Kurzbeschreibung

Edward Cullen ist alleinerziehender Vater einer 16 jährigen Tochter. Sein Leben scheint perfekt, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine Wahrheit, die er schon viel zu lange verheimlicht hat.
Und es gibt nur eine Frau, die ihn wieder auf den Boden der Tatsachen bringen kann.
All Human, Pairing ExB

Freitag, 24. Dezember 2010

Kapitel 28 - Christmas Time

Edward POV

Während der gesamten Fahrt über rutschte Bella neben mir auf dem Beifahrersitz unruhig umher.
Sie hatte ihre kleine Handtasche fest umklammert und zupfte ständig an den Verschlüssen der Tasche herum, was sie meiner Meinung nach nur noch nervöser machte.
Ich versuchte nicht darüber zu lachen, dass sie so nervös war, weil sie meine Eltern zum zweiten Mal treffen würde, denn sie würde es mir sicherlich übel nehmen, also versuchte ich sie ein wenig abzulenken.
„Du siehst wunderschön aus, Bella…“, sagte ich mit einem Lächeln, während ich gerade an einer roten Ampel anhielt.
Nicht mehr lange und wir würden bei meinem Elternhaus ankommen.
Bella trug ein wunderschönes Abendkleid, welches sie extra für diesen Anlass zusammen mit Alice gekauft hatte und es hätte mich nicht wundern sollen, dass sie sich strikt dagegen geweigert hatte, als ich ihr dieses Kleid hatte kaufen wollen.
Was das Thema Geld anging waren Bella und ich uns fast nie einig.
Ich hatte genug davon und mich würde es nicht umbringen, ein schickes Kleid für meine Freundin zu kaufen – ganz im Gegenteil.
Ich wollte ihr Geschenke machen, sogar ganz viele, aber sie ließ es einfach nicht zu.
Bella wollte nicht, dass ich Geld für sie ausgab, dabei wollte ich nichts lieber, als das zu tun.
Es war ein regelrechter Teufelskreis, indem wir ständig gefangen waren, aber letztendlich war ich derjenige gewesen, der es einfach aufgegeben und ihr den Willen gelassen hatte.
Wenn es um dieses Thema ging, konnte Bella unheimlich stur sein und ich wollte mich nicht mit ihr streiten.
Schon gar nicht an Heiligabend.
Meine Mutter hatte sie zu dieser Feier eingeladen und erwähnt, dass es eine kleine Feier wäre, aber ich wusste ganz genau, was das bei meiner Mutter hieß…
Es waren sicherlich weitaus mehr als 50 Gäste eingeladen, aber immerhin hatte Bella noch jemand anderen an ihrer Seite als mich, da sie gleich noch Alice und Jasper eingeladen hatte.
Esme hatte Bella lange davon überzeugen müssen, dass sie auch jemanden zu der Weihnachtsfeier einladen konnte, damit sie unter den vielen Gästen auch noch jemand anderen kannte, als nur uns Cullens.
Zwar hatte Bella anfangs noch protestiert, dass es nicht nötig sei und sie auch so gerne kommen würde, aber für meine Mom gab es da keine Widerrede und ich wusste, dass selbst meine Bella gegen Esmes Charme nicht ankommen würde.

Allerdings fand ich es schade, dass dafür Rose und Emmett nicht kommen konnten.
Die Zwillinge waren krank und da war es nur selbstverständlich, dass die beiden frischgebackenen Eltern sich lieber um ihre Babys kümmern wollten, doch wir hatten uns vorgenommen, den Weihnachtsabend nachzuholen, sobald es den beiden Rackern wieder besser ging.

Emily und Nessie hatte ich nur heute Vormittag kurz gesehen.
Soweit ich wusste, wollten sie sich mit Daniel und Jackson treffen und sich ihre Geschenke geben, bevor sie dann den Abend mit ihren Familien verbringen würden.
Sie wollten danach direkt zu Esme und Carlisle um ihren bei den Vorbereitungen für den Abend zu helfen, weshalb ich die Zeit mit der Schönheit an meiner Seite nutzen konnte, solange dies noch möglich war.

„Wie bitte?“ Bella warf mir einen leicht verwunderten Blick zu, anscheinend war sie so in ihren Gedanken versunken, dass sie mir gar nicht zugehört hatte.
„Ich habe gesagt, dass du heute wunderschön aussiehst, meine Liebe“, wiederholte ich lächelnd meine Worte und konnte sehen, dass auch ihre Mundwinkel sich leicht nach oben zogen.
„Findest du?“
„Das finde ich immer. Ob du nun ein Abendkleid trägst oder in Jogginghosen herum läufst.“
Bella verdrehte ihre Augen und schlug leicht mit ihrer Hand gegen meinen Arm, doch für mich war es einfach nur die Wahrheit.
Für mich war sie immer schön, auch wenn sie es vielleicht nicht so sah.

Sie verkrampfte sich augenblicklich neben mir, als ich in die riesige Auffahrt meiner Eltern fuhr.
Das Haus lag etwas außerhalb von Chicago, aber bei der Größe des Anwesens war es nicht verwunderlich, denn so ein Haus passte mit großer Sicherheit nicht in die Innenstadt.
„Ach du heilige…“ Bella ließ ihren Satz unvollendet und ich sah, wie ihr der Mund aufklappte, als sie das Haus begutachtete.
Sie hatte ja schon immer gesagt, dass mein Haus so unheimlich riesig wäre, aber gegen das meiner Eltern war es wohl eher eine Einzimmer Wohnung.
„Und hier bist du also aufgewachsen?“, fragte sie mich, während sie mit ihrem Zeigefinger auf das Haus deutete und ihren Blick dann zu mir herüber wandte.
„Ja, genau. Hier bin ich aufgewachsen“, bestätigte ich ihr lächelnd und stellte den Motor ab.
Meine Mutter hatte wieder einmal nicht mit der Weihnachtsdekoration gegeizt, aber man musste gestehen, dass es wirklich schön aussah.

