ich ihr und küsste ihre Wange.
„Hm, da ich dich ja inzwischen sehr gut kenne würde ich behaupten, dass der Teppich wahrscheinlich mehr gekostet hat als meine Monatsmiete.“
Ich verdrehte die Augen und seufzte leise.
Da war es schon wieder.
Bella und ich waren uns in so einigen Dingen einig, aber wenn es um das Thema Geld ging, waren wir vollkommen unterschiedlicher Meinung.
„Bella, es ist nur Geld. Ich werde einfach einen neuen Teppich besorgen.“
Für mich wäre diese Diskussion damit eigentlich beendet gewesen, aber ich hätte es besser wissen müssen.
Früher war das nie ein Problem gewesen.
Ich hatte meine Kreditkarte gezückt, keine Frau mit der ich zusammen gewesen war, hatte sich jemals beschwert, aber das war einfach nicht zu vergleichen.
Bella war da vollkommen anders und ehrlich gesagt war ich mehr als nur froh darüber.
„Ich werde dir zumindest die Reinigungskosten erstatten…“, erwiderte sie und ich sah an ihrem Gesichtsausdruck, dass sie im Kopf überschlug, wie viel Geld sie noch zur Verfügung hatte.
Insgeheim ärgerte es mich schon, dass sie sich nicht zumindest ein bisschen von mir helfen ließ.
Ich hatte Geld und das nicht gerade wenig und sie musste jeden einzelnen Cent gleich drei Mal umdrehen und weigerte sich dazu noch, Hilfe von mir anzunehmen.
Doch egal wie oft ich auch versuchte sie zu überreden – es war sinnlos.
Also beschloss ich ihr einfach zuzustimmen, denn ich wollte mich nicht wegen eines Teppichs mit ihr streiten.
„Okay… Wenn du das so möchtest. Du zahlst die Hälfte.“
Ich sah, wie sie ihren Mund öffnete und schon protestieren wollte, aber ich kam ihr zuvor.
„Hey, es war zwar deine Tochter, die sich auf dem Teppich übergeben hat, aber es war meine Tochter, die den Alkohol aus meinem Schrank geklaut hat, also sind sie irgendwie beide Schuld. Also lass mich die andere Hälfte bezahlen, einverstanden?“
Ich stellte meine Kaffeetasse neben ihrer ab und legte meine Hände an ihre Hüften, um sie näher zu mir heranzuziehen.
Als sie leicht nickte und mir wieder ihr wunderschönes Lächeln schenkte, beugte ich mich zu ihr und küsste sie sanft auf ihre Lippen.
Sie gab ein wohliges Seufzen von sich und das erinnerte mich nur zu sehr daran, wo wir noch vor einigen Stunden aufgehört hatten, aber jetzt war einfach nicht der richtige Zeitpunkt.
Das mussten wir wohl oder übel auf ein anderes Mal verschieben.
„Ich habe gerade noch einmal darüber nachgedacht, ob wir es den Beiden sagen sollen…“, erklärte Bella mir, nachdem ich sie wieder frei gegeben hatte und ich legte fragend meinen Kopf schief.
„Und was denkst du?“
„Ich denke, es wäre wirklich besser, wenn wir endlich mit der Wahrheit rausrücken. Nach dem Motto: ‚Jetzt oder Nie!’ Wenn wir es nicht tun, dann werden wir es wohl immer wieder vor uns her schieben und am Ende finden sie es sicherlich auch so heraus.“
Bella schien sich dieses Mal ihrer Sache wirklich sicher zu sein, und ich war mehr als nur froh darüber.
„Dann werden wir es ihnen gleich morgen früh sagen.. Oder sagen wir lieber gegen Mittag, wenn die beiden aus ihrem Koma erwacht sind“, bemerkte ich und schüttelte lachend den Kopf.
Bella stimmte in mein Lachen ein, doch ihr fröhliches Lachen wandelte sich schon bald in ein besorgtes Seufzen um.
„Was ist los?“, fragte ich sofort und strich mit meinen Fingerspitzen an ihrer Wange entlang.
„Ach… Naja, ich hätte nun einmal nie gedacht, dass Nessie einmal so betrunken nach Hause kommt. Natürlich, dass sie mal feiern geht war klar, aber dass sie sich gleich übergibt.“
Ich konnte Bellas Besorgnis nur zu gut verstehen.