„Wow…“, murmelte sie und starrte wieder zu dem Gebäude herüber.

„Da muss man ja Angst haben, irgendetwas anzufassen. Bestimmt kosten die Mülleimer hier so viel wie mein Monatsgehalt…“

Ich lachte laut über ihren Kommentar und öffnete kopfschüttelnd die Fahrertür, bevor ich schnell zu ihrer Tür herüber lief und sie öffnete.
Lächelnd streckte ich ihr meine Hand entgegen, sie ergriff sie ohne zu zögern und ich half ihr aus dem Audi.
Sie klammerte sich an meinem Arm fest, während wir uns auf den Weg zur Haustür machten, da ihre Schuhe bei diesem Wetter nicht gerade vorteilhaft waren, aber aus einem mir unverständlichen Grund hatte Bella darauf bestanden, diese Schuhe anzuziehen.
„Möchtest du mein Jackett haben?“, fragte ich sie lächelnd und sie sah mich mit zusammengekniffenen Augen an.
„Du denkst wieder ich friere, richtig?“
Ich ließ meinen Blick an ihr auf- und abwandern. Bella trug zwar ebenfalls eine Jacke, aber ich kannte sie ziemlich gut und da es noch gestern Abend geschneit hatte und alles von einer weißen Schicht überzogen war, konnte ich mir gut vorstellen, dass sie unheimlich fror.
„Gut, okay. Ich bin ja schon ruhig.“ Ich zuckte grinsend mit den Schultern und betätigte die Klingel, als wir auf der Veranda zum Stehen kamen.

„Habe ich dir schon gesagt, dass deine Mutter von uns weiß?“ Bella warf mir einen fragenden Blick zu und ich starrte sie verwirrt an.
„Sie weiß es?“ Ich hatte nicht damit gerechnet und schaute ebenso verdutzt aus der Wäsche, als mir Bella diese Neuigkeit mitteilte.
„Ja… Ich habe mich doch mit ihr auf der Schulveranstaltung unterhalten und da hat sie mir gleich gesagt, dass sie es weiß… Aber sie versteht mich auch. Also was die Sache mit der Geheimhaltung angeht, zumindest fürs Erste… Du weißt, dass du mir sehr viel bedeutest, Edward aber ich möchte nun einmal nicht, dass wir es für alle öffentlich machen und dann am Ende wird aus uns Beiden doch nichts, aber das Gespräch hatten wir ja schon einige Male…“, murmelte sie leise und ich wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als sich die Tür öffnete und ich den strahlenden Gesichtsausdruck meiner Mutter sah.

„Da seit ihr Lieben ja!“ Esme streckte sofort ihre Arme aus und zog Bella in eine herzliche Umarmung.
„Es freut mich auch dich zu sehen, Mom“, bemerkte ich sarkastisch lächelnd, nachdem sie sich auch mir zugewandt hatte und ich ihre Wange küsste.
„Es ist so schön, euch beide hier zu haben“, sagte sie noch immer fröhlich und legte ihre Hände ineinander, während sie uns beide zufrieden musterte.
Jetzt wurde mir klar, dass meine Mutter es wirklich wusste, aber da sie es verstand, würde sie es sicherlich nicht in die Weltgeschichte posaunen, dass Bella und ich jetzt ein Paar waren.

„Wie ich sehe, hast du wieder halb Chicago eingeladen.“ Ich ließ meinen Blick durch das Wohnzimmer wandern und entdeckte so einige mir bekannte, aber auch unheimlich viele Gesichter, die ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen hatte.

„Ach, das sind nur ein paar Freunde und einige aus der Familie dabei, du kennst das ja.“ Sie kicherte und ich wusste nur zu genau, wie gerne sie solche Feiern veranstaltete und meistens waren sie ja auch ziemlich unterhaltsam nur mit dem Unterschied, dass sie mir jetzt mit Bella an meiner Seite noch mehr Spaß machen würden.

„Vielen Dank noch einmal für die Einladung, Esme“, sagte Bella neben mir und lächelte etwas verlegen.
Sie schien sich wirklich ein wenig unwohl, umgeben von den ganzen reichen Menschen, zu fühlen, aber ich versuchte, ihr diese möglichen Zweifel zu nehmen und küsste beruhigend ihre Wange, was ihr sofort wieder ein Lächeln auf die Lippen zauberte.
„Kommt doch rein. Carlisle müsste auch hier irgendwo in der Nähe sein“, erklärte sie uns beiden und ließ uns eintreten.
Im Wohnzimmer konnte ich schon den riesigen Weihnachtsbaum sehen, den wir damals immer alle zusammen geschmückt hatten.
Ein weiterer Punkt auf der Liste, weswegen man Weihnachten einfach mögen musste.
Meine Eltern waren immer recht viel auf Reisen gewesen, meistens war es aus beruflichen Gründen, doch an Weihnachten waren wir immer alle zusammen und hatten gemeinsam den Weihnachtsbaum geschmückt.
Ich wollte das auch unbedingt mal mit Bella machen, vielleicht ja sogar mit unseren Kindern zusammen und mit unserem gemeinsamen, falls wir einmal eins bekommen sollten.
Das war eine wirklich schöne Vorstellung und ich konnte nicht anders, als breit lächelnd durch den langen Flur zu laufen.