Natürlich machten wir uns immer Sorgen um unsere Kinder, und für Vanessa war diese Aktion wirklich mehr als nur ungewöhnlich gewesen.
Von Emily hätte man so etwas schon eher erwartet, aber bei Nessie war es eher überraschend.
„Mach dir nicht so viele Gedanken, Bella. Sie tun nichts, was wir nicht auch getan haben“, versuchte ich sie zu beruhigen, doch meine Worte schienen eher den gegenteiligen Effekt bei ihr zu haben.
„Ja, genau deswegen mache ich mir ja Sorgen.“ Sie lachte nervös und ich musste unwillkürlich Grinsen.
„Okay, da ist etwas wahres dran. Wir, alle, waren ja nicht gerade die Musterschüler auf der High School.“
Bella warf mir einen Blick zu, da ich den Gedanken lustig fand und leise lachte, aber um sie nicht noch mehr zu verärgern, versuchte ich mich zu beherrschen.
„Immerhin hat Vanessa kein Chemielabor abgefackelt, nicht wahr Miss Black?“
Trotz allem konnte ich es mir nicht nehmen lassen, sie damit noch ein wenig aufzuziehen.
„Haha… Ja, manchmal denke ich, Vanessa ist vernünftiger, als Jake und ich es früher waren. Aber ich erinnere mich da nur an einige Geschichten, die du mir von damals erzählt hast. Wir waren wohl auch ein kleiner Rebell, oder etwa nicht?“
Sie streckte mir die Zunge heraus und ich lachte erneut.
„Ach, ich hätte da noch so einige Geschichten auf Lager, die du noch nicht kennst, aber wir sollten jetzt vielleicht ins Bett gehen. Es ist schon recht spät“, sagte ich und deutete auf die Uhr.
Bella nickte mir zustimmend zu.
Sie warf einen kurzen Blick zur Couch herüber, doch für mich kam es gar nicht in Frage, dass sie die Nacht auf der Couch verbringen würde.
„Nein, denk nicht einmal daran. Du schläfst bei mir. In meinem Bett.“
Sie dachte einen Moment darüber nach.
Es war nicht das erste Mal, dass wir zusammen in einem Bett schliefen, aber noch nie war es der Fall gewesen, während unsere Kinder ebenfalls im Haus waren.
„Klingt verlockend“, sagte sie schließlich lächelnd und ergriff meine Hand, die ich ihr reichte.
********
Am nächsten Morgen wurde ich durch ein Poltern in der Küche geweckt.
Bella lag noch seelenruhig schlafend in meinen Armen und kuschelte sich an meine Brust.
Bei diesem wundervollen Anblick, der sich mir da gerade bot konnte ich einfach nicht anders als zu Lächeln.
Ich küsste sanft ihre Stirn und löste mich vorsichtig von ihr um aufzustehen, da ich sie noch gerne ein wenig weiterschlafen lassen wollte.
Ich schnappte mir meine Anziehsachen und nachdem ich sie mir angezogen hatte, machte ich mich auf den Weg, um die Geräuschkulisse zu identifizieren.
Als ich die Küche betrat, wurde ich gleich von einem leckeren Geruch empfangen, der eindeutig zu frisch gemachten Pancakes gehörte und ich entdeckte Nessie, die gerade dabei war den Tisch zu decken.
Sie sah noch ziemlich müde und auch ein wenig fertig aus, aber ansonsten schien es ihr wieder gut zu gehen.
Es war verwunderlich, dass sie nach dieser Aktion gestern schon wieder so ‚munter’ war, aber schließlich war das bei jedem Menschen anders.
„Guten Morgen, Vanessa“, sagte ich und beobachtete, wie Nessie fast vor Schreck den Teller fallen gelassen hätte.
Erschrocken drehte sie sich um und ihre Wangen färbten sich augenblicklich rosa.
Eine Eigenschaft, die sie eindeutig von ihrer Mutter geerbt hatte.
„Gu..Guten Morgen. Das mit gestern tut mir wirklich unaussprechlich leid. Ich wollte das gar nicht, aber.. na ja.. ich.. ich dachte mir, ich könnte jetzt immerhin früh aufstehen, um uns allen ein Frühstück zu machen.“ Sie redete sich beinahe um Kopf und Kragen, als ob sie auf der Flucht wäre und obwohl die Sache eigentlich ernst war, konnte ich nicht anders als zu Lächeln.