„Was ist?“, fragte Bella mich neugierig, da sie natürlich sofort mitbekommen hatte, dass ich wie ein Verrückter grinste.
„Nichts… Ich freue mich nur, dass wir hier zusammen sind und gemeinsam den Abend verbringen.“
„Ja… Das ist unser erstes Weihnachten hier… Und das zweite Mal, in dem ich den Schnee bewundern kann“, erklärte sie mir lächelnd und warf einen Blick aus dem Fenster.
Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, dass sie den Schnee mochte, denn da sie auch immer so unheimlich schnell fror, hätte ich eher gedacht, sie würde den Schnee verabscheuen, aber dem war nicht so.
„Ach ja.. Vorher kanntest du ihn ja nicht wirklich. Nur aus dem Fernsehen“, bemerkte ich leise lachend und sie stieß mir ihren Ellbogen in die Seite.
„Mach dich nur über mich lustig, Cullen. Das wirst du noch bereuen!“ Sie warf mir einen gespielt drohenden Blick zu und ich war beinahe in Versuchung geraten, sie hier vor allen Anwesenden zu küssen, hielt mich aber im letzten Moment noch zurück.
So zu tun, als wären wir nur befreundet war nicht immer einfach, denn manchmal wollte ich sie einfach küssen, musste mich aber immer wieder daran erinnern, dass ich es erst später tun konnte.
Trotzdem wusste ich, dass dieses Versteckspiel ja auch bald ein Ende haben würde, also musste ich nicht mehr lange warten und konnte allen zeigen, was für eine wunderschöne Frau an meiner Seite war.

„Edward…?“, hörte ich eine mir bekannte Stimme sagen und stirnrunzelnd sah ich mich um.
Direkt hinter mir stand Monica. Ich hatte sie schon unheimlich lange nicht mehr gesehen und wenn ich mich recht erinnerte, dann musste es acht Jahre her gewesen sein.
„Monica…!“ Ich war immer noch ein wenig verdutzt, sie hier zu sehen und als sie mich anlächelte, konnte ich nicht anders, als ihr Lächeln zu erwidern.
Sie sah noch immer fantastisch aus, dass musste man ihr lassen und sie umarmte mich herzlich.
Nach Tanya war Monica die erste Frau gewesen, mit der ich eine Beziehung geführt hatte, welche sogar fast ein Jahr lang hielt und Emily hatte sie sogar auch gemocht, aber bei ihr konnte man auch einfach nicht anders.
Monica war wirklich eine wunderbare Person, aber nach einer Zeit hatten wir beide gemerkt, dass wir keine Liebe füreinander empfanden. Wir mochten uns und hatten uns gegenseitig durch eine schwere Zeit hinweggeholfen, aber Liebe war es keine gewesen.

Erst nach ihr fingen meine ganzen Frauengeschichten an, aber daran wollte ich jetzt in diesem Moment nicht denken.
„Was machst du denn hier?“, fragte ich noch immer vollkommen verdutzt und sie warf mir einen gespielt empörten Blick zu.
„Das ist aber nicht gerade eine nette Begrüßung, Edward!“
„Tut mir leid, ich bin nur so überrascht…“, gestand ich ehrlich und sie lächelte wieder.
„Deine Mom hat mich eingeladen und na ja.. ich bin mit deinem Cousin James hier, weißt du…“ Sie warf mir einen Blick zu, den ich sofort verstand.
„Ach… Du und James also?“ Wenn ich darüber nachdachte, dann passte Monica wirklich gut zu meinem Cousin, er war ein guter Mann, also brauchte ich mir keine Sorgen zu machen.
Er hatte wirklich die richtige Frau an seiner Seite verdient.

„Ja, genau. Und du? Bist du alleine hier, oder…?“ Monica kam nicht einmal dazu, den Satz zu Ende zu sprechen, denn ich entdeckte sofort Bella, die sich neben mich stellte und ihre Hand nach Monica ausstreckte.

„Hi, ich bin Bella“, erklärte sie ihr und ich war ein wenig überrascht, aufgrund der Tatsache, dass Bella sich gerade wirklich als meine Begleitung vorstellte.
Eigentlich war sie ja diejenige gewesen, die den Vorschlag gemacht hatte, es doch noch ein wenig länger für uns zu behalten und dementsprechend verwirrt war ich auch in diesem Moment.
„Hallo Bella, es freut mich Sie kennen zu lernen. Sie sind also Edwards Begleitung?“, fragte sie höflich und ich sah, wie Bellas Augen sich für einen kurzen Moment verkleinerten, aber schon in der nächsten Sekunde zeigte sich ein strahlendes Lächeln auf ihrem Gesicht.
Ich erkannte sofort, dass es nicht echt war, auch wenn sie sich große Mühe zu geben schien.
Ja, Bella schien eindeutig eifersüchtig zu sein.
„Kann man so sagen, ja. Ich begleite ihn auf dieser Feier“, antwortete Bella und behielt noch immer dieses Lächeln in ihrem Gesicht.
„Dann wünsche ich euch beiden viel Spaß hier, ich werde mich dann einmal wieder unters Volk mischen“, verkündete Monica fröhlich, wie sie es immer war und verabschiedete sich sowohl von mir als auch von Bella.
Ich glaubte zu wissen, dass Monica die einzige meiner Ex-Freundinnen war, die mir danach keine Szene gemacht hatte und mir auch nicht wochenlang hinter her gelaufen war.
Sie war eine tolle Frau gewesen und schien jetzt wirklich mit James glücklich zu sein, wenn ich mir die Beiden so ansah, ich freute mich wirklich für sie.
Mein Blick fiel wieder auf Bella, die mit einem fast unidentifizierbarem Blick zu Monica sah.