„Macht dir keinen Kopf deswegen. Ich werde dir sicherlich keine Strafe deswegen aufbrummen oder dir eine Moralpredigt halten. Das ist, wenn schon,die Aufgabe deiner Mutter und deines Vaters“, erklärte ich ihr.
Eigentlich hatte ich vorgehabt, sie damit ein wenig zu beruhigen, doch das schien sie nur noch mehr zu ängstigen.
„Mein Vater?“, piepste sie und sah mich mit ihren großen, schokoladenbraunen Augen an.
„Ähm ja…“, murmelte ich ein wenig verwirrt und fuhr mit einer Hand durch meine Haare.
„Ich weiß nicht, aber ich denke, deine Mutter wird sicherlich deinem Vater erzählen, was vorgefallen ist.“
So wie ich meine Bella kannte, würde sie das sicherlich tun, denn Jake und sie schienen keine Geheimnisse voreinander zu haben und außerdem war er Vanessas Vater und Bellas bester Freund, da erschien es mir nur logisch, dass sie es ihm erzählen würde.
Nessie schien von dieser Neuigkeit alles andere als begeistert zu sein und ordnete das Besteck auf dem Esszimmertisch neu, während sie angestrengt über etwas nachdachte.
„Geht es dir denn jetzt besser?“, fragte ich sie und sie richtete sofort ihren Blick auf.
„Es geht mir soweit gut, danke Mr. Cullen…“, erwiderte sie leise und lief wieder zum Herd herüber, um nach den Pancakes zu sehen.
„Ich wollte Sie wirklich nicht verärgern…“, hörte ich sie nach einiger Zeit der Stille sagen und ich ließ mich auf einem Stuhl am Esszimmertisch nieder.
„Du hast mich nicht verärgert, Nessie. Natürlich bin ich nicht gerade begeistert über das, was ihr beide getan habt und ich werde auch noch einmal ein ernstes Wörtchen mit Emily reden müssen, aber im Großen und Ganzen gibt es noch einige schlimmere Dinge, die ihr hättet anstellen können“, erklärte ich ihr und hörte, wie Vanessa leise seufzte.
Anscheinend war es eine große Angst von ihr gewesen, dass ich vollkommen ausgeflippt wäre und sie für das alles hier verantwortlich gemacht hätte, aber so war ich nicht mehr.
Früher wäre das sicherlich der Fall gewesen.
Ich hatte Emily viel durchgehen lassen und dann immer die Schuld bei den anderen gesucht, aber Bella hatte mir die Augen geöffnet und jetzt war ich auf dem richtigen Weg.
Ich bot Vanessa meine Hilfe an, doch sie lehnte dankend ab.
Anscheinend empfand sie es wirklich als Pflicht, dass sie jetzt das Frühstück zubereiten musste und es wunderte mich auch nicht, dass sie an diesem Morgen nicht gerade sehr redefreudig war.
Immerhin dauerte es nicht lange, bis ich zwei Stimmen aus dem Flur hörte, die immer näher kamen und schon wenige Sekunden später sah ich, wie Bella und Emily die Küche betraten.
Emily verzog das Gesicht, was anscheinend daran lag, dass sie dem Geruch von Essen gerade jetzt überhaupt nicht ausstehen konnte.
Bella hingegen sah ein wenig besorgt aus und begrüßte ihre Tochter, wobei ich von dem leisen Gespräch der beiden nur einige Fetzen mitbekam.
Anscheinend wollte sich Bella, später nach dem Frühstück, mit ihrer Tochter unterhalten.
Nachdem ich meinen Blick von den beiden abwandte, sah ich zu meiner Tochter, die mir einen vorsichtigen und zugleich schuldigen Blick zuwarf.
„Guten Morgen du Schnapsdrossel“, sagte ich und zog eine Augenbraue hoch.
„Dad… Tut mir wirklich leid wegen gestern… Eigentlich wollte ich nicht, dass es wirklich SO wird…“, murmelte sie leise vor sich hin und ich runzelte verwundert die Stirn.
So kannte ich meine Tochter ja gar nicht.
Sie war sonst nie so kleinlaut, doch jetzt schien sie es auch noch wirklich zu bereuen und wenn ich mich nicht irrte, schien sie sogar ein wenig Angst vor meiner Reaktion zu haben.
Emily wusste, dass sie Mist gebaut hatte, aber ich wollte mich nicht schon so früh damit beschäftigen.
Dazu hatten wir auch noch den ganzen Tag Zeit und die beiden sollten jetzt erst einmal ein vernünftiges Frühstück zu sich nehmen.