„Kannst du mir erklären, was das da gerade eben war?“, wollte ich mit einem leicht amüsierten Gesichtsausdruck von ihr wissen.
Als sie mich ansah, unterdrückte ich ein Lachen.
Ihrem Blick nach zu urteilen hätte ich auch gut einen Schlag von ihr verdient gehabt und ich hatte ja damals schon feststellen müssen, dass Bellas Schläge nicht gerade zärtlich waren.
Noch zu gut konnte ich mich an die Ohrfeige erinnern, die sie mir bei unserem ‚Nicht Date’ verpasst hatte, weil ich sie am Ende dieses schönen Abends küssen wollte und mittlerweile konnte ich ihr es noch nicht einmal verübeln, dass sie so gehandelt hatte.

Ich wollte sie wirklich nicht auslachen, aber sie war so wundervoll und irgendwie war es ja auch ein gutes Gefühl, dass sie eifersüchtig war, auch wenn sie sich deswegen keine Sorgen machen musste.
„Was soll was gewesen sein, Edward?“
„Na das gerade eben. Du weißt schon wovon ich rede.“ Ich hielt ihr meinen Arm hin, damit sie sich bei mir einhaken konnte und sie tat es sogar, auch wenn sie ihre Fingernägel für meinen Geschmack ein wenig zu fest in meinen Arm bohrte, aber ich wollte mich nicht beschweren.
„Ach du meinst das mit ‚Monica’?“ Ich musste lachen bei ihrem Versuch, mich zu imitieren und fing mir schon wieder einen bösen Blick von ihr ein.
„Entschuldige bitte Bella, aber du bist einfach nur so wundervoll liebenswert, wenn du eifersüchtig bist. Wenn wir alleine wären, würde ich dich auf der Stelle küssen“, erklärte ich ihr mit einem schiefen Lächeln und ich konnte sehen, dass auch Bellas Mundwinkel leicht zuckten.
Ihr schien diese Vorstellung zu gefallen und es ärgerte mich, dass ich es nicht einfach tun konnte.
Natürlich konnte ich es tun, aber das würde sicherlich einige Fragen aufwerfen und eigentlich wollte ich diesen Abend nur mit der Frau an meiner Seite verbringen, also hielt ich mich zurück.

„Du bist ein elender Schleimer, weißt du das?“, hörte ich Bella leise neben mir murmeln, während wir uns den Weg durch die Menschenmenge bahnten und ich küsste kurz ihre Wange.
„Aber es war doch sicherlich eine Ex-Freundin von dir oder? Ich meine, du warst ja auch schon mit so einigen Frauen in Chicago liiert, also sollte es mich nicht wundern, wenn wir hier gleich noch ein paar Ex-Freundinnen treffen.“ Sie ließ ihren Blick durch die Menge schweifen und ich schüttelte seufzend den Kopf.
„Ja, es war eine Ex-Freundin von mir und es kann auch gut sein, dass hier vielleicht noch eine herum läuft, aber das was zählt ist doch, dass ich hier mit meiner Freundin bin, oder?“
„Und ich muss Ihnen sagen, Mr. Cullen.. Sie haben ein fantastisches Talent sich aus allen Dingen heraus zu reden“, sagte Bella mit einer Spur Sarkasmus in der Stimme und wir blieben zusammen an dem riesigen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stehen.  
„Ich sage nur wie es ist, Schatz“, versicherte ich ihr und sie verdrehte lächelnd ihre Augen.
„Ich möchte dir gerne etwas geben“, erklärte ich ihr und führte sie gleich weiter an den zahlreichen Menschen vorbei, bis wir zu der Treppe kamen, die in das obere Stockwerk führte.
„Was hast du vor, Edward?“, fragte sie leise, so als ob wir etwas Verbotenes planen würden und ich lachte leise.
„Keine Sorge Bella, ich möchte einfach nur einen Moment mit dir ungestört sein“, erklärte ich ihr und bevor sie noch mehr fragen stellen konnte, zog ich sie mit mir in das obere Stockwerk.
Hier oben gab es genügend Gästezimmer und andere Räume, doch letztendlich entschied ich mich für mein Zimmer, in das ich sie führte.
Es war mit den Jahren ein wenig umgestaltet worden, aber letztendlich hatte sich hier doch nicht viel verändert.

„Das ist mein altes Zimmer“, erklärte ich ihr, sobald sie einen Schritt in den Raum gesetzt hatte und sich neugierig umsah.
„Hier hat also der Edward Cullen seine Jugend verbracht…“, sinnierte sie vor sich hin und sah sich weiterhin um, bis sie an meiner überaus großen CD Sammlung hängen blieb, die beinahe eine ganze Wand vereinnahmte.
Die Stereoanlage war nicht mehr die Neuste, aber ich konnte mich noch ganz genau daran erinnern, wie stolz ich damals auf dieses Baby gewesen war.