„Wir werden später darüber reden. Jetzt setz dich erst einmal“, bat ich meine Tochter und ohne irgendwelche Widerworte zu geben, ließ sie sich auf einem Platz neben mir nieder.
Bella kam mit einem Teller voller Pancakes zu uns herüber und stellte sie auf dem Tisch ab, was Emily gleich wieder dazu veranlasste, ihr Gesicht zu verziehen.
„Da musst du jetzt durch“, bemerkte ich neben ihr und versuchte ernst zu bleiben, doch es ließ sich nicht vermeiden, dass meine Mundwinkel leicht zuckten.
Als alle schließlich am Esszimmertisch saßen und keiner ein Wort sagte, schnappte ich mir den Teller mit den Pancakes und häufte mir einen auf meinen Teller.
Einer musste ja schließlich den Anfang machen.
Insgeheim fragte ich mich jedoch, ob es daran lag, was gestern geschehen war und die Stimmung deswegen so gedrückt war, oder ob es daran lag, dass Bella mit uns am Tisch aß.
Während ich aß, machte ich mir Gedanken darüber und hoffte, dass es nur an der ersten Variante lag, doch wie sich schnell heraus stellte, würde ich es gleich erfahren.
„Sag mal, Bella…“, bemerkte Emily, die immer noch mit ihrem Stück Pancake kämpfte und ihre Gabel schnell zur Seite legte.
Wahrscheinlich benutzte sie ihr Gespräch jetzt als Vorwand, nicht mehr weiter essen zu müssen.
„Nimm mir das nicht Übel, aber was machst du hier?“
Ich stoppte in meiner Bewegung und ließ die Gabel in meiner Hand wieder sinken.
Mein Blick huschte zu Bella herüber, die ihn für einen kurzen Moment erwiderte und dann lächelnd zu Emily herüber sah.
„Ähm… Weißt du denn nicht mehr, was gestern noch los war, Liebes?“, fragte Bella Emily mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, doch ich konnte deutlich spüren, wie nervös sie sein musste, doch ich hielt mich erst einmal im Hintergrund.
„Um ehrlich zu sein… Nein, nicht wirklich…“, gestand Emily seufzend und warf mir einen kurzen Seitenblick zu, doch ich sagte nichts zu ihren Worten.
„Naja…“ Bella schien in Gedanken nach den richtigen Worten zu suchen und ich fragte mich, ob sie wohl jetzt schon mit der ganzen Wahrheit rausrückte.
„Edward hat mich angerufen, nachdem ihr Beide hier bei euch zu Hause eingetrudelt seid und dann bin ich gleich los gefahren… Ehe wir euch ins Bett bekommen haben, bin ich gleich hier geblieben, da es so oder so schon ziemlich spät war“, erklärte Bella ihr und starrte auf ihren Teller.
Ich versuchte mir möglichst nichts anzumerken lassen, auch wenn ich ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht darüber war, dass sie nicht einfach die Wahrheit gesagt hatte.
„Achsooo…“ Emily schlug sich mit ihrer Hand gegen ihre Stirn, bereute es aber schon im nächsten Moment wieder und wimmerte leise.
Anscheinend hatte sie einen Kater, aber das war dann nun einmal die Strafe, wenn man so über die Stränge schlagen musste.
„Ich dachte schon, du wärst die Nacht über hier geblieben. Das wäre ja echt komisch gewesen. In der Nacht bin ich mal durchs Haus geirrt, weil ich die Toilette gesucht habe und da dachte ich schon, ich hätte gesehen, wie du zusammen mit meinem Dad in einem Bett geschlafen hast. Ich glaube, das Zeug gestern war einfach viel zu stark, da kriege ich schon Halluzinationen von. Aber wenn ich so darüber nachdenke, wäre dieser Gedanke ja auch echt komisch!“ Emily schüttelte lachend den Kopf und ich warf ihr einen prüfenden Blick zu.
„Was wäre komisch?“
Mich interessierte diese Frage wirklich, aber wenn ich ehrlich war, dann wollte ich die Antwort doch lieber nicht hören.
„Na du und Bella! Nichts gegen dich Bella, du bist einfach nur klasse, aber mein Dad? Ich weiß nicht, der steht doch eigentlich nur auf blonde Barbiepüppchen, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass irgendeine Freundin von ihm einmal braune Haare hatte. Außerdem hätte ich dann ja immer Nessie am Hals, also wirklich!“ Emily streckte ihrer besten Freundin die Zunge heraus, die sie mit einem gespielt bösen Blick ansah.