„Was machen wir hier?“, fragte Bella ein wenig verwundert.
Eigentlich hatte ich vorgehabt, ihr das Geschenk gleich zu geben, aber das hätte auch gut noch ein paar Minuten Zeit.
Ohne eine Vorwarnung versiegelte ich meine Lippen mit ihren und sie keuchte erschrocken auf, weil sie wohl nicht mit dieser Reaktion gerechnet hatte, aber ihr zufriedenes Seufzen wenige Sekunden später verriet mir, dass es ihr mehr als nur gefiel.
Ich dachte nicht einmal darüber nach, was ich da tat, ich wollte sie einfach nur ganz nah bei mir haben, den Geschmack ihrer Lippen auf meinen spüren und mit ihr alleine sein.
Alles andere war mir gerade egal und mir war es auch verdammt egal, was die Leute dachten, die uns vielleicht gesehen hatten, als wir die Treppen hinauf gegangen waren.
Ihre Hände vergruben sich in meinen Haaren und ich küsste sie so leidenschaftlich, dass sie nach einiger Zeit nach Luft schnappte und sich wieder von mir löste.
„Das war schon lange überfällig“, murmelte ich und fuhr mit meinen Lippen langsam an ihrem Hals entlang, was ihr eine leichte Gänsehaut bescherte.
„Erklärst du mir jetzt, warum wir hier sind?“, fragte sie.
Ihre Stimme klang leicht abgehackt und ihr Atem ging schwer, was mir nur bestätigte, dass sie das hier genau so sehr vermisst hatte wie ich.
„Mhmm…“, murmelte ich, dachte aber nicht einmal daran, von ihr abzulassen.
„Du treibst mich noch in den Wahnsinn, Edward…“, sagte sie und nahm mein Gesicht in ihre Hände.
„Ich denke, du solltest mir jetzt sagen was wir hier wollen, sonst kann es wirklich sein, dass ich gleich über dich herfalle und dann werden wir wohl für einige Zeit nicht mehr auf der Party sein.“
Ich lächelte bei dem Gedanken, doch ich nahm mir vor, mich später ausgiebig mit meiner Freundin zu beschäftigen und sie würde es sicherlich nicht bereuen.
„Okay… Warte…“ Ich ging einen Schritt zurück, damit ich etwas aus meiner Hosentasche ziehen konnte und als ich das kleine Geschenk hervorzog, erntete ich als erstes einen bösen Blick von Bella.

„Edward! Ich habe dir gesagt, dass wir kein Geld ausgeben werden und du hast es doch getan!“ Sie schien empört zu sein, aber das war nun einmal meine Bella wie ich sie kannte und liebte.
„Ich schwöre dir Bella, dass ich keinen einzigen Cent ausgegeben habe“, versicherte ich ihr mit einem ernsten Blick und sie funkelte mich böse an.
„Okay, doch… Für das Geschenkpapier, aber du kannst mir die paar Cent auch gerne zurückgeben, wenn du dich dann besser fühlst.“
„Mach dich nicht über mich lustig!“, zischte sie und schlug mich mit ihrer Hand gegen meinen Arm und ich unterdrückte ein Lachen.
„Mach ich nicht… Möchtest du es aufmachen?“ Ich warf ihr einen bittenden Blick zu und reichte das Geschenk in ihre Richtung.
„Ich habe wirklich kein Geld dafür ausgegeben, dass schwöre ich dir“, wiederholte ich meine Worte noch einmal und versuchte sie damit zu ermuntern, mein Geschenk doch noch zu öffnen.
„Du bist unmöglich…“ Sie schüttelte den Kopf, nahm das Geschenk aber trotzdem an und öffnete die kleine rote Schleife, die ich um das Geschenkpapier gebunden hatte.
Ja, wenn man eine Tochter hatte, dann hatte man eindeutig Übung darin, Geschenke hübsch zu verpacken.
Zum Vorschein kam eine kleine, längliche dunkle Schatulle, die Bella mit einer gewissen Mischung von Neugier und Skepsis begutachtete.
Als sie die Schachtel öffnete, schnappte sie erschrocken nach Luft und sah mich mit großen Augen an.

„Edward…! Du hast doch gesagt, du hast kein Geld dafür ausgegeben!“
„Das habe ich auch nicht…“ Ich lächelte über ihre Reaktion, doch etwas an ihrem Gesichtsausdruck sagte mir auch, dass sie das Geschenk mochte.
Da war ein Glitzern in ihren Augen und ich würde alles dafür geben, diesen gewissen Glanz darin jeden Tag bei ihr hervorzurufen.
Ich nahm ihr die Schachtel ab, griff vorsichtig nach der Kette und legte die Schatulle zur Seite.
Meine Hand legte sich an ihr Handgelenk und ich band ihr das Armband um, an dem sich ein kleines Diamantherz befand.
Ein Symbol dafür, dass sie sich in mein Herz geschlichen hatte und ich es ihr bedingungslos anvertraute.
„Will ich wissen, ob das echt ist?“, fragte Bella mit einer gewissen Spur Besorgnis in der Stimme und ich verdrehte lächelnd die Augen.
„Das ist ein Erbstück und ja, es ist echt.“
„Du verrückter Spinner!“
„Womit habe ich dieses Kompliment jetzt verdient?“, fragte ich sie amüsiert und küsste sie noch einmal kurz.
Das Armband stand ihr wirklich ausgezeichnet und ich würde mich freuen, es immer und immer wieder an ihr zu sehen.
„Na.. Du hast gesagt, es ist ein Erbstück! Wieso schenkst du so etwas Wertvolles denn nicht deiner Tochter?“, fragte Bella und begutachtete noch einmal das Herz.
Ich hatte beinahe das Gefühl, als ob sie ihren Blick nicht mehr davon lösen konnte, egal wie sehr sie sich dagegen sträubte, solch ein teures Geschenk anzunehmen, so wusste ich dennoch, dass sie sich über mein Geschenk freute.
Niemals würde ich es zulassen, meiner Liebsten nichts zu Weihnachten zu schenken. Sie sollte wissen, wie sehr ich sie liebte und besonders dadurch, dass ich, auf ihren Wunsch hin, nichts für ihr Geschenk ausgegeben hatte zeigte, wie gut ich sie mittlerweile kannte und respektierte.
„Emily besitzt auch eines, genau so wie meine Mutter und Rose, also keine Panik, Liebling“, versicherte ich ihr und ich konnte einfach nicht anders, als die ganze Zeit zu lächeln.
Bella schien meine gute Laune zu bemerken und so wie es aussah, schien ich sie ja auch ein wenig anzustecken, denn ihre Mundwinkel zogen sich leicht nach oben.

„Es ist wunderschön…“, sagte sie nach einer Zeit der Stille schließlich.

„Es gefällt dir also?“, wollte ich noch einmal wissen und strahlte.
„Ja, es ist wirklich schön. Aber denkst du nicht auch, es wäre ein wenig auffällig damit herum zu laufen? Schließlich besitzt Emily auch eins davon und ich könnte es ja auch nur von dir haben…“, sagte sie und hätte damit beinahe schon wieder meine gute Laune vertrieben, aber ich ließ es nicht zu.

„Denk einfach nicht daran, was die anderen denken, okay?“
„Okay…“ Ich wusste nicht, was der ausschlaggebende Punkt dafür war, dass Bella dem einfach so zustimmte, aber ich freute mich darüber und fragte auch nicht weiter nach.
„Danke…“ Ich beugte mich zu ihr, nahm ihr Gesicht in meine Hände und küsste sie zärtlich.
„Eigentlich müsste ich dir doch danken…“, flüsterte sie gegen meine Lippen und ich lächelte wieder.


„Hey…Ich würde dir gerne etwas zeigen, Bella…“, sagte ich und sie richtete sogleich ihren Blick auf.
„Wenn du mir wieder irgendwelche Diamanten schenken willst, dann gnade dir Gott!“ Ihr Blick wurde kritisch und sie kniff ihre Augen zusammen, was mir ein leichtes Lächeln auf die Lippen zauberte.
„Nein, mit den Geschenken sind wir durch, versprochen.“
„Gut… Also, was willst du mir zeigen?“
„Das werde ich dir jetzt nicht sagen, sonst verderbe ich dir ja die Überraschung.“
Es war nichts Besonderes, was ich ihr zeigen wollte, nur eine Kleinigkeit, aber es hätte mich nicht wundern müssen, dass Bella mich gleich wieder mit ihrem Blick strafte, da sie Überraschungen nicht gerade mochte.
Sie verabscheute sie fast schon, aber ich mochte es sie zu überraschen und diese Freude würde ich mir jetzt auch gerade an Weihnachten nicht nehmen lassen.
Ich legte meine Hände an ihre Taille und führte sie zur Tür, damit wir mein altes Zimmer wieder verlassen konnten.

Als ich die Tür öffnete und uns jemand vor die Füße sprang, schreckten wir beide zurück und Bella wäre beinahe gestolpert, wenn ich sie nicht im letzten Moment noch zurückgehalten hätte.
„Na ihr zwei Turteltäubchen! Was treibt ihr da für schweinische Sachen in dem Zimmer, hmmmm?“ Es war eindeutig Alice, Bellas Chefin und sogleich beste Freundin, die uns mit einem wissenden Grinsen begutachtete und dann im nächsten Moment leise kicherte.
„Ähm…“ Bella schien eindeutig noch viel zu verwirrt zu sein, um eine gescheite Antwort zu geben, also übernahm ich diesen Part.
„Alice… Nein, ich habe Bella nur mein Geschenk gegeben“, erklärte ich ihr auch sogleich und sofort schien Alice noch mehr Interesse entwickelt zu haben und sah sich suchend um, als erwartete sie ein riesengroßes Geschenk, welches Bella jetzt hinter sich her schleppen würde.
Bella fasste sich beinahe schon automatisch an ihr Handgelenk und legte ihre schlanken Finger um das Diamantherz.
Alice lautes und enthusiastisches Kreischen ließ uns beide zusammen zucken.
„Du meine Güte!! Was ist das denn für ein Prachtstück? Och man, wieso bekomme ich nicht solche schönen Dinge?“, beschwerte sich Alice und zog einen leichten Schmollmund, der aber schon wenige Millisekunden später wieder verschwunden war.
„Jasper schenkt dir auch immer tolle Sachen, Alice“, hörte ich Bella neben mir sagen und meinte zu sehen, wie sie leicht lächelnd ihre Augen verdrehte.
Ich wusste ganz genau, dass Bella niemals eine wirkliche Freude daran haben würde, wenn man ihr schönen Schmuck schenkte, aber daran konnte ich nichts ändern.
Sie war einfach nicht der Typ für so etwas und ich wollte sie auch nicht verbiegen.
Bella sollte einfach genauso bleiben wie sie war.