Ich wusste insgeheim, dass es nur ein Scherz von meiner Tochter war, aber Bella schien das alles ganz anders aufzunehmen.
Als ich zu ihr herüber sah, wurde mir meine Vermutung auch gleich schon bestätigt.
Sie schien nachdenklich zu sein und sie zerteilte gerade lustlos ihre Pancakes in kleine Stückchen.
Ich ließ Emilys Aussage unkommentiert, da ich nur die Befürchtung hatte, sie würde noch mehr Scherze darüber machen, was zur Folge hatte, dass Bella sich noch unsicher fühlte.
Am liebsten wollte ich die Sache sofort mit ihr besprechen, doch hier am Esszimmertisch ging das schlecht, also legte ich mir gleich einen Grund parat.
„Bella, kannst du noch einmal mit mir in mein Arbeitszimmer kommen? Ich wollte noch etwas wegen des Teppichs mit dir besprechen“, sagte ich und versuchte meine Stimme möglichst neutral klingen zu lassen.
Nessie bekam neben mir schon gleich wieder einen zutiefst schuldigen Gesichtsausdruck und nachdem Bella mir nickend zugestimmt hatte, erhoben wir uns beide vom Esszimmertisch.
Ich ließ Bella voraus gehen und als wir uns beide in meinem Arbeitszimmer befanden, schloss ich die Tür hinter mir.
„Sag mir, was du gerade denkst…“, wollte ich von meiner Freundin wissen und sie seufzte leise.
„Worüber ich nachdenke? Naja… Ich dachte mir schon, dass da vielleicht so eine Frage kommt und irgendwie konnte ich es nicht über mich bringen, den beiden gleich die Wahrheit zu sagen… Außerdem siehst du ja, was Emily dazu gesagt hatte…“, murmelte sie leise, wandte sich von mir ab und sah aus dem Fenster.
„Bella.. Das was Emily gesagt hat, war doch nicht wirklich ernst gemeint“, versuchte ich sie zu überzeugen, doch als ich Bellas Blick sah wusste ich gleich, dass es zwecklos war.
„Ich kenne Emily.. Vielleicht kenne ich sie nicht gut, aber sie versucht oft Dinge, die sie bedrücken mit einem Scherz zu überspielen. Da steckt auch sicherlich etwas wahres dahinter und ich will die beiden wirklich nicht damit überfallen.. Außerdem ist das Ganze zwischen uns ja noch frisch und na ja…“
Ich ärgerte mich darüber, wie schnell sich die Meinung eines Menschen doch ändern konnte.
Gestern Abend noch war Bella fast vollkommen überzeugt davon gewesen, dass wir es unseren Töchtern sagen würden und jetzt?!
Jetzt standen wir wieder am Anfang.
Ich wusste ganz genau, egal wie sehr ich jetzt versuchen würde sie zu überreden, sie würde nicht nachgeben und außerdem wollte ich Bella nicht zu etwas zwingen, was sie nicht wollte.
„Wir sollten vielleicht doch lieber noch ein wenig warten, bevor wir es ihnen sagen…“, sprach Bella auch schon meine Befürchtung laut aus und ich seufzte.
Ich öffnete meinen Mund, um sie nicht doch noch vom Gegenteil zu überzeugen, aber als ich ihren Blick sah, schloss ich ihn auch gleich wieder.
Sie warf mir einen bittenden Blick zu und niemals in der Welt, konnte ich ihr etwas abschlagen, wenn sie mich so ansah.
Das ging einfach nicht, ich war ihr so gesehen vollkommen ausgeliefert.
„Edward…?“ Bella warf mir einen fragenden Blick zu, da ich noch immer nicht geantwortet hatte und ich atmete einmal tief aus, bevor ich schließlich sprach.
„Na gut.. Wenn du das so möchtest… Wir können heute Abend noch einmal über alles reden. Es gab ja so einige Dinge, die Emily gerade gesagt hat..“, murmelte ich und sah, wie die Besorgnis aus Bellas Gesicht wich und der Erleichterung Platz machte.
Was tat ich nicht alles dafür, um meine Bella glücklich zu machen?
Aber wieder gab es da noch einige Dinge, die wir beide miteinander besprechen mussten.
Vielleicht konnte ich sie letztendlich ja doch noch dazu überreden…
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