„Na gut ihr Lieben, dann will ich euch mal nicht bei euren geheimen Dingen stören!“

Alice zwinkerte Bella zu, schenkte mir noch ein Lächeln und verschwand dann sogleich wieder die Treppe herunter.
„Du hast wirklich eine… etwas außergewöhnliche Chefin und beste Freundin“, bemerkte ich grinsend und Bella seufzte leise.
„Ja, manchmal kann sie vielleicht ein wenig anstrengend sein, aber ich würde sie gegen nichts in der Welt eintauschen wollen.“
„Das glaube ich dir gern. Alice ist eine tolle Frau.“ Bella nickte zustimmend und ich legte meine Hand an ihren Rücken, um sie den Flur entlang zur Treppe zu führen, damit ich ihr endlich das zeigen konnte, was ich wollte.
Sie schien es für einen kurzen Moment schon wieder verdrängt zu haben, doch jetzt sah ich in ihrem Gesicht, dass ihr die Sache mit der Überraschung wieder eingefallen war und sie schien immer noch nicht wirklich begeistert zu sein.

Als wir im Erdgeschoss angelangt waren, schnappte ich mir ihren Mantel von der Garderobe und hörte, wie sie leise schnaubte.
„Du willst doch nicht ernsthaft nach draußen gehen oder? Es ist schweinekalt und ich werde sicherlich erfrieren. Du ziehst mich doch sonst immer auf, also wieso?“ Sie sträubte sich etwas, den Mantel anzuziehen, also legte ich ihn ihr fürs Erste nur über ihre Schultern und küsste besänftigend ihre Wange.
„Vertrau mir einfach“, sagte ich schlicht und meine Worte ließen sie leise seufzen.
„Na gut…“
Dankbar strich ich kurz mit meiner Hand über ihren Arm und führte sie durch den Flur, an dem Wohnzimmer mit den zahlreichen Gästen vorbei, bis wir die Küche erreicht hatten.
Natürlich hätte ich auch den Weg durchs Wohnzimmer nehmen können, damit wir in den Garten gelangten, aber ich wollte vermeiden, dass wir innerhalb von wenigen Sekunden von zahlreichen der Gäste belagert wurden, also wählte ich den sichereren Weg.
Bella schien von Sekunde zu Sekunde verwirrter zu werden und warf mir einen fragenden Blick zu, doch ich dachte nicht einmal daran, meine Überraschung zu verderben und unterdrückte ein Grinsen aufgrund ihrer Ungeduld.

„Du willst ja wirklich nach draußen gehen…“, murmelte sie kritisch, als ich meine Hand an die verglaste Tür legte und sie öffnete.
Sofort erschauderte Bella, als uns ein kleiner Luftzug erreichte und ich lächelte zufrieden, als sie sich schließlich doch noch dazu entschloss, den Mantel ganz anzuziehen.
Der hintere Teil des Gartens lag im Dunkeln. Normalerweise waren die Lichter hier immer eingeschaltet, doch ich hatte meine Mutter darum gebeten, sie an diesem Abend erst einmal ausgeschaltet zu lassen und sie tat es gerne, als ich ihr den Grund für meine Bitte erklärt hatte, nämlich dass ich gerne etwas für Bella tun würde, als Dankeschön für das, was sie mir gegeben hatte: Den Glauben an die Liebe!
Sie mochte Bella, daran bestand kein Zweifel und sie mochte es noch viel mehr, dass Bella und ich ein Paar waren, das sah man ihr sofort an.  
Ich hatte zwar geahnt, dass Esme eine Vermutung bezüglich meiner Beziehung zu Bella gehabt hatte, besonders nachdem ich sie um diesen Gefallen gebeten hatte, aber dass sie tatsächlich von uns wusste war mir bis zum heutigen Abend neu.
Wir hatten es ihr nicht gesagt, aber meiner Mutter konnte man nun einmal nichts verheimlichen und außerdem, hatte ich mich so sehr verändert, dass wie sie sagte, auch eine Frau daran beteiligt sein musste.
In diesem Fall war es Bella, und Esme liebte sie vom ersten Moment an.
Etwas Besseres konnte es doch wirklich nicht geben.

„Edward.. Es schneit…“, hörte ich Bella neben mir leise sagen und sie klang immer noch nicht gerade begeistert.
Wenn es etwas gab, was sie nicht mochte, dann war es die Kälte, die der Schnee mit sich brachte.
Meine Hand suchte geschickt den Lichtschalter, den ich auch gleich in nicht allzu weiter Ferne fand und ihn einschaltete.
Ich hörte sogleich, wie Bella nach Luft schnappte und die ganzen Lichter im Garten erhellten ihr wunderschönes Gesicht.
Ihre Augen sahen sich jeden einzelnen Zentimeter unseres Gartens an und ich musste wieder sagen, dass meine Mutter sich wieder einmal selbst übertroffen hatte.
Wenn Esme Alice bereits kennen gelernt hatte, dann sollte man die beiden wohl besser nicht zusammen in einem Raum alleine lassen, sonst konnte es gut der Fall sein, dass innerhalb von wenigen Stunden, das komplette Zimmer neu eingerichtet war.

Der gesamte Schnee, der in unserem Garten lag gab dem ganzen etwas Magisches und durch die Lichter glitzerte er, als würde er aus tausenden funkelnden Diamanten bestehen.
Alles in allem war es ein wirklich schöner, eingeschneiter Garten und ich hatte ihn schon damals immer bewundert.
Außerdem wollte ich Bella diesen schönen Anblick wirklich zeigen und ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, gefiel es ihr auch.
„Wow…“, brachte sie schließlich leise hervor und griff nach meiner Hand, die ich ihr reichte.
Sie war ganz von diesem Anblick gefesselt und schien auch vollkommen vergessen zu haben, dass es draußen eigentlich kalt war.

„Gefällt es dir?“, fragte ich sie trotzdem, schlang meine Arme um ihren Bauch und zog sie näher zu mir heran.
Sie nickte und murmelte ein leises ‚Mhmm’, wobei ich ihre Wange küsste und ein Lächeln sich auf meine Lippen schlich.
Nun gut, vielleicht wollte ich sie auch ein klein wenig ablenken, aber ich wollte mich einfach nicht mehr verstecken und meiner Meinung nach war es jetzt an der Zeit, mit der Wahrheit heraus zu rücken und ich wusste auch schon einen perfekten Zeitpunkt dafür.
„Ich habe eine Idee, Liebling“, flüsterte ich ihr ins Ohr und versuchte wieder ein wenig mehr ihrer Aufmerksamkeit zu bekommen.
Sanft ließ ich meine Lippen an ihrem Hals entlang streifen und sie erschauderte augenblicklich, was mich leise lachen ließ.
„Eine Idee?“, krächzte sie leise und wandte sich mit Mühe von dem schönen Anblick ab, damit sie mich ansehen konnte.
Sofort legte ich meine Hände an ihre Wangen und küsste zärtlich ihre Lippen.
Zufrieden seufzend schloss sie ihre Augen und öffnete sie erst wieder, als meine Lippen ihre verließen.

„Ja… Eine Idee… Ich weiß, dir fällt es schwer, aber ich finde, wir sollten den anderen bald die Wahrheit sagen.“
Sofort konnte ich einen kleinen Funken Unsicherheit in ihren Augen erkennen, aber ich konnte ihr deswegen nicht böse sein.

Ich wusste, was sie für mich empfand und ich zweifelte nicht an ihren Gefühlen für mich.
Dass sie nicht nur an sich, sondern zuerst an unsere Töchter dachte, war für mich eine wunderbare Eigenschaft an ihr.
Sie war nicht selbstsüchtig und dachte zuerst an die anderen, wie konnte ich ihr deswegen böse sein?
Ich wusste, dass sie unsere Beziehung wahrscheinlich nicht weiter führen würde, wenn unsere Töchter etwas dagegen hätten und es würde uns beiden weh tun, aber ich war mir fast zu einhundert Prozent sicher, dass Emily und auch Nessie nichts dagegen hatten.

Jetzt musste ich nur noch meine Freundin davon überzeugen.

„Ich weiß… Du musst mich bestimmt für vollkommen durchgedreht halten, weil ich mich so dagegen sträube…“, murmelte sie leise und senkte ihren Blick.
„Nein, ich halte dich nicht für vollkommen durchgedreht Bella.. Ich kann dich sogar verstehen, aber lass mich dir erst meine Idee erzählen, bevor du noch etwas dazu sagst, okay?“
Sie nickte und warf mir einen gespannten Blick zu.

„Ich hätte im neuen Jahr einige Tage frei und dachte mir, dass wir beide alleine einen kleinen Kurzurlaub machen könnten. Wir haben ein Ferienhaus im Süden und na ja… Vorher würde ich den anderen sagen, was zwischen uns ist. Wir müssten uns nicht mehr verstecken, keine Geheimnisse mehr vor den anderen haben und ich kann dir wirklich sagen, dass unsere Töchter nichts dagegen haben werden. Emily liebt dich und Vanessa und ich verstehen uns auch immer besser, also was denkst du soll schief gehen?“
„Ich weiß..“, sagte sie leise und ein Lächeln schlich sich auf ihre Lippen.
„Ich habe mich in letzter Zeit vielleicht ein wenig komisch verhalten, aber es ist schön zu hören, dass auch du mich verstehst… und… Na gut. Wir werden es ihnen sagen und dieses Mal werde ich auch keinen Rückzieher mehr machen“, versprach sie mir und ich seufzte erleichtert.
„Du bist wundervoll, weißt du das?“

„Ich bin wohl eher anstrengend…“, entgegnete sie leise murmelnd und lächelte leicht gequält, bevor sie ihr Gesicht an meiner Brust vergrub.
So langsam schien ihr doch kalt zu werden.

„Ihr Lieben, ich will euch wirklich nicht stören, aber wir würden gerne die Geschenke verteilen“, hörte ich die Stimme meiner Mutter sagen und ich war ein wenig überrascht, dass Bella sich nicht gleich von mir löste und einen Schritt zurückging, um etwas Abstand zwischen uns zu bringen.
Ehrlich gesagt machte es mich wirklich glücklich, dass sie bei mir blieb, ihr Gesicht an meine Brust angelehnt und ihre Arme um mich geschlungen.
„Okay, wir kommen sofort“, sagte ich und Esme verschwand sogleich wieder im Inneren des Hauses.
Wahrscheinlich wollte sie uns noch ein wenig Zweisamkeit lassen und die würde ich jetzt auch noch auskosten.
Außerdem war Bellas Reaktion gerade doch der beste Beweis dafür, dass sie bereit war.
Bereit für unsere Zukunft.
Unsere gemeinsame Zukunft.

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